Darf es so sein? Part 4

 

Darf es so sein?

 

Kapitel 4: Besitz

Als Jan am nächsten Morgen aufwachte, fühlte er sich sicher und geborgen wie schon lange nicht mehr. Er ließ die Augen geschlossen, kuschelte sich noch enger an Masaru, sog dessen Duft in sich auf. Endlich hatte er jemanden gefunden, dem er vertrauen konnte, Masaru hatte so lange durchgehalten, nur um sein zu Freund werden, er musste es einfach ernst mit ihm meinen. Ernst? Womit? Freundschaft? Oder was war da noch? Jan fühlte sich schon länger zu dem Jungen hingezogen, mehr als nur ein Freund. War das erlaubt? Jan wusste es nicht. Er seufzte leise. Masaru schlief immer noch. Wie hübsch er doch war. Jan sah auf den Wecker, es war schon acht Uhr vorbei, vorsichtig kroch Jan aus dem Bett, dann nahm er seine Kleidung und schlich sich ins Bad, als er wieder ins Zimmer kam, beschloss er Masaru zu wecken. Auf leisen Sohlen näherte er sich dem Bett, sehr leise setzte er sich hin und strich Masaru eine Strähne seines schulterlangen Haares aus dem Gesicht, er mochte diesen Jungen wirklich sehr. Langsam näherte er sich dem Gesicht des Jungen, er berührte Masarus Lippen mit seinen eigenen. Masaru wurde schlagartig wach, als er die Augen öffnete und Jan sah, der ihn gerade küsste, lief er erst rot an und stieß dann den anderen Jungen von sich weg.

"Was soll denn das?", fauchte er wütend.

"Nichts, ich wollte dich nur wecken.", sagte Jan leichthin.

Masaru glaubte er höre nicht recht:"Wecken! Dann schmeiß mir ein Kissen ins Gesicht oder zieh mir die Decke weg, was weiß ich, aber nicht sowas! Wir sind Freunde und kein Schwulenpärchen!" Böse glitzerte er den anderen Jungen an.

Jan zuckte nur mit den Schultern und ging hinunter in den Speisesaal.

"Guten Morgen, Vater!", begrüßte er Roland.

Dieser war darüber so erschrocken, dass ihm fast die Tasse aus der Hand gefallen wäre und schließlich stotterte er auch nur ein schnelles Guten Morgen daher.

Wortlos setzte sich Jan an seinen Platz und begann zu essen, er schmiedete gedanklich Pläne, was er alles mit Masaru anstellen würde, schließlich....er wurde in seinen schmutzigen Gedanken unterbrochen, als Masaru ins Zimmer trat, allerseits einen Schönen Tag wünschte und ebenfalls anfing zu essen. Jan sponn seine Gedanken weiter und weiter, bis er sich das vierte Brötchen schmierte und allgemeine, erstaunte Blicke erntete, er aß sonst nicht so viel, aber dennoch überlegte er krampfhaft weiter, wie die Freundschaft mit Masaru aussehen würde.

Sie hatte heute keinen Unterricht, also beschloss Masaru Jan dazu zu überreden in den Park zu gehen, dieser erklärte sich schnell einverstanden. Masaru fühlte sich irgendwie wohler, als er merkte, dass Jan nicht mehr so verschlossen war, aber die Sache mit dem Küssen ging ihm einfach nicht aus dem Kopf, aber das war sicher nur ein ziemlich dummer Scherz gewesen, hoffte er zumindest.

Schweigend spazierten sie durch den Park, die Bäume leuchteten schon in den Farben des Herbstes. Masaru fühlte immer wieder Jans Blick in seinem Rücken, aber er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Am See angekommen, ließ Jan sich einfach ins Gras fallen, Masaru setzte sich neben ihn.

"Hier habe ich dich damals beobachtet, Masaru."

"Wann und wobei?"

"Du hast am Abend deiner Ankunft versucht Steine über das Wasser zu flippen, da hab ich dich beobachtet, kannst du es denn inzwischen, denn damals hat es irgendwie nicht so richtig geklappt?"

Masaru nickte:"Ja, inzwischen weiß ich wie es geht, soll ichs dir beibringen?" Ohne eine Antwort abzuwarten, sprang er auf und rannte das Seeufer nach flachen Kieseln ab. Mit einer ganzen Hand voll kam er zu seinem Freund zurück, der inzwischen auch aufgestanden war.

Masaru zeigte ihm, wie er den Stein zu halten und zu werfen habe, damit er möglichst weit über das Wasser flog und ihm gelang es auch sofort, nur als Jan es versuchte, platschte der Stein einfach ins Wasser. Jan verzog ärgerlich das Gesicht:"Warum klappt das nicht, bei dir funktioniert es doch auf!"

Masaru musste lachen:"Es geht doch nicht alles immer grad von Anfang an, ich musste doch auch üben. Komm her ich zeig dir, wies geht."

Und dann stellte sich Masaru hinter Jan und nahm dessen Hand, zusammen warfen sie den Kieselstein und er sprang über das Wasser.

"Siehst du, ist doch ganz einfach, du bist im Handgelenk einfach noch zu unruhig....", Masaru kam nicht dazu fertig zu sprechen, Jan hatte sich ihn gekrallt und geküsst. Masaru versuchte sich loszureißen, aber Jan war einfach zu stark, rückwärts gehen konnte er auch nicht, genau hinter ihm war ein Baum. Jans Kuss wurde immer fordender, Masaru wusste nicht wie er aus dieser Lage kommen sollte, doch Jan hörte plötzlich auf und flüsterte Masaru etwas ins Ohr, das ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ:"Nur weil du mein Freund bist, darfst du nicht vergessen wer du bist, du darfst nur näher an mich ran. Aber du bist trotzdem noch mein Eigentum, du musst tun was ich von dir verlange." Er blickte Masaru lüstern an, und ließ diesen dann los, Masaru fiel wie benommen ins Gras, da saß er nun mit einem total durchgedrehten Jungen, der Freundschaft und Vertrauen mit Sklaverei verwechselte. Aber er musste tun, was er wollte, sonst würde man ihn nach Hause zurückschicken und das Geld von seinem Vater zurückverlangen.

Jan zog ihn am Arm wieder hoch und küsste ihn wieder, diesmal ließ Masaru es einfach geschehen, er wehrte sich nicht, weil er Angst vor den Folgen hatte. Jan drückte Masarus Handgelenke so fest, das es schmerzte, was wollte er denn noch? Masaru schien zu begreifen und küsste vorsichtig zurück, der Druck auf seine Gelenke verschwand, Jans Zunge bahnte sich einen Weg in Masarus Mund und spielte dort mit ihm. Nach Ewigkeiten wie es schien, ließ Jan ihn endlich los, er grinste fies über das ganze Gesicht:"So bist du wirklich brav!" Er ging ohne ein Wort einfach wieder ins Haus zurück, Masaru saß noch lange am See und fror, nur dass diese Kälte von innen kam.

Schweigend wurde zu Mittag gegessen, Jan zog sich auf sein Zimmer zurück, Masaru dagegen ging wieder in den Park, er spazierte durch den Wald bis er in dessen Mitte auf eine kleine Gartenlaube stieß, er setzte sich hinein und ließ seinen Gedanken freien Lauf. Der Wind pfiff durch die vielen Ritzen des Baus und Masaru redete sich ein, dass seine Tränen vom kalten Wind kämen. Aber es war nicht so, das wusste er nur zu gut. Warum spielte Jan nur so grausam mit ihm? Ihn fröstelte immer mehr. Er saß jetzt schon seit vier Stunden hier, bald gab es Abendessen und dann auf dem Zimmer war er Jan hilflos ausgeliefert. Er schluchzte leise. Aber er musste durchhalten, vielleicht war es nur so etwas wie eine Laune, seine Eltern vertrauten ihm. Seine Eltern? Lebten sie überhaupt noch, dachten sie überhaupt noch an ihn? Waren sie vielleicht schon tod? Er kannte auf keine Frage die Antwort. Er musste langsam zurück, sonst würde man sich noch Sorgen machen.

Beim Abendessen ging es ziemlich fröhlich zu, Rolands bester Freund, ein gewisser Sammie, war aus Amerika angereist, um Geschäfte zu erledigen, gleichzeitig aber auch um Roland zu besuchen. Die beiden geigelten beim Abendessen wie kleine Kinder, man hörte sich noch die Treppe in Jans Zimmer hoch lachen. Masaru ging hinter Jan die Treppe hinauf, Jan ging ohne Masaru zu beachten auf den Balkon. Masaru schmiss sich auf sein Bett und überlegte krampfhaft, wie er Jan nur entkommen konnte, aber es gab keine Chance. Also musste er wohl oder übel alles über sich ergehen lassen. Was war alles? Er wollte es lieber gar nicht wissen.

Jan kam herein, schloss die großen Glastüren und zog die Vorhänge zu, langsam näherte er sich Masaru, der zusammengekauert wie ein Baby auf dem Bett lag. Jan wollte diesen Jungen, der sich nicht mal wehren durfte. Verletzte er ihn damit? Nein, er gehörte ihm, er durfte keine Gefühle haben. Oder?

Jan legte sich neben Masaru auf das Bett, Masaru glaubte, dass der blonde Junge gleich über ihn herfallen würde, aber der blieb einfach neben ihm liegen und beobachtete ihn.

"Masaru?"

"Ja?", er konnte das Zittern in der Stimme nicht vollkommen unterdrücken.

"Sieh mich an, wenn ich mit dir rede", Jans Stimme klang ruhig, aber es ähnelte doch sehr einem Befehl, so wie er es aussprach. Masaru drehte sich um , so dass er Jan in die Augen sehen konnte, er hatte Angst, solche Angst.

"Brav so", Jans Gesicht näherte sich Masarus immer mehr, bis Jan Masaru wieder küsste, Masaru wich automatisch zurück, doch der andere Junge lag plötzlich auf ihm und drückte ihn in die Kissen. Jans Zunge drang in Masarus Mund. Am liebsten hätte dieser zugebissen, aber er wusste, dass Jan ihn dann schlagen würde, dafür hatte er den anderen in den letzten acht Jahren gut genug kennengelernt. Jan löste sich sehr langsam von ihm, sein Blick war gleich dem eines Betrunkenen, wie im Rausch.

Jan bückte sich wieder zu Masaru hinunter, küsste dessen Hals, knöpfte das Hemd auf und wanderte langsam auf dessen Oberkörper entlang. Masaru kam sich so hilflos vor, warum nur durfte dieser Kerl so etwas mit ihm machen? Weil er die Fäden für sein Leben in der Hand hielt!!

Jans Hand wanderte immer tiefer, in Masarus Hose hinein und fing an ihn dort zu streicheln, gegen seinen Willen reagierte sein Körper darauf. Ein leichtes Stöhnen kam aus Masarus Mund. Jan nahm das als Bestätigung und zog Masaru die Hose aus, schnell zog er sich auch noch seine Kleidung aus, bevor er über den Jungen herfiel.

Diese Nacht war für Masaru der reinste Albtraum, ab einem gewissen Punkt verfiel sein Geist in einen Zustand der Gleichgültigkeit, sollte Jan doch machen was er wollte. Irgendwann war es glücklicherweise vorbei und Jan ging rüber zu seinem Bett und legte sich schlafen, als wäre nie etwas gewesen. Masarus Augen füllten sich mit Tränen, er kam sich so benutzt vor und er würde nie etwas daran ändern können. Bald fiel er in einen unruhigen Schlaf.

So verging die Zeit, fast jede Nacht legte Jan Hand an Masaru, ohne dass dieser etwas tun konnte, selbst an Masarus Geburtstag ließ Jan ihn nicht in Ruhe. Masaru wurde nach außen hin immer gleichgültiger, aber in seinem Inneren drohte etwas zu zerbrechen.

Es war Silvester, Roland war weggefahren, um bei Freunden zu feiern. Jan hatte den ganzen Abend ferngesehen und keine Andeutung gemacht, dass er mit Masaru schlafen wollte. Masaru saß auf seinem Bett und starrte das Foto seiner Schwester an, was sie wohl gerade machte? Vielleicht könnte sie ihm ja irgendwie helfen. Sein Herz wurde schwer, seine Augenlider auch. Eine Hand an seiner Schulter rüttelte ihn wach, er blickte in Jans Gesicht, dieser konnte es nicht lassen und küsste ihn augenblicklich. Masaru wartete mehr oder weniger ab, bis Jan von ihm abließ und sagte:"Los komm mit, du Schlafmütze."

Masaru stand auf und folgte Jan, als er aber merkte, dass dieser auf den Balkon hinaus wollte, blieb er stehen. Er hatte doch immer noch Höhenangst, da konnte er nicht rauf, um keinen Preis. Jan drehte sich zu ihm um, ungeduldig fragte er:"Wo bleibst du denn? Hast du etwa Schiss?"

"Jan, ich kann da nicht drauf, ich hab Höhenangst!"

"Ich will aber, dass du hier hin gehst, sonst......", seine Stimme klang drohend, "schließlich gehörst du mir!"

Jeder Schritt kostete Masaru große Überwindung, bis er am Geländer stand, zögernd sah er in die Richtung, die ihm Jan deutete, im Nachbarort krachte ein riesiges Feuerwerk, es war wunderschön.

"Frohes Neujahr, Masaru!", sagte Jan, aber es klang mehr wie Gewohnheit, als ob er es ernst gemeint hätte.

Masaru wollte gerade antworten, als sein Blick ohne Grund plötzlich nach unten fiel, der weißverschneite Boden war so weit entfernt, ihm wurde immer schwindliger, bis er vornüber kippte und nur noch fiel, dann war seine Welt schwarz.

 

Und wieviele Leben habe ich schon auf dem Gewissen?

Wers überstanden hat, dem muss ich echt gratulieren. Ich

schreib sowas aber zum ersten Mal, was hoffentlich als

Entschuldigung akzeptiert wird.

Hat hier jemand gedacht, oh je LEMON, den musste ich ja

enttäuschen, vielleicht später mal.

Seionara

Sal

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