Addicted, Teil 1/?
Autor: rachiel (famyhein@t-online.de)
Disclaimer: alles meinem verrücktem Hirn entsprungen
Bewertung: ab 17 (glaub ich)
Warnungen: ein wenig violence
(später: wirklich violence, rape, lemon)
Feedback: Hey, wenn sich jemand die Zeit nehmen würde wäre das echt super!!! ^_^
- Ach ja, diese original fic hieß schon mal 'Remember me', was mir dann
aber nicht gefiel.
Dann sollte sie 'Raphael' heißen, diesen Titel gibt es aber schon.
Somit habe ich sie jetzt 'Addicted' getauft.
Ich hoffe, dass hat noch niemand. °~°
Ansonsten: HAVE FUN!!! ^__^
/.../ = gedachtes
"..." = gesprochenes
*...* = betontes Wort
*------------*
Schneller!
Er musste schneller sein!
Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, sein Puls raste.
Er keuchte, schnappte hysterisch nach Luft.
Jeder Atemzug war schmerzhaft, seine Lungen brannten.
Sein Körper stand in Flammen, seine Beine fühlten sich an wie Gummi.
Sie würden jeden Augenblick nachgeben.
/NEIN! Nein, ich muss weiter, ich muss weiter, immer weiter, nur weg von ihnen,
ich muss schneller sein als sie!/
Fast wäre er über den Bürgersteig gestolpert. Er konnte es sich nicht leisten
zu stolpern! Das bedeutete Zeit zu verlieren, kostbare Zeit zu vergeuden, und
das war alles auf was es jetzt ankam. Er hatte einen kleinen Vorsprung, und
den durfte er nicht unnötig auf`s Spiel setzen!
Seine Sicht verschwamm und er blinzelte heftig. Er wusste nicht wo er war, er
hatte nicht die geringste Ahnung wo er hin sollte.
Die Hauptsache war, er entkam.
Irgendwie, egal wie.
Panisch vor Angst, schlug er in die nächste dunkle Seitengasse ein, froh
darüber, nicht mehr auf offener Straße zu sein, wo er Freiwild war.
Kurz blieb er stehen und sah sich hektisch um, ehe er sich für den linken
Durchgang zweier Häuser entschied.
Am besten wäre es in eines der Häuser zu schlüpfen und sich dort zu verstecken.
Also rannte er eine der Außentreppen zum Keller hinunter und rüttelte an der
Tür. Verschlossen.
/Oh Scheiße, nein, nein, NEIN! Ich muss hier weg.../
Seine Gedanken kreisten, verdichteten sich zu einem einzigen Chaos.
Mittlerweile war es stockdunkel. Er war in einem ärmeren Viertel gelandet, der
Abfall lagerte sich Meterweise in dunklen Winkeln, es stank nach Abwasser und
die Häuser waren verfallen. Die Straßenlaternen, die alle paar Meter vor den
Häusern angebracht waren, spendeten nur wenig Licht, wenn überhaupt.
Die meisten waren kaputt.
Er spürte wie er langsamer wurde, sein Atem ging nur noch stoßweise und er hatte
den Geschmack seines Blutes im Mund. Seine Beine zitterten vor Anstrengung,
während er sich immer weiter zerrte, und schließlich gaben sie nach, er knickte
um, das Stechen seiner Lungen und an seinen Seiten wurden plötzlich durch den
spitzen Schmerz seines Knöchels übertrumpft und er schrie auf.
Alles tat ihm weh, keuchend sank er in die Knie, beugte sich nach vorn auf seine
Arme gestützt, und schöpfte nach Atem. Alles andere an seinem Körper schien taub
zu sein, er hörte nur noch ein durchdringendes Summen in seinen Ohren und
ihm wurde schwarz vor Augen.
Weit riss er sie auf, blinzelte schwer, versuchte wieder etwas zu erkennen, doch
seine Augen wollten ihm nicht gehorchen. Er konnte weder seine Verfolger sehen,
noch hören, ob sie ihn gefunden hatten, oder sich von hinten anschlichen.
Er war blind und taub, dass einzige was er tun konnte, war zu atmen.
/So ende ich also. Irgendwo in einer finsteren Gasse im Armenviertel. Und
niemand wird es je erfahren./
Seltsamerweise wurde er ganz ruhig, jetzt, wo sein Schicksal besiegelt schien.
Jetzt, wo er jede Hoffnung verloren glaubte und sich ergab, nicht mehr die
Kraft zum weglaufen hatte. Alle Anstrengungen schienen unwichtig.
Er konnte nicht mehr und er wollte nicht mehr. Er hatte endgültig verloren.
Stimmen. Er vernahm Stimmen. Sie durchdrangen diesen ohrenbetäubenden Ton in
seinem Innern, der ihn immer bei absoluter Erschöpfung überkam.
"Dort ist er!"
"Wir haben ihn!"
"Kreist ihn ein!"
Seine Sicht wurde wieder klarer, die Schwärze um ihn herum wich einem grau und
schließlich erkannte er einzelne farbliche Umrisse, die langsam Gestalt
annahmen. Gerade wollte er den Kopf heben, als er das kalte Metall einer Waffe
an seiner Schläfe spürte.
"Keine Bewegung, oder ich puste dir dein Gehirn aus dem Schädel!"
Er versuchte so sehr zu schielen bis er den Mann erkennen konnte, der ihn mit
hasserfüllter Stimme anspie und mit einer Waffe bedrohte, doch es gelang ihm
nicht.
/Wie ein Rudel Wölfe, dass ein Tier gefangen hat. Sie behandeln mich wie ein
Tier, nicht wie einen Menschen. Freiwild.../
Er hoffte nur noch, dass es schnell vorbei war, aber er wusste welche Freude
es ihnen bereitete ihre Opfer langsam und genüsslich zu Tode zu quälen.
Kalter Angstschweiß lief ihm über die Stirn, wie über den Rücken.
"Ich sagte: Keine Bewegung! Das heißt du sollst dich nicht von der Stelle
rühren, nicht einmal deinen kleinen Finger! Ist das klar?? Du feiges Schwein!"
Ein Schrei entrang seiner Kehle, als ihm ein schwerer Lederstiefel kräftig in
den Brustkorb trat. Er hustete und spuckte und starrte auf sein ausgekotztes
Blut.
"Ach, halt doch dein dreckiges Maul! Als ob *das* schon weh getan hätte!"
Wahrscheinlich um diese Worte nochmal zu bestätigen schnellte der Stiefel wieder
hervor und trat ihm abermals, allerdings dreimal, brutal in den Magen und in die
Rippen.
"AAAAAAAHHHHH!"
Sein Schrei gellte durch die Gassen und hinterließ ein paar Echos.
Wieder spuckte er Blut, allerdings um einiges mehr als vorher.
Er verschluckte sich daran und musste husten. Seine Lungen schmerzten so sehr,
dass ihm Tränen über`s Gesicht liefen und sich mit dem Schweiß vermischten.
Keuchend und japsend schnappte er nach Luft, wobei jeder Luftzug unheimlich
weh tat. Sicher hatte der Kerl ihm mindestens eine Rippe gebrochen.
Fast wie hypnotisiert sah er auf die rote Flüssigkeit, die sich mit dem Dreck
auf der Straße vermischte.
/Warum nur habe ich diesen Job angenommen? Warum, warum, warum...
Warum kann ich die Zeit nicht zurückdrehen? Und warum suchen die anderen nicht
nach mir? Oder haben sie ihre Suche schon längst wieder abgebrochen?
Gott, es tut so scheiße weh.. /
Schritte hallten und holten ihn aus seinen Gedanken.
"Ach Jack, wie oft habe ich dir eigentlich gesagt, du sollst die Beute nicht
anrühren, bis ich da bin? Und wie oft muss ich es dir noch sagen?
Schau dir dieses erbärmliche Wesen doch an. Es kann sich doch kaum noch von
selbst rühren. Musst du es da auch noch schlagen? Tz,tz,tz.."
/Erbärmlich? - Ja, wahrscheinlich hat er recht. Ich bin erbärmlich.../
"Und nun zu dir Joel." Die tadelnde Stimme richtete sich an ihn.
Joel zuckte zusammen und sofort drückte sich der kalte Lauf stärker an seinen
Kopf. Immer noch war er auf allen Vieren, bemüht das Bewusstsein nicht zu
verlieren. Wenn man nämlich ohnmächtig wurde, wurde man immer extra bestraft.
"Tz,tz,tz. Also wirklich, dass hätte ich nie von dir gedacht. Nachdem wir dir
doch klipp und klar gesagt haben, was in so einem Fall passiert. Und dann auch
noch so ein verrückter Fluchtversuch! Ein Glück das wir unser..`Produkt`..
schnell wieder gefunden haben."
Joel hörte wie sich die Schritte ihm näherten, bis er schließlich zwei schwarze
Schuhe vor sich sah, vor seinem erbrochenem Blut. Eine schwarze Hose und einen
Teil eines langen schwarzen Mantels konnte er ebenfalls sehen, weiter wagte er
nicht den Kopf zu heben.
"Was hast du dir nur dabei gedacht, hm? Haben wir uns nicht gut um dich
gekümmert? Haben wir dich nicht mit ausgebreiteten Armen willkommen geheißen?
Und waren wir nicht immer eine Familie für dich?
Aber du fällst uns nun schon zum zweiten mal in den Rücken. Na gut, dass erste
mal.. daran kannst du dich ja nicht mehr erinnern.
Willst du dich nicht entschuldigen? Du weißt doch, was dich nun erwartet, oder?
Joel?"
Er zitterte am ganzen Körper, Tränen rannen ihm wie Sturzbäche hinunter und er
wunderte sich, dass er sich vor Angst und Scham noch nicht eingenässt hatte.
"Joel? Schau mich an, Joel."
Er konnte nicht. Er wollte nicht in diese kalten Augen sehen.
Doch sein Gegenüber ging in die Hocke und hob sein Kinn mit einer Hand - die in
einem ebenfalls schwarzem Handschuh steckte - hoch, so dass er seinen Blick
begegnen musste.
Er traf auf Obsidian - so dunkel waren diese Augen. Tiefschwarz.
Sie hatten ihn schon immer eingeschüchtert, doch diesmal überfiel ihm bei jenem
Anblick die nackte Panik.
Ein harter Schlag traf ihn ins Gesicht, eine linke Ohrfeige, kurz darauf folgte
die rechte. Er hatte nicht gedacht, dass man jemanden mit der flachen Hand so
weh tun konnte. Jetzt wusste er es besser. Seine Wangen brannten höllisch,
und er konnte ein Wimmern nicht verhindern.
Er biss sich so fest auf die Unterlippe, bis sie blutete. Er durfte nicht
bewusstlos werden!
"So. Bist du jetzt wieder wach? Na, dann können wir ja weitermachen.
Uns ist ganz schön viel Geld durch die Lappen gegangen, Joel.
Und das ist deine Schuld. Wie sollen wir das nun wiederbekommen, hm Joel?
Tz,tz,tz. So ein kleiner Dummkopf.
Ach, na ja, du bist ja noch jung.
Aus dir könnte noch was werden Joel, man müsste dir nur die Flausen in deinem
Kopf austreiben. Vielleicht sollte ich mich persönlich darum kümmern,
was meinst du Jack?"
"Bitte überlassen Sie das mir, Sir. Ich will nicht, dass Sie sich wegen solchem
Abschaum wie diesem hier die Hände schmutzig machen."
Ein seltsames, irgendwie ekelhaftes Geräusch folgte.
Plötzlich spürte Joel etwas feuchtes seinen Nacken hinunterlaufen.
Jack hatte ihn angespuckt.
"Jack, lass das! Schau ihn dir doch an, ganz verängstigt der Kleine, das
Gesicht voller Tränen.
Nanana, mein Kleiner, dass wird schon. Jetzt wird sich Onkel Richard um dich
kümmern. Vielleicht habe ich mir einfach zu wenig Zeit für dich genommen.
Ich hätte mich länger mit dir beschäftigen sollen.
Armer Joel. Es tut mir leid. Aber jetzt wird ja alles wieder gut.
Natürlich werde ich deine Bestrafung nicht aufheben, das siehst du doch ein,
nicht wahr Joel?
Das geht schließlich nicht, du hast uns zu viel Ärger bereitet.
Nicht doch, hör auf zu weinen."
Doch Joel konnte nicht aufhören. Es war die reinste Hölle, wie die samtweiche
Stimme mit ihm sprach. Er hatte Angst - furchtbare Angst! Sein Körper zitterte
unkontrolliert und er wollte nur noch weg von hier.
/Warum nur haben sie mich nicht einfach gleich erschossen? Wieso müssen sie so
grausam sein? Was haben sie davon mich so zu quälen? Ich will nicht mehr.../
Der Boss erhob sich und schaute lächelnd auf ihn hinab. Joel sah hoch und ihm
liefen eisige Schauer über den Rücken. Er fühlte wie seine Glieder taub wurden,
als wäre er von dem Gift einer Schlange gelähmt worden.
Der schwarzäugige Mann reichte ihm die Hand.
"Komm, Joel. Ich bringe dich wieder dorthin zurück, wo du hingehörst. Lass uns
nach Hause gehen."
Er wollte sie nicht nehmen, alles in ihm sträubte sich dagegen, und doch sah er
zu wie sich sein Arm hob und seine rechte Hand sich der anderen anschloss.
Er fühlte sich wie ein Roboter, nicht im Stande seine Bewegungen selbst zu
bestimmen.
"So ist es brav."
Der große Mann zog ihn hoch auf seine wackligen Beine und Joel konnte einen
spitzten Aufschrei nicht unterdrücken, als er mit seinem umgeknicksten Fuß
auftrat. Er stolperte direkt in die Arme seines Chefs.
"Armer Kleiner, komm her, ich helfe dir."
Mit diesen Worten schlang der Mann einen Arm um ihn und stützte ihn.
Er wollte nicht, dass ihm jemand half, er wollte es alleine schaffen, aber vor
allem wollte er nicht, dass *er* ihm half. Doch sein Fuß war da anderer Meinung
und so ließ er sich widerstrebend mitziehen.
Sie hielten direkt auf eine schwarze Limousine zu, die außerhalb seines
Blickfeldes gestanden hatte.
"Jack!"
Sofort kam der Mann, der ihn vorher so brutal getreten hatte angerannt und
öffnete seinem `Herrn` die Tür, obwohl der Chauffeur schon bereit gestanden
hatte. Wie alle anderen Männer, mit Ausnahme des Bosses, trug Jack eine dunkle
Sonnenbrille und war ganz in schwarz gekleidet.
Sein Gesicht, soweit Joel es erkennen konnte, war attraktiv. Vor allem sein
voller, schöner Mund, der ihn so unschuldig aussehen ließ, gar nicht zu diesem
brutalen Schläger zu passen schien. Sein helles, blondes Haar schimmerte sanft
im Mondlicht.
Wahrscheinlich wurde er wegen seines Aussehens bevorzugt behandelt, so
vertraulich, wie der Boss mit ihm gesprochen hatte.
"Du fährst mit uns. Hilf mir unseren `verlorenen Sohn` ins Auto zu setzen."
Joel wurde von einem weiteren Paar starker Hände gepackt, und ins Auto
verfrachtet.
/Wie ein Stück Vieh../
Seine Rippen schmerzten, sein Atem ging flach und seine Lunge tat bei jedem Zug
weh. Er fühlte sich zerschlagen und hatte immer noch den metallenen Geschmack
seines eigenen Blutes im Mund. Er schmeckte es auch an seinen Lippen.
Die Türen knallten zu und er fand sich zwischen Jack und `Onkel Richard`
wieder.
"Fahr los, Tom."
Der alte Mann, der persönlich Chauffeur, nickte kurz, ohne sich umzudrehen oder
einen Blick in den Rückspiegel zu werfen, und fuhr los.
Joel wurde schlecht, Er wusste, was nun passieren würde. Wenn sie ihn doch
einfach nur umbringen würden. Ein Knarre an den Kopf, oder in den Mund, und
"PENG!", schon tot. Und es wäre *endlich* vorbei.
Aber nein, anscheinend hatte sein Boss einen Narren an ihm gefressen, sonst
hätten sie ihn sicherlich hier und jetzt totgeprügelt.
Aber auf ihn wartete weitaus schlimmeres. Folter, stundenlang, wenn nicht eher
tagelang. Bis er nicht einmal mehr seinen eigenen Namen wusste.
Und dann würden sie ihn so lange mit Drogen vollpumpen, bis er mehr einem Zombie
glich, denn einem Menschen.
Das Ergebnis wäre: Gedächtnisverlust. Er würde alles wieder vergessen, zum
zweiten Mal. Schon zum zweiten Mal.. .
Er konnte sich nicht mehr an das letzte Mal erinnern und auch nicht an sein
Leben davor. Er wusste nur, *dass* es ein Leben davor gegeben hatte, und dass
er von *ihnen* den Auftrag hatte, seine `Familie` zu überführen. Doch genauso
wenig wie er wusste, wer *sie* waren, von denen er den Auftrag hatte, wusste
er, wer er selbst eigentlich war.
Er spürte nur, dass er zu *ihnen* gehörte, und nicht hier her. Aber das würde er
nun erneut vergessen. Abermals würde er solange im Dunkeln umhertapsen und auf
die Stimmen in seinem Kopf warten, die ihn daran erinnerten, wer er war,
und was er zu tun hatte.
Bis dahin war er wieder der Schoßhund seines Herrn.
Er hatte Angst. Er fühlte, wie sie von ihm Besitz ergriff, bis sie ihn ganz
ausfüllte.
/Oh Gott, ich will weg von hier! Weglaufen, nur weg von hier..
ich wünschte, ich wäre tot.../
*--------------*
Ende Teil 1, Fortsetzung folgt..
Ciao, rachiel
-Ich wäre für jede Kritik und jedes Kommentar sehr, sehr dankbar!!!- ^_*