Silent Jungle

Autorin: Juu- san

Mail Addy: Juu-san@gmx.de



Silent Jungle




Kapitel 1 - Alex

Hilflos zog ich durch den dunklen Ozean des Waldes... Blätter und Dornen zerkratzten
mir Gesicht und Hände, doch ich lief weiter, rannte um mein Leben. Hinter mir
erscholl das brüllen der Finsternis und der Klang des Dschungel. Gehetzt und gejagt von wilden Tieren, machte ich an einem
Mahagoni Baum halt. Mir blieb
nicht viel Zeit, also ließ ich mich am Stamm nieder und atmete tief durch.
Plötzlich erscholl hinter mir ein markerschütterndes Gebrüll. Erschrocken von
dem Lärm, sprang ich auf. Vögel flogen aus der Baumkrone und aus der
Dunkelheit trat ein mordlustiger schwarzer Panther. Ich hätte ihn nicht
bemerkt, wenn mich seine Augen nicht in diesen wütenden Schein angefunkelt
hätten und ihn sein Magen nicht verraten hätte. Angsterfüllt starrte ich ihn
an und er roch meine Angst, mein Adrenalin. Es war bereits zu spät um
abzuhauen, es hätte mir auch nur wenig gebracht, denn ich war viel zu schwach
um überhaupt noch ein paar Schritte zu gehen.
Die Angst viel nun von mir ab, wie Staub aus meiner Kleidung. Langsam ließ
ich mich wieder am Stamm nieder und betete noch zu allen Göttern dieser Welt,
das ein Wunder geschehen würde. Ich schloss die Augen und wartete auf den
letzten Schmerz, den mein Körper durchzucken würde. Doch er kam nicht.
Gequält öffnete ich die Augen und schaute mich verblüfft um. Der Panther war
verschwunden und es herrschte der selbe, rege Klang des Dschungels, wie eh und je.
Verwirrt und noch etwas wackelig auf den Beinen setzte ich meinen Weg, durch das
unendliche Meer aus Blättern und Dornen fort.
Ich weiß nicht, wie lange ich gelaufen bin, denn mein Himmel bestand nur aus
undurchdringlichen Farn, Blättern und Dickicht. So konnte ich die Tageszeit
nicht feststellen, da es stets ein flimmerndes halbdunkel war. Bis ich mit
voller Wucht gegen etwas hartes lief, was sich bei näheren betrachten als eine
Mauer, herausstellte. Verdutzt umwanderte ich dieses Gebilde und stellte fest,
das es eckig war... Ein Haus? Hier in der Wildnis? Die Mauer war so sehr mit
Pflanzen überwuchert, das sie aussah, als wäre sie von der Natur erschaffen
worden. Kein Wunder, das ein Nichtswissender sich die Nase und andere
Körperteile verbeulen konnte, wenn man nichts sah, außer Grün. Immer noch
wirr im Kopf, rieb ich mir meine leicht anschwellende Nase. Ich hatte inzwischen
eine Öffnung ausfindig machen können, die einem Fenster ähnelte. Langsam und
leise, schlich ich darauf zu. Kein Laut war zu vernehmen, außer das stetige Brummen
des Dschungels. Skeptisch trat ich noch ein paar Schritte näher. Nun war kein Laut
mehr zu vernehmen. Stille, totenstille... Verwirrt, trat ich einen Schritt
zurück und da waren wieder die Töne des Urwalds... Ich wiederholte dieses
Ritual noch einige Male, bis ich kapiert hatte, das es so etwas wie eine
unsichtbarer Wall sein müsse, der das Haus, insofern es so genannt werden
durfte, umschloss. Etwas lockerer ging ich die letzten paar Schritte zu
dem Loch, das sich als erstaunlich groß herausstellte, wenn man es genauer
betrachtete.
Vorsichtig schob ich die Blätter zur Seite und starrte in vollkommene Dunkelheit.
Ich hoffte mich bald an das Dunkel zu gewöhnen, doch das tat ich nicht.
Kein einziger Lichtstrahl drang in die Hütte, obwohl es hier im Wald etwas
heller zu werden schien. Etwas verwirrt loste ich mich vom Dunkel, das
mich zu verschlucken schien. Ich drehte mich einmal im Kreis um festzustellen,
ob ich noch ich war! Gelassen drehte ich mich wieder in Richtung Hütte,
doch ich merkte das ich nicht mehr allein war! Da stand ein Junge vor mir.
Er überragte mich nicht, aber war auch nicht kleiner als ich. Seine Augen
funkelten hell-braun und sein Haar hing ihm in wilden braunen Strähnen
ins Gesicht. Er trug eine zerschlissene Hose, aber kein Hemd, sein athletischer Körper starrte vor Schmutz und Schweiß, doch trotz
des Schmutzes und der Kratzer, stand er einem gut aussehenden jungen Mann gegenüber. Dieser rührte sich keinen Zentimeter vom
Fleck und ich tat es auch nicht. Ich wusste nicht, wie lange wir uns angestrengt musterten,
doch plötzlich faste er mich am Arm und zog mich in Richtung Hütte.
Ich ließ es zu, ohne mich zu wehren, denn aus irgendeinem Grund, hatte ich
keine Angst mehr. Urplötzlich, drehte er sich zu mir um und funkelte mich 
aus seinen wunderschönen Augen an und lächelte dann, weil er wohl merkte,
das ich ihm nichts tun wollte. Hätte ich das überhaupt gekonnt, ich wusste ja gar nicht, welche Fähigkeiten der Junge hatte. Zögernd
sprach ich ihn
an, ich wusste ja nicht, ob er meine Sprache verstand.
> Verzeih mir, wenn ich frage, aber wer bist du und was tust du hier im Dschungel?< Der fremde Junge, sah mich fragend an und
sagte dann auf japanisch,
allerdings mit sehr amerikanischen Akzent.
> Sollte ich dich nicht lieber fragen, was du hier tust? Ein Japaner im Dschungel...< Belustigt lächelte er mich an und sprach
weiter.> Nun gut, ich will mal nicht so sein! Mein Name ist Alex und ich bin hier schon so lange ich denken kann!<
Er deutete auf die Hütte und sagte fröhlich.
> Dort lebe ich, ich muss wohl damals irgendwie mein Gedächtnis verloren haben.< Schaudernd blickte ich den Jungen an und
bedauerte sein schlimmes Schicksal, ich wurde aber gleich wieder aus meinen Gedanken gerissen, als er mich
etwas fragte. Verwirrt dachte ich einige Augenblicke nach, als hätte ich
den Sinn der Frage nicht verstanden und antwortete dann.> Ich... ähmm... Mein Name ist Saya, Saya Shan! Unser Flugzeug ist
abgestürzt, etwa 20 Kilometer von hier entfernt...<
Traurig senkte ich den Kopf und musste daran denken, das ich der einzige
Überlebende war. Alle waren sie in den Flammen gestorben. Tief in Gedanken
versunken, ließ ich mich an der Hüttenwand nieder. Beschwichtigend legte
Alex seinen Arm auf meine Schulter. Seufzend sackte ich zusammen, den Tränen nahe.
Mit leiser Stimme fragte Alex.
> Willst du nicht mit reinkommen? Ich könnte dir frisches Wasser und ein paar Beeren anbieten.<
Kaum merklich nickte ich und wollte mich bedanken, da war Alex schon aufgesprungen
und zog mich hoch.
> Du bist sicher hungrig, ich werde auch etwas Fleisch für dich aufs Feuer legen. Hast du irgendwelche Wunden?<
Neugierig, aber auch etwas besorgt beäugte er mich, von oben bis unten, da er aber nichts entdecken konnte schaute er mich fragend an. Ich schüttelte mit einem kleinen Lächeln den Kopf.
> Wie lange bist du denn schon hier?< Fragte ich ihn zaghaft.
> Hmm... Also ich habe mir jeden Tag notiert, es sind wohl schon 2980 Tage, also etwa 8 Jahre. Wieso fragst du?< Fragend
schaute er mich an.
> Weil ich mir gerade überlege, wie alt du wohl bist.< Sagte ich nun
etwas ruhiger. Der Junge zuckte mit den Schultern und öffnete eine Tür,
die ich nicht gesehen hatte, da sie überwuchert war mit allen möglichen
Pflanzen. Er sah wohl meinen erstaunten Blick, lächelte und sprach weiter.> Nun, da ich ja mein Gedächtnis verloren habe, weiß
ich es nicht genau, aber ich war schon groß genug um zu laufen und zu jagen...< Nachdenklich
ging er in das Dunkel. Mir fiel wieder ein, das es in der Hütte ja stock
duster war und dann noch diese seltsamen Begleiterscheinungen. Ängstlich trat ich einen Schritt zurück. Ich schaute in die Hütte
und konnte den schemenhaften Umriss Alex` ausmachen. Verdattert fragte ich ihn. > Warum ist es so duster darin und warum ist
so eine Art Stiller Schutzwall um die Hütte? Ist das Magie?<
Ich vernahm nichts weiter als ein leises lachen, das wie Vogelgezwitscher klang.
Alex trat aus der Hütte und griff nach meiner Hand. Wiederstrebend reichte
ich sie ihm und er zog mich mit einem Ruck in die Hütte. Verwirrt rieb
ich mir die Augen. Was war das? Was ist das hier? Vor mir lag ein heller Gang mit Bildern und sogar einem Teppich. Ich drehte
mich um und schaute in die tiefe Dunkelheit des Dschungels, der eigentlich hell sein sollte. Nun verstand ich gar nichts mehr und
stotterte nur noch, als ich Alex` freundlichen
Blick sah. Erschöpft und verwirrt sackte ich zusammen und wäre wohl auch ohnmächtig geworden, hätte Alex mich nicht
aufgefangen hätte und zu mir gesagt hätte.
> Junge, ich erzähle dir alles Morgen, ruh dich nun erst einmal richtig aus! < Ich
nickte kurz und Alex trug mich zu einer Tür die er öffnete. Vor uns lag
ein heller schöner Raum, mit einem einfachen Bett und einem Schrank worauf
Bilder standen, die ich aber jetzt nicht mehr erkennen konnte, da ich zu
müde war und vielen Pflanzen. Müde legte ich mich aufs Bett und schlief
fast augenblicklich ein.



Kapitel 2 - Der Panther
Ich hatte vom Dschungel, Monstern, Panthern und Alex geträumt, stellte ich am nächsten Morgen fest. Alex lag neben mir und
schlief noch. Es war noch
sehr früh, denn draußen war es noch stock finster. Leise setzte ich mich
auf, weil ich mir etwas Wasser holen wollte, das Alex offensichtlich auf
den kleinen Schrank gestellt hatte. Der Mond strahlte hier unnatürlich
hell, das ich alles sehen konnte. Müde schenkte ich etwas Wasser in einen
Holzbecher. Gierig trank ich und verschluckte mich auch prompt. Plötzlich
legte mir jemand eine kalte Hand auf die Schulter. Erschrocken sah ich
auf und traf den strahlenden Blick Alex`. Er war wohl durch meinen Lärm
aufgewacht. Ich wollte etwas sagen, doch erlegte mir einen Finger auf den
Mund und schüttelte den Kopf. Fragend sah ich ihn an und bemerkte, das
er im seichten Mondlicht noch schöner aussah. Ich nickte kurz und er zog
mich zum Fenster, ein leichter seidiger Vorhang, verbarg den Blick nach
draußen. Nur der Mond drang mit seinem schönen Licht hindurch. Alex schob
ihn zur Seite und gab den Blick auf einen malerischen Balkon frei. Überwältigt
von der Schönheit dieses Bildes, wollte ich einen Schritt weiter gehen,
doch Alex hielt mich zurück und deutete auf den Boden, neben einer
großen Blume. Dort rekelte sich ein riesiger schwarzer Panther. Ich hätte
fast geschrieen, hätte Alex mir nicht den Mund zugehalten. Erschrocken, wich ich einen weiteren Schritt zurück. Alex lies mich los
und ermahnte
mich noch einmal lautlos, Still zu sein, egal was auch immer geschehen möge. Er
schlich auf Zehenspitzen auf das Tier zu, mit einem feinen Lächeln im
Gesicht. Ängstlich zog ich die Luft zwischen meinen Zähnen ein. Was tat
er da nur? Wollte er sich etwa umbringen? Das ginge auch einfacher und
wesentlich sauberer! Alex war nun fast bei dem Tier. Vorsichtig streckte
er die Hand aus und streichelte den schwarzen Körper. Allarmiert, aber auch etwas erschrocken, blickte das Tier Alex an, dieser
Lächelte nur und setzte
sich nun auch noch auf den Boden. Ich kam bald um vor Angst,
bis der Panther seinen Kopf wieder auf seine Pfoten legte und scheinbar
wieder einschlief. Bestürzt blickte ich zu Alex, der nun wieder aufstand
und dem Tier ein letztes Mal zärtlich mit der Hand durchs Fell fuhr. Zufrieden
strahlte er mich an und schob mich zurück ins Zimmer. Er schob den Vorhang
wieder zu und ich donnerte schon wild drauf los.
> Bist du lebensmüde? Warum hat dir das Tier nichts getan? Ich hatte wirklich Angst um dich, weißt du das? Ich weiß zwar nicht
viel über dich, aber das, was du eben getan hast, kann kein normaler Mensch!<
Alex stieß wieder eines von diesen wunderbaren Lachen aus und nahm dann meine Hand.
> Ich weiß nicht, warum ich das kann, aber seid ich hier bin, kann ich das! Draußen im Dschungel greifen mich alle Tiere an, aber
hier im Haus und auch in der Umgebung sind sie sehr freundlich zu mir, ich habe keine Ahnung weshalb!< Fröhlich lächelte er
mich an.
> Wie alt bist du eigentlich?<
Es war einfach erstaunlich, wie schnell dieser Junge das Thema wechseln konnte.
Verwundert schaute ich in seine schönen hell- braunen Augen und sagte es ihm. > Ich bin 16 Jahre
alt, ich wurde am 16.12 geboren!<
Fast hätte ich aus dem angelernten Reflex gefragt "und du?" konnte es mir aber gerade im letzten Moment noch verkneifen. Alex
musste es aber trotzdem
gesehen haben, denn er senkte traurig den Blick. Ebenfalls traurig legte
ich ihm den Arm um die Schulter. Eng aneinander gekuschelt schliefen wir
beide wieder ein.


Kapitel 3 - Ein schöner Tag
Wir wachten Vormittags gleichzeitig auf und lachten uns beide glücklich
an. Wir waren froh, endlich jemanden gefunden zu haben, der für einen da war. Er hatte nun nach über 8 Jahren jemanden gefunden, der
seine Sprache konnte, ihn verstand und mit dem er über das Leben hier reden
konnte. Ich war froh, jemanden gefunden zu haben, der mir Schutz gab und
mir über die Gedanken des letzten Tages half. Anscheinend hatte Alex sich
gewaschen, denn sein Oberkörper, der noch immer nackt war, strahlte nun
in einem hellen braun. Ich sah an mir herunter und bemerkte erst jetzt,
das meine Klamotten dreckig und größtenteils zerfetzt waren. So starrten
wir uns eine Weile lautlos an.
> Willst du ein Bad nehmen? Ich kann dir zwar nur kaltes Wasser anbieten,
doch das ist meist besser als nichts!<
Amüsiert über meinen körperlichen Zustand, riss er mir den letzten Stoff
vom Oberkörper. Es war einmal ein T- Shirt gewesen, jetzt war's nur noch ein Fetzen, dreckigen Stoffes. Als er mir meine Hose auch noch wegreißen
wollte, trat ich erschrocken einen Schritt zurück und sagte amüsiert.
> Wenn du mir die zerreißt, hab ich nichts mehr zum anziehen, also bitte lass mir wenigstens mein letztes bisschen Kleidung.<
Ich versuchte arrogant zu wirken, prustete aber ein paar Augenblicke schon
drauf los. Wir verfielen in einen schlimmen Lachanfall, der sich erst wieder
legte, als wir keuchend und mit Tränen in den Augen auf den Boden sackten.
Fest umschlungen wischten wir uns die Tränen weg und sahen uns wieder lange
an. Er flüsterte irgendetwas auf amerikanisch, das sich anhörte, wie. > Du bist so schön!<
Er strich mir durch meine rot- braunen Haare, die vor Schmutz in alle Richtungen
standen. Seufzend standen wir auf und führte mich schweigend aus dem
Zimmer zu einer Tür, die am Ende des langen Flurs lag. Er öffnete sie mit
einem Stoß und vor uns lag ein wunderschöner Innenhof. In der Mitte stand
ein großer runder Brunnen, um ihn wuchsen Pflanzen, aller Arten. Eine dicke
hohe Mauer umgab den etwa 25 Quadratmeter großen Hof. Sie wurde von Efeu
und anderen Hängepflanzen bewohnt. Es war ein "Platz der Götter", anders
konnte man es einfach nicht beschreiben! Verträumt zog er mich zu dem Brunnen.
Wie sich herausstellte, floss unter ihm eine kalte Quelle, glasklaren Wassers. Voller Zufriedenheit schöpfte ich mir das kühle nass ins
Gesicht, und wusch mich, so gut es eben ging. Alex musterte mich die ganze Zeit
amüsiert oder auch interessiert, das konnte ich leider nicht feststellen,
denn er konnte seine Gedanken sehr gut verbergen, im Gegensatz zu mir...
Ich empfand seine Anwesenheit absolut nicht belästigend, ich genoss es
sogar, was mir mehr als komisch vorkam, denn das war bei mir nicht normal!
Ich hätte mich am liebsten in den Brunnen gesetzt, denn die Hitze hier,
schnürte mir buchstäblich die Kehle ab. Skeptisch sah ich den Brunnen an
und schaute dann fragend zu Alex, der anscheinend meine Gedanken lesen
konnte, und eifrig nickte. Ich zuckte mit den Schultern, entledigte mich nun auch noch meiner Hose, warf diese gleich auch in den
Brunnen und sprang dann nackt in das kühle Wasser. Glücklich tauchte ich wieder an die Oberfläche
und sah das strahlende Lächeln Alex`. Ich schaute ihn zufrieden an und
merkte, das es am Rand des Brunnens eine Stehmöglichkeit gab. Ich wusch
erst mich und machte mich dann daran, meine Hose einigermaßen sauber zu
bekommen, was mir anscheinend dann auch ganz gut gelang. Manchmal schaute
ich auf, um mich zu vergewissern, dass Alex noch da war, denn ich wollte
auf keinen Fall alleine in dieser Wildnis bleiben, auch wenn eine so dicke
Mauer darum war.
Als ich fertig war, schüttelte ich meine Hose so lange, bis sie so gut
wie trocken war und zog sie dann über. Da ich nun kein T- Shirt mehr hatte,
musste ich wohl auch wie Alex Oben ohne rumlaufen. Irgendwie war ich einfach
nur glücklich, an diesem Tag und es konnte mir keiner was anhaben. Alex zeigte
mir darauf noch die letzten paar Zimmer, unter anderem war die Hütte mit
einer kleinen Küche, insofern man das so nennen durfte, ausgestattet. In
ihr war eine kleine Feuerstelle, über der ein kleiner Topf stand, ein Steinbecken,
wo man wohl Wasser hineinfüllen konnte und ein Schrank, wo er sein Essgeschirr
aufbewahrte. Er zeigte mir auch noch seinen, wie er es nannte, Kräutergarten.
Dort wuchsen Beeren, Sträucher und essbare Wurzeln, in großen Maße. Ineinander
verschlungen, gingen wir zurück in sein Schlafzimmer. Er ließ mich los
um das Bett zu machen, ich bewegte mich auf den kleinen Schrank zu, auf
dem ich gestern die Bilder entdeckt hatte. Da standen sie auch jetzt noch,
fein säuberlich und poliert. Auf allen waren steht`s 3 Personen festgehalten. Ein kleiner
Junge, das war wohl Alex, eine gutaussehende Frau und ein großer, schlanker
Mann. Alex trat noch immer fröhlich neben mich und deutete auf ein Bild,
wo die Frau Alex hinterherlief und ihn wohl fangen wollte.
> Das da ist meine Mom< Dies sagte er, mit solcher Sicherheit, das ich verdutzt aufschaute.
Er fügte hastig hinzu.
> Schau, ihre Augen! Sie sehen aus wie meine und der Mann da.<
Er deutete auf den schlanken Mann auf einem anderen Bild.
> Das ist mein Dad, weil ich seine Statur habe!<
Glücklich
drehte er sich zu mir, legte mir wieder seinen Arm um die Schulter und
musterte noch eine Weile die Bilder. Dann drehte er sich wieder zu mir
und schaute mir einige Zeit in die dunkel-grünen Augen. Ein flüchtiges
Lächeln huschte über meine Lippen. Ich legte meinen Arm auf seine freie Schulter und so standen wir uns eine Weile gegenüber. Er
wollte etwas sagen,
doch ich erstickte seine Worte in einem schnellen zärtlichen Kuss. Verwundert
schaute er mich an, doch wenig später zog er mich zu sich heran und unsere
Lippen trafen sich. In mir schien ein Feuerwerk zu toben und auch ihm lief
eine Gänsehaut über den erhitzten Körper. Der nächste Kuss war zärtlich und lange und
wir erwiderten ihn beide. Ich hatte zuerst Angst, er würde weglaufen oder mir eine scheuern, doch das er meinen Kuss
erwiderte, war das letzte woran ich geglaubt hatte. Als wir uns von einander lösten, vielen wir uns in
die Arme. Er flüsterte mir mit fröhlicher Stimme zu.
> Wie habe ich mich nach dir gesehnt! Du bist so schön! Ich dachte schon, du hättest Angst vor mir!<
Lächelnd fragte ich.
> Wieso sollte ich Angst vor dir haben? Ich habe dich vom ersten Moment an gemocht!<
> Ja? Ich dich auch! Ich erschrak zwar, als ich dich zuerst sah, aber das legte sich, als du mich angesprochen hast!<
Er liebkoste mich noch einige Zeit und sagte dann.
> Ich muss nun gehen, ich bereite das Abendessen vor. Bleib nur hier, Jade kennt dich bereits, du kannst ruhig zu ihr gehen!<
> Jade?<
Fragte ich perplex.
Alex verließ schon den Raum und zeigte nur auf den Vorhang, der zum Balkon
führte. Ich schluckte schwer. Lag dieses Tier, dessen Name Jade war, immer noch
da draußen? Wenn ja, ließ ich mich bestimmt nicht zerfleischen, wer weiß
ob das Tier... ähmm... Jade gerade hungrig war. Schaudernd
ging ich trotzdem zu dem seidigen Vorhang und schob ihn ein Stück zur Seite.
Jade schlief, so schien es! Und die Betonung lag garantiert auf schien! Ich näherte mich, ganz vorsichtig! Jade zuckte mit den
Ohren, blieb aber ansonsten still liegen. Mit viel Überwindung, trat ich neben das Tier. Dieses hob seinen Kopf und schaute mich
aus intelligenten, glänzenden Augen an. Ganz langsam streckte ich meine Hand aus. Ich fragte mich wirklich, woher ich den
plötzlichen Mut hatte, doch anscheinend akzeptierte Jade mich, denn meine Hand war noch dran, als ich sie leicht am Kopf
streichelte. Anscheinend freundlich gesonnen, legte sie den Kopf wieder auf die Pfoten und ich ließ mich neben ihr nieder.


Kapitel 4 - Liebe
Ich ging nun fast jeden Tag zu Jade, und wir verstanden uns immer besser, so ging es mir zumindest. Alex und ich bauten ein
unerschütterliches Vertrauen zueinander auf, wir schienen uns Jahre zu kennen, als wüsten wir alles voneinander!
Es war schon längst dunkel und es herrschte Stille, außer dem stetigen Gesang der Grillen, dem Quaken der Frosche und dem
Rumoren des Dschungels. Er legte mir den Arm um die Hüfte und gab mir einen zärtlichen Kuss. Ich umschlang ihn und durchfuhr
seine Haare. Diese weichen sanften Haare, die im Mondschein glänzten. Er zeichnete meine Bauchmuskeln nach und strich über sie.
Eine Gänsehaut durchfuhr meinen Körper. Ich streichelte seinen Rücken und küsste ihn lange. Er zog mich zum Bett und ich folgte
ihm ohne Protest. Wir fielen uns in die Arme und warfen uns aufs Bett. Zärtlich bedeckte er mich mit küssen, langsam wanderte er
hinunter, bis zum Nabel. Nach Luft schnappend streifte er sich die Hose ab und auch ich versuchte, die meine loszuwerden.
Lächelnd zog Alex an meinen Hosenbeinen, er wäre fast vom Bett gefallen, als die Hose widerwillig nachgab, wenn ich ihn nicht am
Arm gehalten hätte. Lachend rollten wir auf dem Bett herum, bis er neben mir zum liegen kam. Wir musterten einander, als
unterhielten wir uns in einer fremden Sprache, die nur wir verstanden.
So sprachen wir zueinander. " Wenn du mich willst, dann nimm mich!" Sagten meine Augen. Er antwortete auch und meinte "
Liebster, wart`s nur ab, wenn ich
dich nehme, kann mich nicht mehr zurückhalten". Skeptisch beäugte ich ihn und nickte dann und er verstand mich. Seine Hand
wanderte an mir nach unten. Als er fand, was er suchte, huschte ein lächeln über seine Züge. Ich stieß ein unkontrolliertes Stöhnen
aus, küsste ihn aber gleich zur Antwort. Ich dachte mir, was er kann, kann ich schon lange und tat es ihm gleich. Wir ließen nicht
voneinander ab, bis wir zum Höhepunkt gelangten. Es war das weitaus beste, was mir je widerfahren ist. Eine Explosion von
Gefühlen breitete sich in uns aus, wie paralysiert lagen wir, engumschlungen auf dem Bett. Wir fühlten uns aufgelöst, nicht existent,
aber wissend, das der andere da war. Zärtlich streichelte ich ihn und als Gegenleistung küsste er mich lange und zart. Seine Augen
sprachen Bände und mir war wohl auch anzusehen, wies mir ging, aber ich war einfach nur glücklich, hier zu sein und zu lieben. Ich
hätte nicht gedacht, dieses Gefühl der Zuneigung jemals wieder zu empfinden, da meine Eltern kaum für mich da gewesen waren, und nun
hatte ich keinen mehr, außer Alex und das, was zwischen uns existierte...


Kapitel 5 - Paradies oder Hölle
Wir liebten uns, das war nun sicher, ich wollte für immer hier bleiben, in unserem Paradies! Eigentlich sprach nichts dagegen, nur
was würde Alex dazu sagen? Er lebte hier schon, solange er sich erinnerte und das waren jetzt schon 8 1/2 Jahre, ob er nicht einmal
weg hier wollte, aus diesem Dschungel? Weg von Jade? Nachdenklich ging ich in die Küche, um zu schauen, ob Alex dort war.

Plötzlich hörte ich einen Schrei von draußen. Ich war selten in den Dschungel gegangen, seid ich hier war, aber ich wusste, das
Alex gelegentlich jagen ging und das, da draußen. Voller Sorge rannte ich durch den Flur, auf die massive Eingangstür zu. Mit
einem Ruck riss ich sie auf und erschrak fast zu Tode. Alex stand einer riesigen Schlange gegenüber, Anakonda, wenn ich mich
nicht getäuscht hatte. Sie war ein Riese, ich schätzte sie auf etwa 9 Meter und gerade diese Anakonda wollte meinen Geliebten
verspeisen. Eilig rannte ich ins Haus zurück und holte den zweiten Jagdspeer. Als ich wieder zu Alex kam, trennte die beiden gerade
noch ein Meter. Die Schlange konnte Alex jetzt ungehindert angreifen und zum Haus konnte er auch nicht laufen, denn die Schlange
blockierte den Weg. Voller Angst um Alex rannte ich auf das Ungetüm zu. Leider bemerkte mich das Vieh früher als gedacht. Sie
schlug mit ihrem Schwanz nach mir. Ich konnte gerade echtzeitig ausweichen, da kam schon die nächste Attacke, die ich nicht so glimpflich
überstand. Ich konnte den Speer aber wenigstens noch Alex zuwerfen, ehe ich mit voller Wucht gegen einen Mahagonibaum flog.
Ich hatte wohl für kurze Zeit das Bewusstsein verloren, denn als ich die Augen wieder öffnete, blutete die Schlange aus zahlreichen
Wunden und Alex schien unbeschadet. Ich hustete heftig und merkte, das auch Blut in meinen Mund floss. Langsam erhob ich
mich und nahm einen großen Knüppel. Brüllend rannte ich auf die Schlange zu, die erschrocken den Kopf wendete und somit eine
Weile von Alex abgelenkt war, der die neue Situation auch gleich nutzte und den Speer in ein Auge der Schlange rammte. Vor
Schmerzen schlug das Tier wild um sich, ich war schon zu nahe um noch einmal umzudrehen, also sprang ich auf sie zu und schlug
dem Tier mit voller Kraft auf den Kopf. Mehr weiß ich nicht, denn irgendetwas hartes traf mich und ich verlor augenblicklich das
Bewusstsein.


Kapitel 6 - Der Fremde
Ich erwachte spät in der Nacht, Alex saß
schlafend neben dem Bett. Ich schmeckte noch den Geschmack von Blut und Dreck im Mund. Wie lange hatte ich geschlafen? Es war
Nachmittag gewesen, als die Schlange angriff. Jetzt hatten wir es wohl kurz nach Mitternacht. Also war es nicht lange her. Ich wollte
mich aufsetzen, doch das gab ich augenblicklich wieder auf, als ich merkte, welche Kopfschmerzen ich hatte. Stöhnend vor
Schmerzen hielt ich meinen Kopf.
> Du hast eine Platzwunde und wohl auch eine Gehirnerschütterung, aber darin kenn ich mich nicht so gut aus!<
Erschrocken blickte ich in Alex schöne Augen, die mich sorgenvoll musterten. Tränen stiegen mir in die Augen, teils des Schmerzes
wegen und teils, vor Freude, das es Alex gut ging. ich wollte etwas sagen, doch die Stimme versagte mir, ich brachte keinen Ton
heraus. Alex reichte mir einen Becher Wasser und ich trank vorsichtig. Ich hoffte, das mir meine Stimme nun erhalten blieb und
sprach. > Liebster, ist dir nichts zugestoßen, geht's dir gut?< Alex stieß ein überraschtes keuchen aus.
> Das sollte ich dich eher fragen, mir ist nichts passiert, aber dich hat's schlimm erwischt! Am Ende hatte das Vieh richtig Angst
vor dir und du hast es dann auch noch Ohnmächtig geschlagen, woher hattest du den Mut und diese Kraft?< Ich lächelte ihn
an. > Weißt du Menschen, die Angst haben jemanden zu verlieren, den sie lieben, werden manchmal, besonders in solchen
Situationen
mit starken Nerven und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet.<
Kraftlos schloss ich die Augen und flüsterte.
> Ich würde alles für dich tun und alles hergeben, damit dir nichts zustößt!<
Ich fühlte noch seine weichen Lippen auf den meinen, bevor ich wieder einschlief.
Als ich das zweite Mal erwachte, war Alex nicht da, erschrocken richtete ich mich auf und wollte nach ihm schauen, da hörte ich
seine feine, schöne Stimme, mit jemanden auf amerikanisch reden. Ich dachte erst, es wäre Jade, mit der er sich unterhielt, doch er
bekam auch Antworten. Verwirrt richtete ich mich auf. Trat auf die Tür zu und lauschte.
>... hier ist niemand außer mir und Jade, wirklich!<
Sagte Alex gerade gereizt. Anscheinend lief die Auseinandersetzung schon etwas länger.
> Bist du dir sicher, Kleiner? Wir haben nur 6 Leichen gefunden, aber eigentlich sollten es 7 sein. Ist dir denn jemand im
Dschungel begegnet oder hast du eine Leiche gesehen?<
Fragte der Mann skeptisch.
Alex schüttelte den Kopf und der Mann seufzte.
> Wenn du mich nicht anlügst, darf ich doch einmal in das Zimmer da schauen, oder?< Mir blieb vor Schreck das Herz stehen.
Der Mann würde hier gleich rein marschieren und Alex würde sicher etwas schlimmes
zustoßen, denn er hatte den Mann belogen. Gehetzt schaute ich mich in dem Zimmer um. Ein Bett, ein Schrank und sonst nichts?!
Keine Möglichkeit, sich zu verstecken. Ich hastete auf den kleinen Balkon und sah Jade. Langsam, wie ich es gewohnt war, drehte
sie den Kopf, musterte mich und legte ihn dann wieder auf die Pfoten. > Jade, bitte, ich muss mich irgendwo verstecken! Da
kommt ein Mann, der mich holen will, bitte zeig mir ein Versteck.< Ich dachte erst sie würde mich nicht registrieren, doch nun
drehte sie wieder ihren klugen Kopf zu mir, musterte mich kurz und
schaute dann zu der Hauswand, neben mir. Ich schaute verdutzt an die Stelle und sah auf dem Boden einen Holzdeckel. Langsam
hob ich ihn hoch und merkte, das es ein kleiner Brunnen war, gerade mal so breit, wie ich es war. Ich hörte hinter mir schon die
Tür aufkrachen und die wütende Stimme Alex` und die Argumente des Mannes. Schnell sank ich in die Öffnung, gerade in dem
Moment, als ich den Deckel schloss, trat ein großer, braungebrannter Mann auf den Balkon. Erschrocken wich er zurück, als er
den massigen Körper Jade`s entdeckte. Sie schaute ihn nur aus kalten undurchdringlichen Augen an. Der Mann überblickte einmal 
den Balkon, um sich zu vergewissern, das niemand da war. Alex` Gesicht war leicht rot angelaufen, ob nun vor Wut oder Sorge,
wusste ich nicht. Er trat neben Jade und sagte ruhig. > Nun sie sehen ja, das niemand hier ist, hätten sie jetzt vielleicht die Güte zu gehen?<
Der Mann wandte sich ab und verließ ohne ein weiteres Wort das Haus.
Alex und ich saßen am Abend zusammen auf dem Bett und er erzählte mir, das der Mann wegen mir gekommen sei, er habe nach
Überlebenden gesucht, das meinte er zumindest. Und da er nur 6 Leichen gefunden hatte, war er skeptisch geworden und hierher
gefahren, um auch den letzten zu finden.
> Und warum hast du nicht einfach gesagt, das ich hier bin?<
Fragte ich leise.
> Nun, weil ich dachte du wolltest hier bleiben, bei mir. Doch wenn ich`s ihm gesagt hätte, hätte er dich mitgenommen! Das ist
gewiss.< Ich beugte mich zu ihm und gab ihm einen zärtlichen Kuss.
> Das war klug von dir! Ich will auch immer bei dir bleiben, wenn du das willst und wenn wir das können! Ich möchte auch für
immer hier bleiben! Was denkst du darüber?<
Fragte ich unsicher.
Er lächelte mich an und meinte mit fester Stimme.
> Ich will das du hier bei mir bleibst, in unserem Paradies. Wie geht es deinem Kopf?<
Verdutzt schaute ich ihn an und mir fiel ein, das ich ja eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung hatte. Zum Glück waren die
Kopfschmerzen verschwunden. Es blieb nur ein dumpfer, leichter Schmerz zurück. Lächelnd sagte ich. > Mir geht es
dementsprechend, aber da ich dich habe, bekommen wir das sicher schnell wieder in den Griff.<
Langsam legte ich mich hin, um meinen geschändeten Schädel etwas zu entlasten. Alex deckte mich mit der Leinendecke zu und
beugte sich zu mir hinunter. Unsere Lippen berührten sich leicht und er sagte. > Liebster, ich liebe dich, mehr als mein Leben und
ich werde jeden Kratzer an dir rächen. Uns darf nichts trennen, denn wir sind
eins. Unser Band ist stramm um uns gezogen, deshalb ist unsere Liebe etwas besonderes und niemand hat das Recht es zu
zerreißen.<<
Ich streichelte sein Haar, das er sich zu einem Zopf zusammen gebunden hatte.
>Nein, Liebster, niemand hat das Recht dazu, denn auch ich liebe dich und würde auch mein Leben geben, um dich zu
schützen!<
Wir saßen noch eine Weile nebeneinander und sprachen mit der Sprache unseres Herzens.


Kapitel 7 - Das Ende ist nah
Ich war nun schon 5 Monate bei Alex und bereute keine Sekunde, ich war fast schon froh, dass das Flugzeug gerade hier
abgestürzt war. Er hatte zwar meine Eltern verloren, aber einen geliebten Menschen dazu gewonnen. Verträumt sah ich in seine
schönen Augen und er erwiderte meinen Blick ohne zu zögern. Ich wusste, das wir einander gehörten und der eine nicht ohne den
anderen Leben konnte. Es war nicht nur das körperliche Verlangen nacheinander, was und verband, nein. Es war auch die seelische
Gleichheit, das wissen, jemanden verloren zu haben, den man geliebt hat. Ich verstand ihn, auch ohne Worte und auch ihm ging es 
nicht anders. Wir würden lieber sterben, als uns zu trennen, doch dieser Moment würde auch irgendwann einmal kommen, ich spürte es. 

Es war ein kühler, aber schöner Morgen, die Vögel sangen ihr ruhiges Lied und der Wind pfiff vom Balkon in das Zimmer.
Fröstelnd kuschelten wir uns aneinander. Wie jeden Morgen, wachten wir gleichzeitig auf und blickten uns in die Augen. Ich hatte
von ihm geträumt und es war leider kein guter Traum gewesen. Trotzdem strahlte ich ihn an und gab ihm einen leidenschaftlichen
Kuss auf den Mund. Engumschlungen lagen wir da und starrten auf das Rot des Morgens. Verträumt blickte ich in die aufgehende
Sonne, die uns freundlich, so schien es, anlächelte. Ich legte meinen Kopf auf eine Brust und erzählte ihm meinen traurigen Traum.
Verdutz starrte er mich an und sagte verwirrt.
>Liebster, genau das selbe habe ich auch geträumt, nur von dir!<
Traurig schaute ich ihn an.
>Weißt du, das ist kein gutes Zeichen! Lass uns etwas mehr acht geben.<
Alex nickte und sah entgeistert in den Sonnenaufgang. Er dachte nach, das sah man, hinter seiner Stirn arbeitete es förmlich.
Plötzlich zerbarst die Tür, unter einem mörderisch harten Schlag. Ein Mann kam hehreingesprungen, gefolgt von dem Mann, der vor einien Tagen schon da war und zwei weiteren bewaffneten Männern. Erschrocken sprang Alex auf und begrub mich unter der Decke, damit man mich
nicht sah. > Was wollen sie hier, hää? Was suchen sie in meinem Haus?<
Der Mann von gestern trat nach vorne und schlug Alex mit der Faust ins Gesicht.
>Du hast mich belogen, Junge! Wo ist Saya Shan? Er muss in diesem Haus sein, man hat mir berichtet, das hier ein Junge gesehen
wurde, mit dunkel- grünen Augen. Also wo ist er?<
Ich wäre fast zusammengezuckt, als ich einen weiteren Schlag hörte. Ich war wütend, wütend auf mich und wütend auf die Männer.
Ich wusste zwar, das ich nicht aufstehen sollte, aber um Alex` weitere Schmerzen zu ersparen, nahm ich die Decke, schlang sie um
meine Hüfte und trat auf den Mann zu, der mich erstaunt musterte.
>Ich bin Saya Shan! was wollen sie von mir und was fällt ihnen eigentlich ein, Alex zu schlagen?< Ich schaute besorgt auf Alex,
dessen Nase blutete.
>Wir sind hier um dich mitzunehmen! Der Dschungel ist nichts für einen reichen Japaner, wie dich!<
Sagte der Mann trocken.
>Und was diesen Wilden hier betrifft,<
Er zeigte auf Alex und betonte das Wort "Wilden" so stark, das in mir die Wut aufstieg.
>Der hat mich belogen und sie wahrscheinlich irgendwo eingesperrt und misshandelt.< Fügte er höhnisch hinzu.
Meine Wut war kurz vorm Ausbruch, als Alex Augen fragten "Soll ich Jade holen?". Ich nickte nur und Alex lief wie von Blitz
getroffen auf den kleinen Balkon zu. Die beiden bewaffneten Männer waren zu langsam und holten ihn deshalb nicht mehr ein. Ein
paar Augenblicke später erschien Alex in der Tür. Neben ihm stand Jade. Ihre Augen musterten erst mich, dann die Männer. Sie
wirkte gelassen, aber kühl. Die Männer blickten mit aufgerissenen Augen auf den Panther. Einer versuchte sein Gewehr zu nehmen
und zu schießen, doch Jade war schneller. Mit großer elegant und Schnelligkeit, schoss sie auf ihn zu und trampelte ihn nieder.
Bewusstlos lag der Mann nun auf dem Boden und Jade knurrte verächtlich, als sie sah, wie die anderen versuchten zu fliehen oder
zu schießen. Allein der Hauptmann, ich dachte mir er wäre es, blieb neben mir stehen und betrachtete das unglaublich Schauspiel.
Er wirkte nicht im geringsten erschüttert, sondern einfach nur überrascht. Welcher Mann war nur so hart, einfach seine Männer
sterben zu sehen und sich nichts anmerken zu lasen?! Verächtlich holte ich aus und trat ihm in die Eier. Er stieß einen Schrei aus, packte
mich und trug mich weg. Ich protestierte lauthals, aber er war leider stärker als ich. Alex erschien auf einmal neben uns und wollte
mich befreien, doch der Mann zog seine Pistole und schlug Alex mit dem Schaft auf dem Kopf. Benommen sackte er in sich
zusammen. Seine Augen sagten noch ein letztes Lebewohl und ich werde auf dich warten, und dann verlor er das Bewusstsein. Ich
wehrte mich mit aller Kraft, doch der Griff des Mannes verstärkte sich nur noch! Dem Mann reichte es offenbar und er schlug
auch mir mit dem Schaft seiner Pistole hart auf den Kopf. Ich verlor sofort mein Bewusstsein, aber mein letzter Gedanke galt
Alex...



~Ende~

So, das war der erste Teil von Silent Jungle, wenn ich noch einen schreiben soll, müsst ihrs mir mailen, oder sagen, denn ich habe extra dafür ein offenes Ende gelassen.

Eure Juu- san^^

You must set the /tmp/ad_network_ads.txt file to be writable (check file name as well).