Von

Von: Lona [Lonasan@hotmail.com]

Warnung:  Andeutungen zu shonen ai , sonst ungefährlich und in diesem Part habe ich ein paar japanische Begriffe benutzt, aber auch nur ganz wenige. Und außerdem sind sie unten alle mit Übersetzung aufgelistet.

Kommentar zur Story: Tja, der den letzten Teil gelesen hat, wird sich ja vorstellen können, worum es hier geht^.^

Feedback: Ist der erste Fanfic, den ich veröffentliche(aber mehrteilig) , also nur her mit den Kommentaren, damit ich mich auch verbessern kann^^ und seit doch nicht ZU streng, ja? 0.O

 

 

Teil 4

Kaze

 

 

Der Wind tobte hinter dem Fenster und drohte die Fensterscheibe einzuschlagen und hineinzugelangen. Er richtete die Regentropfen direkt gegen die Fensterscheibe, doch keiner von uns sorgte sich um das, was draußen geschah. Unschuldig und gleichzeitig fragend schaute Zen mich an.

 

 

„Ich versteh nicht,“ sagte er mit einer unentschlossenen Stimme, wie ich es von ihm nicht gewohnt war. „Und ob du verstehst, was ich meine! Du hast Dim erzählt...du hast ihm...“ Ich konnte es nicht in Worte fassen, denn ich war völlig durcheinander. Zen wurde auch irgendwie nervös, er stand auf und  packte mich fest an den Schultern. „Ich hab Dim nichts erzählt, hörst du! Ich hab ihm einen Kinnhaken verpasst, ja, aber ich habe ihm nichts von Bedeutung erzählt,“ behauptete Zen. Mir kamen die Tränen, hätte Li mich nicht festgehalten, wäre ich gefallen. „Aber, wenn du es nicht ...ich meine, woher weiß er sonst, dass...“ „Dass was,“ drängte Zen. „...dass ich dich darum bat, ...bei dir ..bei dir zu schlafen,“ brachte ich endlich hervor, wurde rot und schaute zu Boden. „Ich...,“ Zen stotterte. //Hat er das doch erzählt?/ „Ich weiß es nicht...vielleicht wegen dem Doppelbett oder so...keine Ahnung, aber glaub mir, ich hab ihm nichts erzählt! Rafael, so glaub mir doch?“  //War das eine Bitte? Er sagte ´Rafael´ ... er nennt mich Rafael?// Irgendwas in mir sorgte für einen kurzen Moment der Freude, der gleich auch wieder verschwand....

 

„Ich weiß, ich bin schwach,...aber ...es muss doch nicht gleich jeder wissen...“ Zen schaute mich verständnislos an, dann wieder ernst. „Ich kann ihm doch nicht erzählt haben, du wärst schwach, wenn ich dich nicht für schwach halte!“ Ich schaute zu Zen hoch, als er weitersprach: „WER, wer hat gesagt, dass du schwach bist, hmm? Hat ER das gesagt?“ „Aber er hat doch Recht, wenn...“ Wie kannst du diesem Typen, den du nicht kennst glauben?!“ „Wem soll ich denn glauben?! DIR etwa, ich kenn dich doch auch kaum...und dann,...“ Abermals drängte Zen mich weiterzusprechen. „Du hast mich ANGELOGEN!“ „Das ist nicht wahr!“ Weder Zen noch ich konnten uns unter Kontrolle halten. Er stand mit geballten Fäusten vor mir und ich versuchte meine Tränen zu stoppen, aber es klappte nicht. Ich fing sogar an zu schluchzen.  

 

Draußen hörte es auf zu regnen, nur der pfeifende Wind war noch zu hören. Ich konzentrierte mich für einen Momente auf dieses Geräusch und mir schien, der Wind wollte mir was sagen.

 

Zen atmete tief ein und sagte schließlich: „Setzt dich...“ Er führte mich von der Bettkante zur Mitte des Bettes. „Komm schon.“ Mit sanfter Gewalt zwang er mich dazu, dann ging er weg und holte ein Glas Wasser und näherte es meinen Lippen. „Trink was,“ sagte er auffordernd. Ich tat, wie mir empfohlen wurde. Das half ein wenig. „Ich hab dich niemals angelogen, Kleiner,“ sagte er mit dem selben sanften Ton. Ich schaute zu ihm, doch die Tränen verhinderten, dass ich seinen Gesichtsausdruck erkennen konnte. Zen sprach weiter. „Ich hab ES dir verschwiegen, aber nur um deiner Sicherheit Willen, verstehst du?“  Ich nickte und guckte wieder zu Boden. //er hatte ja Recht.... es waren nicht seine Worte, die mich ihm nicht vertrauen ließen, sondern die Angst...aber dafür konnte Zen nun wirklich nichts. Wahrscheinlich weiß er gar nicht, wer ich bin,...was ich bin. Dann werd’ ich ihm...ich werde es ihm auch VERSCHWEIGEN. Ich weiß nicht wie lange, aber irgendwas an diesem Jungen lässt mich ihm vertrauen. Ich will ihm vertrauen...ich werde ihm nicht alles anvertrauen, aber ich will ihn nicht hassen,// dachte ich im Stillen.

 

Immer noch schluchzte ich und weinte vor mich hin, ich schaute zur Seite und versuchte meinen Mund zu einem schiefen Lächeln zu verziehen. „Siehst du, jetzt heule ich schon wieder und du sagst ich sei nicht schwach.“ „Dummkopf,“ sagte Zen mit einem warmen Lächeln und setzte sich neben mir auf das Bett . „Nur weil du weinst, bist du noch lange nicht schwach...“ Er legte seine Hände auf meine Wangen und wischte mir die Tränen mit den Daumen aus den Augen, die sich weiterten, ich sah , dass  Zen ebenfalls Tränen kamen, die er zurück zu halten versuchte.

 

 

 

„Alle Menschen weinen und das ist normal. Was ist am Weinen schon anders als am Lachen.“ Ich verstand nicht und sein Lächeln wurde nur noch angenehmer. „Gefühle zu zeigen ist keine Schwäche, Rafael.“ //Schon wieder...// „Sag das noch mal!“ „Hm?“ „Sag ihn.. sag meinen Namen noch mal,“ bat ich Zen. „Es klingt so schön, wenn du ihn sagst.“ Ich wusste, was ich da gesagt habe, aber ich wusste auch, dass ich es nicht bereuen würde.

 

„Rafael...“  Ich beugte mich vor, Zen nahm mich in den Arm und sprach weiter: „...du kannst doch gar nicht schwach sein. Leute, die schwach sind und in so einem Heim landen, erzählen ALLEN von ihren Problemen, ob die nun groß oder klein sind und du... du hast NIEMANDEM erzählt, warum du hier hergekommen bist. Und mir scheint, dein Grund ist viel ernster, als die der anderen....“ Ich sagte nichts, sondern kuschelte mich  weiter an seine Brust. „Aber mit niemandem darüber zu reden ist auch falsch. Ich hör dir gerne zu, ich wäre froh derjenige zu sein, dem du es erzählst....aber wenn du mir nicht vertrauen kannst, habe ich vollstes Verständnis...“ Zen schob mich von sich weg, um mir in die Augen zu schauen. „Aber bitte tue mir den Gefallen, rede darüber! EGAL MIT WEM, aber du MUSST darüber reden.“ Ich nickte, inzwischen hatte ich aufgehört zu weinen und zu schluchzen. „Ich werde es dir erzählen...“ Ich betonte kein Wort, sondern sagte es gleichmäßig und beobachtete,  wie Zens Augen vor Überraschung aufleuchteten und wie das Leuchten wieder verschwand, als ich weitersprach. „Nicht jetzt, aber ich werde es DIR erzählen.“ Diesmal betonte ich das Wort ´Dir´. „...wenn es soweit ist.“  Ich konnte nicht länger Zen in die Augen schauen, also guckte ich wieder weg. So saßen wir eine Weile da. Der Wind hatte sich beruhigt und schien uns zu lauschen.  „Danke,“ sagte ich schließlich leise und ging aus dem Zimmer.

 

 

Ich war Zen nicht böse, wieso auch? Und auch er schien mir keine Vorwürfe machen zu wollen. Es war mir recht so, aber ich wollte in dem Moment nicht bei ihm sein, da ich immer noch Angst hatte. Ich dachte, ich würde ES ihm zu früh sagen und das wollte ich verhindern. So ging ich zu Dim, um Zen für einen Moment zu vergessen. Dann erinnerte ich mich wieder daran, dass Dim doch sagte, Zen hätte ihm gesagte, dass ich schwach und so wäre. Aber irgendwas ließ mich Zen mehr glauben, als Dim, doch ich tat so, als ob Dim Recht hatte. Wieso ich das tat, weiß ich auch nicht.

 

Dim unterhielt sich gerade mit seinen neuen Mitbewohnern, als er mich erblickte verschwand das Grinsen, das er eben noch hatte. Ich musste etwas sagen, ohne die Sache direkt anzusprechen. Das einzige, was mir einfiel war: “Darf ich mitreden?“ Schon legte Dim einen Arm um meine Schulter und wuschelte mir mit der Hand durch die Haare. „Das ist mein kleiner Raf,“ grinste er die anderen an, er sagte es auf Englisch und erst jetzt fiel mir auf, dass die zwei  Jungs, mit denen er redete, Europäer waren und anscheinend auch Engländer. Die beiden Jungs grinsten mich an, dann sagte der Blonde: „Na, Raf willst du nicht auch bei uns einziehen!“ „Wie hältst du es mit diesem Japaner aus,“ fragte dann der Braunhaarige. Ich erwiderte: „Ihr lebt in Japan, da trifft man oft auf Japaner, wenn ihr nicht damit klar kommt, müsst ihr schon nach England oder sonst wohin ziehen!“ Jetzt schienen die beiden überrascht. „Das tun wir, glaub mir. Irgendwann gehen wir hier weg,“ sagte der Braunhaarige und der Blonde stimmte zu: „Ja, weißt du, unsere Eltern arbeiten hier und wollen, dass wir auch ne Japanische Ausbildung haben, wenigstens bis Ende Mittelstufe und dann fahren wir nach England...Echt unlogisch nicht?!“ „Eure Eltern,“ fragte ich erstaunt. Diesmal antwortete der Braunhaarige: „Ja, wir beide sind Brüder, unsere  Eltern haben uns in dem Heim abgegeben, weil sie keine Zeit für uns haben. Die reisen ständig hin und her...von England nach Japan und zurück“ Der Blonde sprach weiter: „Und wenn sie in Japan sind, kommen sie uns nicht besuchen, deswegen hassen wir sie!“ Ich erinnerte mich an Zens Worte. //..Leute, die schwach sind und in so einem Heim landen, erzählen ALLEN von ihren Problemen, ob die nun groß oder klein sind...// „...schwach..,“ flüsterte ich. „Was?“ Der Blonde schaute mich verständnislos an. „Ihr seht aber nicht wie Brüder aus,“ sagte ich ausweichend.

 

„Meinst du die Haare,“ hörte ich Dims Stimme und drehte mich zu ihm. Er zeigte auf den Blonden: „Alex hat sie sich färben lassen, weil er früher das typische schwarze Haar der Japaner hatte und Nick hat das Glück von ihre Mutter das Braun behalten zu haben.“

 

//Gott, wie viel haben sie Dim denn schon über sich erzählt....und wieso sind sie bloß so feindlich gegenüber Japanern,// fragte ich mich selbst, wollte ihren Problemen aber nicht noch weiter zuhören. „Und willst du bei uns einziehen? Dann können wir Lui loswerden.“ „Lui?“ „Das ist der...“ „..Japaner, der wahrscheinlich bei euch lebt,“ sprach ich Dim dazwischen. „Du hast es verstanden,“ grinste der Braunhaarige...Alex und zeigte den Daumen hoch. 

 

„Hört mal, morgen ist Montag und da ich krank war, muss ich noch etwas nachholen,“ sagte ich schließlich. //Gott, sollen die mich für einen Streber halten, ich rede jetzt doch lieber über Schule.// „An welcher Schule hast du dich angemeldet, Dim?“  „Hm? Also.. eigentlich hatte ich nicht vor, zur Schule zu gehen und dafür noch was zu zahlen,” antwortete Dim. Die beiden Brüder schauten überrascht zu mir, dann sagte Nick: „Dieses Jahr beende ich die Pflichtausbildung, bei Alex dauert es noch ein Jahr, bis er 15 wird, aber das war’s dann auch schon.“ „Danach gehen wir nach England,“ sprach der Blonde stolz. Ich drehte mich um und ging nach oben. „Ach, macht doch, was ihr wollt...“ „Du bist ja genau so streberhaft wie Lui,“ rief der ältere Bruder mir hinterher. Dim warf ihm einen bösen Blick zu und lief mir nach.

 

„Also gut, das Geld vom Heim wird für die Schule reichen, ich geh mit dir auf eine ,ja?“ Ich nickte müde. „In meine Klasse? Mit Zen...“ Ich kam nicht weiter. „Zen! Zen geht zu Schule?!“ Dim fing an zu lachen. „Das hätte ich nicht gedacht.“ „Das hab ich zuerst auch nicht geglaubt...“ Das Gespräch schien  nicht besonders vielversprechend zu werden, also wollte ich mich von Dim verabschieden. „Du...da gibt es noch etwas...,“ sagte Dim. Ich wartete auf seine Antwort. „Na ja, es fehlt an Betten und ihr habt doch eins, das ihr nicht braucht ...die ihr nicht braucht!“ //Ach ja, er weiß, dass ich oft bei Zen schlafe, aber Zen hat es ihm nicht erzählt...das sagte er doch! Er meinte, es könnte an dem Doppelbett liegen, ach ich versuch ’s..// „Ich schlafe NICHT bei ZEN!“ Bei dem Schrei zuckte Dim zusammen. „Nein, ich meinte eigentlich das Bett neben dem Schrank...da ist doch eins, oder?“ //Das Bett neben dem Schrank?// Das hatte ich völlig vergessen. “Ja, da ist eins, aber ich weiß nicht, ob Zen das für DICH aufräumt.“ „Die Betreuer werden ihn dazu bringen oder er muss auf SEIN Doppelbett verzichten.“ Er hatte das Wort SEIN sehr betont. Ich war völlig durcheinander, Zen sagte, er hätte mit den Betten nichts erzählt und Dim schien mir geglaubt zu haben und dachte wahrscheinlich, dass Zen ihn angelogen hat. Aber je öfter ich mir darüber Gedanken machte, desto mehr geriet ich durcheinander. „Das eine Mal, das du bei ihm geschlafen hast...da hattest du bestimmt deine Gründe,“ sagte Dim vor sich hin....//Das eine Mal? Er denkt, ich hab nur einmal bei ihm geschlafen!// Der Gedanke erleichterte mich.

 

 

Dim und ich kamen zu meinem und Zens Zimmer. Als wir in das Zimmer reingingen, blinzelten Zen Dim an und dann auch mich. Da fing der Wind auch wieder an zu toben und verrückt zu spielen, als ob der Wahnsinn über ihn Oberhand gewonnen hätte. Furchteinflößend war das Wetter draußen und genau so angsteinjagend war die Stimmung in unserem Zimmer. „Er...,“ ich kam nicht weiter, denn Dim unterbrach mich: „Ich brauch ein Bett und ihr habt bestimmt eins, das ihr nicht braucht.“ „Nicht für dich,“ zischte Zen. Einer der Betreuer kam wie gerufen. „Jungs es ist Schlafenszeit, Zen würdest du bitte...“ Zen sagte nichts, sondern stand auf und zeigte auf mein Bett. „Nimmt es, ich räum gleich das Bett auf und gebe es Rafael, also los!“ Der Betreuer achtete nicht auf Zens grobe Art, sondern packte zusammen mit Dim das Bett, sie hoben es hoch und trugen es weg. „Wir sehen uns morgen in der Schule, Raf,“ sagte Dim bevor er die Tür zumachte und zusammen mit dem Betreuer verschwand.

 

„In der Schule,“ fragte Zen verständnislos. Ich antwortete nicht, Zen blickte mich verletzt an. „Ich dachte, wir hätten uns...versöhnt.“ //Versöhnt? Vielleicht, aber ich sollte wohl trotzdem Abstand halten.// Doch das sagte ich nicht laut, sondern ging zum Schrank. „Wolltest du das Bett nicht aufräumen?“ Zen schüttelte den Kopf. Dass ich nicht auf seine Fragen antwortete, verletzte ihn irgendwie. „Nein, mach ich morgen. Heute schläfst du bei mir.“ „Nein!“ Die Augen von Zen waren noch trüber geworden. „Wieso?“ Ich entwich wieder der Frage. „Kannst du dein Bett nicht einfach auseinanderschieben bis morgen?“ „Wieso,“ fragte Zen schon wieder. „Wieso nicht?!“ 

 

Eine Weile sagte keiner was, dann sprach Zen: „Wenn du heute bei mir schläfst, sag ich s dir.“ „Ich will aber nicht,“ erwiderte ich und drehte mich zum Fenster. „Du weißt doch, ich beiße nicht,“ versuchte Zen zu scherzen.

„Ach, tust du nicht? Woher soll ich denn das wissen. Du bekämpfst Dämonen und ...„ „Ach, das ist es,“ unterbrach mich Zen und legte seine Arme um mich. Er legte sein Kinn auf meine Schulter und blickte auf unser Spiegelbild, das an der Fensterscheibe entstanden war, da es draußen bereits stockdunkel war. „Hast du Angst vor mir,“  fragte er schließlich. „Das brauchst du nicht. Du bist ein Mensch, ich töte nur Dämonen,“ versuchte  Li mich zu beruhigen . „Bin ich nicht,“ flüsterte ich. „Hm?“ Anscheinend hatte Zen mich nicht verstanden, na um so besser. Ich schüttelte den Kopf und befreite mich aus seiner Umarmung.

 

Ich setzte mich auf das Bett und nach einer längeren Pause sagte ich schließlich: „Nur heute ja,...ich...ich will ein bisschen...“ „...Abstand halten,“ sprach Zen fragend für mich weiter. Ich nickte. „O.K.,“ sagte Zen irgendwie betrübt und ging zum Schrank, um sich umzuziehen, ich tat es ihm gleich.

 

 

Das Wetter hatte sich wieder gelegt. Draußen herrschte Stille und nur das leise Singen der Grillen, an das ich mich bereits gewöhnt hatte, war noch zu hören. Ich war froh, bei ruhigem Wetter schlafen zu können.

 

Eingeschüchtert blickte ich zur Zens Profil, der zur Decke schaute. Ich beobachtete seinen Mund, als er sagte: „Willst du es wissen?“ „Ja,“ flüsterte ich leise. Er wandte sich zur mir. „Ich mag keine schmalen Betten, weil ich ...Platzangst habe.“  Ich richtete mich abrupt auf. „Wie bitte?!“ Ich war erstaunt, er soll PATZANGST haben!? Der tapfere Kämpfer, Platzangst?!

 

 „Ja, lach ruhig,“ flüsterte Zen und zog einen Schmollmund. „Nein, ich ...ich meine, ich...“ „Du kannst es dir nicht vorstellen, nicht wahr?“ „Ja,...aber wenn ich mit dir in einem Bett schlafe...“ „Das ist was anderes,“ unterbrach mich Zen. Dann richtete auch er sich auf. „Ich mag die Einsamkeit, weil ich von vielen Menschen gehasst werde....oder gefürchtet werde, bin ich lieber allein...,“ erzählte Zen sehr langsam. „Auch du fürchtest mich jetzt, aber du und Arina ihr seid anders, als all die anderen Menschen, die ich bis jetzt kennen gelernt hatte...Bei euch beiden fühle ich mich wohl,“ endete er schließlich und legte seinen Arm auf meine Wange. //Aber ich bin kein Mensch...//  Ich war von Zens grünen Augen so fasziniert, dass ich nicht wegblicken konnte. Das Licht des Mondes ließ seine Augen sehr hell wirken.

 

Dann nahm Zen seine Hand weg und fiel zurück auf das Bett. „Aber kein Mensch ist perfekt, Arina kann echt nervig sein...“ Er grinste vor sich hin, dann schaute er zu mir, sehr viel ernster „ ...und du... du  hast nun Angst vor mir.“ //Kein Mensch ist perfekt...ich bin nicht einmal einer, wäre ich einer, hätte ich keine Angst vor dir,// überlegte ich... Ich sagte jedoch nichts, sondern beobachtete ihn, wie er langsam einzuschlafen anfing. „Zen..“ „Hm?“ „Du bist heute nicht zu Streife gegangen.“ Zen streckte seine Hand  und legte sie um meinen Nacken, dann zog er mich langsam zu sich. „Du bist mir wichtiger als ein paar Dämonen oder gar der Weltuntergang,“ hauchte er mir scherzhaft gegen die Lippen und berührte diese kurz mit seinen eigenen. Mich schauderte es, irgendwie angsteinflößend  und doch prickelnd war diese kurze Berührung. Als Zen seine Hand von meinem Nacken nahm, legte ich mich sofort auf meine Seite des Bettes und drehte mich von ihm weg. Ich berührte mit  zwei Fingern meine Lippen, war zu müde, um darüber nachzudenken, wieso er das gemacht hatte oder mich zu fragen, wieso ich diesen kurzen Moment so schön fand. Zen spielte mit meinem Haar und flüsterte: „Gute Nacht.“  Mit einem Lächeln schlief ich endlich ein.

 

          

Das laute Klopfen des Windes am Fenster weckte mich auf. Mühsam machte ich meine Augen auf und blickte zur Uhr. //Mist zehn vor Acht!// Schon war ich wach und schüttelte Zen. „Los, wach auf!“ Ich wurde  gepackt und plötzlich lag ich auf dem Rücken,  Zen war über mir und blinzelte mich böse an. „Ich sagte doch, tue das nie wieder!“ „Gott, wie lange ich das her? Oder willst du mich jetzt umbringen,“ versuchte ich zu scherzen, doch Zens Griff wurde fester und meine Augen füllten sich mit Angst  //Er scheint es ernst zu meinen.// „Nein, ich werd’ dich nicht umbringen, ich habe was besseres vor!“ Sein Gesicht näherte sich dem meinen. //Will er mich etwa.. schon wieder...aber wieso...?//.

 

Plötzlich fing Zen an zu lachen, er stand auf und reichte mir seine Hand  „Du hättest dein Gesicht sehen müssen,“ lachte er los. Ich packte seine Hand, doch statt mich zu bedanken, beschimpfte ich ihn beleidigt. „Baka!“ Ich ging schnell an ihm vorbei in das Bad. Zen lief mir hinterher. „Ach, komm schon, Kleiner!“

 

„Wieso bist du denn sauer,“ fragte er mich, als wir uns gemeinsam die Zähne putzten. „Wegen dem Streich?“ Ich antwortete nicht, sondern ging wieder in das Zimmer, zog mir schnell die Schuluniform über. „Oder weil ich dich doch nicht geküsst habe,“ scherzte er weiter. Puterrot verließ ich Zen, der sich nur zu Hälfte angezogen hatte und lief weiter die Treppe runter, schnappte mir einige Trockenriegel und verschwand.

 

Ich hatte Dim völlig vergessen, jetzt dachte ich nur daran, rechtzeitig zu Schule zu kommen. Und weg von Zen.  Als ich durch die Allee ging, muss ich mich gegen den Wind stemmen. Eine Starke Windböe kam auf mich zu. Ich drehte mich um, um  mein Gesicht vor dem Wind zu schützen und erblickte den dunkelhaarigen Jungen hinter mir. Dann wandte ich mich wieder um und ging noch schneller meinen Weg. Ich nahm schnelle Schritte hinter mir wahr, ich wurde  von Zens Händen  gepackt und an ein Baum hinter mir gedrückt, doch bevor ich verstehen konnte, was los war, presste Zen seinen Mund auf den meinen. Seine Augen waren geschlossen,  meine dagegen weiteten sich vor Überraschung. Sein Griff war zu hart, um mich zu befreien, doch sein Kuss war zu sanft, um den Kopf abzuwenden. Also genoss ich, seltsamerweise, das Gefühl, von einem Junge geküsst zu werden, bis Zen seine Lippen von meinen fortbewegte. Die starke Windböe war verschwunden. Der Wind strich zart über unsere Haut und umspielte unsere Haare. Mit großen Augen schaute ich hoch zu Zen.

 

Plötzlich fing er an zu Grinsen: „und jetzt ...besser?“ Ich blinzelte ihn böse an und schlug ihm vor Wut auf den Kopf, so dass er sich vorbeugte, um sein Gleichgewicht nicht zu verlieren und auf den Bode zu fallen  „Du VOLLIDIOT,“ schrie ich ihn von oben an, dann wandte ich mich wieder um und ging schnell weg. Zen schrie mir hinterher: „Ach , komm schon, das war doch, was du wolltest!!!“ „VON WEGEN,“ schrie ich zurück. Ohne mich umzudrehen hob ich meine Hand, um ihm den Mittelfinger zu zeigen. Ich dachte, ich kochte vor Wut. //Was erlaubt er sich bloß für Späße, dieser Baka!!! //  Ich schrie wütend: „Und das nennst du Abstand halten!?“ „ Ich bin nicht derjenige der Abstand halten will,“ antwortete er beleidigt. Ich hob nun meine beide Arme hoch, um demonstrativ mit den Schultern zu zucken. „O.k. O.k. ich hab’s verstanden!“  „Also kein Abstand mehr,“ fragte Zen in kitschigem Ton, doch ich wollte das Thema nicht mehr ansprechen. Dann drehte ich mich doch um: „Na los! Wir kommen noch zu spät!!!“ Zen holte mich ein, umarmte mich und fing an mich zu knuddeln und redete immer noch in diesem kitschigen Ton, der einem Quietschen ähnlich war. „Och, Rafael-chan, sei doch nicht gleich böse! Tut mir leid, Rafael-chan. Rafael-chaaaaaaan!!!!“ Ich riss mich von dem in seine Kindheit zurückgefallenen Zen los. „Pah, es hilft dir nicht, wenn du mehrmals meinen Namen sagst!“ „Ach, was soll ich denn tun, damit du nicht mehr so sauer bist?” Schon wieder war Zen gefährlich nah an meinem Gesicht. „Soll ich dich vielleicht noch mal küssen,“ grinste er mich an.  Ich entfernte mich aus seiner Reichweite. „Wage es ja nicht, Li! Ist doch abartig!“ Mit diesen Worten lief ich fort und ließ den verwirrten Zen hinter mir, der mir später nachlief.

 

 

Endlich waren  wir in der Schule angekommen. „Morgen, Jungs! Eine Minute vor Unterrichtsanfang,“ begrüßte uns Arina. „Morgen, Kleines,“ grinste Zen sie an. Ich lächelte ihr zu: „Hallo!“ „Ist was,“ fragte diese verständnislos. „Was soll schon los sein,“ fragte Zen, immer noch mit dem Grinsen im Gesicht. Sie zeigte auf  Zen, dann auf mich und wiederholten der Vorgang. „Du bist so gut drauf und Rafael-kun scheint es nicht so gut zu gehen.“ „Ach, ich hab ihn....“ Meine Augen weiteten sich erneut. //Der wird es jetzt doch nicht sagen!?//  „....bloß ein bisschen aufgezogen.“ „Weswegen denn,“ wollte Arian jetzt wissen. „Ach, wegen seiner Größe,“ grinste Zen mir jetzt zu. Ich atmete erleichtert auf, doch statt ihm einen dankbaren Blick zuzuwerfen, wandte ich meinen Kopf von ihm. „Pah,“ gab ich beleidigt von mir. Arina machte ihm noch ein paar Vorwürfe, dann kam auch schon wieder der Lehrer.     

 

In der zweiten Stunde hatten wir gemeinsam mit der Parallelklasse Unterricht. Ich beobachtete Arina, die zu einem kleinen Japaner aus der Parallelklasse lief und ihn von hinten umarmte, dieser schrak auf, dann drehte er sich zu ihr. Ich sah das eingeschüchterte Gesicht, dessen Augen von einer Brille verdeckt waren. Arinas Lächeln verschwand sofort und sie versuchte den Junge zur beruhigen, der zu weinen schien. Ich wollte zu den beiden rüberlaufen, doch Zen hielt mich fest. „Lass Arina das machen, sie versteht sich sehr gut mit Lui.“ Ich sagte nichts. //Lui? Das ist doch der Junge, von dem Alex, Nick und Dim sprachen....Dim! Scheiße, ich hab ihn ganz vergessen!//

 

Ich blickte zurück zu den beiden und erkannte den Jungen, der hinter Arina und Lui in der Ecke stand und rauchte. Arina warf dem Rothaarigen einen bösen Blick zu und ging mit Lui dann irgendwohin. Der Junge an der Wand schaute ihnen grinsend nach, dann bemerkte er mich. Er warf die Kippe in den Mülleimer und ging auf mich zu und ich ihm entgegen. Zen blickte mich verwirrt an und blieb regungslos stehen.

 

Dim trug sein Jackett offen und auch das Hemd. „Dim? Wie bist du...woher?“ „Lui zeigte es mir,“ lächelte Dim und zeigte zu dem Jungen, der sich gerade bei Arina ausheulte. „Lui...was hat er denn?“ „Keine Ahnung, was die Heulsuse für Probleme hat....Jetzt geht er sich bei seiner japanischen, tuntigen Freundin beschweren.“ Ich wurde sofort böse, drehte mich zu Dim und warf ihm einen bösen Blick zu. „Mir egal, wie du über Japaner denkst, aber wage es nicht, schlecht über Arina zu reden!“ Dim packte mich am Kinn, damit ich den Blickkontakt mit ihm behielt. „Was denn, ist sie deine Freundin, Kleiner?“ Ich hörte Schritte hinter uns. „Dim, du hier,“ hörte ich Zens Stimme sagen. Sofort wurde ich von Dim losgelassen, der dann  Zen einen widerwärtigen Blick zuwarf, doch keiner von den beiden sagte etwas. Ich spürte die Spannung zwischen den beiden, dann fing auch schon der Unterricht an, was mich erleichterte.

 

Ich redete im Laufe der Stunde weder mit Zen noch mit Dim, der neben Lui in meiner Nähe saß . Die beiden ignorierten sich ebenfalls.

 

Die beiden waren immer in meiner Nähe. Ich hatte das unangenehmer Gefühl, dass sie mich beobachteten. In der großen Pause ging ich zu  Dim rüber unter dem Vorwand ihm die Schule zeigen zu wollen, aber dann hatte ich plötzlich Schuldgefühle gegenüber Zen. //Wieso? Weil ich mit Dim unterwegs bin? Aber was ist schon dabei.....ich bin doch nicht sein einziger Freund.// Doch  Arina war den ganzen Tag mir Lui unterwegs, ich erinnerte mich, ihn schon öfters mit Arina gesehen zu haben, aber ich nahm es nie richtig ernst. Die beiden verschwanden in der großen Pause nach draußen. //Ach, wenn schon, er ist doch der Einzelgänger, also fühlt er sich alleine wohl...,// suchte ich mir ne Ausrede.

 

 „Gehen wir gemeinsam nach Haus?“. „Ähm..  ich hab heute früher Schluss.“ „Ich weiß, ich auch,“  erwiderte Dim lächelnd, der mich angesprochen hatte bevor wir in unsere Klassen gehen sollten.  „Ach so, na dann...“ „Also einverstanden,“ versicherte sich  Dim noch mal. „Ja...gerne...,“ sagte ich eingeschüchtert, als Dim mir seine Hand auf die Schulter legte und mir die Haare aus dem Gesicht wegpustete. „Dann bis nachher,“ sagte er unglaublich sanft. Ich nickte leicht. Plötzlich kam eine starke Windböe an uns vorbei. „Der Wind spielt heute verrückt,“ murmelte ich, ohne das es jemand wahr nahm. „Kommst du langsam mal,“ hörte ich plötzlich Zens Stimme hinter mir, wohin Dim schon die ganze Zeit zu schauen schien. Ich drehte mich sofort zu ihm um: „Zen, was...was willst du den hier!“ „Ich warte auf dich, was denn sonst,“ sagte Zen bitter. Das Grün seiner Augen verdunkelte sich vor Wut, doch dieser Blick galt nicht mir, sondern Dim, der hinter mir stand, sich dann grinsend wegdrehte und zum Schulgebäude ging. Es hatte bereits zum zweiten Mal gegongt (*) und wir mussten uns beeilen, um nicht zu spät zu kommen, also wandte ich mich zur Schule um und lief zu unserem Klassenraum. Als ich mich noch mal nach Zen umdrehte, sah ich wie die Wut aus seinen Augen verschwand und diese abermals betrübt wurden, aber ich schenkte dem keine sonderliche Beachtung.

 

 

Nach der Stunde verließ Zen sofort das Zimmer, Arina blickte zu mir, worauf ich nur mit den Schultern zuckte. Ohne Eile packte ich meine Sachen, ich blickte zum Fenster und dachte über das Verhältnis von Zen und Dim nach. // Sie scheinen sich  nicht zu mögen, nein mir scheint, sie HASSEN sich sogar. Aber wieso? Wenn die beiden erst mal aufeinander treffen, erkenne ich sie nicht wieder. Bin ich vielleicht an all diesem Schuld?// Ein lautes Pfeifen, das von draußen durch das halboffene Fenster kam, ereichte meinen Verstand und ließ mich neugierig rausblicken. Dim stand unten und winkte mir zu. „Hey, Raf, komm endlich,“ rief er mir grinsend zu. „Ja,“ antwortete und packte eilig meine Sachen.

 

Schnell lief ich durch den Flur, kürzte den Weg ab, indem ich über das Geländer sprang und dabei fast Arina und Lui die Treppe runter stieß. Lui sah erschrocken zu mir und Arina warf mir einen bösen Blick zu „Hey, man  soll nicht durch das Schulgebäude laufen,“  schrie sie mich an. „Sorry, Arina-chan, aber ich hab´s eilig, also dann,“ sagte ich und verabschiedete mich mit einem Wangenkuss von ihr, wobei sich das Gesicht von Lui sehr veränderte. Grinsend eilte ich die Treppe runter.

 

Als ich nach draußen kam, blendeten mich das Licht der Mittagssonne. Ich lief zu Dim. „Da bin ich,“ grinste ich. „Na, dann komm!“ Wir gingen still nebeneinander. Draußen war es unglaublich still, nur das Reden von ein paar Schülern, die jetzt ebenfalls Schluss hatten, war zu hören, sonst nichts. Der Wind hatte uns vorerst völlig verlassen.

 

Dim erzählte mir etwas, aber ich war schon wieder in meinen Gedanken woanders. //Lui und Arina. Sie scheinen sich zu mögen oder sind sie vielleicht ein Paar?// Bei dem Gedanken musste ich in mich hinein grinsen. „Also, ich find das nicht so witzig,“ sagte Dim. „Hö, nani?“ „Ich rede mit dir, Raf,“ sagte Dim beleidigt. Abrupt drehte ich mich weg von ihm und lief Richtung Schule. „Hey, wo willst du denn plötzlich hin,“ schrie Dim mir nach. Ich machte Halt und wandte mich zu ihm, um ihm mein Tun zu erklären. Schnell suchte ich nach einer glaubwürdigen Ausrede. „Ich hab vergessen, dass.... dass ich gleich noch Japanischnachhilfe habe.“ //Ha, das kauft mir doch jeder ab,// lobte ich mich selbst im Stillen. „So? Wirklich,“ fragte Dim ungläubig. //Doch nicht?// „J-j-ja,“ sagte ich leicht errötet und kratzte mich am Kopf. „Ich bin echt vergesslich,“ grinste ich ihn verlegen an. „Das kann man wohl sagen,“ sagte Dim beleidigt ...„Dann werde ich wohl allein nach Haus gehen müssen,“ beendete er seinen Satz. “Tut mir Leid...,“ entschuldigte ich mich und guckte zu Boden. „Schon gut! Jetzt geh zu deiner Nachhilfe! Los! Ich geh jetzt,“ verabschiedete sich Dim.. Ich atmete erleichtert aus. // Huh, bin ich ein guter Schauspieler!//

 

Ich lief mit hoher Geschwindigkeit zurück zur Schule. //Nein, Zen war bestimmt noch nicht nach Hause...// Ich erblickte Arina und Lui auf dem  Rasen des Schulhofes und lief zu ihnen. „Weißt du, wo Zen ist?“ fragte ich Arina. Diese Schüttelte jedoch den Kopf. „Nein, ich hab keine Ahnung, wieso?“ „Nicht so wichtig...“ Ich blickte zu Lui, der mir einen bösen Blick zuwarf, was ich mit einem Lächeln erwiderte. //Ja, das ist genau so....// „Danke,“ sagte ich mehr zu ihm als zu Arina, die mich verständnislos anschaute. Ich lief in das Gebäude rein.

 

//Ja,  Arina und Lui mögen sich...// Luis Gesicht erschien vor meinen Augen. //Nachdem ich Arina vor seinen Augen geküsst hatte, schaut er mich so seltsam an. Dieser Blick entspricht dem, mit dem Zen Dim anschaut, wenn dieser in meiner Nähe ist.//  Ich musste schmunzeln.

 

Ich lief durch die Schulgänge. //Wo mag er wohl sein? Am Sportplatz? // Plötzlich erinnerte ich mich an meinen ersten Schultag und an Arinas Worte, als Zen in der großen Pause verschwand. //Ja, das ist es!// „Am Schuldach, da wird er sein müssen,“ sagte ich zu mir selbst und lief die Treppe hoch. Völlig außer Atem machte ich die metallene Tür auf und suchte nach Zen. Doch am Dach war keiner zu sehen, ich seufzte, lehnte mich an die Wand und schaute zum Himmel. Eine kleine weiße Wolke deckte die Sonne zu und warf ihren Schatten auf mein Gesicht, doch dann war der Wind zurückgekehrt und jagte sie fort, streichelte durch meine Haare und schob schließlich die Tür zu.  Ich schaute dem Wind nach, wie er weiter nach Osten wehte und mir etwas zeigen wollte.

 

Der Wind spielte mit der Schuluniform eines größeren Junge am Gelände. Das Schwarze Haar des Junges glänzte in der Sonne, doch seine Augen versteckten sich vor dem Licht hinter dem langen Pony.  Ich ging auf ihn zu. „Zen...“

 

Der Junge drehte sich nicht zur mir um. Ich trat neben ihn, legte meine Hände auf das Gelände. „Wieso,“ hörte ich ihn schließlich. Die Traurigkeit in seiner Stimme war nicht zu überhören. „Ich verstehe nicht,“ sagte ich und drehte mich zu ihm um. „Wieso...magst du diesen Typen,“ fragte er bitter. „Du meinst Dim?“ //Also habe ich seinen Blick richtig verstanden.// Zen antwortete nicht. Ich mochte die betrübte Stimmung nicht, so sagte ich lächelnd, den Zeigerfinger vor meine Nase haltend.  „Gegenfrage! Wieso willst du es wissen?“ Endlich drehte Zen sein Gesicht zu mir um. „Ich trau ihm nicht und außerdem...“ Er redete nicht weiter. „Außerdem was,“ wollte ich wissen. „Nicht so wichtig.“ Eine Zeitlang sagten wir nichts und guckten uns nur an, dann erschien vor mir Luis Gesicht und dann Zens, wie er Dim anblinzelte. „Etwa eifersüchtig, Zen-kun,“ fragte ich ihn scherzhaft. Zen drehte sein Gesicht von mir weg und schaute wieder in die Ferne, mir schien, dass er leicht rot wurde, doch wegen dem Pony und dem Schatten, den dieser warf, konnte ich nicht viel erkennen. „Und wenn schon,“ murmelte Zen. Also mit der Antwort hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, aber jetzt war seine Angst, mir den Grund für sein Empfinden gegenüber Dim zu sagen, weg. „Weißt du, Rafael, es ist kein gutes Gefühl von jemandem, den man mag, gefürchtet zu werden...“ //Meint er mich damit?// „Ich wusste, es wird schwer sein, dein Vertrauen zu gewinnen, vor allem, nachdem du weißt, was für einen Nebenjob ich habe.“ Er versuchte zu lächeln, doch es gelang ihm nur halbwegs. „ ...aber dann kam auch noch dieser...Dim.“ Er betonte den Namen sehr seltsam. Ich hörte ihm zu ohne ein Wort zu sagen zu. „Ich dachte, ich werde wahnsinnig, als du ihn zu uns eingeladen hast. Du....du hast dich immer hinter ihm versteckt, gehofft bei ihm vor mir Schutz zu finden und du hast immer zu ihm gehalten!“ Ich schüttelte heftig den Kopf. „Eifersucht macht blind, Zen,“ lächelte ich ihn an, doch dieser schien nicht zu verstehen. „Wenn ich IMMER zu ihm halten würde, wäre ich wohl nicht hier oder was glaubst du? Immerhin wollten wir doch ursprünglich gemeinsam nach Hause gehen.“ Braune Augen trafen auf grüne, auch er lächelte jetzt. „Du meinst ich...ich bin dir wichtiger als er?“ //Er stellt aber seltsame Fragen.// „Natürlich, wer ist schon Dim,“ sagte ich ironisch. „Wirklich,“ fragte Zen mich misstrauisch. „Ja, Zen WIRKLICH,“ lächelte ich Zen an. Plötzlich umarmte er mich. „Danke, Rafael, Arigatou!!!“ „Hey, hey, willst du, dass ich ersticke,“ brachte  ich nach Luft schnappend heraus. Zen ließ mich sofort los. „Gomen, tut mir leid, das wollte ich nicht,“ entschuldigte er sich eingeschüchtert und drehte sich abermals zum Gelände.

 

Der Wind war verschwunden, als ob er uns alleine lassen wollte. Auch die Sonne versteckte sich augenblicklich hinter einer schneeweißen mittelgroßen Wolke und hielt sich zurück. Nach einer Weile sagte ich: „Und was mein Vertrauen angeht, so hast du es schon längst gewonnen.“ Ich lächelte ihm zu. Abrupt drehte er sich zu mir um und blickte mich eine Zeitlang verwundert an. „Was? Seit wann?“ „Ich glaube schon von Anfang an...,“ antwortete ich zur Seite blickend. „...ich hab es nicht nur vor dir sondern auch vor mir selbst geleugnet,“ beendete ich meinen Satz und schaute wieder in seine Augen. Schließlich legte er seine Hand auf meine Schulter. „Rafael-kun...wer bin ich für dich?“ Ohne Zögern sagte ich immer noch lächelnd: „Mein bester Freund, Zen, du bist mein bester Freund!“ Ich ließ Zen mich in seine Arme nehmen und kuschelte mich in den weichen Stoff seines Hemdes. Er schien nichts sagen zu wollen, so sprach ich weiter. „Du und Arina kümmert euch um mich, wie es noch nie jemand tat.“  „Noch nie,“ fragte Zen verwundert, worauf ich den Kopf schüttelte „Nein, dort...dort hatte ich außer meiner Schwester niemanden und diese durfte nicht bei mir sein.“ „Ich werde immer bei dir sein, Rafael, auch wenn ich es nicht darf.“  Seine Umarmung wurde fester, mit seiner Hand strich er mir durch das Haar. „Willst du mit mir darüber reden?“  Ich hob meinen Kopf und schaute in sein freundliches Gesicht. „H-hai...,“ dann senkte ich wieder meinen Kopf. „Aber lass uns ..lass uns nach Hause gehen, ja?“ Abermals blickte ich zu ihm hoch und er nickte lächelnd. „Einverstanden, Rafael.“

 

 

Gemeinsam gingen wir zurück zum Heim. Der Wind kam wieder zurück und ließ die Bäume flüstern, er löste zwei Blätter von einem Baum und ließ sie tanzend zu Boden fallen. Ich machte halt und drehte mich so um, dass der Wind mir ins Gesicht wehte, ich schloss meine Augen und genoss das Gefühl. „Arigatou, Kaze,“ flüsterte ich leise und ließ den Wind die Wörter mitnehmen und irgendwohin tragen. Zen schaute mich verständnislos an. „Du redest mit dem Wind?“ Ich sagte nichts, sondern drehte mich wieder um und ging heim. Zen stand noch eine Weile da und versuchte meine Handlung zu verstehen, als es ihm jedoch nicht gelang, gab er es auf und versuchte mich einzuholen.       

 

Rafael

 

 

* an manchen Schulen in Japan gongt es dreimal vor dem Unterricht, beim zweiten Läuten der Schulglocke, müssen die Schüler eigentlich schon im Klassenraum sein und auf ihren Plätzen sitzen. Bei dem Dritten muss der Lehrer den Unterricht anfangen lassen, aber viele Lehrer mögen es, den Unterricht schon vor dem zweiten Klingeln anzufangen -_-

 

Eigentlich benutze ich selten japanische Begriffe, da ich weiß (aus eigener Erfahrung), dass es Leute gibt, die das eine oder andere nicht verstehen, aber bei diesem Part konnte ich einfach nicht wiederstehen, aber ich hab mich mit der Menge der Wörter zurückgehalten, hier sind die von mir benutzen Wörter.

 

Baka – Idiot (nicht sehr hart)

nani  -- was ?(was ist?)

arigatou bzw. arigato – danke

gomen – entschuldigung

hai – ja

kaze – Wind

 

Tja, ein bisschen kurz ist dieser Teil geraten, ich hab nämlich viel mehr geplant, aber das verschiebe ich wohl in den nächsten Part. Trotzdem hoffe ich, er hat euch gefallen. Diesmal ist das Ende nicht mehr so abgehackt, aber ich hoffe ihr seid trotzdem neugierig auf die Fortsetzung.

 

Irgendwann im ersten Teil hab ich geschrieben das Dachgelände ist von einem Zaun umgeben, vergesst es! Es sollte bloß ein mittelgroßes Gelände sein, ich fand das mit Zaun....hässlich.

 

Euer Meinungen, Kommentare Verbesserungsvorschläge o.ä. nehme ich per E-mail gerne in Empfang ^.^

 

 

Lonasan@hotmail.com

 

 

 

 

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