Dies ist meine erste Shonen-Ai-Story, die ich fertig habe. Also habt Erbarmen! *g*
Ich arbeitete zur Zeit an 5 anderen. Vielleicht schaffe ich es auch mal diese zu beenden *g*
Die Idee zur Geschichte kam mir an einem Abend, als ich mir mal wieder eine Geschichte zum Einschlafen ausdachte. Ich hoffe, IHR schlaft nicht ein *g*
Das mit der Berlinale kam von meinen Vorhaben sie zu besuchen, was ich leider nicht in die Tat umsetzen konnte.
Warnung: sap, sap, sap
<>-Gedanken
„“-Gesprochenes
Kommentar sind natürlich sehr willkommen und zwar an caerolia@macnews.de
Viel Spaß beim Lesen
Imani
Chris liebte es mit der Bahn fahren. Es war die perfekte Zeit ruhig zu lesen oder einfach nur der Musik zu lauschen. Immer wieder war er fasziniert, wie sehr sie ihn berührte. Seufzend strich er sich einzelne schwarze Haare aus dem Gesicht, als er seiner Lieblingsmusik lauschte. Seine schokobraunen Augen hatte er verschlossen. Dann öffnete er die Augen und griff in seine Tüte um ein Hörnchen herauszunehmen, dessen Krümel auf sein blaues T-Shirt und seine grüne Hosen mit den schwarzen Streifen fielen.
Als er es genießerisch verspeist hatte, schaute er sich um.
Niemand saß in seiner Nähe, was ihn sonst nicht weiter störte.
Der Zug hielt wieder. <Ob dieses Mal jemand zu mir kommen wird?> Er musste zugeben, dass er sich gerne mit jemanden unterhalten hatte. Das brauchte er ab und zu, auch wenn er das nie zugeben würde.
Da hörte er jemanden in seine Richtung kommen. Die Tür wurde geöffnet.
Ein Junge. Chris schätzte, dass er etwa 2 Jahre älter war, als er selbst. Sein 17.Geburtstag war vor einem paar Wochen gewesen. Der Junge hatte eine mittlere Größe genauso wie Chris.
Der Junge besaß große graue Augen mit einem leichten Blauschleier. Die hellbraunen Haare waren sehr kurz geschnitten, was ihm ein leicht freches Aussehen gab.
Neugierig beobachtete Chris, wie sich der Junge auf einen Platz schräg gegenüber setzte und dann anfing sich mit seinem MD-Player zu beschäftigen, während die Kopfhörer verloren auf seiner blauschwarzen Hose lagen, die perfekt zu seinem weißen T-Shirt passte, auf dem mit großen Buchstaben „Music is my first Love“ stand.
<Er mag also auch Musik sehr.> Chris lächelte in sich hinein, dann hatten sie also schon mal ein Gesprächsthema. <Also gut, auf in den Kampf.>
Vorsichtig näherte er sich ihm und fragte dann: „Hi, kann ich mich zu dir setzen?“
André hatte sich die ganze Zeit auf die MD’s konzentriert um auszuwählen, welche er hören wollte. Als ihn nun Chris ansprach, war er erstmal erschrocken, erkannte dann den Jungen, den er beim Hineingehen gesehen hatte und bat ihn freundlich neben sich Platz zu nehmen. Sie nannten einander ihre Namen und schon begannen sie zu quatschen. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass der Junge André hieß und erst 18 war, nur so alt wirkte. Sie kamen beide aus dem gleichen Landkreis und hatten beide das gleiche Ziel nach Berlin zu fahren um bei der Berlinale einen Anime an zu sehen. Diese Entdeckung führte zum ersten Lachanfall, dem viele folgten. Beide stellten mit Erstaunen fest, wie vieles sie doch gemeinsam hatten, ob es nun ihre Musikleidenschaft war, auf die Chris durch die Frage nach dem T-Shirt kam oder die Sucht nach Filmen und Comics besonders aus asiatischen Ländern.
So unterhielten sie sich etwa 2 Stunden ausgelassen und fröhlich. Bis sie natürlich auch auf das Thema Mädchen kamen.
„Hast du eigentlich eine Freundin?“, fragte Chris.
„Nee, nicht mehr. Sie hat mich verlassen. Irgendwie scheine ich mit Mädchen kein Glück zu haben.“
„Das tut mir leid. Aber da haben wir wieder was gemeinsam. Stell dir vor, ich hätte sogar fast geheiratet und damit einen großen Fehler begangen, wenn meine Eltern sich nicht eingemischt hätten.“
„Wirklich! DU wolltest heiraten! Aber was wäre denn daran so schlimm gewesen? Das musst du mir näher erzählen.“
„Na, gut, wenn du die Geschichte hören willst. Weißt du, ich war etwa ein Jahr mit einem Mädchen namens Megan zusammen. Megan besuchte die gleiche Schule wie ich. Meine Freunde beneideten mich alle um sie, denn sie war nicht nur intelligent, sondern auch sehr schön. Wir hatten eine Menge gemeinsam und haben uns wirklich gut verstanden. Und eines Tages machte sie mir einen Antrag.. Du kannst dir vorstellen, dass ich ziemlich überrascht war. Aber irgendetwas brachte mich dazu „ja“ zu sagen. Ich weiß bis heute nicht was, vielleicht die Art, wie sie es sagte, diese flehenden Worte. Meine Eltern waren schockiert. Mit meiner Entscheidung waren sie überhaupt nicht einverstanden. Es war das erste Mal. Sie verlangten, dass wir darüber noch mal ausführlich sprechen würden. Ich sagte ohne viel Widerrede zu, wusste ich doch, wie gut sie mich kannten und vielleicht hatte ich selbst auch Zweifel. So kamen wir alle zusammen. Megan wollte erst nicht, aber ich konnte sie überreden. Im Laufe des Abends kam alles raus. Ich werde ihn wohl nie vergessen. Ich erkannte, dass ich die ganze Zeit mir vorgemacht habe, etwas für sie zu empfinden. Megan wusste es, sie war aber so verliebt in mich, dass sie es verdrängt hatte. Sie hoffte doch noch Gefühle wecken zu können, wenn ich sie erst einmal geheiratet hätte. Meine Eltern hatten schon Ähnliches vermutet. Megan floh weinend aus dem Haus und ich zog mich in mein Zimmer zurück. Die Trostversuche meiner Eltern lehnte ich ab. Ich war total verwirrt und konnte das alles nicht glauben. Gegen Mitternacht ging ich zu Megan. Ich wollte nach ihr sehen. Nach alldem hatte ich sie doch trotzdem sehr gerne. Ich machte mir große Sorgen um sie. Ihre Mutter teilte mir mit, dass Megan mich nicht mehr sehen wollte und darum bat, dass ich sie in Ruhe lasse. Sie könne es nicht ertragen nur eine Freundin für mich zu sein. Ich befolgte ihre Bitte. Ihrer Mutter hinterließ einen Brief für sie, in dem ich Megan meine Hilfe anbot, falls sie mich braucht. Tja, und seit diesen Abend sind 4 Monate vergangen.“
Er legte eine kurze Pause ein. Noch immer hatte er diesen Schock nicht überwunden. Außerdem stellte er verwundert fest, dass trotz der kurzen Zeit es ihm vorkam, als würde er André schon sehr lange zu kennen. Das gab ihm ein merkwürdiges Gefühl. Bevor er weiter darüber nachdenken würde, fragte er André:
„Und warum hat dich deine Freundin verlassen?“ André hatte mitbekommen, wie er in Gedanken versunken war. Dann setzte er zu einer Antwort an:
„Mit deiner Geschichte kann ich wohl nicht mithalten.“, er lachte kurz. „Warum sie mich verlassen hat? Aus einem ziemlich einfachen Grund: Sie meinte, sie könne es nicht länger ertragen weiter in meiner Nähe zu sein, ohne dass ich sie lieben würde.“
„Und sie hatte recht, nicht wahr?“
„Oh ja. Amor hat es noch nicht geschafft mich zu treffen.“, meinte er lächelnd. „Irgendwie wussten unsere Freundinnen mehr über unsere Gefühle als wir selbst.
Wir sind tatsächlich Seelenverwandte. Wir haben nicht nur die gleichen Interessen, sondern auch noch die gleichen Probleme mit Mädchen“, lachte André und Chris lachte mit.
„Vielleicht sind wir ja schwul.“, meinte dann Chris etwas zögerlich. Er konnte nicht glauben, dass er das gerade gesagt hatte. Sein Herzschlag machte Überstunden. Verwundert sah ihn sein Gegenüber an. Schnell begann Chris sich für den Boden zu interessieren. Er starrte darauf, als wenn es der interessanteste Stelle der Welt wäre. <Scheiße! Scheiße! Scheiße! Wie komm ich bloß auf so eine blöde Idee? Und jetzt starre ich noch so bescheuert auf den Boden!>
„Meinst du? Hm, es wäre eine Möglichkeit. Auch wenn ich mir das nicht so vorstellen könnte.“ Chris meinte zu träumen, hatte das André wirklich gerade gesagt?“ Mit letzter Kraft schaute er wieder in André Gesicht. Er konnte keine Verärgerung in ihm sehen. Ernst schaute er ihn an, als wenn er auf etwas wartete.
„Und wie wollen wir das herausfinden?“, antwortete Chris, als wäre nichts passiert-so weit es ihm möglich war. Sein Puls normalisierte sich langsam.
„Wie wär’s mit einen Kusstest?“ Chris fluchte innerlich, als sein Herzklopfen wieder schneller wurde. „Wie bitte?“, erklang es von ihm schon fast hysterisch. <Mein Gott, reiß dich zusammen! Ganz ruhig Chris. Ganz ruhig.> Er atmetet unauffällig noch mal durch und fragte dann :
„Wie meinst du das?“ <Was für ein genialer Schauspieler ich doch bin.>
„Na, wir küssen uns. Ich weiß, es klingt ziemlich verrückt, aber ich glaube das könnte funktionieren. Falls wir irgendetwas fühlen sollten...“
„Okay, ich verstehe.“, warf Chris schnell ein, das Thema mit dem „Fühlen“ machte ihm doch etwas Angst. Doch dann erfasste ihn auf einmal eine die ganze Zeit ungewohnte Ruhe. Er fühlte, wie sein Körper und seine Gedanken langsam versuchten eine Einheit zu bilden. Ein neues Gefühl setzte sich durch. Die Neugierde packte ihn und machte ihn mutiger.
„Aber wir müssen ganz ehrlich sein? Ja? Mit Zunge oder ohne?“, lächelte Chris schelmisch.
„Also, ich mag keine halben Sachen und du?“, meinte André schmunzelnd.
„Einverstanden. Wann geht’s los?“, antwortete Chris grinsend. Er bemerkte, wie sehr er sich der beneidenswerten Coolness von André anpasste.
„Du scheinst ja ganz wild darauf zu sein. Ist das etwas, was du mir sagen willst?“ André versuchte ernst zu bleiben, aber als Chris so tat, als wenn er ihn für diesen Spruch umbringen wollte, konnte er sich nicht beherrschen. Wenige Sekunden später konnten man wieder lautes Lachen vernehmen. „Mein Gott, was machen wir hier eigentlich? Jetzt müssen wir wirklich ernst bleiben. Schließlich geht es hier um eine Sache, die unser Leben verändern könnte.“
„Du hast recht“, gab André zu. Er sah sich um und meinte dann: „Es kommt gerade niemand. Also, los!“
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Langsam näherten sich. Ab und zu kam noch ein Lächeln über ihre Lippen, doch dann wurden sie ganz ernst. Sie konzentrierten sich nur auf ihr Gegenüber, auf ihn und seine Lippen. Der Abstand wurde immer geringer. Ein leichtes Kribbeln ging durch ihre Körper. „Mensch, bin ich aufgeregt!“, dachten sie gleichzeitig. Schließlich fanden sich ihre Lippen und sie schlossen ihre Augen. Langsam wich jede Entspannung von ihnen. Kein Gefühl von Zweifel oder Unsicherheit mehr. Eine wohlige Ruhe und Ausgeglichenheit breitete sich aus.
Sanft öffnete André Chris’ Mund. Aus reinem Instinkt begannen ihre Zungen miteinander zu spielen. Erst zaghaft, dann fordernder, dann wieder sanft und liebevoll. Ihre Arme drückten sie näher an sich um nie wieder los zu lassen. Eine angenehme Wärme durchflutete ihren Lippen und bahnte sich ihren Weg durch ihre Körper. Eine neue Welt tat sich ihnen auf, die sie süchtig machte und aus der sie nie wieder weg wollten. Keine Gedanken störten sie. Nur das Gefühl unendlichen Glücks konnten sie wahrnehmen. Es fühlte sich so perfekt und gut an, das hatten sie noch nie erlebt.
Doch auf einmal fand ein Gedanke den Weg zu ihnen. Wie eine Schlange schlich er sich an, fand seinen Weg und schlug zu. Der Gedanke begann sie zu beherrschen und Panik brach aus.
Mit voller Wucht knallten sie auf den Boden der realen Welt. Sie lösten ihre Lippen voneinander und der Kälte wich die Wärme.
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André schlug als erster die Augen auf. Er brauchte eine Weile, bis er sich wieder gefangen hatte. Langsam kam die Erinnerung wieder und der Gedanke kam ihm wieder in den Sinn. Dann blickte er auf und fing an, ihn anzustarren. Chris „erwachte“ nur wenig später. Erschrocken bemerkte er André, der ihn so unheimlich anschaute. Auch er starrte nun sein Gegenüber an. Auch er dachte nur an diesen einen Gedanken. Äußerlich sahen sie wie zwei steinerne Statuen aus, die ihren Blick fest auf einander gerichtet hatten, doch innerlich tobte ein Orkan, der sie ihren Verstand rauben ließ.
Eine Stimme „rettete“ sie: „Nächste Haltestelle. Zoologischer Garten!“
Irgendwie fiel ihnen ein, das dies ihre Haltestelle zum Aussteigen war. Sie rissen ihre Augen voneinander los und tasteten nach ihren Sachen. Ohne sich noch eines Blickes zu würdigen, nahmen sie ihr Gepäck und warteten darauf, dass die Bahn hielt. Dieser Moment folgte sobald. Schnell gingen sie zur Tür und als der Mann vor ihnen ausgestiegen war, flüchteten sie geradezu aus dem Zug und trennten sich eiligst. Keiner einziges Wort fiel; kein Blick zurück.
Erst jetzt entdeckten sie, wie sie am ganzen Körper zitterten und ihr Herz so schnell schlug, dass es heraus zu springen drohte.
Beider kamen nicht weit. Sie setzten sich in das nächste Café, vergruben ihren Kopf vor Verzweiflung in ihren Händen und hofften wieder Herr über das Chaos in ihren Kopf zu werden. Eine halbe Stunde saßen sie so da. Keine Bedienung störte sie, da soviel Betrieb in den Cafés herrschte. Ab und zu schauten sich Gäste nach ihnen um, doch sie achteten nicht darauf bzw. bekamen es nicht mit.
Nach und nach schafften sie es wieder etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Sie ordneten ihre Gedanken und Gefühle, taten so, als wenn sie sie in einzelnen Schubfächern einsortierten.
Aber diese Ordnung stellte sie nicht zufrieden, denn immer wieder traten neue Fragen auf, auf die sie keine Antwort wussten, nach denen sich aber ihr Körper sehnte.
Ihr Blick fiel auf ihre Uhren. Sie zeigten 14.30 an. Sie mussten los, ihr Film würde bald beginnen. Mit großer Eile schnappten sie sich ihre Sachen und zogen los.
Am Kino angekommen landeten sie nach Zeigen der Kinokarten im Saal. André war schneller und so sah er Chris nicht, als dieser sich zu seinen Sitz gesellte.
Den ganzen Weg bis hierher hatten sie sich eingeredet, dass der Film sie ablenken würde, vielleicht sogar betäuben. Es war ihre große Hoffnung.
Der Film fing pünktlich an. Chris und André ließen sich von der Welt des Films mitreißen und berauschen. Mit einem vergaßen sie alles, was vorher war und richteten ihre Augen, ihre Gefühle, ihre Gedanken nur noch auf den Film. Glücklich darüber, dass es funktionierte, lockerten sie sich und genossen.
Etwa 2 Stunden später war der Film zu Ende und Chris und André wurde bewusst, dass sie ihr Asyl verloren hatte. Das einzige, was sie beruhigte, dass sie sich noch nicht begegnet waren, so wie sie es befürchtet hatten. Es beunruhigte sie aber, dass es noch passieren könnte.
Sie erhoben sich, senkten ihren Kopf um den jeweils anderen nicht doch noch zu sehen und stürmten in Richtung Ausgang.
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Chris verließ als erster das Kino, freudestrahlend atmete er langsam aus und seufzte. <Jetzt brauch ich nur noch den Bahnhof zu erreichen und dann werd ich ihn nie wieder sehen. Gleich habe ich es geschafft.>
Da ließ ihn eine unerwartete Stimme zusammenzucken:
„Bitte, Chris halt an. Du darfst nicht einfach davonlaufen! Wir müssen reden!“
Langsam drehte er sich um. Er spürte wie sich sein Puls beschleunigte und seine Hände zitterten. Die Ordnung war wieder dem Chaos gewichen. Aber er hatte recht, er konnte nicht so einfach davonrennen. Warum erkannte er das erst jetzt?
Ohne Worte zog André Chris mit sich, aber so sanft, dass er sich nicht wehrte.
Sie fanden schließlich eine ruhige, versteckte Ecke. Auf einer Bank setzte sich erst André, dann etwas zögerlich und mit reichlich Abstand folgte Chris. Ihre Rucksäcke stellten sie neben sich.
Eine Weile herrschte Stille. Sie konnten ihren Atem spüren, der allmählich ruhiger wurde.
Auch ihr Pulsschlag normalisierte sich nach und nach. Die ganze Zeit hatten sie auf den Boden geblickt, sich an ihm festgekrallt. Jetzt wagten sie einen Blick in das Gesicht des anderen. Chris roch den angenehmen Duft von Andrés After Shave und ließ seinen Blick über seinen Körper streifen, was ein Lächeln auf sein Gesicht zauberte und bei André für Verwirrung sorgte.
<Wie konnte ich nur glauben, dass ich ihn so einfach vergessen könnte?> Er widerstand nur schwer der Versuchung Andrés Haare zu berühren.
Endlich fasste sich dieser ein Herz und begann zu sprechen:
„Warum bist du weggelaufen?“ <Musste er gerade die Frage stellen?>
„Du hast doch das selbe getan!“, antwortete Chris etwas missgelaunt.
„Ich hab zuerst gefragt! Also...?“ André schaute ihn fest an. <Es ist ihm wirklich sehr ernst. Ob ich mir Hoffnungen machen kann?> Er sammelte sich und wandte sich dann an ihn:
„Na gut.... Du erinnerst dich sicherlich noch an das, was du gesagt, bevor... ES passiert ist.
Du weißt schon...das mit den Gefühlen.“ Er schaute André an und dieser nickte leicht.
„Weißt du, wir haben nie darüber gesprochen, was passieren würde, wenn jemand etwas fühlen würde.“ <Ja, weil ich zu feige war, ihn aussprechen zu lassen.>
André hielt kurz den Atem an. Dennoch unterbrach er ihn nicht.
Die nächsten Worte schien Chris herauszuwürgen:
„Ich...ich habe etwas gefühlt. Es war das wundervollste Gefühl, was ich je in meinen Leben erlebt hatte. Diese unglaublich angenehme Wärme...Ich war so glücklich und spürte diese Geborgenheit. Und dann war da dieser Gedanke...“ Er stockte und sah in Andrés Augen, die ihn so liebevoll anschauten. Er konnte sehen, wie sehr sie funkelten. Tränen hatten sich an den Augenrändern versammelt, bereit um sich auf ihren Weg zu machen. Er wusste um die Bedeutung und als ihn André glücklich in die Arme nahm, fühlte er sich in seiner Annahme bestätigt. Nach einer Weile lösten sie sich wieder von einander. André schauten in die leuchtenden Augen von Chris und genoss es, als dieser sanft seine Tränen wegwischte.
Zärtlich nahm André die verschwitzten Hände von Chris, küsste sie und drückte sie an sich.
„Und was ist das für ein Gedanke?“ André musste es einfach wissen.
„Das weißt du doch.“ meinte Chris lächelnd. <Warum kann ich es ihm nicht einfach sagen? Komm Chris, sei ein bisschen mutiger.>
„Ja, es ist der selbe Gedanke, den ich auch hatte.“, kam die Antwort von André. Freudestrahlend fiel ihm Chris um den Hals. „Ist das auch wirklich wahr?! Verzeih, dass ich frage, ich weiß, dass du mich niemals anlügen würdest. Ich kann es nur nicht glauben!“
„Aber warum bist du weggelaufen?“
„Kannst du das nicht denken? Vor 3 Monaten erkannte ich, wie sehr mich ein Mädchen liebte und dass ich es nicht tat. Und plötzlich beherrschte mich der Gedanke, dass ich dich liebe. Ich hatte so große Angst.“ André drückte den bebenden Chris weiter an sich. „Was würde sein, wenn du nicht mich nicht liebst bzw. lieben könntest. Ich hatte doch gesehen, wie sehr Megan darunter gelitten hatte. Außerdem war ich natürlich verwirrt. Hatte ich doch nie damit gerechnet, dass ich solche Gefühle für dich entwickeln würde. Schließlich ist es das erste Mal. dass ich mich verliebt habe. Genauso wie du konnte ich dich nur anstarren-ratlos und verwirrt. Als die Ansage kam, nutzte ich die Gelegenheit und floh. Ich wollte den Schmerz so schnell wie möglich entfliehen-von dir weg. Ich glaubte nicht daran, dass du mich auch lieben könntest. Es...“ In diesem Moment bekam André einen Lachanfall. Fassungslos sah ihn Chris an. Besänftigend strich André über dessen rechten Wange.
„Guck mich nicht so an! Ich lache nur über unsere Dummheit. Die ganze Zeit jammern wir darüber, dass die Liebe uns noch nicht begegnet wäre und kaum ist es soweit, rennen wir weg. Ich war natürlich auch sehr verwirrt über meine neuen Gefühle, die dann gerade auch noch einem Jungen gelten.
Als ich meine Augen öffnete und dich sah, wie du mich anstarrtest, verschwanden alle meine Hoffnungen. Ich weiß nicht warum. Irgendetwas an dir, in deinen Augen raubte mir jede Zuversicht, dass du meine Gefühle erwidern könntest. Die nackte Panik brach aus.
Wie du floh ich bei der nächsten Möglichkeit.
Als ich dich dann im Kino sah, änderte sich diese Einstellung schlagartig. Ich wollte es wissen, ohne diese Gewissheit hätte ich dich nicht verlassen können. Mein Gott, jetzt weiß ich warum man immer wieder sagt, dass Liebe sehr schwierig sein kann. Wir haben uns wirklich total dämlich angestellt. “, feixte Andre wieder. Chris gab ihm recht, hatte er sich doch vorgenommen nach der Sache mit Megan mehr auf seine Gefühle zu hören und ehrlich damit zu sein. Er dankte André dafür, dass er ihm nachgelaufen war und meinte lachend, dass sie sich bestimmt Jahrelang dafür gehasst hätten voneinander weggerannt zu sein ohne die Wahrheit über die Gefühle des anderen zu wissen. „Was sind wir doch für Feiglinge!“, fügte André hinzu, der sich vor Lachen den Bauch hielt.
Dann war mit einem Mal Ruhe. Sie blickten einander in die Augen und lächelten sich an.
„Ich hab dich so vermisst!“ , seufzte André und streichelte mit seiner Hand über Chris’ weiche Haare.
„Da haben wir wieder was gemeinsam.“, antwortete dieser, als er seinen Geliebten einen Kuss auf dem Mund hauchte und ihm dann wieder sein wundervolles Lächeln zu schenken.
„Wie wär’s mit einem Rendezvous? Im Kino waren wir ja schon. Ich könnte dich zu einem Eis einladen.“
„Keine schlechte Idee. Wenn du mich einladen willst. Das lass ich mir nicht entgehen.“, meinte Chris spitzbübisch.
„Hey!“, tat André verärgert.
Chris näherte sich ihm langsam und flüsterte ihm sanft die wunderschönsten drei Worte der Welt ins Ohr: „Ich liebe dich!“ <Siehste, du kannst es doch!>
Andrés Augen weiteten sich vor Glück und so antwortete er zärtlich: „Ich dich auch.“
Ihre Lippen fanden einander zu einem Kuss, der ihnen die Wärme und Geborgenheit schenkte, die sie solange vermisst hatten. Und ihren Köpfen hallte wieder dieser eine Gedanke-diese drei Worte.
(Und so schwebten sie auf Wolke Sieben äh machten sie sich Hand in Hand auf den Weg um ein Eiscafé zu finden. )