Magicans Cross KAPITEL 1

 

                             KAPITEL 1

 

 

Dunkelheit überzog die Klein-Stadt Korain und die letzten
Sonnenstrahlen erreichten den Horizont und versanken
über den Bergen, sie tauchten die Stadt in ein Rotes Licht.
Die Läden wurden langsam geschlossen und die Leute kehrten so schnell
wie möglich zu sich nach Hause zurück.
Die Stadtbewohner hatten vor irgend etwas Angst das immer in der
Nacht sein Unwesen treibt.
Diesmal würde es aber anders werden, ein Junge lief in Richtung eines
kleinen Hauses das unbewohnt war.
Es war ein kleiner Junge mit dunklen Haaren,
doch wirklich sehr schönen Augen. In ihnen
spiegelte sich die Herausforderung.
Er nahm einen Beutel mit Pulver in die Hand und sah kurz rein
bevor er ihn wieder schloss und schließlich auf den Boden warf.
Er meckerte etwas von `Zu nichts zu gebrauchen` vor sich hin und sah mürrisch
auf den glänzenden Staub, der auf dem Boden lag.
Über der Stadt sammelten sich schwarze Wolken die den noch blauen Himmel bedeckten.
Er versuchte einigermaßen seine Gedanken zu ordnen, denn es war nicht das erste Mal
das es schief ging, Charlie hatte es satt.
Er hatte es satt das Nay ihm immer wieder entkommen konnte, diesmal sollte es
anders sein.
Charlie hatte sich ein paar Tage den Kopf darüber zerbrochen und war immer noch
nicht zu einem klaren Ergebnis gekommen.
Es donnerte und Blitze erhellten den Himmel und tauchten die Stadt in eine
unheimliche Atmosphäre.
Es vergingen einige Minuten bis ein grelles Licht plötzlich auf dem großen
Marktplatz erschien. Charlie war etwas überrascht weil es nicht die Art des Erscheinens von
Nay war.
Das Licht wurde langsam schwächer und Charlie konnte blinzelnd eine Gestalt erkennen.
Es war nicht Nay, Charlie wollte sich schon nach draußen bewegen da sprang eine Gestalt vor
ihn.
Charlie schreckte mürrisch zurück.
"Geh nicht raus" sagte die Gestalt, drehte sich um und verließ das Haus.
Zurück blieb Chralie der sah säuerlich zur Seite sah.
"Dieser verfluchte Nay, er macht mich jedes Mal zum Affen"
Damit hatte Charlie nicht ganz so unrecht, da Nay ihn schon öfter gerettet hatte.
Anscheinend was er nicht so wild darauf andere ins Verderben rennen zu lassen.
Charlie drehte sich hastig um und sah wie Nay auf die Gestalt zusprang und vor ihr stehen blieb.
Es war ein wunderschönes Mädchen das sehr sexy, und auch überhaupt eine Schönheit war.
Charlie wunderte sich das Nay sich nicht irgend wie an ihr vergriff.
In seinem Alter...
Charlie sah dem Geschehen mit einem Auge zu und sah die meiste Zeit auf Nay, der nur mal kurz
den Blick zur Seite warf und gleich wieder auf das Mädchen schaute.
Der Blick des Mädchens verriet, dass sie wirklich warmherzig sein musste.
Ihre schönen seidigen Haare fielen geschmeidig über ihre Schultern, als sie mit der Hand kurz dasselbe durchfuhr.
Sie machte aber auch ein Gesicht als ob ihr alles gleichgültig wäre, denn ihre Augen
sahen traurig aus.
Eigentlich sah sie Nay ähnlich, die selben traurigen Augen und sie schien auch diese bestimmte Kälte zu besitzen.
Charlie stützte sich ungeduldig von einen Bein auf das andere.
Die Frau war plötzlich wieder verschwunden, Charlie sah mit großen Augen dem Geschehen zu.
Er beruhigte sich wieder und rannte schnellen Schrittes nach draußen zu Nay. 
Dieser bemerkte ihn gleich und drehte sich zu ihm, Charlie schaute sich Nay erst mal prüfend an
und hielt sich mit seinem Zorn zurück.
Er ging ein paar Schritte weiter zu Nay und blieb ungefähr 1 Meter vor ihm stehen.
"Wer war diese Frau?"
Nay lächelte etwas matt und ausdruckslos auf ihn runter
"Das geht dich nichts an"
Tja, und schon lief Charlie rot an und beherrschte sich nicht mehr, er schrie Nay gezielt an.
"Unser Kampf ist noch nicht beendet, LOS!!"
Doch Nay drehte sich nur um und sprang hoch.
Weg war er, Charlie zeigt mit dem Finger ins Leere und sah blöd drein.
"Nicht schon wieder..", grummelte er und ging mit langsamen Schritten im Kreis.
'Wo könnte er hin sein?', fragte er sich. Seine Stirn legte sich in leichte Falten:
"Feuer der Dunkelheit, gib mir deine Macht, ich wähle den Mirror of Flames!"
Ein kleines Portal das von stichelndem Rot umgeben war erschien. Innerhalb des Kreises
schlugen kleine Wellen aus, die aussahen wie Gelantine. Es waberte hin und her. Charlie
richtete seine Augen darauf: "Zeig mir Nay, wo hat ihn der Wind hingebracht?" Der Spiegel flimmerte, das wabern hörte auf. Das Innere wurde zu einer glatten transparenten Fläche. Man konnte nun aus der Sicht von Nay sehen... Es erschien ein undeutliches Bild das immer schärfer wurde, und schließlich sah Charlie auf seinen eigenen Kopf mit dem Portal zu Füßen. Verwirrt sah er sich um. Dann verstand er und sah nach oben. Da schwebte Nay, ausdruckslos wie immer schaute er den anderen an. Ein wütendes Gesicht blickte ihm entgegen. "DUUUUUU, du willst mich nur ärgern!!!" , schrie Charlie: "Verdammtes Schwein!" Nay hob seine rechte Augenbraue fragend an: " Wenn du meinst.", erwiderte er. "Und ob ich das meine!!!!" Nay zuckte lustlos mit den Schultern und schwebte leicht zu Seite: "Bis dann Charlie", meinte Nay, dessen Stimme nicht eine einzige Emotion verbarg. Mit diesen Worten und einem leisen 'Angelfly' verschwand er langsam und wurde kleiner je näher er dem Horizont kam.               "STOOOOOOOOPPPPPP!!!!!", schrie Charlie und rannte so schnell er konnte hinter Nay her. Seine Erfahrung und Kraft reichte noch lange nicht für einen Bewegungszauber. Völlig außer Atem und mit heftigen Seitenstichen verausgabte er sich bis zum letzten. Sein Blutdruck und Puls stieg, seine Lunge tat weh von seinem schneller werdenden Luftholen. Sein Blick trübte sich, die Landschaft vor ihm verschwamm. 'Nein', dachte er sich: 'Ich werde ihn aufholen, ich möchte mich ihm stellen! Dieser verflixte Idiot!' Er beschleunigte seinen Lauf, und als er merkte das ein Abgrund vor ihm lag, war es schon zu spät, er fiel hinab, den Klippen unter ihm entgegen. Sein Magen war flau, das er fiel bemerkte er erst Sekunden später. "AHHH!!!" Charlie schrie aus Leibeskräften, er wollte es versuchen :"Firefly!!!!!!!", brüllte er und bündelte seine gesamte Magie in diesem Spruch, und tatsächlich hielt er sich wenige Augenblicke in der Luft. Schweigend sah Charlie nach unten. Der Abgrund unter ihm mündete in einem reißenden Fluss, die Klippen an dessen Seite waren scharfkantig und gefährlich. Als er das sah, wurde ihm schwindelig, seine Konzentration verschwand, die Kontrolle über den Zauber lies nach. Er fluchte laut: "Scheiße", bevor er weiter abstürzte und durch den schnell sinkenden Luftdruck und Schwäche das Bewusstsein verlor. Kälte...unerträgliche Kälte hüllte Charlie ein. Er zitterte und fror am ganzen Leib. Wind umspielte ihn eisig. Er sah nur Schwärze. Kalt sah sie auf ihn herab. Es störte ihn, obwohl er wusste das die Dunkelheit kein Bewusstsein haben konnte, und doch fiel sie in sein eigenes ein und versperrte ihm die Gedanken. "Los Charlie, wach auf Kleiner!", hallte es durch seinen Kopf, dann eine andere weibliche Stimme :"Verlass ihn nicht!". Erneut erhielt er eine Aufforderung aufzuwachen: "Charlie, du bist nicht tot, öffne deine Augen" Er versuchte es. Seine Lider waren schwer wie Blei. Er fühlte sich leer, als hätte jemand alles aus ihm herausgesaugt. Langsam sah er wieder etwas. Sein Gesicht war ausdruckslos, wie sonst immer Nays, und in genau dessen Augen blickte er. Er sah sich etwas verstört um. Nay hatte ihn hochgehoben, und so lag er da, in den Armen dessen, den er immer übertrumpfen wollte. Der Mond schien auf sein blasses Gesicht das leicht errötete. Es war ihm peinlich wieder gerettet worden zu sein, und dann auch noch getragen zu werden. Seine bläulichen Lippen bewegten sich :"Immer veralberst du mich, lieber wäre ich abgestürzt!" Nay nahm keine Notiz davon und trug ihn weiter. Er ging, wendete nicht seinen Flugzauber an. Chralie lächelte matt: "Kannst du nicht einmal wenigstens Gefühle zeigen Nay?", fragte er. "Nein", erwiderte sein mehrfacher Retter: "Sei still Charlie, ruh dich aus!" Charlie kratzte sich am Kopf, als er die Hand zurückzog lebte Blut an ihr:" Was ist passiert?", fragte er verwirrt :"Woher stammt das?" Der andere antwortete nicht gleich :"Du bist den Abhang runter gefallen. Ich konnte dich nicht fassen, und so bist du in den Fluss gestürzt, hast dir den Kopf und einiges anderes aufgeschlagen und wärst beinahe ersoffen. Dann hab ich den Fluss erfroren und dich mit meiner Magie rausgeholt. Und jetzt sei still, du bist stark unterkühlt.", Nay sah ihn während er redete nicht ein einziges Mal an. Charlie wusste nicht was er hätte sagen können. Nach einer Weile hielt Nay an und legte Charlie auf einen Vorsprung wo besonders viel Gras zu wachsen schien. Plötzlich spürte der Feuermagier alle Wunden. Er wimmerte leise, versuchte den Schmerz zu unterdrücken, er wollte nicht so vor Nay aussehen. Ihm war kalt, die Nacht war klar, die Sterne blitzten golden am Himmel. "Fireball", er zeigte mit seinem Zeigefinger auf den Boden vor ihm, die Stelle entbrannte. Nay war still wie immer. Sein Gesicht schien im Schatten der Nacht überausdruckslos. "Ist dir nicht kalt?", fragte Charlie. "Nein", erklang die Antwort. Das war Charlie zu passiv und uninteressiert: "Sag mal, kannst du auch mal richtig reden? Oder sind deine Stimmbänder Schrott???" "Nein", erwiderte Nay. "Du treibst mich zum Wahnsinn!", maulte Charlie und sprang genervt auf. Dann merkte er, dass er zu schwach war. Seine Glieder waren steif und immer noch verkühlt. Seine Beine knickten ein, er fiel direkt in Nays Arme. "Lass mich los!!! Ich will nicht immer gerettet werden!", Charlie wollte sich aufrappelt, doch Nay lies nicht locker :"Sei nicht so töricht Kleiner! Ohne mich wärst du tot, und das gilt auch dieses Mal. Wenn du deinen Körper weiter überanstrengst muss ich dich Wohl oder Übel abhalten." "Du sorgst dich um mich?", Charlie grinste leicht. "Nein", die Antwort war kalt: "Aber krepieren lass ich dich auch nicht." Höchst unzufrieden über diese Antwort schwieg Charlie und murmelte noch ein 'ich bin nicht klein'. Ab und zu durchzuckte es seinen Körper vor Schmerz und er krallte sich mit seinen Fingern an Nays Hemd fest. Nach ein paar Minuten schlief er ein, sein Körper erschlaffte leicht, und seine flachen, regelmäßigen Atemzüge waren in der Stille der Nacht deutlich zu hören. Nay lächelte leicht. Es war mehr als selten das er lächelte...noch nie waren er und Charlie sich so Nahe gekommen, ohne das der andere kämpfen wollte. Sanft fuhr er mit seiner Hand über die dunkelgrünen Haare seines Schützlings und beschloss Wache für die Nacht zu halten. Erst als der Morgen dämmerte stützte Nay seinen Kopf auf den moosbewachsenen Felsen hinter sich. Ihm war zwar etwas zu warm, denn die Feuermagie und das Fieber Charlies heizten ihn auf, aber trotzdem schlief er selig ein. Die Sonne schien grell auf die Stelle die Nay als Lagerplatz benutzt hatte. Er öffnete beide Augen, um sie gleich wieder zu schließen. Das Licht war einfach zu hell. Er sah an sich herunter, Charlie war weg. Mit einem Satz sprang Nay hoch: "Charlie!!!! Wo bist du? "Er bekam keine Antwort. Hastig legte er den Teil seiner Rüstung an, die ihn beim Schlafen gestört hätten und suchte nach Fußspuren die Charlies sein könnten. Tatsächlich fand er nach wenigen Sekunden welche. Leise folgte er der Spur. Das Gras war dort zur Seite geknickt und die Büsche geneigt. Kleine Äste lagen auf dem Boden. Er vernahm ein leises Plätschern ganz in seiner Nähe, verbunden mit etwas lauterem Rauschen und einer Stimme. "Charlie?" , rief er und tatsächlich antwortete dieser mit leicht schwächender Stimme:" Nay?", und es kam ein: "Ja?" zurück. Nay schob das Blätterwerk der Bäume vor ihm weg und blickte auf Charlie. Dieser lag auf einem kleinen Vorsprung im Wasser und spülte seine tiefen Wunden aus. Das Wasser färbte sich an den Stellen leicht rot, bis es sich in ein Orange verfloss und der kleine Wasserfall fiel teilweise auf Charie. Dunkelgrüne Strähnen hingen ihm nass ins Gesicht als er etwas vertrottelt Nay ansah und versuchte zu grinsen. "Lass das.", sagte Nay: "Ich weiß das du Schmerzen hast, du musst nicht versuchen sie zu unterdrücken." Charlie sagte nichts, nur sein leicht gequältes Lächeln verschwand völlig, sein Gesicht verhärtete sich, die Kiefer traten etwas hervor als er die Zähne zusammenpresste und er mehr oder weniger zusammenbrach. Nay ging langsam zu ihm, hielt seine Hand helfend vor Charlies Gesicht, doch der verweigerte. "Ich kann das alleine!", knurrte er, doch es war keine Wut in seiner Stimme. Er stützte sich mit einer Hand hoch, mit der anderen hielt er ein kleinen Fetzen Stoff vor die Wunden, den er von seinem Ärmel abgerissen hatte. Charlie merkte das seine Kraft schwand, er wollte sich nicht schon wieder vor Nays Augen lächerlich machen, doch der schien das nicht so zu empfinden. Nay legte seine Arme um den Brustkorb des auf allen Vieren hockenden Charlies, hob ihn mit Leichtigkeit hoch und trug ihn zurück zum Lager. Charlie hämmerte ab und zu leicht auf Nay ein, das heißt, er versuchte es, erreichte es aber gerade Mal seine Kraft ganz zu verbrauchen. "Du bist unvorsichtig, ich habe dir gesagt das du dich nicht überanstrengen sollst, doch du tust es immer wieder, Kleiner...Nun hängst du hier wie ein nasses Bündel Leinen von meinen Armen und kannst dich kaum rühren." Charlie sah leicht schmollend zu ihm herauf. Leise, kaum hörbar flüsterte er: "Es tut mir Leid, immer musst du mir helfen...bitte, bitte lass es in Zukunft. Ich belaste dich nur!" Nay schüttelte langsam den Kopf. "Nein", sagte er: "Du hast Fieber, phantasierst du etwa? Ich hol dir etwas zu essen.", mit diesen Worten legte er Charlie ab, zog ein Seil von seinem Gürtel ab und fesselte ihn an den Händen und Füßen zusammen. "Hey, was soll DAS???", brüllte Charlie los: "Bist du verrückt? Lass mich sofort los!" Aber Nay hörte nicht auf ihn und ging los um Essbares zu suchen. "Du verflixtes Schwein, Sadist!!!!" Wie wild ruckelte der Feuermagier an seinen Fesseln, die Gelenke wurden rot und die Seile schnitten leicht in sein Fleisch, aber er löste sie kein Stück. Nun kam er sich richtig scheiße vor. Mitten auf einer kleinen hübschen Lichtung lag er da, gefesselt und verwundet, verlassen von seinem Retter, der Essen suchte. Nach einem kurzen Moment merkte er das es nichts bringen würde um Hilfe zu schreien und schloss die Augen. In seinen Gedanken stellte er sich vor was passiert wäre wenn der Flugzauber funktioniert hätte, aber richtig vorstellbar fand er es nicht. Etwas kitzelte in seinem Ohr und riss ihn aus seinen Gedanken: "Hör auf Nay, das nervt!", maunzte Charlie und zog seinen Kopf energisch weg. Er hörte ein leises Zischen und dreht sich langsam um. Ein Echsenartiges Gesicht schaute ihn aus gelben Augen an. Der lange Wurmkörper bäumte sich leicht auf. "E..ein...eine Schlaaa...Schlange....!!", bibberte Charlie und rief ein wimmerndes :"Naaaayyyyyy!?! Bitte nicht auch noch das, ich finde ich wurde genug gefoltert..." Er begann erneut zu versuchen sich loszureißen. Diesmal ignorierte er die Schmerzen. Am liebsten hätte er sich den Daumen abgebissen, wenn er doch nur freikommen könnte. ‘Ich hasse Schlangen’, dachte er. Schweißperlen liefen an seinem Gesicht herab und es war zu einer Grimasse verzogen. Ihm kam eine Idee, doch er hatte Angst davor und zerrte noch etwas weiter. Blut trat zwischen den Fesseln hervor. Die Pulsader war offen. Wenn er Pech haben würde, würde er verbluten. Aber es störte ihn in diesem Moment nicht. Zitternd vor Anstrengung und Schmerz spannte er weiter seine Muskeln und zerrte an seinen Fesseln die immer wieder einschnitten. ‘Nay, hilf mir’, dachte Charlie, doch dann überlegte er es sich anders, er war doch auch stark, oder? Er müsste es auch ohne fremde Hilfe schaffen, wenn er die Schmerzen nur so gut kontrollieren könnte wie Nay... In ihm erwachte eine gewisse Trance. Er handelte mehr geistesabwesend als er seine Idee umsetzte: "Fireball!" schrie er. Seine Hände fingen das Feuer auf und verbrutzelten so die Schlange zu einem verkohltem Etwas das im rauchendem Gras lag. Doch das war es nicht wovor Charlie Angst gehabt hatte, denn das trat Augenblicke danach ein. Er konnte nicht alles vom Fireball loswerden, da seine gefesselten Hände ihn nicht vollständig werfen konnten. Immer noch loderte es in seiner Hand, er schrie leise auf. Das Feuer wechselte auf die Fesseln und sein Hemd. Es versengte ihm die Haut, doch das Seil um seine geschundenen Handgelenke löste sich. Er zog sie mit letzter Kraft auseinander und rollte sich am Boden entlang um das Feuer auszulöschen. Dann hörte er Schritte schnell auf sich zukommen. "Charlie, was machst du denn?", hörte er, doch es drang nur an sein Ohr wie ein Echo aus ferner Zeit. Nay lief zu ihm, nahm seine eigenen Hände um den Stoff vom Feuer zu befreien. Sie färbten sich schwarz vor Ruß, doch Nay schien das nicht im Geringsten etwas auszumachen. Das helle Lodern erlosch langsam. Charlie setzte sich auf und blickte schuldbewusst zu Boden :"Siehst du, schon wieder musstest du mich retten. Es ist ja nicht zum Aushalten mit mir!", murmelte er traurig. Dann schnappte er sich Nays Hände, untersuchte sie und holte ein Salbe aus seiner Hosentasche. "Gegen Verbrennungen...", meinte er und schmierte sie auf die Handflächen Nays:" Brauch man als Feuermagier..." "Danke", erwiderte Nay als Charlie fertig war. "Dank mir nicht! Es war meine Schuld!" schrie Charlie, doch Nay schüttelte den Kopf: "Ich hätte dich nicht fesseln sollen. Aber was hast du mit der Blindschleiche da gemacht?" Sein Gegenüber schwieg. Es war ihm peinlich sie für eine Schlange gehalten und getötet zu haben. Er sah erst wieder auf als Nay sich erhob. "Wo gehst du hin?", fragte Charlie. "Ich gehe mit dir in die nächste Stadt und suche einen Arzt auf der dir helfen kann, Kleiner." sagte Nay. Der andere sprang auf:" Nein, das wirst du nicht tun! Geh du in die Stadt, aber ich werde es garantiert nicht tun. Ich möchte weder dahin noch zu einem Arzt! Mit diesen Worten ging er entschlossen in Richtung Norden, die Augen starr auf den Boden gesenkt. Diesmal würde er sich nicht befehligen lassen. Nay konnte ihn nicht zu allem zwingen. Als Charlie bemerkte das dieser ihm nicht folgte drehte er um. Nay sah ihn an. "Warum bleibst du nur dort stehen? Das nervt, geh entweder mit mir oder in eine andere Richtung!" Charlie ballte die Fäuste und musste ansehen wie Nay noch immer da stand und stehen blieb. Dann entspannte er die Hände, sah direkt freundlich aus, hob seine rechte Hand und zeigte mit dem Zeige Finger auf seine Stirn, dann dem Himmel entgegen:
BURNING ARROW!!!" Säulen aus Feuer bildeten sich um ihn, schlossen sich zusammen zu einem großen Bogen, die Sehne bestand aus einem kleinen festen Strom aus Lava der sich hinabrankte. Das alles lag nun in Charlies linker Hand. Die andere hielt er hoch in die Luft, ein Pfeil entstand und legte sich in die Hand des Magiers, Federn aus Flammen zierten sein Ende. Er packte den Pfeil und spannte den Bogen so weit er in seinem Zustand nur konnte. Sein Ziel war unverkennbar Nay. "Einmal möchte ich dir sagen was du zu tun hast. Es ist eine starke Magie...also, komm oder geh, aber bleib nicht hinter mir stehen!" "Es tut mir Leid Kleiner, ich lass mir grundsätzlich nichts mehr vorschreiben. Lass deine Magie beiseite, ich bin stärker." Charlie schüttelte beinahe entrüstet den Kopf. Sekunden vergingen. Seine Augen verengten sich, er schwitzte. Auf der einen Seite wollte er den Pfeil los lassen und Nay büßen lassen ihn wie ein Kind zu behandeln, auf der anderen Seite aber, hatte Nay ihn so oft gerettet und ihm geholfen. Sein Gewissen quälte ihn, und doch, in einem kurzen Moment wo seine Wut überwog, lies er los. Dann besinnte er sich wieder, doch es war zu spät: "Nein, halt, Arrow, kehr zurück, nicht zu Nay!!!" Er wollte hinterherlaufen aber es war zu spät.  Nay hingegen stand da, ganz ruhig. "Der Pfeil lenkt sich von selbst auf das Ziel Nay, lauf weg solange ich eine Gegenmagie zu finden versuche!" "Nicht nötig", erwiderte dieser: "Das ist zu billig um etwas gegen mich ausrichten zu können!" Charlie sah ihn kurz merkwürdig an. Der Pfeil war kurz davor Nay zu durchbohren als dieser: "Watershield" rief. Es fing mehr oder weniger an aus Nays Hand zu regnen. Die Flüssigkeit formte sich zu einem großen, flachen, rautenförmigen und azurblauen Schild. Der Pfeil schlug ein, Sekunden schienen für Charlie ewig. Als er endlich wieder sehen konnte, stand Nay da, unverletzt. Nicht mal ein Kratzer in seinem ruhigen ausdruckslosen Gesicht. Das Schild war noch da, der Pfeil steckte darin und ließ Nays Schutz leichte Wellen vor sich hin schlagen. Das Feuer erlosch langsam, doch der Schild war noch da. Als Charlie auf Nay zu ging, löste dieser den Schild auf. Das Wasser floss in die Erde, verfolgt von Charlies neugierigen Blicken. "Ist das alles was du zu bieten hast?", fragte Nay: "Dann hast du nämlich niemals eine Chance gegen mich...""Natürlich nicht!", höhnte der andere, aber in seiner Stimme war ein unsicherer Unterton, den man als eine Art Angst interpretieren konnte. Nay ging los, Richtung Westen, der nächsten Stadt entgegen, und schleifte den fassungslosen Charlie einfach hinter sich her. "Lass mich los Nay, es ist ja alles wieder in Ordnung. Siehst du, alles noch dran!" Er fuchtelte etwas mit seinen Beinen und Armen umher um zu demonstrieren das er noch lebte, aber Nay ließ sich nicht beirren. Die Wiesen erstreckten sich über das Land über das sie gingen. Ein kleines Dorf kam am Fuße eines Hügels in Sicht und Charlie fing an rückwärts den Miniberg wieder hoch zu gehen. Dann drehte er sich leise um und wollte weglaufen, doch Nay war schneller als er, sogar um einiges, und holte ihn  ein. Mit festem Griff packte er Charlies Arm und zog ihn wieder zurück. "Verloren Charlie", flüsterte Nay sanft: "Ich lass dich nicht los bis wir da sind!" Charlie schrie das es ihm gut ginge, er hatte langsam die Bemutterung satt, und wedelte als Beweis das er noch lebte wie wild mit Armen und Beinen. Nay ließ das vollkommen kalt, und auch als Charlie sich an einem Stein in die entgegengesetzte Richtung stemmte, zog Nay ihn ohne Probleme weiter dem Dorf entgegen. Als sie es betraten und Charlie noch immer rumhampelte sahen die Leute flüsternd zu ihnen. Es sah schon merkwürdig aus wie zwei junge Männer den Weg zum Hausarzt gingen, der eine bestimmt mit gleichmäßigem Schritt dem Ziel entgegen und ohne jegliche Gefühlsregung im Gesicht, und der andere maulend, schreiend und wegziehend. Doch Charlie war eben zu schwach für Nay. Hätte ihm das jemand gesagt wäre er durchgedreht und hätte ihn verprügeln wollen, auch wenn es ein Boxweltmeister oder ein hoher Zauberer gewesen wäre... Nach ein paar Minuten gelangten die beiden vor der Tür der Arzthütte an. Nay klopfte höflich und Charlie brüllte ein 'Klopfstreich!' Die Insassen der Hütte schienen das nicht gehört oder beachtet zu haben und öffneten die Tür. Von innen schien alles warm und gemütlich, ein Kamin im Wartezimmer erheizte es. Charlie blickte etwas gebannt auf die Flammen, er wollte noch immer abhauen, aber so hatte er gegen Nay keine winzigste Chance. Leise seufzte er und setzte sich auf einen der Stühle. Er hasste Ärzte, und erst recht untersucht zu werden. Noch nie wollte Charlie akzeptieren sich vor irgend jemandem auszuziehen und außerdem war er in seinem Leben schon viel zu oft in Krankenhäusern oder Ähnlichem gewesen. Die Patienten vor ihnen wurden weniger und weniger. Ein kleiner Junge saß neben ihm. Sein Auge war blau-grün und seine Lippe blutete. Die Mutter hatte ihn auf dem Schoß und tröstete so gut sie nur konnte. "Wie können die anderen nur so gemein sein und dich verhauen, oder hast du angefangen?", fragte sie sanft. Charlie erschrak und sah den Jungen an. "Weil ich anders bin tun sie das!", antwortete dieser unter Tränen, seine spitzen Ohren zuckten leicht und er sah Charlie an. Ihre Blicke trafen sich, nur für einen Augenblick, aber in diesem Moment glaubte Charlie in einen Spiegel zu schauen. Einem Spiegel der leicht verstaubt, aber immer noch existent war. Ein fremder Name würde gerufen, die Frau stand auf, den Jungen auf dem Arm genommen, und ging in den Behandlungsraum. Nun waren Nay und Charlie ganz alleine in dem Wartezimmer. Charlie raufte sich durch die Harre und wischte den kalten Schweiß mit einem Arm weg. Nervös tappte er mit seinen Füßen auf dem Boden, baumelte damit und spielte mit seinen Fingern als wenn er Klavier spielen würde. Nay sah zu ihm: "Du hast Angst", sagte er schlicht. Charlie blickte auf. Er wollte lautstark protestieren, aber dann bemerkte er das er Nay nichts vormachen konnte: "Ja", flüsterte leise. Es klang als würde er ohne seine Stimmbänder sprechen, leer, einfach nur leer. Auch wenn er sonst nie ein Gespräch begann fragte Nay warum, doch Charlie antwortete nicht und sah zur Seite. Ein langes Schweigen trat ein. Schließlich ging die des Behandlungsraumes auf. Der Junge und seine Mutter verabschiedeten sich noch bei dem Arzt und gingen. Charlie blickte ein letztes Mal auf den Jungen und lief dann langsam Nay hinterher der schon beim Arzt stand. Das laufen wurde zu einem Trotten. Er wollte das Nay ging, dann hätte er dem Arzt die Handgelenke überlassen und wäre gegangen, aber der blieb da stehen wo er war. Der Arzt reichte ihm die Hand "Guten Tag, ich bin Dr.Lembras (Herr-der-Ringe-Leser müssten das irgendwoher kennen^^), setzt dich doch." Er deutete auf eine Liege an der Wand. Ein weißes Bettlaken bespannte sie. Zögernd setzte Charlie sich. "Was hast du denn?", der Arzt lächelte freundlich. Verlegen holte der Feuermagier seine Hände hervor, sagte aber nichts, auch nicht als Dr.Lembras ihn fragte woher das denn stamme: "Das sieht ja übel aus!!! Wie ist denn das passiert? Man muss auf sich aufpassen wenn man noch so jung ist!!!!" Nun sprang Charlie auf und zerrte Nay zu sich. Stumm deutete er auf dessen Handflächen. Das beschäftigte den Doktor nun auch und er betrachtete eingehend die Hände Nays. "Also was ihr so Sachen macht!!!" Er holte etwas Verband aus einer Schublade und band es flink um Nays Hände. "War das alles bei ihm?". Nay nickte. "Danke sehr!", meinte Charlie und wollte gehen, aber er wurde zurückgehalten. "Er nicht.", Nay zog ihn zur Liege und drückte ihn herab bis Charlie wieder saß. Dr.Lembras schaute verwundert zu und zückte schließlich noch einmal das Verbandszeug, wickelte es nun auch um Charlies Handgelenke. Erneut wollte dieser aus der Tür rausmarschieren, aber diesmal musste Nay ihn nur leicht säuerlich anschauen und er ging wieder zurück... "Was denn noch?" verwirrt sah der Arzt den jungen Magier an. Er hat glaub ich noch ein bisschen mehr.", antwortete Nay. "Zieh mal bitte dein Hemd aus", sagte Dr.Lembras. Charlie wurde rot - das hatte er vermeiden wollen. Er knotete seine Rüstung langsam los und legte sie Nay in die Arme. Nun sah er an sich herab. Das Hemd war stellenweise zerrissen und getrocknetes Blut klebte hier und da. Skepsis spiegelte sich in den Augen des Doktors, so etwas hatte er selten... Auch das Hemd schmiss Charlie in Nays Richtung und stand nun da, leicht dämlich sah er aus der Wäsche, schien seinen geschundenen Körper verdecken zu wollen. Striemen aus Krusten, die, die darrunterliegenden Wunden verdeckten zogen sich quer über den Laib, Kratzer vom Sturz und blaue Flecke waren auch dabei und Narben, aber letztere waren alt, aus Tagen der Vergangenheit. "Siehst nicht gut aus", bemerkte Nay leise und Charlie antwortete mit einem giftigem: "Na vielen Dank!" Dr.Lembras schien mehr als beschäftigt, er hampelte um Charlie rum und wollte ihn gerade mit einer Kräutercreme zur Heilung der Wunden einreiben, als dieser seine Hand energisch wegschlug. "Fass mich nicht an!!!!!", schrie er, doch dann fasste er sich wieder:" Entschuldigung.", flüsterte er und ließ es über sich ergehen. Er stand am Ende da, den gesamten Oberkörper badagiert und an der Stirn ein großes Pflaster. "Seit ihr fertig?", fragte Charlie und sah die beiden gegenüber an. Der Arzt nickte:" Ich würde gerne wissen was du gemacht hast junger Freund!" Dieser blickte nach unten:" Schade das sie es nie werden...Ich gebe ihnen das Geld, wie viel muss ich bezahlen?" Nay unterbrach ihn: "Ich werde es zahlen, du wolltest ja eh nicht." Dr.Lembras jedoch schüttelte langsam den Kopf: "Ihr sollt euer Geld behalten, ich habe euch gern behandelt." Beide Magier sahen nun verwundert drein. "Wenn ihr wollt könnt ihr auch hier übernachten, ein Zuhause scheint ihr ja nicht zu haben, und um ehrlich zu sein, die Hotels hier im Dorf sind reiner Wucher." Sie gingen auf die Freundlichkeit des Arztes ein und übernachteten im Wartezimmer. Sie schliefen schnell ein denn ihre Wanderung war hart, und eine trockene Bank zum Ausruhen nur willkommen. Am nächsten morgen schien die Sonne leicht durch das Fenster, es schien ein schöner Tag zu werden. Und warm. Auf dem Tisch der in der Mitte des Raumes stand war ein kleines Tablett. Darauf stand ein Krug Milch und Brot. Außerdem lag ein Zettel bei den Dr.Lembras geschrieben hatte. Es stand nur darauf das sie gut frühstücken sollten und er ihnen ein frohen Tag wünsche falls er sie nicht mehr sähe, und das tat er auch nicht, denn Charlie und Nay brachen nach dem Essen auf. Eine Weile gingen sie Richtung Norden, einen Bach entlang der sich, je weiter sie gingen, immer weiter ausdehnte. Über Steine plätscherte er, rieb den Kies zu einer runden Form und ebnete sein Bett aus. Die Gräser am Ufer wucherten wild und wurden stellenweise von Charlie und Nay plattgetrampelt. Es gab keinen Pfad, sie gingen einfach so entlang wie es ihnen passte, das heißt, Nay ging wie er wollte, und Charlie lief als '´Schoßhündchen' hinterher. Nach einer Weile blickte Charlie dem Horizont entgegen. Die Sonne verschwand langsam hinter dem Horizont, Sterne glitzerten schon teilweise am Himmel und der Mond tauchte bleich über ihren Köpfen auf. Doch noch stand die Sonne am Himmel. Sicher, es würde nur Minuten dauern bis sie verschwinden würde. Das Rauschen des mittlerweile Flusses wurde immer lauter, Wasserwogen brachen sich an den Kanten und die ´beiden Magier beschlossen schneller zu gehen. Charlie fing an - wie immer übermütig - zu rennen...und wäre fast noch mal einen Abhang heruntergefallen, hätte Nay ihn nicht festgehalten. Charlie stammelte etwas herum und wollte Nay etwas sagen. "Ja?" erwiderte dieser und sah dem anderen tief in die Augen. "Danke..", quälte Charlie hervor und fing an einen Weg um den Abhang, der aus dem Fluss einen prächtigen Wasserfall machte, zu suchen. Natürlich fand Nay einen und sie stiegen herab. Ein See, der die Spiegelungen der roten Abendsonne wiedergab, empfing sie dort. Regenbögen zogen sich am Wasserfall hoch, strahlend durch die bunten Farben ihres Wesens. Charlie grinste glücklich. Er sah das Wasser rötlich schimmern, die kleinen Tropfen die der Wasserfall abstieß landeten auf seiner Haut und kühlten ihn. Nay sah wie immer emotionslos aus, schien aber den Platz als sicher zu betrachten: "Hier können wir übernachten.", sagte er.

Sie legten sich hin, auf das Gras in dessen Gliedern Tau der Nacht hing. Nach einer Weile schlief Nay ein, auch wenn man es nicht direkt sagen konnte, weil er wie immer kein einzigstes Geräusch machte, doch Charlie blieb noch wach. Er fühlte sich zu lebendig um sich auf' s Ohr zu legen und starrte dem inzwischen pechschwarzen Himmel entgegen. 'Glühwürmchen', dachte er: ´Alles Glühwürmchen die sich am Zelte der Nacht tummeln...und eine fette Sichel aus Gold.' Leicht lächelte er dem Mond entgegen. Eine Träne lief ihm übers Gesicht, die er sogleich abwischte. "Gute Nacht, Nay", flüsterte er und döste mit der Zeit ein.

 

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