Titel: Ranma und die Sache mit dem Kuss
Teil 3.
Autor: Tenshi
E-Mail: Tenshi31Lili@hotmail.com
(oder J.Sacher@t-online.de)
Disclaimer: Ranma gehört Rumiko Takahashi, ich
verdiene nichts daran usw.
Rating: sap, com
Warnung: keine
Pearing: Ranma /Mikado (?)
& Ryoga/Akane
(das musste sein - ich finde die beiden
passen einfach so gut zusammen. Außerdem ist Ryoga
mein Lieblings-Chara, deshalb widme ich ihm
ein Teil meiner Story ^ - ~ )
Info: Ranma im Gefühlschaos - Akane lüftet ein
Geheimnis - Ryogas trifft eine Entscheidung -
Und was führt Mikado im Schilde?
Die Story knüpft an die Geschehnisse in Heft 3 & 4
der deutschen Bände von Ranma 1/2.
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Teil 3
Die Abenddämmerung warf lange Schatten auf die Straßen,
als Ranma, mit einem ziemlich flauem Gefühl in der
Magengegend, das City-Teehaus in der Innenstadt erreichte.
Irgendetwas stimmt hier nicht, bemerkte er sogleich.
Nachdenklich blieb er vor der Tür des bei den jungen Leuten
sehr beliebten und immer gut besuchten Lokals stehen.
Das war es - Kombinierte er sofort. Normalerweise müsste
es von Menschen hier nur so wimmeln, aber Ranma
war die einzigste Person, die vor dem Laden stand.
Das Teehaus war scheinbar geschlossen - sehr seltsam.
Gerade wollte Ranma einen Blick durch das große
Schaufenster, das sich direkt neben der Tür befand, werfen,
als die Tür plötzlich aufging und Mikado vor ihm stand. Ranma
zuckte unwillkürlich zusammen und machte dabei nicht
gerade eine gute Figur.
"Du bist tatsächlich gekommen",
sagte Mikado und schien darüber sehr überrascht zu sein. Aber
dann breitete sich ein geheimnisvolles Lächeln auf seinem
Gesicht aus.
"Komm doch herein"
bat er das Mädchen, das ihn so erschrocken ansah und
machte eine einladende Geste.
Zögernd ging Ranma an dem Jungen vorbei ins Innere des
Lokals. Ein Kurzer Blick bestätigte seine Vermutung,
das City-Teehaus war tatsächlich geschlossen.
Außer ihnen war keine Menschenseele darin zu sehen.
Der Junge schloss die Tür hinter ihnen und führte Ranma
an einen hübsch gedeckten Tisch, der in einem abgelegenen
Zimmerchen des Ladenlokals stand.
"Warum sind denn keine Gäste da?",
fragte Ranma vorsichtig. Das flaue Gefühl in seinem Magen
hatte sich mittlerweile in richtige Magenschmerzen verwandelt.
"Ach, heute ist Ruhetag. Das City-Teehaus macht erst morgen
früh wieder auf",
antwortete Mikado so beiläufig wie möglich und fixierte Ranma
mit seinen Blicken.
"Und wie kommt es dann, dass WIR hier drin sind?"
Ranmas Nervosität ließ seine weibliche Stimme noch schriller
klingen. Der andere Junge lächelte verschmitzt.
"Der Laden gehört meinem Onkel. Ich habe mir den Schlüssel
von ihm...ähm...geliehen"
Mikado machte eine Handbewegung, die zeigen sollte, dass er
den Schlüssel stibitzt hatte.
Diese Information wirkte nicht gerade beruhigend auf Ranma.
"Setz dich doch",
bat Mikado,
"Ich hol uns etwas Tee"
fuhr er fort und verschwand in der Küche.
Oh je, dachte Ranma, auf was hab ich mich da eingelassen?
Dieses Treffen war schon längst zu einem Date
ausgeartet. Er blickte sich in dem kleinen Zimmer um.
Das sanfte Licht der Lampe und eine Menge bunte Kissen
auf dem Boden bewirkten eine gemütliche Atmosfäre im
Raum.
Mikado hatte, wie es aussah, keine Mühe
gescheut den Abend so romantisch wie möglich zu gestalten,
spielte außerdem noch den perfekten Gastgeber und -
trotzdem hatte Ranma das eigenartige Gefühl, das
irgendetwas mit diesem Junge nicht stimmte.
Aber schlimmer noch war Ranmas erschreckende Erkenntnis,
dass er anfing sich auf den Abend mit Mikado zu freuen.
Warum fand er Mikado nur so anziehend? Er ließ einen
tiefen Seufzer hören.
Fest entschlossen nahm Ranma sich vor, dem allen
ein schnelles Ende zu machen und Mikado seine wahre
Identität zu verraten - sobald er aus der Küche zurück kam.
*
"Akane?"
fing Ryoga an und rutschte unruhig auf seinem Kissen hin
und her. Akane und er saßen immer noch am Esstisch.
Mittlerweile hatte das Mädchen sich ebenfalls etwas zu
Essen aus der Küche geholt und leistete ihrem >Gast<
noch etwas Gesellschaft.
"Ja?"
Die jüngste Tochter von Soun Tendo lächelte ihr Gegenüber
freundlich an. Sie hatte bemerkt, dass Ryoga irgendetwas
auf dem Herzen haben musste. So nervös und unruhig wie
heute hatte sie ihn noch nie erlebt.
Ryoga suchte nach Worten, auf seiner Stirn bildeten
sich kleine Schweißperlen. Er starb tausend Tode bevor er
zu reden begann.
"Akane. Ich...ich...Ähm...was würdest du sagen wenn ich..."
Verdammt, warum war es nur so furchtbar schwer diese
drei Worte zu sagen? Er wisch Akanes fragenden Blicken aus
und schluckte schwer.
Jetzt oder nie - jetzt oder nie, dachte der Junge angestrengt.
Plötzlich sprang er auf, packte das überraschte Mädchen an
den Händen und rief,
"Ich liebe dich, Akane! Du bist ein so wunderschöne, starkes,
selbstbewusstes Mädchen und das bewundere ich so an dir.
Vergiss Ranma, der läuft zur Zeit eh lieber als Mädchen rum."
Akane ließ die Essstäbchen fallen, die sie
gerade an den Mund führen wollte und erstarrte.
Ryoga verließ der Mut, so schnell wie er Akanes Hände gepackt
hatte, ließ er sie wieder los, rannte wie von der Tarantel gestochen
aus der offenen stehenden Terrassentür und verschwand
im abendlichen Dunkel.
In diesem Augenblick betrat Ranmas Vater das Zimmer.
Wieder mal in der Form des dicken Pandas, in den
er sich sichtlich gerne und oft verwandelte. Im Gegensatz
zu seinem Sohn hatte er offensichtlich kein Problem
damit, dass er, ebenfalls durch den Sturz in eine verwunschne Quelle,
auf gleiche Art wie Ranma zu diesem großen Pelztier wurde.
Er erblickte Akane, die wie vom Blitz getroffen dasaß und mit
weit aufgerissenen Augen zur offenen Verandatür starrte.
Er trottete zu ihr an den Tisch und winkte ihr zum Gruß zu.
Als jedoch keine Reaktion von dem Mädchen kam, wedelte
er mit seiner riesigen Pranke vor Akanes Gesicht hin und her.
Es kam immer noch keine Reaktion von ihrer Seite.
Er kratzte sich nachdenklich seinen fellbedeckten Kopf,
dann zauberte er ein Schild hervor.
>Was ist los Kind - Hast du ein Geist gesehen?<
stand darauf.
Nun erschienen auch noch Kasumi und Nabiki, laut schwatzend,
im Esszimmer. Sie brachen ihr Gespräch ab und schauten
überrascht zu, wie der Panda mit prüfenden Blicken um das
erstarrte Mädchen herum ging und sich dann wieder in voller
Größe vor ihr aufbaute. Nur um festzustellen, dass immer noch
keine Regung von ihr kam.
"Ich habe den Eindruck Akane ist heute Abend etwas
angespannt"
bemerkte Kasumi mit ausdrucksloser Miene.
"Findest du?"
erwiderte ihre Schwester genauso teilnahmslos, konnte sich
aber nur schwer ein kichern verkneifen.
Währenddessen schüttelte Genma Saotome ratlos seinen
Pandakopf.
Plötzlich kam wieder leben in Akane. Sie
schaute den Panda an, dann wieder zur offen Verandatür...
Mit einem Satz prang sie auf.
"Ryoga, warte",
rief sie aus und rannte, ungeachtet der verblüfften Gesichter
der Anwesenden, nach draußen.
"Manchmal glaube ich in diesem Haus leben nur Spinner"
bemerkte Kasumi trocken.
"Meinst du nicht auch?"
fuhr sie zu ihrer Schwester gewand fort.
"Frag mich nicht"
erwiderte Nabiki genervt und gesellte sich zu dem Panda,
der mit einem lauten Seufzer auf einem der Kissen am
Esstisch plumpste.
>Teenager!!<
Kommentierte er auf einem weiteren Schild.
*
Eine dampfende Kanne in der rechten und ein volles Tablett
in der linken Hand balancierend, kam Mikado kurze Zeit später
aus der Küche zurück an den Tisch.
Er stellte das Tablett ab, auf dem sich allerlei Leckereien und zwei
Teetassen befand.
Zögernd nahm Ranma die Tasse entgegen die der Junge
ihm reichte. Er blickte in das freundlich lächelnde Gesicht seines
Gegenübers, sein Innerstes kämpfte dagegen an, sein Vorhaben
einfach über Bord zu werfen und den Abend als Ranma-chan
mit Mikado zu genießen.
Die Vernunft siegte, er musste nur den passenden Moment abwarten.
Mikado hockte sich direkt neben Ranma, ergriff den Teekessel,
setzte ihn jedoch gleich wieder ab und sprach, wieder mit diesem
seltsamen Unterton,
"Weißt du, dass du das erste Mädchen bist, bei dem ich etwas
empfunden habe, als ich es küsste?"
Ranma machte große Augen und wurde prompt rot.
"J-Ja?"
brachte er nur hervor und verfluchte sich innerlich dafür.
"Du weißt sicher auch, dass es nicht gerade wenig waren, die
das Vergnügen hatten einen Kuss von mir zu bekommen?"
Er grinste breit.
Angeber, dachte Ranma, denkst du es ist ein Vergnügen
einfach ungefragt geküsst zu werden.
Antwortete jedoch nur mit einem Nicken und fragte sich worauf
der Junge eigentlich hinaus wollte.
"Wie gesagt, bei dir war das anderes und deshalb
gewähre mir bitte einen zweiten Kuss"
fuhr Mikado fort und rückte dabei noch ein wenig näher
an Ranmas Seite.
Ranmas Herz fing an zu rasen. Oh Gott, der Junge ist verliebt
in mich, schoss es ihm durch den Kopf. Jetzt war es wirklich
höchste Zeit dem allen ein Ende zu machen und dann die Flucht zu
ergreifen. Doch obwohl Ranma sich dessen bewusst war, brachte er
keinen Ton hervor. Er schaute Mikado nur schüchtern an
und wieder war es keines seiner aufgesetzten >unschuldiges
Mädchen< Mienen, die er als Ranma-chan so gut drauf hatte,
die Reaktion war echt.
Und ehe er sich der Tragweite seines Handelns bewusst
wurde nickt er und stimmte so einem Kuss zu.
Abermals schien Mikado überrascht zu sein, fing sich aber
schnell wieder. Langsam näherte sich sein Gesicht dem
von Ranma bis sich ihre Lippen fast berührten.
Aufgeregt und mit gemischten Gefühlen hielt Ranma still
um den Kuss zu empfangen.
Doch plötzlich drehte Mikado seinen Kopf weg und
richtete sich wieder auf.
"Da wäre nur noch ein kleines Problem...",
begann er zu sprechen.
Blitzschnell ergriff er die immer noch dampfende Kanne,
die auf dem Tisch stand und während er den Inhalt - Der kein
Tee sondern nur Wasser war - über
Ranmas Kopf auslehrte, fuhr er mit finsterer Miene fort,
"...du bist in Wirklichkeit gar kein Mädchen. Nicht war
RANMA SAOTOME!"
*
Es dauerte eine Weile bis Akane sich an das schwache
Mondlicht gewöhnt hatte. Sie blickte suchend im Garten umher.
Hoffendlich hatte Ryoga sich noch nicht allzu weit vom Haus
entfernt, bei seinem schlechten - oder sollte man eher sagen,
bei seinem nicht vorhandenen - Orientierungssinn, könnte es
gut sein, dass er für längere Zeit nicht wieder auftauchen würde.
Ryogas Worte klangen noch in ihrem Gedächtnis, >Ich liebe
dich<, das hatte noch kein Junge bisher zu ihr gesagt. Die meisten
hielten sie eh für ein Macho-Weib und Ranma - sie seufzte.
Sie hatte Ranma sehr gern, aber wenn sie genau darüber
nachdachte war er eher wie ein Bruder für sie. Ob es ihm
ähnlich erging wusste sie nicht.
Außerdem hatte Ryoga recht, die letzte Zeit nahm er ziemlich oft
die Form des Mädchens Ranma-chan an. Was das jedoch
zu bedeuten hatte, entzog sich ihrer Vorstellungskraft.
Oh Ryoga, warum bist du weggerannt? Hast du erwartet ich würde
dir einen Korb geben, dachte sie verzweifelt, während sie an
der Tendo-Übungshalle vorbei ging. Da bemerkte sie, dass
im Waschraum des Gebäudes Licht brannte.
Ein Dieb - Oder Ryoga?
Hoffendlich letzteres, dachte Akane, während sie durch
die dunkle Halle lief. Sie atmete noch einmal tief durch und öffnete
dann leise die Tür zum Waschraum.
Es war tatsächlich Ryoga. Allerdings in einer unerwarteten Position.
Der Junge war völlig nackt und hatte den Rücken zu ihr
gekehrt. Er hielt gerade einen Eimer über seinen Kopf und
ein großer Schwall Wasser floss über ihn. Akane wurde
Zeuge wie der Junge sich sofort in das kleine schwarze
Schweinchen P-chan verwandelte.
Ende Teil 3.
Danke fürs Lesen!