Von
Hallo noch mal....

 

Hier der 10 Teil von „Rafael“ , Repost, da ich im ersten was übersehen habe, was eigentlich weg musste....

 

Ein ganz großes ARIGATOU an Del-sama, da sie diesen Teil wegen meiner Blödheit zweimal betagelesen hat gomen nasai noch mal

 

Nd viel Spaß beim Lesen

 

Lona *auf Feedys wartend* 

 

 

 

 

 

Titel: Rafael

Teil: 10

Autor: Lona

Email: Lonasan@web.de

Genre: Reale Welt, Japan, Übersinnlich, Horror

Bewertung: ab 16

Warnung: lime

Inhalt: Rafael ist ein Kind, das durch eine Vergewaltigung zu Welt kam. Er

Wird aus seine Familie verstoßen, weil in ihm das Blut eines Dämonen schlummert. Zuerst ist er ziemlich niedergeschlagen, aber dann merkt er, dass er erst jetzt anfängt richtig zu Leben....

 

 

 

Teil 10

Ein schöner Tag nur mit dir alleine

 

Ist es ein Traum, oder die Realität... aber seit wann ist die Realität so unglaublich schön, seit wann so verführerisch, so dass ich mich nach ihr sehne? Seit ich liebe? Und seit ich weiß, dass er mich auch liebt? Ja, so wird es sein, denn ich bin glücklich.... in dieser grauen Welt sehe ich einen Regenboden voller Farben. In dieser einsamen und egoistischen Welt habe ich den gefunden, der mich fängt , wenn ich falle....

 

Croissants, Butter und schwarze Tee ohne Zutaten, wie du es magst, Liebling!“  Zen stellte lächelnd das Tablett ab. Wir waren unten in der Cafeteria. Es irritierte mich leicht, dass Zen so locker vor allen Augen mit mir umging, aber ich sagte nichts, weil Zens glückliche Aura viel zu angenehm auf mich wirkte. Mit dem Gedanken: //Auf uns achtet eh keiner,// wandte ich mich wieder dem gemeinsamen Frühstück mit Zen zu.

 

„Arigatou...und was ist das?“ Ich musterte den kleinen Plastikbecher. Irgendwie nachdenklich antwortete er: „Och, ich hatte die Standardmarmelade satt, das ist so etwas wie Nutella, nur billiger!“ Er lächelte mich an, als er sagte: „Na ja, du sagtest doch, du magst Schockbrötchen und Croissants mit dem Zeug ist doch das gleiche, ne?“ Ich erwiderte sein Lächeln. „Ja, hast Recht.“ Als ich dann fortfuhr, musste ich mit einem Schmollmund rechnen, den ich dann auch zu sehen bekam. „Aber doch nicht auf Dauer...“ 

 

 

Es war ein schöner Samstag. Die Sonne gelangte sogar in die verborgensten Ecken von Osaka. Unser Zimmer war von Licht erfüllt, auch in unseren Seelen waren Licht und Wärme. Nur mit den Boxershorts bekleidet kramte ich in meinen Sachen, konnte aber nichts Vernünftiges finden. „Zen! Was soll ich den anziehen, ich hab so wenig Sommerkleidung!!!“ Ich zeigte auf ein paar meiner Hemden. „Soll ich unter dem Hemd noch ein Shirt anziehen?“ Zen kam aus dem Bad raus. Seine Haare waren noch ein bisschen nass vom Duschen und das verlieh ihnen einen noch stärkeren Glanz als vorher. Auch das Lederband seines Anhängers war nass, das sah man daran, dass es viel dunkler war als sonst. //Hm.. er nimmt ihn wohl nie ab.// 

 

Zen hatte sich bereits vernünftig angezogen. Er hatte eine lange Hose an, aus sehr hellem Jeans an, mit ein paar künstlich geschnittenen Löchern. Die größten Löcher waren an den Knien, sonst waren auch auf den Oberschenkeln  kleine Streifen zu sehen, aber die Haut schaute nicht wirklich heraus. Oben hatte er ein weißes ärmelloses Hemd mit einem Rollkragen an.

 

> Ich glaub noch immer, dass es keine Hemden mit Rollkragen gibt, höchstens mit einem Stehkragen und der ist im Sommer auch eher lästig. <

 

Als mir bewusst wurde, dass ich ihn viel zu lange und viel zu auffällig anstarrte, versuchte ich wieder zu mir selbst zu finden und brachte vorerst nur ein „Wow!“  heraus. Zen grinste mich an, was mich leicht erröten ließ. Dann grinste ich auch und erläuterte: „ Du siehst einfach klasse aus....ich wusste nicht, dass dir weiß so verdammt gut steht!“ Ha! Rache! Zen war auch ein bisschen rot geworden, als er leise hauchte: „Danke, Kleiner!“

 

Ich drehte mich nun wieder zu meinen Sachen, die ich aufs Bett zur besseren Übersicht gelegt hatte und betrachtete sie, mein Kinn mit der rechten Hand stützend. Zen ging auf mich zu und blieb dicht hinter mir stehen, dann umarmte er mich, seine Hände um meine Taille legend und bettete sein Kinn auf meine Schulter.  Gemeinsam musterten wir meine nicht allzu große Auswahl an Klamotten. „Also dir würde alles stehen,“ sagte er dann lächelnd, was ich aber keineswegs erwiderte. Da ich in diesem Moment dabei war, das Kribbeln im Bauch zu unterdrücken. // Und das bei einem kleinen Kompliment aus seinem Munde!// Zen unterbrach meine Gedanken mit der Fortsetzung seiner Rede: „... aber mir wäre lieber, du ziehst gar nichts an.“ Jetzt war es nicht nur das Kribbeln, das ich unterdrücken musste, sondern die Hitze, die in mein Gesicht stieg und mich erröten ließ. //Spinner!//

 

Ich drehte mich nicht um, um es zu verstecken, aber noch dazu begann Zen an mit einem Grinsen, leicht an meinem Ohr zu knabbern und darauf mit der Zunge meine Ohrmuschel zu necken. Seine Hände strichen mir über den nackten Bauch, einen seiner Finger ließ er in den Bauchnabel rein und bewegte in dort ein bisschen, was mein Kribbeln um ein Hundertfaches verstärkte und mir ein Seufzen entglitt. Währenddessen war Zen dabei meinen Hals entlang zu küssen und mich leicht seine Zähne an meiner Haut spüren zu lassen. Ich wimmerte leicht, aber so dass es eh kaum merklich war. Dann spürte ich seine Hände zu meinen Boxershorts wandern. „Zen...“ brachte ich endlich schweratmend hervor.

 

Mit einem Seufzen entfernte der Dunkelhaarige sich von mir. Er entschuldigte sich flüchtig, dann wandte er seinen Blick zu meinen Klamotten: „Also wollen wir dich doch anziehen, bevor ich noch mal über dich herfalle, ne?“  Schon war der grinsende Zen wieder vor mir und amüsierte sich über die steigende Röte in meinem Gesicht. Er wuschelte mir durch das Haar, als er noch hinzufügte: „Och, du siehst so verdammt verführerisch aus, wenn du in Verlegenheit gerätst.“ Ich wand mich ab, um ihn nicht sehen zu lassen, dass ich noch röter wurde, aber er wusste es eh schon seinem Grinsen zu Folge.

 

„...Ähm, Moment mal!“ „Hä?“ Zen lief zu seinem Schrank und versuchte etwas zu finden. Ich legte meinen Kopf schief. Wollte er mir was von seinen Sachen geben, aber die waren doch alle viel zu groß für mich.

 

„Hier probier das an,“ hörte ich ihn aus meinen Gedanken erwachend sagen. Er zeigte mir ein rotes ärmelloses Hemd. Aber statt zu fragen, ob es mir zu groß wäre, wie ich’s vorhin dachte, fragte ich: „Ist es mir nicht zu klein?“ „Quatsch, das ist bloß bauchfrei, komm schon zieh das an!“ „Bauchfrei! Aber...“ „Komm schon!“ Zen ging mit dem Teil auf mich zu und zog es mir mit Gewalt über den Kopf. „HEY!“  Aus Reflex hob ich meine Hände zur Abwehr, aber das war ein Fehler. Schon war das Teil an mir. Mein Freund führte mich zum Spiegel. „Na! Also, ich find du siehst damit fantastisch aus!“ Ich wollte etwas erwidern, aber das Spiegelbild gefiel mir wirklich, wegen dem hohen Kragen waren die Knutschflecke auch nicht zu sehen. Der Stoff gefiel mir auch, er war so leicht, als ob ich gar nichts anhätte, doch das Spiegelbild zeigte das Gegenteil.

 

„Wo hast du das Teil denn her,“ fragte ich dann, als ich das genug gemustert hatte. „Hab ich extra für dich gekauft!“ „Waaas!“ Ich drehte mich zu dem Dunkelhaarigen, der mich amüsiert anschaute. „Ich hab mir deine Sachen angeguckt, aber die sind alle so...na ja eben nicht offen und ich will doch sehen, was du zu bieten hast,“ sagte er immer noch mit dem schmutzigen Grinsen. Als Antwort zog ich einen Schmollmund.

 

Zen musterte mich noch eine Weile von Fuß bis Kopf, was ich mit einem irritierten Blick erwiderte, dann verstand ich aber, wieso er so amüsiert guckte. Ich hatte ein rotes, bauchfreies Top an und stand immer noch in meinen Boxershorts vor ihm. //Sch*** //  Zen drehte sich wieder zum Schrank. „Hm.. ne Hose habe ich auch besorgt.“ //Offen?// „Doch keine Shorts oder...“ Mit einem Grinsen meinte Zen (Gott sei Dank): „Nein.“ und holte schließlich eine Schlaghose hervor. Sie war schneeweiß mit einem roten Streifen, der einen doch irgendwie seltsamen Verlauf hatte. Na ja, gegen Schlaghosen hatte ich eigentlich noch nie was, mir gefielen die eben, auch wenn man damit ein bisschen schwul aussah.

 

In diesen Moment konnte ich plötzlich nicht mehr richtig atmen. //Schwul?// Alles um mich herum verschwamm und ich sah nur meine Gedanken vor mir. //Bin ich jetzt wirklich....oh Gott, früher haben mich alle ausgelacht, weil ich schwul aussehe...shit! Und jetzt? Jetzt bin ich mit einem JUNGEN zusammen! Jetzt bin ich wirklich schwul!// Ich merkte nicht, dass ich leicht zu zittern anfing, als sich plötzlich zwei Hände auf mein Schultern legten. Gleich darauf blickte ich in die wunderschönsten und wärmsten grünen Augen, die ich je gesehen hatte. Sogar Arinas Augen konnten da nicht mithalten. Angenehme Wärme breitete sich in meinem Körper aus. Bei dem nächsten Gedanken musste ich mehr als nur lächeln. //Ja! Ich bin vielleicht schwul, aber verdammt glücklich!//

 

„Was ist den jetzt schon wieder,“ meldete sich Zen. Als Antwort legte ich meine Arme um seinen Hals und küsste ihn, nachdem ich: „Ich liebe dich,“ gesagt hatte, so dass Zen noch einen Augenblick brauchte um sich von dem unerwarteten Spruch zu erholen und meinen Kuss dann ebenfalls zu erwidern.

 

Schließlich waren wir fertig, Zen schlug mir noch vor mit einer roten Schleife einen Zopf zu machen, doch ich lehnte diesmal doch ab. „Wie sehen schon schwul genug aus, findest du nicht?“ Zen grinste immer noch als er antwortete: „Wir sehen nicht nur so aus, wir sind es. Und wieso muss ich es vor anderen verstecken, wenn ich dazu stehe, hm?“ „Du willst mich doch nicht vor anderen Leuten...“ „Verführen,“ beendete Zen meinen Satz und sprach gleich danach weiter: „Nein, aber vielleicht...“ „Nichts da!“ Ich hob drohend meinen Zeigerfinger hoch. Zen Grinsen verschwand aber nicht. „Na gut. Lassen wir das mit den Zuschauern eben, ich werde dich eben regelmäßig irgendwohin in eine dunkle verlassen Ecke ziehen, wenn das dir lieber ist.“ Jetzt musste ich auch Grinsen und erwiderte sein Lachen mit einem: „Nur zu!“ 

 

Wir waren auf dem Weg nach draußen, Zen hatte seinen mittelgroßen schwarzen Rucksack mitgenommen, ich aber hatte nichts zu schleppen, alle Sachen waren in Zens Tasche drin. Als wir die Treppe runtergingen trafen wir auf Dim, doch obwohl ich mich bereits auf ein Wortspiel vorbereitet hatte, ging dieser ohne etwas zu sagen an uns vorbei, jedoch mit einem seltsamen Blick. So kalt und so fremd.

 

Ich schaute dem Rothaarigen nach, während er weiter die Treppe hochstieg. „Rafael,“ hörte ich dann Zens Stimme und erwiderte: „Er sah so verletzt aus...“ Plötzlich spürte ich, wie Zen mich blitzschnell umdrehte und gegen die Wand drückte. „Wie bitte? Verletzlich!? Er hat dich...“ Bevor er zu Ende sprechen konnte, hatte ich mich schon aus seinem Griff befreit, ging dann ein paar Schritte an ihm vorbei. Als ich stehen blieb, sagte er: „Machst du dir etwa Sorgen um jemandem, den du eigentlich inzwischen hassen solltest?!“

 

Nach diesem Satz drehte ich mich sofort zu mein Freund um und schaute ihn durchdringen an. „Wer sagt das?!“ „WAS? Dass du ihn normalerweise hassen müsstest...er hat dich doch ...und Lui. .ich meine..“ Zen fand keine Worte mehr, er ging auf mich zu, legte seine Hand auf meine rechte Schulter und wollte noch etwas sagen, aber schaffte es nicht, so sprach ich für ihn, meine Hand auf seine drauflegend. „Zen, es mag sein, dass er mich und viele andere schlecht behandelt hat...aber ich könnte ihn trotzdem niemals hassen, denn ich glaube, es liegt an seiner Vergangenheit, die seine Psyche vielleicht verändert hat.... ich meine, sein Vater ist tot und seine Mutter ist im... Krankenhaus!“ Es war nicht die volle Wahrheit, aber mehr sollte noch nicht gesagt werden. Außerdem brachte es eh nichts mit Zen über Dim zu reden, denn alles zu diesem Thema ging in eines seiner Ohren rein und in dem anderen wieder raus. „Heißt das, dass du ihm verzeihst?!“ Ich nickte nur, dann sprach Zen weiter: „Du kannst ihm zwar das, was er dir angetan hat, verzeihen, aber nicht, was er andern Menschen wie Lui angetan hat...so, wie ich ihm nicht verziehen kann, was er dir angetan hat...“ Ich antwortete nicht, aber das war auch nicht nötig, denn Zen ging, nachdem er den Satz beendet hatte, stumm an mir vorbei.  

 

Aber so etwas war ja auch zu erwarten. Ich holte den Junge mit der beleidigten Miene ein und harkte mich schließlich bei Zen ein, so dass sein beleidigter Gesichtsausdruck plötzlich verschwand und er mich nur sanft anlächelte. Ich aber war mit meinen Gedanken doch noch ein wenig bei Dim. Ich war verwirrt, aber eines war klar, ich hatte ihm verziehen.

 

 

An diesem Tag wollten Zen und ich unsere Zeit allein verbringen, da wir in den letzten Tagen viel zu viel Stress gehabt hatten. Die ganz kleinen Schritte, das Zurückhalten, Dim und dann noch meine Familie. Nicht, dass ich mich nicht freute sie zu sehen, aber sie nahmen nun wirklich viel Zeit weg, meinte Zen mal zu mir. Also waren wir ohne jemandem etwas zu sagen einfach an diesem Wochenende abgehauen. Der Tag wurde dementsprechend vorher auch geplant.

 

Es war kurz nach zwölf, Zen wollte mir unbedingt die sehenswerte Orte von Osaka zeigen, na ja, eigentlich bin ich es gewesen, der ihn dazu gezwungen hatte, da er selbst eh wenig Interesse daran hatte. Aber es ist dann doch noch sehr amüsant gewesen.

 

Wir waren in einem der berühmten Parks in Osaka angekommen. Es war sehr heiß, also holten wir uns zwei große Eistüten und lehnten uns in den Schatten der Bäume, was aber nicht sonderlich vor der Wärme oder besser gesagt Hitze schützte. Jeder von uns hatte jeweils zwei verschiedene Eissorten ausgesucht und wir beschlossen, das Eis später auszutauschen, damit jeder jede der Sorten probieren konnte. Aber Zen hatte es natürlich mehr auf meine Lippen abgesehen, als auf das Eis. Was später zu einer wilden Knutscherei wurde, während unser Eis langsam aber sicher zu schmelzen begann. „Iiie!“ Ich riss mich von Zen los und schaute auf meine Hände. Irgendwann bekam ich zwei Eistüten zu halten und jetzt waren meine Hände bunt gefärbt, wegen dem geschmolzenen Eis, dass die Waffeln runtergelaufen war.  „Bah! Ich muss meine Hände waschen, sonst...“ Noch bevor ich es realisiert hatte, hatte Zen bereits mein rechtes Handgelenk mit seiner Hand umfasst und hob es zu seinem Mund um das restliche Eis in meiner Hand zu Ende zu essen und anschließend die Finger abzulecken, während das andere Eis immer noch in meiner Hand schmolz und inzwischen wahrscheinlich nur die Waffel übrig blieb, die ich sowieso losließ als Zen ohne Vorwarnung in einen meiner Finger biss. „Ey! Was...“ Zen schaute mich entschuldigend an. „Tut mir leid...du bist einfach zu lecker,“ erklärte er dann wieder grinsend. 

 

„Autsch, heiß!“ Ich stand abrupt auf. Die Steine, auf die ich mich eigentlich gerade eben noch setzen wollte, waren so sehr von der Mittagssonne erwärmt, dass man es nicht aushalten konnte. Zen betrachtete amüsiert wie ich hochgesprungen war. „Es ist bereits Mittag, wollen wir nicht schwimmen gehen? Sonst werden wir den Tag vielleicht nicht überleben.“ „Klar, ich hab’s dir doch versprochen,“ antworte ich lächelnd, immer noch mein vorheriges Tun bereuend. Dafür, dass Zen mit mir in Osaka rumgelaufen war, bat er mich mit ihm Schwimmen zu gehen.

 

 

Ich war gerade dabei meine Badehose anziehen zu wollen. Aber es war lächerlich zu denken, dass Zen die Tatsache, dass wir alleine in der Umkleidekabine waren, nicht ausnutzt. Er war bereits hinter mich getreten und legte seine Arme um meine Taille bis sie langsam zur meinem Glied glitten. Ich zuckte unter der Berührung, konnte mich aber nicht weiter bewegen, denn Zens Wärme fesselte mich. Seine Hand streichelte über das empfindliche Fleisch. Er knabberte an meinem Ohr und wiederholte immer wieder die gleichen Zauberworte, die mir den Verstand raubten: „Ai schiteru.“ Seine Zunge glitt über meine Ohrmuschel, dann den Nacken herunter. Ich spürte Kribbeln im Bauch, spürte Wärme, wollte von meinem Zen berührt werden, wollte seine Wärme spüren, doch da war auch die Angst, Angst das gleiche zu erleiden wie bei Dim. Aber so lange mein Freund zärtlich zur mir war, war dieser Gedanke eher im Hinterkopf, aber dann schlang Zen seine Finger um mein Glied und entlockte mir ein  Stöhnen, als er einen leichten Druck ausübte. Im nächsten Moment kam ich aber wieder zu mir und drehte mich abrupt um. „Zen.. nicht!“ Mein Atem ging irgendwie schwer und unkontrolliert.

 

Er schaute mich verletzt an, sagte dann aber: „Es tut mir leid...“ und  umarmte mich. Meinen Nacken küssend sagte er: „Ich...ich kann mich einfach nicht beherrschen...wenn ich bei dir bin, glaube ich ...“ Ich legte meinen Finger auf seine Lippen und beendete so seine Rede. „Schon gut...“ Ihm zu sagen, er bräuchte sich nicht zu entschuldigen, wäre eine Lüge und ich hatte vor meinen Rückzug zu erklären: „ Es ist nur so...“ Doch in diesem Moment legte er seinen Finger auf meine Lippen und beendete ebenfalls mein Rede mit einem: „Ich weiß.“

So standen wir dann eine Weile, jeder mit dem Finger des anderen auf den Lippen und schwiegen uns an. Als uns beiden klar wurde, wie albern wir so aussahen, mussten wir gleichzeitig anfangen zu lachen. 

 

 „Lass uns jetzt einfach uns abkühlen gehen, ja? Vielleicht liegt es ja an der Hitze,“ meinte ich und nahm meinen Finger weg, stattdessen legte ich meine befreiten Lippen für einen kurzen Moment dahin. Doch aus der Absicht eines flüchtiges Kusses wurde was anderes, da Zens Lust abermals über ihn die Kontrolle ergriffen hatte und er drängte mich zu einem innigen Zungenkuss und schob seine Zunge in meinen Rachen. Währenddessen zwangen mich seine starken Hände auf die schmale Bank neben den Schränken und schoben meine Beine auseinander. Ich war immer noch nackt und fühlte jetzt den weichen Stoff seiner Hose an meinen Innenschenkeln und danach seine Erregung.  Widersprechen konnte ich nicht, weil sein Mund den meinen versiegelte, aber auch wehren konnte ich mich nicht, wegen seiner Stärke.

 

Als Zens Lippen meinen Mund schließlich verließen und immer weiter nach unten küssten, war ich schon wieder hin und weg. Um jetzt etwas zu sagen war es meiner Meinung nach zu spät. //Was er wohl vor hat...// Zens Gesicht näherte sich langsam meinem empfindlichen Fleisch. Er macht den Mund auf und war bereits dabei seine Zunge rauszustrecken. //Der wird doch nicht..// Die feuchte Zunge berührte die Spitze, ich verspannte mich  und atmete tief aus. Machte die Augen zu und hob meinen Kopf. //Ich kann ihn doch eh nicht mehr aufhalten...//

 

Doch dann spürte ich plötzlich nichts mehr. Ich schaute nach unten und sah wie der dunkelhaarige Junge mich von unten ernst ansah....

 

Er hatte nicht weitergemacht, er hatte aber auch nichts gesagt. Zen ist bloß aufgestanden und warf mir meine Sachen zu, dann brachte er doch noch etwas heraus: „Ich glaub, das war keine gute Idee mit dem Schwimmbad.“  „Wieso nicht?“ „Wenn schon so etwas in der Umkleidehrraum passiert, was glaubst, was könnte dort passieren, wo du  mit einer Badehose vor mir rumläufst und dann noch duschen...“  Zen wurde rot und ich musste lächeln. Er schämte sich und wie er sich schämte... er fühlte sich schuldig, mir etwas angetan zu haben, wovor ich Angst habe.

 

Ich richtete mich auf und fing an meine Klamotten anzuziehen, die Blicke von Zen ignorierend. Zen schaute mir nur zu ohne jegliche Reaktion zu zeigen oder sich selbst umziehen zu wollen. //Ja, es war wirklich keine so gute Idee mit dem Schwimmbad...ich kann mich doch auch kaum beherrschen... Moment!!! Wenn ich das auch will, wieso verhindere ich denn das?// Ich stand halbangezogen da, wie erstarrt bei dieser Erkenntnis. Aber als ich dann wieder zur mir kam und meine Hose schließen wollte, wusste ich schon wieder, was mich daran hinderte mit Zen weiterzugehen. Der Schmerz, den ich kennen lernte als Dim mich nahm und die Angst davor war nicht nur in meinen Gedanken, sondern in meinem inneren Bewusstsein .

 

„Scheiße,“ fluchte ich , was Zen dazu brachte seinen Kopf zu heben. „Nani?“ Ich fummelte an meinem Reiserverschluss, der sich aber auf keinen Fall nach oben bewegen wollte. „Scheiße, der Reiseverschluss geht nicht hoch....“ Zen lächelte sanftmutig und ging dann auf mich zu. „Zeig mal..“ Ich wich zurück, als Zen bereits seine Hände hochheben wollte. „Nein ...schon gut, ich krieg das allein hin...wird wohl daran liegen, dass die Hose neu ist.“ Ich senkte meinen Kopf und wand mich auf diese Weise wieder meinem Schritt zu. „Ach, komm schon, Rafael, lass mal sehn....“ „Nein habe ich gesagt,“ antwortete ich zickig und funkelte ihn böse an. Als ich aber ein beleidigtes Funkeln in seinen Augen sah, musste ich wider Willen lachen. „Zen! Tu nicht so unschuldig, ich kenn doch deine unlauteren Motive!“ Auch Zen schloss sich nun dem Lachen an.

 

„Hey!“ Dann hatte er mich doch gepackt und an sich gezogen um mir einen Kuss zu stehlen, den ich natürlich nur zu gern erwiderte. Während unsere Zungen gegeneinander prallten und sich jeweils in den Mund des anderen zu schleichen versuchten, wanderten Zens Hände doch tatsächlich SCHON WIEDER unter die Gürtellinie. Wir lösten uns von einander und ich sah beschämt Zen zu, wie auch er jetzt der Herausforderung des neues Reiseverschlusses gegenüberstand, indem er meine Hose zuzumachen versuchte. In diesen Moment ging die Umkleidekabine auf und irgendein uns unbekannte Mann schaute rein. Seine Augen suchten nach etwas, dann hielt er seinen Blick auf uns zwei an.

 

Ich spürte wie mir Röte ins Gesicht schoss und mir heiß wurde, ich stand da nur in einer Hose und ein anderer Junge fummelte gerade an dieser rum. Der Mann sagte aber nichts und in seinem Gesicht war nichts als Leere, er machte die Tür zu und ging weg. „Hö...was war denn das,“ fragte ich Zen, dessen Gesichtsausdruck sich nicht verändert hatte, außer dass er seine Augen zur Tür gerichtet hatte. Auf meine Frage zuckte er nur mit den Schultern. „Wird wohl jemanden gesucht haben,“ antwortete ich mir selbst, woraufhin Zen ebenfalls nur mit den Schultern zuckte, dann aber nickte.

 

Plötzlich grinste er und nach seinen Worten: „Ich hab’s,“ gewann er die Schlacht mit meinem Reiseverschluss, indem er ihn mit einem Ruck hochschob. „Da war was von dem Stoff zwischen...“ Ich lächelte in dankbar an. „Arigatou!“ Nachdem ich mich bedankt hatte, drehte ich mich um und beugte mich leicht vor um mein Top aufzuheben, als ich mich aber wieder aufrichtete, hielt ich inne. Ich fühlte Zens Finger auf meinem Rücken ruhen und sich dann langsam entlang meiner Narben bewegen. „Tun sie noch weh,“ fragte er kaum hörbar. Ich schüttelte den Kopf und zog mir schnell das Oberteil über den Kopf, dann drehte ich mich wieder zu Zen und hauchte ihm ins Gesicht: „Nein, es geht. Mach dir bitte keine Sorgen, okay?“ Zen antwortete nicht, sondern schaute mich nur traurig an. Nach einem sehr kurzen Kuss forderte ich ihn auf sich ebenfalls anzuziehen.

 

 

Ein bisschen niedergeschlagen verließen wir wieder das Schwimmbad. Irgendwie vermochte keiner mit dem anderen zu reden, so eingeschüchtert waren wir inzwischen. Still gingen wir nebeneinander her, ohne uns einen Blick zuzuwerfen. //Ich muss endlich was sagen,// befahl ich mir selbst. „Und was jetzt,“ haben Zen und ich  dann gleichzeitig gesagt. Wir lächelten uns an, dann meinte Zen schließlich. „Keine Ahnung...für unser eigentliches Ziel ist es noch zu früh, im Hellen macht’s keinen Spaß...“ Ich nickte. „Wollen wir vielleicht zu Arina?“ „Nein,“ erschrocken wich Zen zur Seite, ich hob eine Augenbraune hoch. „Was hast du denn?“ „Ich... will mit dir allein sein..und...“ Ohne ihn aussprechen zu lassen, harkte ich mich bei ihm lächelnd ein. Ich blickte zu ihm hoch: „Ich liebe es, wenn du rot wirst!“ Diese Worte ließen ihn noch röter werden, was auch zu erwarten war, er wand sich ab ohne etwas zu sagen, dafür zog er aber einen Schmollmund. „Hirni, siehste denn nicht, dass ich auch rot bin?“  Jetzt drehte sich mein Freund auch wieder zu mir um und nach einer kleinen Pause lachten wir auf. Es war kein künstliches Lachen, es war auch kein Lachen über einen gerissenen Witz, nein, es war ein Lachen, das uns bewies, dass wir glücklich waren und das waren wir wirklich.

 

//So habe ich schon lange nicht mehr gelacht....habe ich schon mal so gelacht,// fragte ich mich, während ich mich doller an ihn drückte und still mit Zen weiterging. Aber diesmal war das Nichtreden angenehm, es war nicht so, als ob wir uns nichts zu sagen hätten. Nein, wir waren wieder einmal zu glücklich um etwas sagen zu wollen....

 

 

Ich lehnte das große Kissen gegen die Wand und machte es mir auf dem großen Bett gemütlich. „Ich hab Hunger,“ meinte Zen unterdrückt, als er sich auf das freie Stück des Bettes, eigentlich das meine rechte Stück, fallen ließ. Ich änderte meine gemütliche Sitzpose und beugte mich über ihn, so dass ich sein ganzes, von meinem Schatten bedecktes, Gesicht im Visier hatte. „Soll ich dir was machen, hm?“ Der Dunkelhaarige wand sich ab und meinte dann beleidigt: „Sehr witzig , wie stellst du dir das vor? In diesem Heim darf man die Küche doch nicht selbständig benutzen! Ich fang an das Heim zu hassen!“ Mit einem Lächeln beugte ich mich weiter nach unten und flüsterte in sein Ohr: „Och, du bist so kühl, wenn du Hunger hast!“ Mit einem sehr lockeren Kuss weckte ich ´meinen` wilden Zen wieder auf, denn dieser schlag seine Arme um meinen Körper und drehte mich so um, dass ich jetzt unter ihm lag. Im nächsten Moment waren seine Lippen auf den meinen und seine Zunge bat um Einlass. Was anderes als mitmachen konnte und vor allem wollte ich nicht.

 

Meine Hände legten sich selbständig auf Zens Brust, aber immer noch störte der eigentlich ziemlich dünne Stoff  des T-Shirts. Ich ließ meine Hände nach unten gleiten und dann unter das Shirt schlüpfen. Das Gefühl seiner warmen Haut machte mich fast wahnsinnig, ich dachte nicht nach, sondern ließ mich von der Liebe zu diesem wunderschönen Jungen treiben. Mir war alles in diesem Moment egal! Einfach alles an diesem Jungen raubte mir den Verstand.  Zen küsste mich immer noch, als er merkte, dass ich über seine Brust strich, wurde er noch fordernder. Endlich löste er sich von mir, ich folgte seinem Mund, indem ich den Kopf ein bisschen anhob, aber ich erreichte seine Lippen nicht und sackte wieder zurück. Ich konzentrierte mich auf meinen Hände und drückte zart auf Zens Brustwarzen. Zens leises Seufzen und das verhärten von Zens Muskeln  trieb mich an weiterzumachen.

 

Schweratmend brachte Zen endlich hervor: „Oh Kleiner, ich hielt dich für schüchtern und zurückhaltend...“ Er küsste meine Augenbrauen, meine Augenlider bis zu meinem Mundwinkel, dann hauchte er mir weiter gegen die Lippen: „...was bist du plötzlich so anders...“  Ich grinste und schaffte es endlich  seinen Mund wieder mit meinem zu reizen und dann in den Kuss hinein zu antworten: „Zen-kun, du hast vergessen, dass ich immer noch zum Teil ein Dämon bin!“ Zen antwortete ebenfalls ohne den Kuss zu unterbrechen: „Hm... und das ist gut so...“

 

Jetzt schob ich ihn leicht von mir und guckte ihn mit großen Augen an: „Wie...? Heißt das, du würdest mich nicht lieben, wenn ich ein gewöhnlicher Mensch wäre?“ „Wer hat denn gesagt, dass ich dich liebe, hm,“ meinte er unglaublich ernst. Jetzt hatte ich aber eindeutig genug. Ich meinte es ernst und er machte sich lustig darüber. Ich schubste ihn von mir und flüchtete vom Bett. „Scheiße, was soll das denn!“ Zen grinste jetzt und versuchte nach meiner Hand zu greifen, die ich ihm aber entzog. „Ach, komm schon, Kleiner. Das war doch nur ein Scherz!“ „Ein Scherz?! Ein Scherz?! Über so was kann ich schlecht lachen!“ Mir war erst später aufgefallen, dass ich ihn wie verrückt anschrie, so legte ich eine Hand vor meinem Mund und entfernte mich weiter nach hinten, weg vom Bett. Der verletzte Blick machte mir noch mehr Angst. //Tut es ihm jetzt Leid?....Aber wieso sagt er so was?...//

 

Plötzlich war mein Freund aufgestanden und stand im nächsten Moment bei mir. Er fasste mich an den Schultern und war dann auch am Schreien. Allerdings konnte er schlecht meinem Blick standhalten, weil er nach unten schaute. „Es tut mir Leid, Kleiner! Das war gelogen....natürlich liebe ich dich!“ Nun schaute er mich an. Auch er war ziemlich laut. „Oh, Schau mich doch nicht so an! Kleiner, ich...“ „Und...und du, nenn mich nicht so...nenn mich nicht Kleiner...“ unterbrach ich ihn unsicher. „Das hört sich so...unpersönlich an...so fremd...ich mag es lieber, wenn du mich bei meinem Namen nennst...“ „Okay, Rafael.“

 

Nun schauten wir uns nur noch an, ohne etwas zu sagen, dann bat ich meinen Freund leise: „Zen...?“ „Hm?“ „Könntest du... mich... vielleicht...umarmen?“ Im nächsten Moment spürte ich schon den dollen Druck wie er mich an sich presste. Eine Weile standen wir nur da und genossen die Wärme des anderen, dann hörte ich Zen flüstern: „Darf ich dich auch „Schatz“ nennen, Rafael?“

 

Was war das ihn mir, was mich plötzlich von innen zu verbrennen schien. Dieses eine Wort ‚Schatz’, wieso macht es mir so viel aus? ...nur das eine Wort. Ich antwortete auf seine Bitte nicht direkt, aber es war schon Antwort genug, als ich ihn im Nacken zu küssen anfing. Dann war ich wieder bei seinen Lippen. Er hob mich hoch, während ich meine Beine um ihn schlang und mich mit allen vieren an ihm festhielt.

 

Er setzte mich wieder auf das Bett ab und küsste mich weiterhin im Stehen, während ich saß. Für einen Moment löste er den Kuss und entledigte sich seinem Oberteil, ich tat es ihm gleich und sank zurück in das weiche Kissen. Mein Freund stürzte sich mit den Oberarmen und Beinen an meinen Seiten, so dass er jetzt über mir war und ich keine Flucht mehr ergreifen konnte. Nachdem er mit meinem Mund fertig war, fing er an über meinen Hals und dann die Brust zu küssen, wie er es schon öfters in letzter Zeit getan hatte. Als er mir leicht in eine Brustwarze biss, musst ich leise stöhnen. Ich dachte, es würde weniger auffallen, wenn ich was sagen würde, aber mir fiel nichts Intelligenteres ein als: „Hn.. Zen, ich dachte, du hast Hunger . .hnn...“ Zen hatte nun auch in die andere Brustwarze gebissen, ein bisschen doller. Als er sich wieder von dieser löste, meinte er: „Hmm... schon gut, wir können uns später ’nen Snack holen, bis dahin werde ich mich von dir ernähren...“ “Etschi-kun!“ „Du mich auch!“ „Später vielleicht mal!“ Jetzt mussten wir beide wieder grinsen.

 

 

Zen ruhte neben mir auf seiner Seite des Bettes, er hatte ein Kopf auf seinen linken Arm verlagert und strich mit der anderen hand über meine Brust. Ich hatte die Hände auf dem Kissen in meinem Nacken verschränkt und döste seelenruhig vor mich hin. Immer wieder flüsterte ich Zens Namen, wenn seine Hand zu weit nach unten glitt. Eigentlich hatte ich ja nichts dagegen, aber anderseits hatten wir beschlossen, noch nicht unter die Gürtellinie zu gehen.

 

„Zen?“  „Hm?“ „Was sollte das vorhin?“ „Hm?“ „Och, tu nicht so!“ Nun zwang ich mich dazu meine Augen aufzumachen und schaute Zen durchdringend an. „Ich meine das mit der Andeutung, dass ich zum Teil ein Dämon bin... du hast gesagt, das wäre gut so...warum?“ Zen strich mir mit seiner Hand über die Wange und dann durch die Haare. „Ach, Schatz, ich dachte, wenn ich es dir sage, fühlst du dich besser, aber war wohl nichts...“ Ich schmiegte mich an Zen. „Ich weiß nicht, so richtig dämonisch bin ich auch wieder nicht...ich meine, ich lerne Kontrolle über mein dämonisches ich zu bekommen...“ „Na also, wo ist denn das Problem,“ fragte Zen, während er mich noch näher an sich drückte. „Schwarze Flügel stehen einem blonden Jungen nicht,“ war meine Ausrede. Der Junge neben mir fing an zu grinsen. „Findest du?“ „Hai!“ „Ich nicht! Schwarz steht dir wohl“ „Nein, tut es nicht!“ „Tut es doch!“ „Nein!“ „Doch! Glaub mir, ich weiß es besser!“ „Von wegen!“ Wir warfen uns noch ein paar dämliche Sprüche zu, bevor uns schließlich die Sinnlosigkeit des Gespräches klar wurde und wir wieder einmal zu lachen anfingen.

 

Nur mit ihm, nur mit Zen kenne ich dieses Lachen, so echt und befreiend...//Sollen wir uns doch über irgendwelchen Unsinn streiten, solange wir beide es sind...//

 

 

„Mmmh...“ Ich reckte mich, als ich eine Bewegung neben mir spürte. „ Zen? Was macht’s du?“ „Ich steh auf, du hast mir für heute noch was versprochen, schon vergessen?“ „Och man, ich war so schon am Schlafen....“ „Das glaub ich, aber jetzt los!“ Schon wurde ich von Zen unter den Armen gegriffen und unsanft hochgehoben. Müde machte ich meine Augen auf. //Man, bist du hart,// wollte ich eigentlich sagen, kam aber nicht dazu, als ich Zens Gesicht erkannte. „Wie kann sich ein 16jähriger so auf einen Ausflug zum Jahrmarkt freuen?“ „Immerhin einen Ausflug mit meinem Schatz,“ meinte der glückliche Zen. Müde zwang ich mich jetzt aufzustehen und warf dann einen müden Blick zur Zen, der immer noch diesen glücklichen, fast schon unmöglichen Gesichtausdruck trug. „Hör auf damit, sonst grinst du noch im Kreis!“ Aber diese kleine Andeutung ließ seine Mundwinkel sich noch mehr zu den Ohren bewegen. „Zen! Du bist unmöglich!“ „Nein, ich bin verliebt! Kannst du es nachvollziehen?“ //Fangfrage?// „Nicht, wenn ich so unsanft aus dem Schlaf gezerrt werde!“ „Wir können es ja noch mal versuchen....“ „Ach, lass lieber...du bist irgendwie peinlich drauf!“ „Ah ja, du meinst glücklich drauf!“ Ich schüttelte nur den Kopf und versuchte jetzt nach meinem Shirt zu suchen.

 

„Rafael-kun____?“ //Oh je, dieser Ton hat nichts Gutes zu bedeuten!// „Was denn?“ „Ich wollte danach noch zur...zur Streife gehen.“ „Was?“ Zen schaute nach unten. „Na ja, ich will dich nicht länger da mit reinziehen...ich meine, mir steht ein Kampf mit Timorus bevor...und da will ich nicht...“ Ich unterbrach in schreiend: „Nein! Nein, dieser Timorus  hat es inzwischen auf uns beide abgesehen und alleine gehen wir bestimmt drauf! Zen, das ist nicht mehr nur dein, das ist unser Kampf...schon weil wir uns lieben und gegenseitig für einander da sein sollten...“ //Wow war das etwa genau das, was Zen hören wollte,// fragte ich mich, als ich plötzlich Zens Aufblitzen in den Augen sah. „Heißt das, dass du mitkommen willst?“ „Aa, das sollte es heißen!“ „Dann zieh dir was dunkleres an, frag nicht, ich empfehle es dir einfach, wegen...“ „Schon gut.“

 

Erst jetzt fiel mir auf, dass Zen sich bereits umgezogen hatte, wahrscheinlich war er schon vorher wach geworden. Er hatte wieder einmal sein schwarzes „ich-bin-der-Jäger-Outfit“ an. Ich suchte mir eine schwarze Jeans aus, ein ganz normales schwarzes T-Shirt mit weißen streifen auf den Ärmeln, die aber dann von der schwarzen Jeansjacke verdeckt wurden. „Also von schwarzen Sachen hab ich genug,“ meinte ich mehr zu mir selbst als zu Zen. „Und dann behauptest du Schwarz steht dir nicht, Koi!“ Ich lächelte nur und forderte dann Zen auf loszugehen.

 

Nachdem er sich seinen Rucksack geschnappt hatte, waren wir schon losgegangen. „Hey warte,“ hörte ich ihn hinter mir rufen. Als ich mich umdrehte, stand er auch schon direkt vor mir und fummelte gerade an dem Lederknoten seiner Kette. „Was machst du da?“  Schon hatte er das Kreuz abgenommen  und legte es mir um den Hals. „Äh...“ „Ich will, dass du es trägst, es wird dich in erster Linie vor den Vampiren oder anderen Viechern schützen können.“ „Aber...“ „Kein aber!“ „Aber was ist mit dir!“ „Ich hab doch meinen Ohrring,“ meinte Zen und zeigte auf sein linkes Ohr. Ich nickte jetzt nur und berührte das Kreuz. „Du hast es aber immer getragen, immer....“ „Es war mein wichtigster Schatz, weißt du, es war ein Geschenk von meiner Mutter...eine Erinnerung an sie, aber jetzt hab ich ja dich. Jetzt bist du für mich das allerwichtigste!“ Normalerweise müsste ich an dieser Stelle rot werden, aber ich hatte den letzten Satz fast überhört. „Deine Mutter? Du hast mir noch nie was von deiner Familie erzählt!“

 

„Hey____!“ In diesem Moment wurde ich von Zen hochgehoben und auf den Sitz in der Riesenradkabine  gesetzt, er setze sich mit gegenüber und schloss die Tür. „Endlich allein, weg von der Menschenmenge, hm?“ Ich schaute aus dem Fenster und nickte leicht. Dann fuhren wir los, wir stoppten, fuhren wieder los...dann ging’s aber und das Riesenrad fing an sich zu drehen. Ich drehte mich wieder zur meinem Freund: „Also...“ „Na, ist die Aussicht nicht prima,“ versuchte er vom Thema abzulenken. „Zen! Du hast gesagt, du erzählst es mir im Riesenrad!“ //Scheiße, ich hätte ihn wohl nicht fragen sollen,// dachte ich mir, als ich seinen verletzten Gesichtsausdruck sah. „Du willst also was über meine Familie wissen.....?“ Ich nickte vorsichtig. „Womit soll  ich denn anfangen, Rafael?“ „Schon gut...tut mir leid ...ich hätte wohl nicht...“ „Doch! Du hast es mir doch auch erzählen können....“ „Wie war dein Vater,“ traute ich mich  und stellte die erste Frage, die mir in den Sinn kam. „Gar nicht..“ „Hä?“ „Meine Mutter war eine Nonne...sie durfte keine Kinder haben, also hatte sie schlecht eine Möglichkeit einen Mann kennen zu lernen...“ Ich wollte ihn nicht unterbrechen, aber die Frage, wie er dann zur Welt kam, brannte auf meiner Zunge. „Einmal hielt sie es nicht mehr aus, sie wollte ein Kind....was Frauen alles für Ideen haben, ich hab immer noch nicht verstanden wie , aber irgendwie konnte sie abhauen aus ihrer Kirche oder was auch immer das war...sie war nämlich nicht freiwillig dort, ich weiß auch nicht...Die war in einer Samenbank oder so was, suchte sich den Samen von einem Europäer aus und ließ sich befruchten...“

 

Meine Augen standen weit auf, nicht nur wegen dem Sinn des Erzählten, sondern auch der Art wie Zen das erzählte. Als ob er im Unterricht etwas vortragen müsste, was er nur zur Hälfte verstand. „Du bist nur ein Halbjapaner?“ „Ja, was ist denn so seltsam daran, sonst wäre ich wohl nicht so groß ...und die grünen Augen siehst du selten so hell bei einem Japaner!!!“ //Scheiße, ich habe ihn gekränkt, so aufgebracht ist er sehr selten...ich hätte wirklich das Thema lassen sollen.// Aber ich konnte es nicht. „Und weiter,“ fragte ich vorsichtig.

 

„Weiter hatte sie mich zur Welt gebracht und behauptet, sie hätte mich aufgefunden, natürlich hatten ihre Mitarbeiter Mitleid und hatten mich dann meiner Mutter überlassen, obwohl ich eigentlich im Heim landen sollte. Es wäre alles gut verlaufen....wenn meine Mutter mir dieses Kreuz nicht geschenkt hätte...“ //Wie?// „Eines Tages kam sie später nach Hause, aber das Kreuz hatte sie nicht bei sich und einen Ersatz für ihr Kreuz hatte sie nicht mit...“ Ich legte eine Hand vor den Mund, weil ich mir bereits dachte, was dann geschah. Der Junge mir gegenüber senkte seinen Kopf, so dass die Haare jetzt nicht erkennen ließen, was er mit seinen Augen tat. „Sie wurde angegriffen...man fand die Leiche erst einen Tag später ...sie hatte kein mehr Blut ihn ihrem Körper und zwei Löcher am Hals...schon damals lebte ich in einem Heim....mit meinem Bruder.“ Er kicherte leise: „So nannte ich meinen Mitbewohner....Meine Mutter war selten da, aber wenn sie da war, sorgte sie sich um uns zwei und dann war sie plötzlich weg, sie war nicht mehr und genau zur dieser Zeit hatte mir mein Engel den Schwert überreicht....“

 

„Warte! Warte, ich versteh nur Bahnhof, der Junge, von dem du mir mal erzählt hast, den du Bruder genannt hast, war nicht dein Bruder, sondern dein Mitbewohner?“ „Er war doch auch gestorben...er auch...“ „ Aber es waren doch keine Dämonen...“  „Wer weiß! Kannst du jetzt verstehen, wieso ich ein Jäger wurde....all die Dämonen hatten es auf mich abgesehen und alle, die ich lieben lernte, starben…deswegen…deswegen wollte ich ja auch allein sein, als Egoist gelten. Hauptsache ich lerne keinen mehr lieben…aber ich hatte versagt, zuerst Arina....und jetzt du ....ich...ich will nicht, dass jemand, den ich liebe, meinetwegen leidet!!!“ Zen hatte sein Gesicht wieder zur mir gewandt und ich sah nun die vielen Tränen, die ihm über die Wangen liefen.

 

Im nächtens Moment war ich wieder bei ihm und umarmte ihn, drückte ihn fest an mich um das Schluchzen von meinem Freund und seinen Schmerz zu beenden. „Zen! Zen! Hör auf, sonst heul ich gleich mit!“ Keine Reaktion, also falscher Satz. „Zen...Zen, hör zu!“ Ich legte meine Hände auf seine Wangen und ließ ihn mir in die Augen schauen. „Zen, wir werden es schaffen, hörst du! Ich bin ein Dämon, was soll da schon schief gehen!“  „Mein Egel...wurde auch zur einem Dämonen, aber sie ist trotzdem gestorben, aber ich mochte sie...alle, die ich liebe, sterben....“ „Aber Arina ist doch nichts passiert!“ „Nein, aber beinah wäre sie von einem Unterdämonen zerrissen worden, ich war in der Nähe und konnte sie noch retten, aber....“ „Schon gut, Zen, du brauchst das alles nicht zu erzählen, Zen!“

 

Er hatte seine Augen zugemachte und versuchte sich zu beruhigen. „Ich ...ich habe versagt, ich kann nicht ohne Liebe leben...ich brauche dich, Rafael!“ Er schmiegte sich an meine Brust. Es schauderte mich immer wieder, wenn der starke Zen plötzlich so verletzlich wirkte. Nachdem ich meine Arme um ihn legte, meinte ich leise: „Zen...wir werden es schaffen, hörst du...niemand wird uns trennen...niemand! Wir bewahren das Schwert deines Engels und ich werde dir soviel Liebe geben, dass du dich vergisst!“ Jetzt hörte ich Zen schmunzeln und lächelte auch, er hatte sich wieder aufgesetzt und versuchte sich mit den Ärmel seines Mantels die Tränen wegzuwischen.

 

Ich nahm seine Handgelenke von seinem Gesicht weg und näherte mich seinen Augen, dann küsste ich ihm die Tränen ab. Dann spürten wir wie unsere Kabine anhielt und wir lösten uns abrupt voneinander. Als wir die Attraktion verließen, hatten wir viele seltsame Blicke abbekommen, aber das war uns jetzt auch egal. Zen und ich hatten uns wieder beruhigt. Und ich hatte insgeheim für mich beschlossen, immer für Zen da zu sein. Ich würde das Geschenk seiner Mutter bewahren und ihre Liebe für ihn ersetzen, ich werde derjenige sein, der von Zen ‚sein größte Schatz’ genannt werden darf, der diesem Namen würdig ist.

 

 

Sollte auch ein gemeines Ende sein, aber dann habe ich’s mir doch anders überlegt^^

An diesem Teil habe ich länger gearbeitet, wegen Zeitdruck und am Ende war ich dann zu spontan...

Das oben, der Spruch, war auch ziemlich spontan -_-  Auch der Titel dieses Teiles, hoffentlich hat er nicht zu viel versprochen und wenn hab ich bei der Warnung doch nicht „lemon“ geschrieben, nicht war?

Na ja, wie auch immer C&C ist bei mir immer willkommen

 

lonasan@web.de 

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