Addicted

Addicted, Teil 2/? 

Autor: rachiel (famyhein@t-online.de)
Disclaimer: Mein! 
Warnung: Hier nur ein wenig angedeutete Gewalt
Bewertung: ab 17 

"..." = gesprochenes 
/.../ = gedachtes 
*...* = betonte Wörter 


*-*-*-*-*


Genervt starrte Lionel auf die rote Ampel, so böse, dass man meinen könnte, sie 
würde unter diesem Blick vor lauter Angst sofort auf grün schalten, oder einfach 
gleich explodieren. 

Genauso wie all die roten Ampeln alle hundert Meter, nervte ihn das 
Radioprogramm. 
Entweder konnte er blödem Geschwätz zuhören, oder sich die Ohren mit 
Teenie-Star-Gesang zuplärren lassen, falls man *das* überhaupt noch Gesang 
nennen konnte. 

Gott, warum zum Teufel hupte der Typ hinter ihm? 
Die Ampel war immer noch auf rot! 
Sollte sich der Kerl doch seine tolle Hupe sonst wo hinstecken! 
Endlich schaltete die Ampel auf orange und dann auf grün.

/Na, wer sagst denn, es gibt doch noch einen Gott./ 

Augenblicklich stieg er auf`s Gaspedal, jedoch nicht ohne auf die 
Geschwindigkeitseinschränkungen zu achten, denn ein Übertritt käme bei einem 
Polizisten doch ziemlich schlecht. 

Gerade beschloss er seine Laune etwas besser werden zu lassen, 
als auf einmal aus dem Radio eine Frauenstimme ertönte, die ihm die Nackenhaare 
aufstellte. 

/Scheiß Musik, scheiß Ampeln, scheiß Verkehr, scheiß Tag!!! 
Wirklich alles heute geht schief!
Was kann denn jetzt noch schlimmer werden?/ 

Seine Sehnen am Hals spannten sich zornig an und er schaltete mit einem 
wütenden Knurren das Radio kurzer Hand einfach ab. 
Nach ein paar weiteren Straßen und roten Ampeln kam er dann auch schließlich an 
gewünschtem Ort an: Sein neues Polizeirevier. 

Ein tiefer Seufzer entwich seiner Kehle und der angespannte Zug 
auf seinem durchaus attraktiven Gesicht wich langsam, Erleichterung machte sich 
breit. 

Zumindest bis er bemerkte, wie spät es eigentlich schon war. Wenigstens hatte er 
noch nie Probleme mit dem Einparken gehabt. 
Somit erledigte er dies schnell, einmal vor-, zurück- und nochmal vorsetzen und 
schon fertig. 

Ein leichtes, schmerzvolles Lächeln erschien auf seinem Gesicht, als eine 
Erinnerung durch seine hektischen Gedanken flog. 
Doch in seinen grauen Augen, die früher immer mit fröhlichen, grünen Flecken 
versehen gewesen waren, regte sich nichts. 
Sie blieben gefühllos und kalt. 

Auf einmal nur noch gestresst und müde, packte er seine Sachen, stieg aus, 
und sperrte den Wagen ab. 
Mit großen, sicheren Schritten bahnte er sich seinen Weg zum Revier 
und ignorierte dabei die fremden Menschen und ihre neugierigen Blicke so gut es 
ging. 

Als er durch die Türen trat runzelte er die Stirn. 
Hier war anscheinend irgendwas ungemein wichtiges geschehen, dass gärende Leere 
und trotzdem gedämpfter Lärm vorherrschte. 

Die Zentrale war unbesetzt, also ging er weiter hinein und bog um die Ecke, 
ging durch eine weitere Türe und wurde erst einmal von einer Lärmwelle 
hinweggespült.

Überall klingelten Telefone, die aber nirgends Gehör fanden. 
Die Angestellten für Recht und Ordnung standen im ganzen Raum verteilt und 
unterhielten sich angeregt, laut und mit vielen Gesten. 
Alle Mienen waren von Überraschung, Freude und gleichzeitig von Entsetzen und 
Erschöpfung gezeichnet. 

/Was ist hier nur los?/ 

Die Falten in seiner Stirn vertieften sich um so mehr, als eine der Angestellten 
anfing zu weinen und von einer anderen Polizistin getröstet wurde. 

/Ob hier wohl jemand gestorben ist?/ 

Anscheinend hatte ihn nun endlich einer der Mitarbeiter bemerkt, eine ziemlich 
junge Frau, denn sie kam direkt auf ihn zu. 

"Entschuldigen Sie, aber diese Räume sind nur für Angestellte. Kommen Sie doch 
bitte mit zur Zentrale, dort können wir alles besprechen." 

Verwirrt sah er sie an. 

"Sie wissen nicht wer ich bin?" 

"Wie bitte? Sollte ich Sie kennen?" 

Sie schien ehrlich überrascht und er hätte sich für diese bescheuerte Frage 
ohrfeigen können. Natürlich wusste sie es nicht, wie denn auch, schließlich 
hatte sie ihn noch nie zuvor gesehen! 

"Entschuldigung, natürlich nicht. Ich bin der neue Mitarbeiter, Lionel Curry." 

Ihre hellen Augen weiteten sich und eine leichte Röte huschte über ihr Gesicht. 

"Oh je, tut mir leid, dass hab ich ja völlig vergessen. Verzeihen Sie, dass ist 
mir ja so was von peinlich, aber bei den Neuigkeiten. Einfach unfassbar.. . 
Ah, ich heiße übrigens Anne Kambell, nennen Sie mich ruhig Anne, Mister.." 

Sie stockte und er musste lächeln. Sie war wirklich noch sehr jung. 

"Curry, aber Sie können mich Lionel nennen, Anne. Was ist denn los, dass alle so 
vollkommen aufgelöst sind und niemand an seinem Posten steht?" 

Doch seine Frage ging unter Annes plötzlichem Schrei unter. 

"Stella! Komm doch mal heeeer, der Neue ist da!" 

Eine mittelgroße Frau mit hochgestecktem, braunem Haar, drehte sich zu ihnen um 
und schaute zu ihnen her, ging dann langsam, mit leichtem Hüftschwung auf sie 
zu. 
Eine Frau in den besten Jahren, wie es schien, mit schönen, rotgeschminkten 
Lippen und feurigen, braunen Augen. 

Sie blieb ein paar Schritt vor ihm stehen, betrachtete ihn kurz und reichte 
ihm dann mit einem verführerischen Lächeln, das ihre perfekten Zähne zum 
Vorschein brachte, die Hand. 

"Lionel Curry, nehme ich an. Ich bin Stella Cadoret, aber bei allen einfach 
nur Stella." 

Er nahm ihre Hand und schüttelte sie, allerdings nicht so fest, wie er es bei 
einem Mann getan hätte. 

"Sehr erfreut, Stella, Sie können mich selbstverständlich auch Lionel nennen. 
Können Sie mir vielleicht den Grund verraten, warum hier heute ein solches 
Chaos herrscht?" 

"Bevor ich zu deiner Frage zurückkomme solltest du vielleicht erst noch dem Chef 
einen Besuch - ah, da ist er ja! CHEF, DER NEUE IST DA - LIONEL CURRY!" 

Danach ging alles einfach zu schnell für ihn. Er wurde vom Chef, einen 
kleinen, schon älteren Mann mit leichtem Bauchansatz ins Büro geführt, wo 
schnell alle Formalitäten geklärt wurden. 

Danach bekam er seinen Arbeitsplatz zugeteilt, eine Rundführung durch 
das kleine Gebäude, und schließlich saß er auf seinem neuen Stuhl, vor seinem 
neuen Schreibtisch, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und umkreist von 
sämtlichen Polizisten. 

/Toll, genau die Situation, die ich hasse. Es ist ätzend der Neue zu sein!/ 

Ein leichtes, trauriges Lächeln huschte über seine harten Züge, dass viel zu 
schnell verschwand. Diesen Satz hatte er schonmal gehört, vor nicht all zu 
langer Zeit, und doch kam es ihm vor, als wäre eine Ewigkeit vergangen. 

"So Lionel, jetzt erzählen Sie doch mal ein bisschen von Ihnen. Warum sind Sie 
hier?" , 
fragte Stella, die sich prompt auf seinen Schreibtisch setzte, so dass man ihre 
wohlgeformten Beine bewundern konnte, die von dem kurzen Rock nicht gerade 
bedeckt wurden. 

"Und wie lange? Haben Sie schon die Stadt gesehen? Wir könnten gerne zusammen 
einen kleinen Spaziergang machen.. " , plapperte Anne dazwischen und errötete 
leicht. 

"Ach Anne." meinte ein schon älterer Polizist mit grauem Haar, und schüttelte 
den Kopf. 

"Sind Sie verheiratet?" , fragte eine weitere Frau. 

Was ein allgemeines Aufstöhnen unter den Männern verursachte. 

"Lizzy, Lizzy, können Sie nicht mal aufhören mit Ihrer Männerjagd? Das wird ja 
langsam echt peinlich." schnarrte eine, für Lionel sofort unsympathische, 
Stimme. 

Ein schlanker, muskulöser Mann, vielleicht Anfang dreißig, stellte sich vor 
seinen Schreibtisch und reichte ihm die Hand. 
Die Gesichtszüge des Mannes könnten sehr attraktiv erscheinen, wären sie nicht 
so arrogant gewesen. 

Vor allem aber die eiskalten, stechendgrünen Augen sprühten nur so von 
Überlegenheit und Spott, die in einem schönen Kontrast zu seinen schwarzbraunen 
Haaren standen. 

/Aaaaja, da hätten wir also unser arrogantes Arschloch Nummer 1 gefunden, dass 
schon so vermisst wurde./ 

Also wurden auch hier die eisernen Regeln des Lebens nicht gebrochen, die 
besagten, immer irgendwo, zu jeder Zeit, auf einen eingebildeten Vollidioten zu 
treffen, den niemand leiden konnte, da jener nur dafür zu leben schien, 
seinen Mitmenschen das Leben zu versauen. 

Lionel nahm die angebotene Hand an, und schüttelte sie einmal knapp und hart, 
wobei er dem Blick des anderen nicht auswich. 
Im Gegenteil, er trat ihm mit einem nicht minderem entgegen, seine grauen, 
kalten Augen machten der Antarktis Konkurrenz. 

"Freut mich Sie kennen zu lernen, Lionel Curry. Ich habe schon viel von Ihnen 
gehört... Mein Name ist Patrick, Patrick White." 

Das Blitzen in diesen smaragdenen Tiefen und der gut unterdrückte, überhebliche 
Unterton, den Lionel allerdings ohne größere Schwierigkeiten heraushörte, 
straften seiner Worte Lügen. 

"Mich auch. Und ich hoffe doch, Sie hörten nur Gutes von mir. Leider kann ich 
nichts von Ihnen behaupten, Sie sind mir gänzlich unbekannt." 

Leises, betretenes Hüsteln und falsches Lachen antworteten auf seine unhöfliche 
Anspielung. 
Patrick schien ihn mit seinem Blick von innen nach außen kehren zu wollen, so 
finster starrte er zurück. 

Doch Lionel hielt ihm ohne weiteres stand. 
Dann ein grelles Aufblitzen in Patricks Miene, und die Polizisten erschreckten 
durch dessen plötzliches, lautes Gelächter. 

"Der war gut Lionel, der war echt gut! Endlich mal einer mit Rückrat in diesem 
lahmen Haufen!" 

Schließlich fielen auch die anderen in sein Lachen ein, doch es klang alles 
andere als echt. Lionel selbst zwang sich zu einem breitem Grinsen. 

"Ist gut Leute, Spaß beiseite. Wir sollten Herrn Curry endlich einweihen, warum 
bei uns alles auf dem Kopf steht." , schaltete sich der Chef ein. 

"Um es kurz zu machen", erklärte Stella ihm, mit sehr ernster Stimme, 

"Es geht um einen von uns, um Joel Allister. Sie haben sicher davon gehört." 

Er runzelte die Stirn. Ja, da war doch etwas gewesen... 
Er riss ungläubig die Augen auf. 

"Doch nicht etwa *der* Fall???" 

Stella verzog die roten Lippen zu einem freudlosen Lächeln. 

"Ich sehe Sie erinnern sich. Wenn es auch nicht gerade eine erfreuliche 
Erinnerung ist, aber deshalb heißt der Fall ja auch 'Blut der lebenden Leichen'. 
Hübsch, nicht? So poetisch." 

Abermals lächelte sie ironisch, ihr Blick war leicht verschleiert und in die 
Ferne gerichtet. 

"Wie auch immer. Joel arbeitete für uns vor gut einem Jahr als verdeckter 
Ermittler. Wir wollten endlich die 'Black Dragons' auffliegen lassen, indem wir 
ihn hineinschleusen, doch sie müssen es irgendwie herausgefunden haben. 
Als Warnung haben sie sieben unserer Leute auf brutalste Weise umgebracht." 

Lionel nickte. Auch bei seiner früheren Station hatte es für große Aufregung 
geführt - was kein Wunder bei solch abartigen und widerlichen Morden waren. 
Er hatte sogar Bilder gesehen. Selbst die schwarz-weiß Bilder hatten einige 
Kollegen zum übergeben veranlasst. 

Der Name 'Blut der lebenden Leichen' war viel zu romantisch und sagte überhaupt 
nichts über die Wirklichkeit aus. 

"Außerdem haben sie uns... die Nachricht... hinterlassen, dass sie Joel behalten 
würden. Seitdem hatten wir nichts mehr von ihm gehört. Bis auf die gestrige 
Nacht." 

Völlig überrascht starrte er sie an. 

"WAS??? Ihr habt einen Beweis, dass er noch lebt???" 

"Zumindest vermuten wir es. Steve, hol doch bitte mal die Akten." 

Der ältere Mann mit dem graubraunem Haar, wobei es mehr grau als braun war, 
erhob sich seufzend und verschwand. 

"Gestern Abend wurde ein Junge von vielleicht 16 Jahren ermordet. Und zwar auf 
die selbe abstoßende Art, wie die sieben Männer und Frauen vor einem Jahr. 
Bei der Durchsuchung fanden wir einen Zettel, der den Mördern glücklicherweise 
entgangen ist. Es ist eindeutig Joels Handschrift." 

Gerade als er fragen wollte, was den nun darauf stand, kam Steve zurück. 
Er legte eine sehr dicke und eine dünne Mappe vor ihm ab. 

"Die dünne Mappe ist eine Akte über Joel, die ich zusammen mit Anne und Peter", 
sie nickte einem blonden, unauffälligem jungen Mann zu, 

"zusammengestellt habe. Wir dachten, dass das vielleicht hilft. Dort ist auch 
jene besagte Nachricht enthalten. Sie dürfen sie ruhig lesen Lionel, schließlich 
ist das jetzt auch ihr Fall." 

Erst wollte er nur nicken, doch beim letzten Satz fuhr er hoch. 

"Was? Mein Fall? Aber ich habe doch keine Ahnung.", protestierte er. 

"Tja, Sie sollten sich damit abfinden Lionel. Wir haben Ihre Akte genauestens 
studiert und wissen was für ein hervorragender Polizist Sie sind." 

Stella grinste breit, und diesmal war es echt. 

Er seufzte geschlagen und begab sich wiederwillig in sein Schicksal. 

"Gut, wenn´s denn sein muss. Aber erwarten sie keine Wunder! 
Wer ist mein Partner?" 

"Äh, das bin ich.", meldete sich eine unsichere Stimme. 

Es war der dünne, unscheinbare Mann von vorher. 
Lionel lächelte ihm aufmunternd zu. 

"Freut mich Peter. Auf gute Zusammenarbeit!" 

Sie schüttelten sich kurz die Hände, und Peter lächelte zurück, wenn auch ein 
wenig zittrig. 

"Na das kann ja heiter werden. Erst die idiotisch Suche nach dem Toten und dann 
auch noch von einem Tolpatsch übernommen. Viel Glück Lionel, Sie werden es 
brauchen." 

Lionel sah zu Peter, der sich bei diesen Worten total angespannt hatte und die 
Hände zu Fäuste ballte. Dann widmete er seine Aufmerksamkeit dem Ekel. 

"Danke Patrick, aber ich bin überzeugt, dass mir Peter eine große Hilfe sein 
wird." 

Patrick lachte. 

"Ja, dass glaube ich auch!" 

Lionel ignorierte ihn einfach und schlug die Mappe auf. Er wollte endlich lesen, 
was der verlorene und todgeglaubte Polizist geschrieben hatte. 
Ein kleiner, verdreckter Zettel war sorgfältig geglättet, und mit einer 
Schutzfolie an einem Blatt befestigt worden. 

Es war eine extrem knappe Nachricht: 

"Ich habe Mike Beweise für die Überführung gegeben. Beschützt ihn. 
Joel." 

Lionel schaute auf. 

"Wer ist dieser Mike?" 

"Besser gesagt *war*. Er ist tot.", antwortete Stella, öffnete die andere Akte 
und entnahm ein paar Fotos. 

Sie legte sie nebeneinander von ihm hin und er glaubte sich sofort an Ort und 
Stelle übergeben zu müssen. Er drehte den Kopf kurz weg, wandte sich dann aber 
wieder den Fotos zu, sammelte sie ein, und drehte sie um. 

"Mike war anscheinend ein Straßenjunge. Wir haben zwar einen Ausweis bei ihm 
gefunden, aber der ist bestimmt gefälscht. Wahrscheinlich hat er seinen 
Lebensunterhalt durch Betteln, oder indem er auf den Strich ging, erworben." 

Sie drehte den dünnen Stapel Fotos um und deutete auf den rothaarigen Jungen. 

"Er wurde mehrmals vergewaltigt und dann mit einem größerem Messer an allen 
möglichen Stellen aufgeschlitzt, wie kastriert. 
Danach nagelte man ihn nackt an einen Holzpfahl, wo man seine Gedärme herausnahm 
und ihn damit schmückte. 
Das worauf er steht, ist der Rest der Organe, der keinen Platz mehr hatte. 
Schließlich nähten sie ihn wieder zu und steckten ihm sein Geschlecht in den 
Mund. 
Das alles muss bei vollem Bewusstsein geschehen sein, aber das steht eigentlich 
alles im Bericht." 

"Wie pervers können Menschen eigentlich sein..." murmelte Lionel und besah sich 
noch einmal die Bilder. 

/Einfach grauenhaft. Wie in einem dieser abartigen Thriller, nur dass das hier 
die Wirklichkeit ist./ 

"So Leute, jetzt ist aber mal Schluss, wir haben schließlich alle was zu tun! 
Harry, geh wieder an die Zentrale, Anne, du musst doch noch einen Bericht 
fertigschreiben, und ihr anderen alle, bewegt euch endlich! 
Stella, Peter ist Lionels Partner und er kann ihn sicher genauso gut in alles 
einweisen. Na las, macht endlich!" 

Der Chef klatschte ein paar Mal in die Hände um seinen Worten noch mehr Ausdruck 
zu verleihen. schließlich löste sich auch die Menge, Telefone wurden abgehoben, 
das Klacken der Computertastaturen ertönte und wurde zu dem gewöhnlichen 
Hintergrundgeräusch. 

Lionel widmete sich nun wieder Joels Mappe und erstarrte erstmal, als er das 
Foto des Polizisten sah. 

"Was soll denn das??? Der ist ja nicht einmal älter als 20, wenn er schon 
erwachsen sein soll!!!" 

Peter war bei seinem Aufschrei zuerst zusammengezuckt, jetzt lachte er leise. 

"Ja, Joel sieht schon sehr jung aus, nicht war? Darauf fallen viel hinein, aber 
schauen Sie doch mal auf sein Geburtsdatum." 

Er tat wie ihm geheißen und schrie wieder: "Waas??? Der ist doch niemals 24!" 

"Stimmt, auf dem Foto ist er 23.", meinte Stella, die sich plötzlich über ihn 
gebeugt hatte. 

"Ein sehr hübscher Kerl. Ich habe ihn sehr gemocht und durch seinen Brief gibt 
es endlich neue Hoffnung. Aber entschuldigt mich, ich sollte lieber wieder an 
dei Arbeit gehen, sonst schimpft mich der Chef wieder." 

Lionel schaute auf das Foto und musste Stella recht geben. Es war wirklich ein 
hübscher Mann, wenn er auch eher wie ein gerade erst erwachsen gewordener 
Jüngling aussah. 

Zwei große, tiefblaue Augen strahlten ihm unter rotbraunen Fransen, die ihm bis 
zur Nasenspitze ins Gesicht fielen, an. 
Die Haare waren irgendwie zu lang, so dass der Anblick eines Teenagers 
verstärkt wurde. 
Außerdem grinste der junge Polizist frech und anzüglich zugleich und hielt das 
Peacezeichen in die Kamera. 

Er war mehr als nur hübsch mit diesem schön geformten Gesicht und Lionel sah es 
sich länger an, als er gewöhnlich brauchte, um sich Gesichter einzuprägen. 
Trotzdem, wie sah er wohl inzwischen aus? Sicher nicht mehr so fröhlich und 
hübsch. 

"Peter, hast du eine Ahnung, wie er jetzt aussieht? Ich darf dich doch duzen, 
oder? Schließlich sind wir jetzt Partner." 

"Ja, natürlich Lionel, Sie - äh, du darfst natürlich. Wir haben Joel nicht 
gesehen und bis jetzt auch keine weiteren Spuren gefunden, die auf ihn und 
seinen Verbleib hinweisen. 
Wir könnten zum Tatort gehen und mithelfen, es ist ja unser Fall. Ich kann sie, 
Entschuldigung, dich auch so aufklären, ich kenne die Akte auswendig." 

Lionel betrachtete Peter eingehender. Nun, da Patrick weg war, schien er 
sicherer und er war anscheinend ein heller Kopf, nur fehlte ihm eben das 
Selbstbewusstsein. 

"Joel und du, ihr wart gute Freunde, oder?" 

Er lächelte wieder leicht, und irgendwie machte sein Lächeln sein Gesicht 
interessanter und sympathisch. 

"Ja, wir waren auf der selben Polizeischule und hier wurden wir Partner. 
Ich dachte wirklich er wäre tot, und hatte schon jede Hoffnung aufgegeben, bis 
wir diese Leiche fanden und... Gott, wie peinlich, warum muss das denn jetzt 
passieren... es tut mir leid, aber er war - *ist* mein bester Freund und..." 

Tränen liefen über Peters bleiches Gesicht und Lionel legte ihm beruhigend eine 
Hand auf die Schulter. 

"Hey, das ist schon in Ordnung. Du musst dich deshalb doch nicht schämen. 
Du wirst schon sehen, wir werden deinen Freund da rausholen. Das klappt schon." 

Er reichte ihm ein Taschentuch und fuhr nochmal tröstend über Peters Schulter. 

/Man, was für Sachen ich da wieder herbrabble.. Klar, Joel retten, das ist ja 
auch kein Problem, wenn man keinerlei Hinweise hat! 
Toll Leon², echt super./ 

Er seufzte tief, dann half er seinem Partner auf die Beine, und schließlich 
machten sie sich gemeinsam zum Tatort, wo der rothaarige Junge auf`s Grausamste 
ermodert wurde, auf. 


*-*-*-*-*-*-*-*-* 


Ende Teil 2 

zu ²(Leon): das ist einfach Lionels Spitzname

Und, wie fandet ihr`s????????? (Falls es überhaupt jemand liest) 
Ich würde mich riesig über Feedback freuen!!! 
Bye, rachiel ^_^

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