Titel:
Rafael
Teil:
11
Autor:
Lona
Email:
Lonasan@web.de
Genre:
Reale Welt, Japan, Übersinnlich, Horror
Bewertung:
ab 12
Warnung:
wieder mal ein harmloser Teil^^
Inhalt:
Rafael ist ein Kind, das durch eine Vergewaltigung zu Welt kam. Er
Wird
aus seine Familie verstoßen, weil in ihm das Blut eines Dämonen schlummert.
Zuerst ist er ziemlich niedergeschlagen, aber dann merkt er, dass er erst jetzt
anfängt richtig zu Leben....
Teil11
Eine
Verlorene Seele
Es
war kühl geworden, angenehme frische Luft umhüllte die Menschen im
Freizeitpark. . „Was empfehlt mein Schatz denn so als Abendsnack?“, fragte
Zen grinsend, als wir an einem kleinen McDonaldsehnlichen Stand zu dem er mich
geschleppt hatte, standen. Ich hob die Schultern „Es war dein Magen der
geknurrt hatte, nicht meiner! Also lass ihn doch entscheiden!“ , lachte ich
zurück. Zen machte seinen Mund auf um mir ein Gegenargument zuzuwerfen,
machte ihn jedoch wieder zu, als plötzlich sein Magen, wie auf Befehl, wieder
was von sich hören ließ. Der Dunkelhaarige drehte sich zur Theke und meinte
dann: „In Ordnung ich wird dich überraschen.“ Ich nickte und zeigte dann zu
den kleinen Tischen, neben dem Stand „Ich werde dann mal einen Platz für uns
suchen, ja? Warte auf dich bei einem der Tische...“. Nach dem ich ein
abwesendes Nicken von Zen vernahm, ging ich einen Tisch suchen, was sich
allerdings als gar nicht so leicht
erwies, da in diesen Moment wohl zu viele Leute ihren kleinen Hunger befriedigen
wollten und dann wurde auch noch ein Tisch direkt vor meinen Augen besetzt, wo
ich mich doch so beeilt habe ihn zu haben und mich darauf nur blamiert hatte,
weil ich über einen Stuhl stolperte. Doch starke Hände hielten den Fall auf.
//Zen?// Ich blickte hoch, traf aber nicht auf von mir so geliebten grünen
Augen, sondern auf die angsteinjagenden Blauen. „Dim?!“
„Alles in Ordnung, Kleiner?“
Hecktisch befreite ich mich aus Dims Armen und trat ein Paar Schritte von ihm
zurück, entfernte mich aber auch immer weiter von Zen. „Äh….ja alles
o.k.”. „Das freut mich“, gab Dim sanftlächelnd zurück. Ich schaute
vorsichtig hoch, aber die blauen Augen waren nicht kalt, sondern warm...und sein
Lächeln. So hatte ich ihn noch nie gesehen, aber glücklich war das Lächeln
nicht. //Wieso ...ist er so traurig...?//
„Kann
ich mit dir reden?“ hörte ich ihn fragen. Bildete ich es mir nur ein oder
zitterte seine Stimme leicht? „Wenn es sein muss....“ meinte ich abwesend
zur Seite schauend. Ich wusste, dass meine Antwort nicht gerade freundlich war
und ich merkte, dass sein Blick noch trauriger wurde, aber er war ein guter
Schauspieler, also durfte ich seinen Augen nicht trauen.//Wer weiß, was er sich
schon wieder ausgedacht hat....// „Ich würde gerne unter vier Augen mit dir
sprechen....wenn es geht.“ Seine Stimme klang unsicher und sehr leise.
Irgendwie schmerzte es mich ihn so zu sehen, aber mein Verstand sagte mir, ich
solle mich beherrschen. Ich schüttelte den Kopf und ging noch ein paar Schritte
nach hinten „Entweder hier oder gar nicht...“ Meine Stimme klang bei weitem
nicht so fest, wie ich es mir vorgenommen hatte. In meinem Inneren zitterte ich
und alle möglichen Alpträume und Erlebnisse, unter anderem die Vergewaltigung,
spukten in meinem Hirn und brachten mich fast zur Ohnmacht.
Dim
ging auf mich zu und drängte mich weiter zurück. Ich fragte mich, wieso die
Leute an den Tischen nicht auf uns aufmerksam wurden und wieso Zen immer noch
nicht da war. Als ich mich umschaute stellte ich die Ursache fest, denn wir
waren inzwischen gar nicht mehr bei den Tischen. Irgendwie waren wir hinter ein
kleines Gebäude getreten oder waren wir nur an der Seite des kleines Hauses
neben dem Ort, wo die Tische waren? Ich wusste es nicht mehr, irgendwie musste
ich völlig weggetreten gewesen sein. Keine Menschenseele ging an uns vorbei,
ich und Dim standen zwischen kleinen Bäumen und hinter mir war eine Wand, die
mir den Fluchtweg versperren würde, wenn Dim seine Hände an die Wand neben
meinen beiden Seiten legen würde. Panik ergriff mich, als plötzlich alle möglichen
Vorstellungen, was Dim jetzt mit mir machen konnte, die verwirrenden
Erringrungen in meinem Hirn ersetzen.
„Hast du Angst vor mir, Rafael?“ fragte Dim aber ich hörte ihn kaum. Alles in mir explodierte vor Angst und Schwäche, ergriff mich, als ich langsam auf die Wand lehnend in die Hocke ging. Ich machte meine Augen zu und machte mir nicht mehr die Mühe, die schrecklichen Vorstellungen des weiteren oder meine Angst zu unterdrücken. //Soll er doch machen mit mir was er will, ich kann jetzt sowieso nichts mehr machen....
....kann
jetzt nicht fliehen, kann mich nicht wehren...// So blieb mir nur das Beten und
Bitten übrig. Unkontrolliert fing ich an,
Dim anzuflehen „Nein, bitte , lass das, mach das nicht, ich...“ Ich
brach ab, als ich spürte, wie Dims Hand mein Kinn anhob und mich zwang ihn
anzuschauen. Er hatte sich neben mir gekniet und schaute mir in die, sich mit Tränen
erfüllten Augen. Vorsichtig erwiderte ich seinen Blick, aber in seinen Augen
war weder der Wunsch mir weh zu tun, noch Verlangen oder Lust....nur Mitleid.
Wie von weit entfernt vernahm ich seine Stimme sagen: „Ich tu dir nichts.
Bitte ...ich bitte dich hab keine Angst vor mir....ich will dir nie wieder weh
tun...“ Ich hörte ihm kaum zu, erst später erreichte mich der Sinn des
Gesagten, erst als ich bemerkte, dass das Mitleid in seinen Augen nicht mir,
sondern Dim selber galt. Plötzlich spürte ich seinen Schmerz mit ihm. Nein,
das war keine Schauspielerei mehr, es tat ihm Leid mich damals so schlecht
behandelt zu haben. Als ob ich seine Handlung voraussehen konnte hörte ich den
rothaarigen Jungen flüstern, ohne das er sich traute mich anzuschauen: „Es
tut mir Leid...wirklich ...bitte verzeih mir, dass ich dir damals so weh getan
hatte...ich weiß es gibt keine Entschuldigung dafür, kein Argument wieso du
mir verzeihen solltest, denn damals war ich mir meiner Handlung bewusst. Ich war
weder unter Alkohol, noch irgendwas, was meinen Verstand blockieren
konnte....ich...“ „Schon gut“
unterbrach ich ihn, aber ich war so leise, dass er mich überhört hatte und
weiterredete. „Es reicht!“ meinte ich nun viel lauter, sodass Dim mich jetzt
nur noch anschaute und nichts mehr weitersagte. Jetzt war es an mir
weiterzureden: „Ich ...ich habe dir doch...doch schon längst verziehen!“
Dim blinzelte energisch „Wie aber...“ . Ich ließ ihn nicht aussprechen und
redete selber weiter: „ Obwohl das, was du getan hast eigentlich unverzeihlich
ist, bin ich dir nicht sauer. Ich weiß nicht wieso, aber ich kann einfach nicht
auf dich sauer sein“, meine Stimme wurde immer langsamer, ich drehte meinen
Kopf weg, als ich weitersprach: „..und
doch habe ich Angst von dir.“
Ich
atmete überrascht aus, als Dim mich plötzlich umarmte und an sich presste.
Meine Wange berührte flüchtig seine und unsere Tränen vermischten sich.
„Wieso weinst du?“ fragte ich leiser ohne mich
in Dims Umarmung bewegen zu können. „Weil...weil ich glücklich
bin...es ist , wie ein Segen, von jemanden wie dir verziehen zu werden...“ Er
löste sich von mir und meinte dann leiser, mich anschauend: „ Du bist der
Erste, der mir jemals etwas verziehen hat....“
Darauf
reagierte mein Hirn zuerst mit der Frage //Dann hat er schon sehr vieles
angestellt?//, aber dieser wurde gleich weggeschoben, da man Dim eine Menge
zutrauen konnte //aber, dass ich
der erste bin, der ihm verzeiht//, das wunderte mich. „Ach Quatsch, Dim! Du
machst mich ja noch verlegen!“ Ich lächelte ihn an, aber sein trauriger
Gesichtsausdruck änderte sich nicht. „Komm schon, ich kann doch nicht der
Erste sein, der dir was verziehen hat! Es gibt bestimmt Leute, die dir alles mögliche
verziehen haben, aber sich nicht getraut haben es zu sagen!“ Dim schüttelte
nur den Kopf ohne was zu sagen. Ich legte meine Hand auf die Schulter des
Rothaarigen und meinte dann : „Dim sei nicht so pessimistisch....ich weiß
nicht an wen du jetzt denkst, aber ...Hey, was ist mit deiner Freundin,
die...“ „Hat Schluss gemacht, weil ich mit ihr nicht zu ihren Eltern fahren
wollte,“ unterbrach Dim bitter, sodass ich leicht zuckte, dann aber mit meiner
Aufmunterungstour weitermachte. „Na ja, dann nehmen wir mal ein anderes
Beispiel....hm...“ Ich überlegte kurz bevor ich weitersprach „Als Kind hast
du bestimmt ganz viele Blödheiten angestellt, aber diese wurden dir doch
bestimmt von deinen Eltern...“ Ich hielt an, als ich merkte, wie Dims Blick
sich verfinsterte. Ich hatte ganz vergessen, dass sein Vater gestorben
und seine Mutter im Irrenhaus war.
Wir
saßen eine Weile ganz still und keiner wusste, was er sagen sollte. Plötzlich
schien Dim was in den Kopf gekommen zu sein, weswegen er gekommen war. Es war
also nicht allein die Entschuldigung. „Heute um Mitternacht...“ Er stockte,
ich jedoch wusste die plötzliche Andeutung nicht zu verstehen „Du musst um
Mitternacht fort sein!“ „Hä?“ Total verpeilt und blödguckend machte ich
ihm klar, dass ich nicht verstand. „Er...er
wird heute um Mitternacht kommen, er hat es auf Zen abgesehen...du hast noch eine Chance...wenn du.“ Völlig
außer Fassung redete Dim vor sich hin und ein Teil seiner Panik überging auf
mich, da ich nicht wusste, was zu tun war, wusste nicht wie ich ihn beruhigen
konnte. „Dim! Was zum Teufel ist los mit dir?! Wer kommt heute um
Mitternacht?“ Dim schaute mich ernst an, er atmete mehrmals ruhig aus, dann
sprach er : „Timorus“. Als ob das „Wer“ all meine Nerven beruhigt hatte,
sprang ich auf und schaute zu Dim runter, der weitersprach, zu mir hochschauend.
„ Rafael, ich will nicht, dass dir etwas passiert, aber solange du in der Nähe
von diesem Zen bist....“ Wie von der Tarantel gestochen schrie ich ihn an
„Was soll das! Woher willst du was von Timorus wissen! Hast du uns
belauscht?!“ „Nein...es ist...“ Dim erschrak über meine plötzliche
Reaktion, sodass er kaum reden konnte. „ Du willst mich doch nur mit Zen
auseinander bringen, da lässt du dir weiß Gott was einfallen!!!!“ Jetzt
reichte es Dim. Auch er sprang auf und nahm mich bei den Schultern, drückte
mich an die Wand hinter mir und meinte dann in einem ernsten Ton „Verdammt
noch mal, vergiss diesen Zen, vergiss mich, vergiss das alles! Denke daran, wenn
du bleibst, wird er auch dich töten! Ich will dich warnen, weil ich mir Sorgen
um dich mache! Schon bald wird es zu spät sein!“ Nein, Dim
wusste wovon er redete, es war also kein Bluff. „Aber woher...“ ich
redete wieder sehr leise und unsicher. „Das
ist doch jetzt auch egal...“ meinte Dim, mich unterbrechend. Er schüttelte
leicht den Kopf, schaute mir dann wieder ins Gesicht. Doch bevor er was sagen
konnte meinte ich: „Glaubst du...glaubst du wirklich, ich würde fliehen und
Zen allein lassen? Glaubst du, dass ich das mache?!“ Der rothaarige Junge vor
mir schloss seine Augen. „Ich habe es gehofft, Rafael...ich habe es
gehofft.“ Er ließ mich los, entfernte sich jedoch nicht :„Solange du in
seiner Nähe bist, bist du in Gefahr...ich will dir helfen, aber du hörst ja eh
nur auf deinen Zen!“ Er sprach das letzte Wort mit einer bestimmten Bedeutung
aus, die mir ein weiteres Mal bewies, dass Dim und Zen sich nun wirklich nicht
verstanden.
„Dim,
sag mir woher du von Timorus Bescheid weißt?!“ fragte ich den Jungen. Doch
statt mir zu antworten, wand er sich ab und ging weg. „Dim! So warte doch, sag
es mir!“ Ich war hinter ihm her gelaufen und hielt ihn am Arm fest. Der
Rothaarige schaute mich an und gab dann leiser zu, schon vor acht Jahren Timorus
Diener geworden zu sein. Überrascht ließ ich seinen Arm los. „Wie..? Wie so?
Ich meine, wie ist das passiert ..“ ich brach ab, als ich Zens Stimme mich
rufen hörte. Ich drehte mich zu der Richtung woher sie kam, machte aber keine
Anstalten zu meinem Freund zu gehen, sondern wandte mich wieder Dim zu, doch von
diesem war nichts mehr zu sehen. „Dim? Dim!“ Ich schaute mich um, suchte
nach ihn, aber er war nirgendwo zu finden.
„Da
bist du ja !“ hörte ich Zen sagen, der vor mir stand. „Was machst du
hier, die Warteschlange war megalang und dann durfte ich dich auch noch suchen.
Ist dir schlecht geworden, das du hinter das Häuschen musstest?!“ Zen grinste
schelmisch, worauf ich nur den Kopf schüttelte und mich entschuldigte, keinen
freien Tisch gefunden zu haben. „Schon gut, lass uns dort auf die Bank setzen,
das verputzen wir auch ohne einen Tisch!“ meinte Zen grinsend und zeigte auf
die Bank gegenüber dem Stand.
Wir
setzen uns hin, sodass das Tablett mit zwei Portionen der heißen Oktopus [1],
Reisbällchen und zwei Dosen Getränke zwischen uns stand. Zen griff sofort nach
den Stäbchen und fing an die dampfenden Oktopusse zu verputzen. Nebenbei
schnappte er sich ein Reisbällchen, biss rein und legte es wieder zurück.
Normalerweise würde ich über seinen Appetit lachen aber jetzt war es mir nicht
mehr danach. „Mascht du mir die Dose, mit dem Apfelsaft auf?“ fragte Zen mit
einem vollen Mund, von den kleinen Oktopusbällchen. Ich lächelte schon fast
gezwungen zurück und reichte ihn dann die offene Dose.
„Was
glaubst du, wie spät es inzwischen ist?“ fragte ich meinen Freund. „Schon
ungefähr 22 Uhr...wieso fragscht
du?“ Zen schluckte runter bevor er weitersprach „Die Nacht im Sommer bricht
eh später an...“ Zen schnappte sich abermals das Reisbällchen und bis zu, während
er kaute meinte ich abwesend: „...ja
...und doch wird es langsam dunkel...“Zen spürte meine Unsicherheit und vergaß
für einen Moment sein Essen, er würde mich wohl gerne aufmuntern und eine Hand
auf meine Wange legen, aber jetzt war nicht wirklich die Möglichkeit dazu, da
seine Hände nicht gerade sauber waren, wenn man daran denkt, wie gerne er nach
dem Essen, bei großem Hunger, mit bloßen Händen greift. Also blieb ihm nur
die Sprache um mich aufzumuntern: „Was
ist denn? Hm?“ Ich schaute zur Seite
„Nichts...ich wollte doch nur wissen, wie spät es ist...“ „So...?“ Ich
nickte kaum merklich. Zen stopfte sein letztes Essen in den Mund und schaute
dann zu meinem. „ Hmm, wenn du nicht bald zugreifst, werden, die Oktopusse
kalt oder von einem gewissen Zen aufgegessen!“ meinte er, als er mit dem
Finger grinsend auf das Essen zeigte. Ich nickte nur wieder. „Komm schon
Rafael, du musst was Essen. Sonst bekommst du Kopfschmerzen und gegen Vampire
hast du mit leerem Magen sowieso keine Chance...ahh ich weiß schon, du machst
dir Sorgen, weil wir heute gemeinsam zur Streife gehen wollten. Wenn du nicht
willst, kannst du nach Hause gehen.“ Ich schüttelte den Kopf und meinte dann
„Heute werden wir gegen mehr als nur Vampire kämpfen müssen....“ „Hm?“
Zen schaute überrascht zu mir. Ich drehte mich zu ihm um und sagte dann
„Timorus wird heute um Mitternacht angreifen.“ „WAAAS?! Woher...woher
willst du es wissen?“ „Das ist jetzt doch auch egal...Tatsache ist, dass uns
in zwei Stunden ein sehr großer Kampf...der Entscheidungskampf sozusagen,
bevorsteht.“
Zen
schaute mich ernst an, dann lehnte er sich zurück und verschränkte die Hände
hinter seinem Kopf. Mich anlächelnd sagte er „Na und, was stört dich dabei
zu essen, hm? Ich meine, soll er doch angreifen, wir werden uns stellen, etwas
anderes haben wir doch gar nicht vor.“ „Aber es ist schon in zwei
Stunden...“ meinte ich unsicher, während ich mir jetzt doch meine Portion
Oktopus nahm. Aber Zen schien die Zeit nicht wirklich zu interessieren. „Und?
In diesen zwei Stunden werden wir nicht stärker und mehr als das, was wir über
ihn wissen, werden wir auch nicht erfahren.“ Recht hatte er, irgendwann würde
es sowieso passieren. Bloß war ich im Gegensatz zu ihm noch nicht richtig
vorbereitet darauf. „Wollen wir, wollen wir nicht trotzdem nach Hause
gehen?“ fragte ich leiser. Auf Zens folgende Frage „Willst du es denn?“
nickte ich. „In Ordnung, aber iss erst mal zu Ende!“ Mein Freund lächelte
als ob nichts passiert wäre. Aber ich konnte es nicht einfach so, erst mal war
ich wohl doch nicht bereit und zweitens war da noch die Sache mit Dim.
Zen
schmiss sich aufs Bett. „Und was jetzt?“ Ich setze mich neben ihm auf die
Bettkante und schaute nach unten, aber seine Frage wusste ich nicht zu
beantworten. Nach einem kurzem und erfolglosem Nachdenken legte ich mich zu Zen
und kuschelte mich an ihn. Seine Nähe tat gut und die Wärme die er
ausstrahlte, beruhigte meine verwirrte Seele. „Ich
liebe dich...“ sagte ich ganz leise. Daraufhin drehte sich mein Freund
zu mir um und nahm mich in den Arm. „Ich dich auch, Schatz...“ Ich
schmunzelte ganz leise. Zen drückte mich noch fester an sich „aber irgendwas
stimmt doch nicht mit dir...“ Ich schüttelte schwach den Kopf. Mein Freund drückte
mich mit sanfter Gewalt von sich und redete weiter: „...woher weißt du, wann
Timorus angreift, hm?“ Ich schüttelte abermals den Kopf und flüsterte ganz
leise „Ich...es tut doch nichts zur Sache...ich meine das ist unwichtig...“
„Ist es das?“ fragte Zen nach, aber ich wusste, dass er mich nicht löchern
wollte und ich die Frage vorerst nicht zu beantworten hatte. Mein Freund schaute
mich weiterhin ernst an. Immer noch war diese kleine Entfernung zwischen uns,
die mir das Gefühl verlieh, von Zen weit weg zu sein. Ich wollte mehr von
seiner Nähe, sehnte mich nach seiner Wärme, also kuschelte ich mich wieder an
ihn und legte meine Hände um ihn. Er erwiderte meine Umarmung, sagte aber
nichts.
Doch
die Unruhe in mir lies sich von der wohltuenden Nähe meines Freundes
nicht einschüchtern, sondern breitete sich weiter aus, auch wenn es mir so
vorkam, als wäre sie am Anfang verschwunden. Dim, was war nur mit ihm? Er tat
mir leid und ich wusste nicht wieso. Ich wollte noch vor dem Kampf mit Timorus
alles über ihn erfahren. „Diener Timorus’“ hieß es, aber wer war ein
„Diener Timorus?“ So ein Name stand nicht in der Rangordnung , die ich in
dem altem Buch fand. Aber jemand muss es doch wissen.
„Was
muss jemand wissen?“ hörte ich Zen fragen und schaute fragend zu ihm hoch und
noch als ich „Eh?“ sagte
verstand ich, dass ich den letzen Satz wohl laut gesagt haben musste. Also
musste ich mich jetzt irgendwie rausdrehen, aber wieso nicht einfach Fragen „Zen....weißt du wer ein Diener Timorus ist...ich meine...“ Zen unterbrach mich und ließ mich los,
dann setze er sich auf und schaute zu mir nach unten. Sein Gesicht war
gleichzeitig ernst und besorgt, aber auch Überraschung war darin zu lesen.
„Woher hast du denn so was, Raf?“ Auch ich richtete mich jetzt auf, aber
auch diesmal drückte ich mich vor seiner Frage. Ich wollte nicht lügen, aber
ich wollte Dim auch nicht erwähnen, denn ich wusste wie Zen über ihn dachte
und vielleicht war es auch richtig so, nachdem wie er sich benommen hat, aber
ich konnte ihn einfach nicht hassen. „Sag mir einfach ob du etwas darüber weißt
....“ Zen drehte sich von mir weg und schaute in die Ferne, als er anfing zu
erzählen.
„Eine
verlorene Seele....wird von dem „Bösen“ aufgefunden und dazu überredet
mitzugehen, sie kommt in ein Labyrinth der Gefühle, wird verwirrt und vergisst
die guten Gefühle wie Freude, Glück und Liebe...“ Bei dem letzen Wort drehte
sich Zen zu mir und lächelte mich traurig an. Ich verdaute ein paar Minuten,
was er gesagt hatte und fragte
dann: „Verlore Seele? Damit meinst du einen Menschen nicht? Wie ist so ein
Mensch?“ „Verzweifelt...er
glaubt an nichts mehr und hält das Leben für wertlos...“ Zen schaute wieder
weg zu Boden „Die verschiedensten Menschen können
zu einer verlorenen Seele werden, aber die meisten davon haben einfach
nur ein scheiß Leben!“ Das letzte
Wort betonte er besonders. Zen machte eine Pause, dann stützte er sich auf
seinen Arm, deren Ellbogen auf seinem Knie war und sprach weiter „Natürlich
verlieren sie dann den Glauben daran, gut leben zu können und was machte der
verdammte Timorus?!“ Wieder drehte sich, diesmal aber schnell, zu mir um und
sagte ganz laut, seine Arme ausbreitend: „Der nutzt es aus! Er greift schwache
Leute an und bringt sich ihre Seelen unter Kontrolle!“
Ich
zuckte zusammen, als ich erkannte, dass Zens Augen sich mit Tränen füllten.
„Zen....?“ Ich streckte meine Hand aus und berührte seine Schulter. „Tut
mir leid...“ meinte er leiser und wischte sich die Tränen aus den Augen. Ich
nahm meinen geliebten Zen in den
Arm und strich im über den Rücken. Er versteckte sein Gesicht in meiner
Halsnische und nuschelte leise: „ich hasse diesen verdammten Timorus....“
Ich
konnte Zen so nicht alleine lassen, aber anderseits wollte ich in diesen Moment
unbedingt zu Dim. Ich musste einfach zu ihm hin...etwas zwang mich einfach dazu.
Ich löste mich von Zen und meinte dann leise ich müsse kurz raus. Nachdem ich
sein Angebot mitzugehen mit Erfolg abgelehnt hatte, war ich schon draußen, den
verdutzen Zen alleine im Zimmer lassend. Er würde es schon schaffen, derjenige
der mich jetzt brauchte war Dim....
Ich
traf im Flur auf Dims Mitbewohner Alex und fragte ihn, ob Dim auf seinem Zimmer
sei. Dieser nickte und wollte noch wissen, wieso ich denn plötzlich etwas von
ihm wolle. Er sagte noch etwas aber ich hörte es nicht mehr, da ich bereits auf
dem Weg zu Dims Zimmer war. Ich klopfte an aber keiner antwortete, die Tür war
jedoch nicht abgesperrt, also ging ich rein. Dim stand vorm
Fenster, eine Hand auf der Fensterscheibe und auch seine
Stirn hatte er an diese gelehnt. Seine Augen waren zu , so erkannte er
mich nicht, als er meinte: „Seit wann klopft ihr den an...“ er wollte noch
etwas sagen, aber als er seine Augen öffnete und mich im Spiegelbild des
Fensters sah kam nur ein überraschtes „Rafael!?“ heraus.
Ich
wusste nicht was ich da tat, als ich sehr bestimmt auf Dim zuging , der sich
umgedreht hatte und ihn umarmte, meinen Kopf an seine Brust legend. Ich spürte
wie sein ganzer Körper unter der Berührung zuckte und wie sein Herz aussetze,
im nächsten Moment hatte er sich auch schon mit Gewalt von mir losgerissen und
suchte halt an der Wand hinter sich. Sein Atem ging schnell und in seinen Augen
war Angst. „Warum...“ fing ich leiser an, wie bei einem wilden Tier, das
sich beruhigen sollte „warum erschreckst du dich so? Hast du Angst vor den Berührungen?“
Der
Junge vor mir war nicht der mutige Dim, den ich kennen gelernt hatte. Er hatte
Angst, erschien sich wie in einer Falle und der Grund dafür, war nur diese
kleine Umarmung. Heftig schüttelte Dim den Kopf, sagte aber nichts. Dann aber
schupste er mich weg und schrie, ich solle ihn in Ruhe lassen. Ich reagierte im
ersten Moment nicht, erst als er sich dann plötzlich an meiner Jacke
festkrallte und zu Boden sackte, legte ich meine Arme an seinen Kopf und strich
im durch die Haare. Dim zuckte nicht mehr unter meinen Berührungen, sondern
fing einfach nur an leise zu weinen.
Ich
weiß nicht wie lange wir da so standen, er auf den Knien vor mir, an meiner
Jacke festhaltend und ich in die ferne schauend, im durch die Haare streichelnd,
aber irgendwann hatte er mein Kleidunkstück losgelassen und legte seine Hände
nun einfach auf den nicht gerade warmen Boden. Ich ging in die Hocke und nahm
sein Gesicht in die Hände und flüsterte dann leiser „Wann hast du das letzte
mal geweint, Dim?“ Keine Antwort, nur ein blinzeln „Willst du mit mir darüber
reden?“ Er verstand und nickte dann kaum merklich. Daraufhin stand ich auf und
reichte ihm die Hand. „Komm der Boden ist kalt, lass uns auf dein Bett
setzen“ ich schenkte ihm ein warmes Lächeln, dass er dann nach einem kleinen
Zögern auch erwiderte, als er meine Hand nahm und sich von mir auf helfen ließ.
Der
Rothaarige hatte sich auf die Bettkante gesetzt. „Ich mach uns Tee“ meinte
ich noch im Stehen // Wenigstens das ist in diesem Heim möglich, würde Zen
jetzt sagen// dachte ich und schmunzelte. Doch als ich mich umdrehte, spürte
ich, dass Dim mich am Handgelenk festhielt. Als ich mich umdrehte, sah in das
verletze Gesicht „Nein geh nicht....“ „Ich
mach uns nur Tee, wir haben noch Zeit und...“ ich kam nicht weiter, da Dim
mich besitzergreifend zu sich zog und in eine genauso zwingende Umarmung zog.
Ich saß einfach da ohne mich zu bewegen oder anders zu reagieren. Nach einer
kleinen Pause lies er dann doch von mir ab nuschelte eine Entschuldigung.
„Schon
gut“ meinte ich lächelnd. Ohne seinen Blick zu beachten machte ich es mir auf
seinem Bett gemütlich, indem ich mich auf den Rücken legte und zur Decke
starrte. Langsam fing ich an zu reden. „Kannst du ihm nicht entkommen?“ „Äh?“
„Na Timorus“ machte ich ihm klar. „Wieso sollte ich?“ jetzt war es an
mir „äh?“ zu sagen.
„Er
ist doch der Einzige er mich braucht...“ nuschelte Dim. „Das stimmt doch
nicht!“ meinte ich eindeutig zu laut und richtete mich auf, daraufhin schmiss
sich Dim ins Bett, nun war er Derjenige, der zur Decke schaute. „Was bitte schön
stimmt daran nicht, Raf? Mein Vater ist abgekratzt, meine Mutter ist im
Irrenhaus, wer von denen braucht mich schon...“ ich sprach dazwischen, aber
Dims schenkte mir keine Beachtung sondern redete einfach weiter „Du hast ja
deinen Zen, der dich von mir fernhält, was auch richtig ist. Freunde habe ich
auch nicht, Alex und Nick sind zwei Brüder, die an sich keinen ranlassen und
ich bin dann doch alleine, sogar meine Freundin wollte mich nur wegen meiner
Streiche...sie hielt es für cool, aber nach der Sache auf dem Klo neben der
Sporthalle, meinte ich, damit aufhören zu wollen, woraufhin sie Schluss
machte...tolle Freundin, nicht wahr? Gott ich bin so ein verlogener Hund , dass
ich selber abkratzen sollte, ich sollte es sein, dem es weh getan wird und nicht
anderen...aber Timorus schützt mich davor und er braucht mich, egal für welche
Zwecke auch immer, ich...“
Verdutzt
hielt sich Dim an seiner Wange fest und richtete sich ein wenig auf. Die ganze
Zeit hatte er mich ignoriert, mich nicht reden lassen, er laberte etwas vor sich
hin und ich sah keinen anderen Ausweg , als ihm einfach ne Ohrfeige zu geben um
ihn auf mich aufmerksam zu machen. „Was redest du denn da?!“ Ich schluckte
wegen dem unangenehmen Kloß, der mir Hals steckte. So gut wie möglich
versuchte ich nicht zu schreien, aber es wollte einfach nicht gelingen
„Timorus nutzt dich aus! Und dein ganzer Gedankenlauf ist falsch! Du bist
nicht allein! Vielleicht lassen die beiden Brüder auch niemanden an sich ran
und dieser Julia, so wie du erzählst, war eh nicht gut für dich, also sei froh
sie losgeworden zu sein....aber alleine bist du nicht. Und du hast auch keinen
Tod verdient. Es kann sein, dass du ne Menge schlechte Sachen gemacht hast, aber
deswegen musst du doch nicht gleich mit dem Tod bestrafft werden. Ich habe dir
verziehen , wieso sollten es auch nicht die anderen tun? Ja Zen hat Angst um
mich, aber er hasst dich nicht....ich bin mir sicher, du tust ihm einfach nur
Leid wie auch andere verlorene Seelen.“ Ich machte eine Pause und erinnerte
mich an das Gesicht von Zen, als er von diesen Seelen sprach.
„Leid
tun.....Mitleid...Gott, ist das billig! Du bist doch auch nur hier, weil ich dir
leid tue.“ In seinen Augen waren nun doch wieder Tränen, als er mich wieder
wegschupste. Aber ich dachte auch im Traum nicht daran, wegzugehen. Im
Gegenteil, ich packte wieder sein Gesicht und wischte ihm die Tränen mit den
Daumen weg.
„Denk
nichts! Das sind nur Tränen des Zorns! Weil alle nur an Mitleid denken!!“
schrie er mich an. Daraufhin flüsterte ich nur leise: „Sind sie das? Sind es
nicht doch nur Tränen des Schmerzens? Du lässt nicht zu, dass dich jemand mag,
wieso soll dich dann auch jemand brauchen?“ „Also bin ich im Endeffekt an
allem Schuld?!“ Dims Stimme war bereits heiser geworden wegen dem ganzen
Schreien. Er schlag meine Hand weg und verkroch sich dann unter der Decke.
Ich
kniete neben dem Bett und sprach weiter: „Du hast Recht, wenn du Mitleid nicht
magst. Mitleid allein ist keine Hilfe, jedenfalls nicht für dich sondern viel
mehr für andere Leute. Mit dem Mitleid beweisen sie sich selber nur , dass sie
alles getan haben, um dir zu helfen. Sie merken nicht, dass sie sich und den
Bemitleideten belügen. Mitleid wäre, wenn ich jetzt kommen würde dich in den
Armen nehmen würde und sagen würde, dass alles wieder gut wird und weggehen würde.....Das
wäre Mitleid! Aber ich will dir wirklich helfen, weil ich mir ernste Sorgen um
dich mache, Dim. Weil ich dich mag!“ Bei dem Satz musste ich Lächeln. Die Gestalt vor mir hatte
aufgehört zu schluchzen und wurde still. Ohne sich umzudrehen fragte Dim leiser
„Aber ich...ich habe dir damals so sehr weh getan, wie kannst du mich nach so
was...mögen?“
Ich
nahm seine Decke weg, was er auch Überaschenderweise zuließ und drehte ihn
dann mit sanfter Gewalt zu mir um. „Dummerchen, ich hab doch so oft gesagt ,
dass ich dir verziehen habe, aber du hörst doch eh nie zu.“ Scherzhaft machte
ich einen Schmollmund, was Dim zum Schmunzeln brachte. „Du bist einfach zu süß!
Ich hatte mich nicht in dir
geirrt.“ Im nächsten Moment hatte Dim seine Arme um mich geschlungen und mich
auf den Mund geküsst. Ich blinzelte überrascht und wollte ihn von mir
wegschupsen, aber er war sowieso nicht weitergegangen, sondern ließ mich nach
diesem zarten und irgendwie sehr schüchternen Kuss seinerseits wieder los.
„Gomen...“
Nun
saßen wir beide auf dem Boden und lächelten uns an. Draußen war es bereits
stock dunkel, aber wir hatten die Zeit völlig vergessen. „Darf ich dir noch
etwas erzählen?“ fragte Dim dann irgendwie eingeschüchtert. „Klar Dim! Ich
hör dir gerne zu, aber du musst mir versprechen, dass du mich auch aussprechen
lässt und nicht wie Letztes mal einfach gen Decke redest!“ ich grinste meinen
Freund an. Dieser nickte dann und fing an zu reden.“ Schon ok...also wegen der
Vergewaltigung...“ er machte eine
Pause, als ich zusammenzuckte. „ich hab dir doch gesagt, dass ich dir deswegen nicht böse bin...“ „Nein
das ist es nicht, ich wollte dir nur sagen warum ich das getan habe...“ ohne
ihn anzuschauen meinte ich, ich wäre ganz Ohr. „Timorus meinte, ich sollte
Zen verletzen und wenn dann durch ihm wichtige Menschen....aber das war nicht
der Grund, warum ich dir DAS angetan habe...Timorus hatte mich zwar dafür
gelobt, aber ich habe es nicht für ihn gemacht...sondern für mich...“ Ich
schreckte auf und schaute ihn überrascht an. „Als ich dich das erstemal sah,
sah ich ihn dir einen sehr besonderen Menschen, etwas an mir faszinierte mich,
aber ich hielt das alles nur für ein Hirngespinst. Als ich erfuhr, dass du Zen
kennst dachte ich, ich nutze dich einfach mal aus. Aber hinter der Bekanntschaft
mit dir steckte mehr als nur meine Aufgabe....ich... mochte dich... schon von
Anfang an...“Als Dim nicht weitersprach meldete ich mich zu Wort, auch wenn es
mir in diesem Moment etwas die Sprache nahm „Und wieso hast du dann?“ „Ich
habe es zuerst mit Lui gemacht...ich habe dadurch versucht noch böser
zu werden...ich wollte Gott zeigen, dass ich mich rächen würde, dafür,
dass er mir so ein Scheißleben geschenkt hat! Ich habe alles was nicht
„gut“ war getan...aber dir wollte ich damals das wirklich nicht antun, bloß...“
„Bloß was?!“ ich war sehr aufgebracht, ich achtete nicht mehr auf das, was
Dim über Gott gesagt hatte. Ich wollte in diesen Moment nur wissen, warum er
das getan hatte. „Bloß als du Lui von mir sozusagen gerettet hast, warst du
so...so wunderschön...“ Ich zuckte zusammen und blinzelte ihn überrascht an
„Wunderschön?!“ Er nickte
„Ja...einfach umwerfend schön...und ich konnte mich nicht mehr zurückhalten,
ich ahnte mich von Anfang an angelogen zu haben, habe behauptet deine
Bekanntschaft wegen meiner Aufgabe mit Zen zu missbrauchen und als ich dich
vergewaltigte, habe ich auch nur daran gedacht, Gott zu beweisen, dass ich böse
bin , dass Gott an deinem Schmerz schuld sei, dass ich das alles für meine
Aufgabe tue, dass ich dadurch Zen verletzen würde. Das alles dachte ich, als
ich dich nahm, aber es war eine Lüge....den wahren Grund habe ich
mir erst später gestehen können...“ Er sprach nicht weiter und auch
ich bleib still, verdaute das Gesagte, am ganzem Körper
hatte ich Gänsehaut, als ob mir kalt wäre, zitterte sogar ein
ganz bisschen und wartete darauf, dass Dim weitersprach, was er nach
einem schweren Ausatmen auch tat. Er blickte mir in die Augen und meinte dann
„ Ich liebe dich, Rafael!“
Ich
weiß nicht wieso, aber in diesem Moment kam es mir vor, als würde die Welt
zusammenbrechen. Die weiteren Wörter von Dim erreichten mich kaum. „Als ich
erfuhr, dass du zum Teil ein Dämon bist, konnte ich es nicht glauben, wie könnte
so ein reines Geschöpf wie du ein Dämon sein? Ich dachte ich wäre daran
Schuld, weil ich dir deine Unschuld nahm, ich...“ Der Rotschopf brach ab, als
er merkte, dass ich ihm kaum zuhörte und das mir Tränen über die Wangen
liefen. Ich konnte meine Gedanken nicht ordnen, wusste auch nicht wieso, wieso
mich diese Worte so gerührt haben. Und das größte Rätsel für mich war, wem
diese Tränen galten, mir oder doch Dim, der trotz all seiner Schmerzen, doch
noch lieben konnte und diese Liebe dann auch noch nicht erwidert werden konnte.
„Es tut mir leid, dich zum weinen gebracht zu haben“ flüsterte Dim und
wollte meine Tränen wegwischen, aber das tat ich bereits selber. „Nein, mir
tut es leid. Jetzt gibt es auf dieser Welt doch jemanden den du liebst und ich
kann es nicht erwidern...“
„Ich
kann damit leben, ich hätte das auch nicht erwartet. Immerhin liebst
du...Zen..“ ausnahmsweise sagte Dim Zens Namen nicht, wie das seines Feindes,
sondern sanft und lächelnd dazu.
„Das du ihn liebst tut dir doch nicht leid oder?“ War da Ironie in seiner
Stimme? „Ich bin schon glücklich, dass du mir verziehen hast, dass du mich
magst und dass du jetzt für mich da bist....das ist schon zu viel für so ein
Schwein wie mich!“ „Baka!“ meinte ich sanft lächelnd „Nenn dich nicht
so!“ Schon fast lachend wuschelte ich ihm durch das Haar, als ob er hier der Jüngere
und Kleinere wäre.
Er
nahm meine Hände von seinem Haarschopf weg und lehnte seine Stirn auf die
meine. Jetzt wo ich wusste, dass er mich liebte, war ich vorsichtiger wegen
seiner Berührungen geworden, musste sofort an meinen Zen denken. „Danke“
meinte mein Gegenüber leise. Nur schwer wiederstand er dem Drang mich auf die
Lippen zu küssen und küsste mich stattdessen auf die Nase. Mit einem Lächeln
entfernte er sich von mir und lies meine Handgelenke los „Na los geh zu deinem
Zen, er wird dich bestimmt schon vermissen.“ Ich nickte, richtete mich auf,
bleib aber vor der Tür stehen und meine ohne mich umzudrehen. „Dim, du weißt
ich und Zen werden den bevorstehenden Kampf zusammen aufnehmen.“ Als ich mich
dann doch zu ihm umdrehte, sah ich, dass auch er aufgestanden war und nun
traurig zu Seite blickte „Ich verstehe...es
ist zu spät um auszutreten was?“ fragte ich und er nickte, sagte dann aber
„Aber ich verspreche dir, ich werde versuchen, dies zu tun, Rafael..“
Daraufhin lächelte ich ermutigend. „ Aber keine Angst wir werden es
schaffen, alle zusammen!“ Auch jetzt nickte Dim.
Ich
zitterte leicht, aber auch Dim meinte es sei kalt geworden, fast gleichzeitig
reagierten wir „Mitternacht!“ Tatsächlich zeigte die Uhrzeiger auf allen
Uhren genau auf Zwölf. Über dem Boden erschein ein Nebel, der immer dichter
wurde und immer höher stieg. Ich nahm Dim bei der Hand und zog ihn zum Ausgang
„Los wir müssen raus hier, sonst werden die ganzen Leute hier....“ Doch im
nächsten Moment war die Tür auch verschwunden. „Zu spät...“ meinte Dim
„ Wir sind nicht mehr in dem Heim, er zieht uns und die Dämonendimension,
sein Gebiet.“ Langsam verschwanden auch die Wände, die Möbel, alles und auch
der Boden war hinter dem dichten Nebel nicht mehr zu
sehen. Um uns herum war Schwärze, aber wo war Zen?
Plötzlich spürte ich einen Windzug und etwas flog auf mich und Dim zu.
Eine Schlange wie aus dem Nebel unter uns, eine art Geist, nein es war keine
Schlange. Es war ein Geist, der Geist eines Drachens und noch viele andere
im Vergleich mit dem Drachen und doch größer als wir. Geister flogen
auf uns zu. Rote und blaue leuchtende Augen musterten uns aus der Dunkelheit.
Ich schrie auf, als ein solcher Geist sich mir näherte und kniff die Augen vor
Angst des kommenden Schmerzens zusammen, aber es passierte nichts. Jemand hatte
den mich angreifenden Geist abgewehrt, doch es war nicht Zen wie ich es gehofft
hatte, es war Dim, der das fledermausähnliche Vieh mit bloßen Händen aus dem
Gefecht setze. Denn obwohl diese Wesen wie nebelige durchsichtige Geister
aussahen, waren sie physisch da und nicht nur täuschend, wie ich es am Anfang
annahm. Ich dachte man könnte nichts gegen sie ausrichten, aber das war nicht
so. Während ich nachdachte, war
Dim damit beschäftigt, die andren Geister zu schlagen, aber ihm wollte der
Kampf einfach nicht gelingen. Und dann war da noch der Drache. Und Zen war
nirgends zu sehen. //Verdammt!!//
Plötzlich
hörte ich einen lauten Schrei Dims. Als ich zu ihm blickte sah ich, dass er den
Geistern unterlege. Er lag auf dem
Boden und ein vogelähnliches Vieh griff in an. Es hatte die selbe nebelige
Farbe, Vogelflügel aber einen menschlichen Körper und das Gesicht war wie das
eines Vampirs. Dim schrie, da das Vieh in gerade den Arm ausdrehte. Mit einem
Schrei ging ich auf das Vieh los und versuchte es von meinem Freund
wegzukriegen, aber es gelang mir einfach nicht. Das angreifende Wesen breitete
seine Flügel aus und verpasste mir auf diese Weise einen Schlag, da ich hinter
ihm stand. Ich fiel einen Meter entfernt wieder zu Boden, umhüllt von dem Nebel
aus dem plötzlich duzende kleine Monster raussprangen und meinen ganzen Körper
bedeckten. Ich spürte diese mich beißen, mein warmes Blut fließen und dann
war da noch Dims Schrei und das Gelächter der leuchtendäugigen Beobachter.
//Wo bist du nur Zen!//
„Zeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeen!!!!!!!!!!!!!!!!“
Doch wie laut ich es auch geschrien hatte, die Unendlichkeit sorgte für kein
Echo, wie ich es Gedacht hatte, ihm Gegenteil verschluckte es nur meinen Schrei.
Zen würde also nicht kommen, noch nicht, ich begriff es. Und plötzlich
verstummte Dims Schrei und der Nebel verschwand , auch das Gelächter war nicht
mehr da, nur Stille und die völlige Dunkelheit. Kein Schmerz, keine Geräusche,
nur ich in der völligen
Dunkelheit...alleine...
Rafael
[1]
ein japnisches Gericht , Gebratenes Kalmaren- oder Tintenfischfleisch mit einbißchen
Teig und lecker Soße^^ *hunger bekommen hab*
„e?“
ist „was“ auf Japanisch, vergleichbar mit „hä“ ^^
„gomen“
entschuldige (eigentlich Entschuldigung)
„baka“
irgendwie liebevoll Idiot
Ha,
ein weiterer Teil ist fertig =^_-_^=
Für
diesen Teil hatte ich mehrere Möglichkeiten für die Überschrift und es fällte
mir schwer eine zu finden, na ja besser gesagt auszusuchen. In diesem Teil wurde
viel geheult und vor allem geredet nicht ^-^
na ja da man nichts machen...
Ich
weiß schon wie es weitergeht :lol: aber hier ist der 11 Teil nun mal zu ende^.^
auf zum Kampf *den zwölften Teil schreiben geh*