Endland
Ein kleiner Kiesel fiel ins seichte Wasser. Ein leichtes Platsch, und sanfte
Kreise zogen sich um die Einwurfsstelle. Missmutig warf der junge Mann einen
weiteren Stein aus seiner Hand in den Teich. Er hockte am Boden und
ignorierte die Nässe, die durch seine Hose drang. Sein halblanges, laubbraunes Haar
fiel ihm in wirren Strähnen in die Augen, aber selbst wenn er sie aus seiner
Stirn strich, sie fielen immer wieder zurück. Nachdem er auch seinen letzen
Stein verschossen hatte, warf er sich frustriert zurück und verschränkte die
Arme hinter seinem Kopf. Der Himmel war grau und voller Regenwolken. Nur
manchmal konnte man das ferne Blau des Frühlings durchblitzen sehen.
Crib versuchte nicht an seine Eltern zu denken, die wahrscheinlich schon
halb krank vor Sorgen auf ihn warteten, aber er wollet noch nicht zurück. Der
Junge, der nicht mehr als fünfzehn Sommer zählte, hielt die Achtsamkeit seiner
Eltern ein wenig für unbegründete. Sollten sie doch auf seine Schwestern Acht
geben. Jata, die erst dreizehn war und sich schon heimlich mit einem
Burschen aus dem Dorf traf. Zwar sah sie wirklich viel älter aus und wirkte auch
viel reifer als ihre sechzehnjährige Schwester, die ihr Haar noch immer zu zwei
Kinderzöpfen geflochten trug, aber Crib kannte diesen Burschen. Diesen Maron.
Der wollte seiner Schwester ja nur an die Wäsche gehen. Aber als er ihr das
ins Gesicht gesagt hatte, war sie ihm nur lachend aus dem Weg gegangen, ohne
ihm weiter zu zuhören. Crib mochte Maron wirklich nicht. Es lag sicher nicht
nur an den vielen Prügeln, die er von dem Burschen und dessen Freunden hatte
einstecken müssen, soweit er zurück denken konnte. Er mochte seine Augen
nicht, die immer gierig und neidisch auf jemanden ruhten. Und das sie es diesmal
auf seine Schwester abgesehen hatten, war alles andere als gut.
Aber als er mit Onjia darüber reden wollte, hatte ihn seine ältere Schwester
und einzige Kameradin nur ernst angesehen und die Schultern gezuckt. Sie war
schon immer der Meinung gewesen, dass jemand, der das Schicksal
herausforderte, auch vom Schicksal zu Fall gebracht werden sollte. An diesem Abend hatte
sich plötzlich wieder die Kluft aufgetan, die die zwei Geschwister
voneinander trennten. Auch wenn sie viele Gemeinsamkeiten hatten, wie das Herumtreiben
im Wald, oder das Kämpfen miteinander, sie war nun mal ein Mädchen und er
nicht. In letzter Zeit hatte sie sich auch entschieden zuviel ihrem
Erscheinungsbild gewidmet. Auch sie wollte nun endlich von den Jungs aus dem Dorf
beachtet werden. Obwohl, wie Crib fand, keiner so recht zu seiner wilden Schwester
passen zu schien. Vielleicht wollte er nur nicht wahrhaben, dass sie nun alle
erwachsen wurden. Nun vielleicht nicht alle, den Jata benahm sich manchmal
noch sehr kindisch. So wie sie ihren Schmollmund verzog, wenn sie etwas nicht
sofort bekam. Sollte sie halt Maron auf die Nerven fallen.
Als die kalte Nässe des Bodens durch seinen Mantel drang, setze sich Crib
widerwillige auf. Der Nachmittag war schon weit fortgeschritten, und die
Dämmerung senkte sich über den Wald. Er sollte jetzt wirklich nach Hause gehen,
aber er wollte im Moment keinen sehen. Also hatte er sich schon nach dem
Mittagessen tief in den Wald an seinen Lieblingsplatz zurückgezogen. Kaum jemand kam
bis zu dem kleinen ruhigen Waldsee. Und so hatte Crib seine Ruhe. Crib griff
nach dem langen Eschenstab an seiner Seite und legte ihn über seine Beine.
Der Stab war noch um ein Stück größer als er selbst. Ein zartes Muster
schlängelte sich um die glatte Oberfläche. Crib hatte ihn hier an diesem See
gefunden.
Er war an einem Nachmittag, den er unter den nahen Bäumen verbracht hatte,
eingeschlafen, und als er wieder erwachte, hatte der Stab unweit von ihm an
einem Baumstamm gelehnt. Vielleicht war das der Grund, warum er niemanden von
diesem See erzählt hatte. Selbst Onjia wollte er nichts sagen. Wer auch immer
ihm diesen Stab geschenkt hatte, dieser jemand hatte sich nie gezeigt. Zuerst
war Crib etwas erschrocken gewesen, aber es war nie jemand aufgetaucht, und
so kam Crib seit seinem zwölften Geburtstag fast täglich zu seinem See.
Leicht ließ er seine Fingerspitzen über das Muster gleiten. Er wusste nicht, was
die seltsamen Zeichen bedeuteten, aber er glaubte, das es eine Art Schrift
war, nur das er sie nicht lesen konnte. Er hatte zwar wie alle anderen Kinder in
dem kleinen Dorf Schreiben und Lesen gelernt, aber diese Schriftzeichen war
um vieles feiner und verschlungener als die, die man ihm in der Schule
beigebracht hatte. Jata hätte sicher gesagt, das dieser Stab dem Kleinen Volk
gehörte, aber Crib fand, das der Stab für Kobolde und Zwerge doch zu groß und
schwer gewesen wäre. Wer immer es ihm auch geschenkt haben mochte, er wollte ihm
sicher nichts Böses.
Als wieder kleine Regentropfen zu Boden vielen, musste sich Crib wohl oder
übel erheben. Er zögerte noch etwas, stapfte dann aber langsam los.
Er war noch nicht weit gekommen, als er plötzlich ein Geräusch hörte. Der
Regen hatte zugenommen und auch der Wind fuhr schneller durch das frische
Frühlingsgras. Zuerst glaubte Crib, sich getäuscht zu haben. Er blickte sich
sorgsam um, aber er konnte nur bleiche Schatten wahrnehmen, die genauso gut von
Baumstämmen, Blättern oder nur dem Spiel des Windes hätten stammen können. Er
hatte keine Angst, packte den Stab in seiner Hand aber etwas fester. Er
bezweifelte zwar, das er einem geübten Angreifer etwas entgegen setzen konnte, aber
so fühlte er sich sicherer. Doch alles blieb ruhig. Er dachte sich nichts
weiter und wollte einen Schritt weiter unter die Bäume tun, als sich das
Geräusch wiederholte. Und diesmal zweifelte Crib nicht daran, dass ihn jemand
gerufen hatte.
„Ja? Wer ist da?“ rief er laut. Stille.
„Junge?“ rief dann eine sanfte Stimme. Sie war schwach und leise, aber Crib
drehte sich sofort in die Richtung, in der er den Sprecher vermutete. Im
Licht eines niederkrachenden Blitzes konnte er eine in einen hellen Mantel
gekleidete Person ausmachen. Der Fremde klammerte sich an einen Baumstamm, als wäre
er zu schwach, um auf seinen eigenen Beinen zu stehen.
Obwohl Crib ein mulmiges Gefühl in der Magengegend verspürte, ging er rasch
auf die Person zu. Der Wind riss die dunklen Wolken auf, und im blassen
Abendlicht konnte Crib einen schmal gebauten Mann erkennen. Der Mantel war aus der
Nähe gesehen, alles andere als weiß. Dreckig und zerrissen lag er um die
zarten Schultern des Mannes. Doch war der Stoff von hoher Qualität, und die
darunter liegende Kleidung war alles andere als unscheinbar. Auch trug der Fremde
ein kostbares Schwert, das an der schmalen Hüfte hing.
„Wer seid ihr?“ fragte Crib nach einigem Schweigen. Der Fremde blickte ihm
tief in die dunkelgrünen Augen. Crib verunsicherte das silberne Haar des
Mannes und die durchdringenden dunklen Augen. Der Soldat betrachtete den Jungen,
der vorsichtig näher kam. In einer Hand hielt er den Stab, den der T´din ihm
vor drei Jahren geschenkt hatte. Seltsam, dass sie sich heute wiedertrafen.
„Du hast den Stab noch immer?“ meinte Vrenjan und deutete leicht auf den
Kampfstab.
„Ja, ich ...“ Der Junge sah den Fremden verdutzt an.
„Woher ...?“ Doch statt einer Antwort hörte er nur ein unterdrücktes Stöhnen
und der silberhaarige Soldat sank noch schwerer an den stützenden Baumstamm.
„Was habt ihr?“ Wieder fuhr ein Blitz über den Himmel und blendete Crib.
Doch er hatte eine dunkle Flüssigkeit sich über dem Gewandt des Fremden
ausbreiten gesehen. Blut? schoss es ihm durch den Kopf.
Vrenjan presste eine Hand auf die Wunde, die ihm der Gonj zugefügt hatte. Er
war selber Schuld. Er war unaufmerksam gewesen, als er sich voller Hast in
die Zwischenwelt versetzt hatte. Noch ehe er sein Schutzschild aufgebaut
hatte, steckte schon ein Sperr des Wächters in seiner Seite. Der Gonj hatte die
Begegnung mit dem Dunkelelf nicht überlebt, aber Vrenjan war selber nicht
sicher, ob er es schaffen würde.
„Ihr seid verletzt.“ Der Junge war, ohne das es Vrenjan bemerkt hatte, näher
gekommen und stellte sich neben den schlanken Fremdling. Crib hatte keine
Angst. Der Mann sah auch wirklich nicht zum Fürchten aus.
„In der Nähe ist eine Hütte. Wenn ihr euch auf mich stützt, werden wir es
schaffen.“ Crib legt ohne auf eine Antwort zu warten, einen Arm des Soldaten um
seine Schultern und führte den schwachen Mann tiefer in den Wald.
Seiner Stütze beraubt, lehnte sich Vrenjan schwer an den Jungen. Trotz der
Zierlichkeit seines Retters, schien es dem Jungen nichts auszumachen, dass
der Mann sich mit seinem ganzen Gewicht auf ihn stützte. Minutenlang taumelten
sie durch den Regen, der ihnen die Sicht nahm, aber die Schritte des Jungen
wirkten sicher. Vrenjan vertraute ihm und ließ sich durch die Dunkelheit
lenken.
„Wartet hier!“ flüsterte Crib und lehnte den Verletzten an einen Baumstamm.
Fröstelnd ließ sich der T´din zu Boden sinken. Er vermisste die Körperwärme
des anderen. Er versuchte die Schmerzen in seiner Seite zu unterdrücken. Er
hatte keine Kraft mehr eine Blockade gegen den Schmerz zu errichten. Vrenjan
schloss die Augen und versuchte sich an die erste Begegnung mit dem Jungen zu
erinnern.
Er streifte wie alle paar Jahre über Eternial, die Menschenwelt, und es
hatte ihn irgendwie in diese verlassene Gegend verschlagen. Das Glitzern der
Sonne auf einem blaugrünen Spiegel hatte ihn zu diesem See geführt. Doch er war
nicht der einzige, der diesen Platz entdeckt hatte. Ein kleiner schmächtiger
Junge lehnte schlafend an einem hohen Baum. Das seltsame Haar, das in allen
Herbstfarben leuchtete, fiel dem Schlafenden wild in die Stirn. Die Kleidung
war einfach und nach Art des Menschenvolks geschnitten. Vrenjan schlich näher.
Er war in den letzten Wochen kaum einer Menschenseele begegnet, aber das
mochte auch daran liegen, dass er weder den Hauptstrassen noch den anderen Wegen
folgte, und einfach quer durch den Wald lief. Der Kleine hatte
feingeschnittene Gesichtzüge, die im Schlaf elfenhaft erschienen. Vrenjan wollte ihn nicht
wecken, also verließ er die Lichtung wieder in die selbe Richtung aus der er
gekommen war. Aber seine Schritte wurden immer langsamer. Als er dann einen
gleichmäßigen, langen Eschenstab am Boden zwischen Tannennadeln und Blättern
liegen sah, stand ihm plötzlich das Bild des Jungen vor Augen, der diesen Stab
in Händen hielt. Er hatte ihn aufgehoben und einen kleinen Zauber
gesprochen. So hatten sich die feinen Schriftzüge der Elfensprache in das Holz
gebrannt. Vrenjan wusste selber, das der Junge sie niemals lesen würde können, doch
das spielte nun wirklich keine Rolle. Der Stab würde den Jungen beschützen.
Vrenjan war schnell zu dem kleinen Waldsee zurückgegangen und hatte den Stab an
einen nahen Baumstamm gelehnt. Er hatte dann aus sichere Ferne das Erwachen
des Knaben beobachtet und konnte sich das Lächeln nicht verkneifen, als der
Junge verdutzt das Geschenk in die Hände genommen hatte. Zuerst glaubte
Vrenjan nicht, das der Kleine ihn mitnehme würde, doch dieser hatte sich nur kurz
umgeblickt und war dann mit dem Stab in westliche Richtung verschwunden.
Vrenjan war ihm in sicherm Abstand bis ins Dorf gefolgt, hatte dann aber am
Waldrand inne gehalten und war weiter in den Wald gezogen.
Kurz hatte Vrenjan die Nässe und seine Verletzung vergessen können, aber nun
wurden sie ihm doppelt so schmerzhaft wieder bewusst. Plötzlich fühlte er
warme Hände auf seinen Schultern und der junge Mann zog ihn auf die Füße.
„Kommt, es ist nicht mehr weit.“ Und wirklich, schon nach wenigen Minuten
kamen sie an eine kleine Hütte. Sanfter Feuerschein drang aus einem Fenster.
Crib stieß die Türe seiner selbstgebauten Hütte auf und zog den Verletzten in
den behaglich warmen Raum. Er hatte um das Feuer zu entzünden einen seiner
kostbaren Brennsteine geopfert. Aber er hatte keine Zeit gehabt, mit Stahl und
Feuerstein herum zu hantieren. Vorsichtig führte Crib den Fremden auf einen
Stuhl zu.
„Setz euch.“ Crib legte schnell seinen durchnässten Mäntel ab und warf ihn
achtlos in die Ecke. Vrenjan war erschöpft auf dem Holzstuhl zusammengesunken.
Er zitterte. Er ließ sich ohne Widerstand den Mantel und das Schwert
abnehmen. Mit der Kleidung des Fremden ging Crib weit vorsichtiger um, als mit
seinen eigenen. Als sich Crib wieder dem Soldaten zuwandte, zog er erschrocken die
Luft ein. Die rechte Seite war blutrot. Ohne zu zögern befreite Crib den
Mann von der Jacke, dem Hemd und legte die Wunde frei. Etwas Spitzes war knapp
unter den Rippen in die Seite eingedrungen. Doch Crib war zuversichtlich. Die
Wunde lag so seitlich, dass es kaum ein lebenswichtiges Organ gestreift oder
gar durchbohrt haben konnte. Aber der Mann hatte wahrscheinlich viel Blut
verloren. Außerdem war die Haut des Verletzen kalt, und Crib machte sich Sorgen,
das der Körper schon so unterkühlt war, dass der Schock den Soldaten töten
würde. Der Fremde rührte sich nicht. Crib schluckte. Er wünschte, er hätte
seiner Mutter noch genauer zugehört, wenn sie über Krankheiten und Verletzungen
sprach.
Seine Mutter hatte an so manchen Kriegschauplätzen das Leben der Soldaten
gerettet. Sie war als junges Mädchen seinem Vater gefolgt, als dieser
eingezogen wurde. Sie hatte bei den Feldärzten gelernt, war sogar gefangen genommen
worden, hatte unzähligen Soldaten gerettet und sterben gesehen, bis sie mit
seinem Vater nach dem Friedensvertrag zwischen Calderan und Merriga hierher
gezogen war. Doch das Heilen lag ihr im Blut, und auch in diesem kleine Dorf gab
es mehr als genug für sie zu tun.
Crib biss die Zähne zusammen und hob den Fremden hoch. Das der Mann so
leicht und schlank war, machte es ihm leichter, ihn zum Bett zu bringen. Dort zog
er ihm nach kurzem Zögern die von Blut und Regen durchnässte Hose aus. Er
legte ihm die dicke Kaninchenfelldecke, die er selbst gefertigt hatte, über die
Beine. Dann wandte er sich der Wunde zu, doch diese blutete nur noch leicht.
Crib nahm die Flasche mit Paskenschnaps aus dem Regal, den er aus dem Keller
seine Vaters mitgehen hatte lassen. Er zog den Korken mit den Zähnen aus der
Flasche und nahm einen ordentliche Schluck. Der Schnaps brannte in seiner
Kehle, und er musste husten. Doch bald breitete sich eine wohlige Wärme in
seinem Magen aus und strömte durch seinen ganzen Körper. Ein leichter Schwindel
packte Crib, er vertrug wirklich keinen Alkohol. Er atmete tief durch und trat
an das Bett. Er träufelte eine große Menge der scharfen Flüssigkeit in die
Wunde, um einer Entzündung vorzubeugen. Das Gesicht des Fremden verzog sich vor
Schmerz und er schien wieder zu sich zu kommen. Er blinzelte.
Vrenjan brauchte etwas Zeit, um sich zu orientieren. Der Junge blickte ihm
besorgt ins Gesicht. Der T´din versuchte etwas zu sagen, aber Dunkelheit
senkte sich über ihn und er schlief wieder ein. Crib schluckte wieder. Dann schalt
er sich in Gedanken. Er hatte keine Zeit für Sorgen. Er beugte sich über den
Mann und öffnete die Lippen des anderen und träufelte ein paar Tropfen des
Schnapses in den Mund. Der Fremde schluckte, wachte aber nicht auf. Zaghaft
legte Crib eine Hand auf die glatte Brust des anderen. Die Haut war immer noch
eiskalt und hatte eine gräuliche Färbung angenommen. Schnell holte Crib das
wenige Verbandsmaterial, das er in der Hütte hatte und band dem Soldaten mit
einigem Aufwand die Stoffstreifen um die Mitte. Als er den Fremdling zurück
auf das Bett legte, war Crib schweißgebadet. Er deckte den Mann nun ganz mit
der weiche Decke zu und suchte seine Reservekleidung. Er schlüpfte aus seinen
feuchten Hosen. Nur in seiner Unterwäsche kam auf den schlafenden Mann zu, und
legte diesem noch einmal seine Hand auf die Brust. Trotz der Wärme, die vom
Feuer ausging und der Decke, war die Haut immer noch kalt.
„Scheiße!“ rutschte es über Cribs Lippen. Er wollte dem Mann nicht mehr vom
Schnaps geben. Aber er wusste nicht wie er ihn sonst noch wärmen sollte.
Außer ... Crib zögerte. Sollte er das wirklich tun?
Plötzlich war es ihm, als würde er die Stimme seiner Mutter hören, die ihn
anlächelte. „Um jemanden zu retten, sollte man nichts unversucht lassen.“ Crib
nickte. Er hatte gar keine Wahl. Er legte noch ein paar große Scheite auf
das Feuer und kroch dann vorsichtig neben den Fremden ins Bett. Crib legte sich
direkt auf die unverletzte Seite des Fremden und zog die Decke über seinen
Körper und den des Soldaten. Er bettete seinen Kopf an der Schulter des
Mannes. Erst später, als die Haut des anderen wärmer wurde, entspannte er sich und
schlief ein.