Von

 

Von: Lona [Lonasan@hotmail.com]

Warnung: Ähm...könnte sein, dass die Leute, die sich NUR auf Shonen AI konzentrieren, den Teil nicht so toll finden -_-,

Kommentar zur Story: Rafael findet in einem Buch die gesuchten Information

Feedback: Ist der erste Fanfic, den ich veröffentliche(aber mehrteilig), also nur her mit den Kommentaren, damit ich mich auch verbessern kann^^ und seid doch nicht ZU streng, ja?(ist ja immer das selbe -.-)

 

Teil 5

Eine vergessene CD

 

Wir waren Zuhause angekommen, Zen schmiss seine  Tasche  zur Seite. Ich wollte meinen unter meinem Bett verstauen, aber dann fiel mir ein, dass ich kein Bett hatte. Ich stand einfach mit dem Rucksack an der Stelle, an der vorher mein Bett gestanden hatte und schaute in die Ferne. Dann spürte ich wie Zen seinen Arm um meine Schulter legte. „Na, gibt’s da was interessantes zu sehen, Kleiner?“ „Hö nani?“ Grinsend löste sich Zen von mir. „O.k. ich hab’s verstanden, ich räum das Bett schon auf!” Ich ließ meinen  Rucksack fallen und blieb wie angewurzelt stehen, ich war total abwesend, aber auch nicht in Gedanke versunken. Mein Kopf war in diesem Moment leer von Gedanken. Das war ein schönes Gefühl, so sorglos und ruhig. Ich schaute, ohne wirklich zu verstehen, was ich da sah, nach draußen durch das halbgeöffnetes Fenster. Die Blätter des Baumes hinter dem Fenster bewegten sich hin und her, durch die einzelnen Lücken konnte man den Himmel sehen und wie die Wolken langsam am Baum vorbeizogen. Die frische Luft gelangte in das kleine Zimmer und umspielte mein Gesicht. Es zog leicht und der Windzug hob zart meine Haarsträhnen hoch und senkte sie wieder. Eine der Haarsträhnen fiel mir ins Gesicht und blieb dort. Diese Kleine Störung unterbrach das Gefühl der vollkommenen Ruhe und ließ mich aus meiner Erstarrung erwachen.

 

 Sehr langsam drehte ich mich um. Ich hob meine Hand und strich mir die Haarsträne aus dem Gesicht hinter das Ohr, in dieser Pose erstarrte ich abermals und sah direkt in Zens Gesicht, der ein paar Meter weg von mir stand und auch in eine Erstarrung verfallen war. Aber er schien nicht völlig gedankenlos, wie es bei mir der Fall war, da zu stehen. Seine Augen bewegten sich irgendwie hektisch, als ob er etwas gesehen hätte, was ihm den Verstand geraubt hatte. In seinem Gesicht sah ich Röte, in den grünen Augen glänzte die Tränenflüssigkeit, als ob er gleich weinen müsste. Sein Mund war leicht geöffnet, wie vor Überraschung, doch er sah trotz allem irgendwie zufrieden aus. Ich schenkte ihm ein sanftes Lächeln und senkte meine Hand. „Ist etwas, Zen-kun,“ fragte ich unheimlich leise. Wie gelähmt schüttelte er den Kopf. „Ach komm, das kannst du mir nicht erzählen.“

 

 

Mit großen Schritten hatte ich mich zu Zen bewegt und war im nächsten Moment schon bei ihm. Ich blickte ihn von unten an. Ich schien ihn mit meinem Blick zu durchbohren. Zen verstand den Gesichtsausdruck nicht, also half ich nach: „Na, woran hast du jetzt gedacht, etschi-kun,“ fragte ich geschauspielert ernst. Immer noch gelähmt öffnete er seinen Mund. In seinen Augen sah ich Verständnislosigkeit. Er machte ein paar Mal seinen Mund auf und dann wieder zu ohne einen Ton von sich zu geben. „Wie ein Fisch,“ schmunzelte ich und machte ein paar Schritte, um zwischen uns ein bisschen Abstand zu schaffen.. Ich setzte mich auf das Doppelbett und schaute zu dem schwarzhaarigen Jungen, der immer noch an der selben Stelle stand und nur seinen Kopf zur mir wand.

 

Ich grinste breit, wie ich es eher selten tat, aber die Tatsache Zen in dieser Lage zu sehen, lud mich praktisch dazu ein, ihn ein bisschen aufzuziehen. So fragte ich ihn mit einem noch breiteren Grinsen als zuvor: „Was denn, hab ich dich ertappt?“  Zens Augen weiteten sich, abermals wollte er was sagen, scheiterte jedoch. Sein Blick wurde plötzlich leer, das Glänzen in den Augen verschwand, sein Mund ging zu. Er schaute mich traurig an, ohne etwas zu sagen. Langsam wurde mir dieser Art von Kommunikation unangenehm, mein Grinsen verschwand und ich fragte ihn besorgt und unsicher: „Zen? Alles O.K.?“ 

 

Er schüttelte den Kopf, sagte aber: „Ja, schon okay, ich hab nur...“  Er sprach nicht weiter, sondern drehte sich zum Bett neben dem Schrank. Ich stand auf und trat hinter ihn, betrachtete das Chaos auf dem Bett, sagte dann leise: „Ach, schon okay, das musst du nicht...“ Zen drehte sich zu mir um. „Nicht?“ „Na ja, ich..ich hab eigentlich nichts dagegen mit dir in einem Bett zu schlafen.“ Ich errötete leicht und drehte mein Gesicht zum Bett. „Dir etwa?“ Ich hörte Zen ausatmen, wie er es immer tat, wenn er lächelte, und drehte mich dann wieder zu ihm um. Er lächelte tatsächlich warm und freundlich, seine Augen glitzerten vor Freude, wie bei einem kleinen Kind, das sich gerade in einem Spielzeugladen befand. Ich musste lachen, denn Zens Wangen waren leicht gerötet. „Wirklich wie ein kleines Kind,“ sagte ich mehr zu mir selbst als zu Zen, der es sowieso nicht verstand, weil er weder wusste, woran ich gerade gedacht hatte, noch konnte er ahnen, wie er aussah.

 

Dann drehte er sich zum Bett zurück, eine Zeit lang sagte er nichts und schaute nur auf die vielen Sachen auf dem Bett, dann brachte er heraus: „ Also...ich schätze, ich muss trotzdem das Chaos beseitigen und wenn ich es vergesse, mache ich eben ein Neues!“ „Was? Das Chaos,“ fragte ich verständnislos. Zen schaute grinsend zu mir. „Ja, genau das.“ //Er grinst? Dann wird er sich von dem ,was auch immer er hatte, erholt haben,// dachte ich erleichtert. „Und außerdem war es dir doch unangenehm, als dieser...Dim... wegen dem Doppelbett erraten hatte, dass du mal bei mir geschlafen hast,“ sagte er mich mit seinem direkten Blick durchbohrend. Ich schaute stumm zu Boden und versuchte die Erinnerungen an den Streit zwischen Zen und Dim zu verdrängen. Doch Zen schien eine Antwort zu erwarten. „Nicht wahr?“ Ich nickte kaum merklich. „Also, dann...“ Er machte eine Pause und blickte noch mal zur seinem Bett. „Dann wirst du mir wohl helfen müssen,“ meinte er schließlich und grinste mich frech an. Ich seufzte und ging dann ebenfalls zum Bett.

 

„Und womit willst du  anfangen,“ fragte ich dann. „Ach, was weiß ich,“ gab Zen plötzlich genervt von sich. „Reg dich doch nicht gleich auf,“ versuchte ich ihn zu beruhigen. „Ich reg mich aber auf,“ zischte der Dunkelhaarige. Ich schaute ihn misstrauisch an. „Keine Chance,“ sagte ich schließlich. „Pah, für wen hältst du mich eigentlich, Zen!?“ „Hö?“ Unschuldig und überrascht schaute er mich „Du magst ja ein guter Schauspieler sein, aber ich bin mindestens genauso gut, ich kenn diese Tricks. Falls du glaubst, du könntest mir mit deinem Gerede soweit auf die Nerven gehen, dass ich schließlich alles alleine aufräume, hast du dich gewaltig geschnitten,“ erklärte ich ihm das, was er angeblich nicht verstand. Zen legte seine Arme hinter den Kopf und verschränkte sie dort. „Och, mit dir ist es uninteressant, du durchschaust auch alles.“  „Tja, ich kenn mich damit aus,“ grinste ich zu ihm rüber. „Was denn, hast du auch deine Mama immer für dich aufräumen lassen,“ scherzte er, doch der Witz gelang nicht. Ich senkte meinen Kopf und schaute zurück zum Fenster. „Nein....“  Ich ging zum Fenster und legte meine Hand an die kühle Fensterscheibe. Eine Zeit lang herrschte Stille und nur die Geräusche von draußen erreichten unsere Ohren, leise kaum merklich und fast unecht, dann sprach ich langsam weiter: „Meine Mutter hat, außer mich zu gebären, nichts für mich gemacht, niemals.“ „Ach das bildest du dir nur ein,“ versuchte Zen mich zu trösten. Abermals schüttelte ich den Kopf. „Wenn es so wäre, Zen. Wenn es nur so wäre...“

 

„Weißt du was, ich mach dir einen Vorschlag,“ sagte Zen plötzlich mit heller Stimme. „Ich räum ALLEINE das Bett auf und du erzählst mir JETZT alles, was dir auf dem Herzen liegt.“ Zen lächelte mich warm an. „Natürlich nur, wenn du es mir anvertrauen willst.“ Ich nickte lächelnd. „Hai, ich habe dir doch mehrmals gesagt, dass ich es will,“ sagte ich, während ich mich auf das Doppelbett setzte. Zen wand sich zur dem Bett. „Dann wollen wir mal,“ hörte ich ihn sagen, bevor ich anfing.

 

Ich erzählte ihm langsam von meiner Vergangenheit, machte ab und zu halt, um meine Gedanken zu sortieren oder Zen, der mir so interessiert zuhörte, dass er das Aufräumen vergaß, zu sagen, er solle weiter machen. Ich erzählte auf welche Art und Weise ich gezeugt  Welt kam, dass meine Großmutter sich meistens um mich sorgte, dass sie vorkurzem verstorben war und mir nur meine Schwester blieb, von der mich meine Mutter fernhalten wollte.

 

 

Als Zen fragte, wieso sie das tat, meinte ich, ich wüsste es nicht. Zur gleichen Zeit fand Zen schmutzige Socken und warf diese alle auf einen Haufen, den er für schmutzige Klamotten, die gewaschen werden müssten, vorgesehen hatte. Ob nun alle Sachen auch wirklich gewaschen werden müssten, war eher weniger wichtig, eigentlich war Zen bloß zu faul, um diese wieder ordentlich in das Regal zu legen. Zen fand außerdem die vermissten CDs und andere Sachen, von denen er nicht mehr wusste, dass er sie überhaupt hatte.

 

Und als er wissen wollte, ob ich dort etwas keine Freunde hatte, verneinte ich. „Von Wegen, meine Mutter hat mich bei ALLEN runter gemacht und wer will sich schon mit einem Jungen abgeben, der wie ein Mädchen aussieht?“ „Na ich zum Beispiel,“ sagte Zen verständnislos. „Und überhaupt, nur wegen deiner langen Haare nicht mit dir befreundet sein zu wollen... Wieso sind sie eigentlich so lang?“ Ich hob meine Schultern. „Ich hab’s vergessen. Ich glaube, irgendwann gab ich mir ein Versprechen, aber ich hab’s vergessen.“ Enttäuscht und mitleidig sah Zen mich an. „Aber ich find’s schön, egal was andere denken,“ meinte ich. „Ich...ich find sie auch schön..,“ sagte Zen stotternd. „Nani?“ „Na ja, als du gerade eben am Fenster standest und der Wind dein Haar berührte, da...“ „Bist du deshalb erstarrt, als du mich angeschaut hast,“ unterbrach ich ihn, weil er so langsam sprach. „Es war, weil...weil ich deine volle Schönheit erkannte,“ sagte Zen sehr schnell, um es endlich hinter sich zu haben. Sofort drehte er seinen Kopf weg und machte seine Augen zu, als ob er auf eine Strafe warten würde. Ich machte überrascht meinen Mund auf. „Wie...,“ sagte ich zu mir selbst und vervollständigte den Gedanken leise: //Zen fand mich schön? Aber...// Ich kam nicht weiter, denn Zen schien auf das, eigentlich für mich geltende „wie..“ antworten zu wollen. „Ich...fand dich eigentlich immer ziemlich hübsch...für einen Jungen.“ Zen machte immer wieder Pausen, um tief einzuatmen. „..aber so wie du da standest...du warst...einfach...einfach wunderschön.“ Das letzte Wort flüsterte er, fast als ob er mit sich selbst reden würde, doch ich hatte es nicht überhört. Zen hatte seine Augen wieder geöffnet und schaute in Richtung der gegenüberliegenden Wand, doch sein Blick war leer, als ob er etwas sah, was, außer für ihn, unsichtbar ist. Leichte Röte zeigte sich auf seinem Gesicht. Ich musste lächeln, Zen war wirklich sehr offen und das sagte ich ihm auch, was die rote Farbe in seinem Gesicht noch dunkler werden ließ.

 

Zen beugte sich vor und nahm eine CD-Hülle in die Hand, schrie plötzlich unser Gespräch völlig vergessend auf und murmelte: „Mein Schatz, dich hab ich ja schon wieder vergessen.“ Ich legte meinen Kopf schief. „Hö,“ gab ich verständnislos von mir. „Ha! Ich hab was tolles gefunden!“ Er setzte die CD auf seinen Finger und führte sie mir vor die Nase. „ X – Japan,“ sagte er knapp. „Und,“ ich verstand noch immer nicht. „Und? Es ist die genialste Band aller Zeiten. Ich hab sieben CDs von denen und warte auf die achte, die sind echt genial,“ schrie er begeistert. „Aha,“ stimmte ich zu, worauf Zen mich misstrauisch anguckte. „Was heißt hier „Aha“? Warte, du musst es dir erst mal anhören!“ Er eilte zu der Musikanlage und legte die CD ein. „Hier mein Lieblingslied von Yoshiki, ein fantastischer Sänger.“ Ich betrachtete das Bild auf der CD. „Etwa der Yoshiki?“ Zen drehte sich  um und schaute sich die Person auf dem Foto, auf die ich zeigte, an und nickte anschließend. „Der sieht aber auch wie eine Frau aus,“ meinte ich. „...ehrlich jetzt!“  Er  richtete sich wieder auf und wir warteten auf den Anfang des Liedes. Zuerst hörten wir nur, wie die CD anfing sich zu drehen, dann erklang die Melodie. „Es ist falsch, den Sänger nach der Melodie zu beurteilen!“

 

Alles in mir verkrampfte sich, als ich den Song hörte. Es war weniger der Sinn, als die Melodie selbst, die mir das Gefühl der völligen Traurigkeit gab. So traurig, so schmerzhaft und doch zu schön, als dass man sich davon losreißen könnte. Das Lied wurde größtenteils auf Japanisch gesungen, doch der ziemlich lange Refrain war auf Englisch. Es sollte einen eher ermutigen, doch die Melodie verursachte ein ganz anderes Gefühl. Ich war dieser so verfallen, dass ich nicht merkte, dass mir eine Träne entwich und den Weg nach unten suchte. Ich hörte dem Inhalt nicht mehr zu und lauschte nur der Harmonie des Liedes. Diese weckte in mir schöne Erinnerungen und das Gefühl, so was  nie mehr haben zu können. Ich hatte die Augen zu und war völlig in die Magie dieses Liedes versunken und sah nicht, wie Zen mich besorgt anschaute und mit seinen Augen folgte er einer weiteren Träne. Die Melodie verstummte langsam und verschwand dann völlig. Ich brauchte ein Weile, um mich vor dem zerreißenden Gefühlen zu erholen.

 

Ich machte langsam die Augen auf  und schaute zur Zen, der die Anlage schon wieder ausmachte. Das Lied heißt „Tears“.

 

Er drehte sich zu mir und ertappte mich, wie ich mit dem Handrücken die Tränen, die ich gerade eben bemerkt hatte, wegwischte. Erlächelte sanft und sagte dann: „Du hast dem Text nicht zugehört, scheint mir.“ //Dry your tears with love....// Zen trat vor mich und wischte mir die restlichen Tränen vorsichtig weg. „Woran hast du gedacht? An deiner Vergangenheit?“ Ich lächelte traurig und erzählte ihm, auf was für Gedanken mich die Melodie brachte. „Ich hab mich an das Leben in England erinnert, hab gedacht wie sehr ich es vermisse.“ Meine Augen füllten sich mit Freude und ich schenkte Zen ein breites und freundliches Lächeln, als ich weitersprach:  „Aber dann wurde mir klar, dass ich dort nicht wirklich glücklich war, dass es mir HIER besser geht. Ich hab Freunde und keiner verachtet mich.“ „Was ist mit unseren Klassenkameraden, du hast wohl vergessen, dass du dich mit den unbeliebtesten Schülern der Schule abgibst,“ murmelte Zen. Ich lachte auf und fiel grinsend zurück auf das Bett. „Ach, die können mir egal sein. Mir reichen die Leute, die sich um mich sorgen und für mich da sind völlig aus.“ „Gehört Dim, deiner Meinung nach, auch zu den Glücklichen,“ fragte Zen murmelnd, so dass ich ihn zuerst nicht wirklich verstand, dann musste ich aber Grinsen. Ich näherte mich Zen, der sich neben meinen Beinen auf das Bett gesetzt hatte und hauchte ihm ins Gesicht: „Du bist echt eifersüchtig, was?“ Puterrot stand Zen plötzlich auf. Oder hatte ich mir das nur eingebildet? Er lief zum anderen Bett und beschäftigte sich weiter damit, es aufzuräumen. Ich wusste nicht, wie ich sein Handeln verstehen sollte und beobachtete ihn nur beim Aufräumen.

            

Irgendwann fragte er dann: „Wieso bist du eigentlich hier hergekommen? Weil du dich dort nicht wohl fühltest?“ Er drehte sich nicht zur mir um und sah nicht wie sich meine Augen vor Traurigkeit verfinsterten. „Nein, ich...“ Ich sprach nicht weiter und Zen schien mich nicht sonderlich drängen zu wollen, er stand nur da, von mir weggedreht mit einer Jacke in der Hand und bewegte sich kein bisschen.//Ich will ihn nicht anlügen, aber ich kann ihm doch nicht alles erzählen. Das mit den schwarzen Flügeln, das kann ich ihm doch nicht erzählen....// „Noch...noch kann ich es dir nicht erzählen,“ sagte ich eingeschüchtert. Ich nahm wahr, wie Zen nickte. „Schon gut, ich kann warten...ich werde warten.“

 

„Ach du Scheiße!!!“ Zen fluchte. „Was ist?“ „Meine Streife! Es ist schon wieder dunkel. Wir haben den ganzen Tag durchgelabert!“ „Du, mir ist deine Streife so ziemlich egal. Räum erst mal bis zum Schluss auf,“ sagte ich drohend. Zen zog einen Schmollmund und drehte sich wieder enttäuscht um, den Kopf gesenkt, aber im nächsten Moment war er schon wieder hellwach. „Hey! Ich hab noch ein Vorschlag.“ „Aha,“ sagte ich uninteressiert. „Ich gebe dir etwas, was dich interessieren könnte und du lässt mich jetzt gehen und räumst für mich zu Ende auf. Ist doch nicht viel.“ „Etwas, was mich interessieren KÖNNTE,“ fragte ich misstrauisch und warf meinen Kopf zurück. „Vergiss es!“ „Es würde dich sicher interessieren.“ „Was ist es denn,“ fragte ich und versuchte meine Neugier nicht zu zeigen. „Erst, wenn du mit dem Vorschlag einverstanden bist,“ meinte Zen darauf. Meine Augen wurden zu Schlitzen und ich sagte langsam und gefährlich leise seinen Namen: „Zen...“ Zen ist verdammt unberechenbar, aber diesmal gelang es mir, die gewünschte Reaktion hervorzurufen. Er warf seine Arme hoch und rief entgeistert. „Ist ja schon gut!“ Dann drehte er sich wieder um und nahm ein Buch heraus und murmelte: „Tja, hätte ich nicht aufgeräumt, müsste ich nicht nur auf meine CD verzichten, sondern auch auf diesen wertvollen Schatz.“ Er schaute sich das Buch an, dann reichte er es mir rüber. „Weißt du noch, damals in der Bibliothek? Da hast du nichts gefunden, versuch doch mal hier dein Glück!“

 

Ich nahm das schwere Buch an. Es war sehr alt. Der Umschlag, der irgendwann blutrot gewesen war, hatte nun eine braune Farbe. An manchen Stellen schien das Buch fast zu zerfallen. Als ich es öffnete, kamen dunkelgelbe fast braune Seiten zum Vorschein. Der lateinische Text war handschriftlich verfasst worden und die Tinte war im Laufe der Zeit verblasst und an einigen Stellen konnte man die Worte kaum noch erkennen. O.ä. <

 

Zen sah, wie ich fasziniert in dem Buch blätterte, mir die Bilder anschaute und mit meinen Augen nach etwas Bestimmtem suchte. Er schmunzelte: „Also gilt der ´Deal´!“ Ich nickte abwesend und Zen verließ grinsend und mir zuwinkend das Zimmer .

 

 

Die Dunkelheit umspielte ganz Japan, der Mond versteckte sich hinter den Wolken und nur ein paar Sterne, an denen die Wolken gerade vorbeigezogen waren, spendeten schwaches Licht. Alles verfiel in dunkle Farben. In der Nähe des Heims waren nur kleine Straßen, in denen nachts keine Autos fuhren. So saß ich in unserem Zimmer auf dem Bett, lauschte der Stille und blätterte das große Buch durch.

 

Am Anfang des Buches war ein Gedicht, dass ich jedoch nur zu einzelnen und sehr abgehackten Phrasen zusammensetzen konnte, aus denen ich aber herausfand, dass das Buch von den Dienern des Bösen geschrieben worden war, von Ecksen, die scheinen nämlich sehr gelehrt zu sein. 

 

 

Ich blätterte weiter, erblickte ganz vorne eine Abbildung von einem Mönch mit einem Skelett, das Flügel besaß und erinnerte mich an einen meiner Alpträume. Dort war so eines aufgetaucht. Im schwarzweißen Buch konnte ich selbstverständlich nicht feststellen, ob sein Mantel nun ebenfalls rot war, wie bei dem Mönch im Traum, aber sonst war alles identisch. Und dann war da noch die große Überschrift, in der das Wort Timorus vorkam, soweit ich wusste, bedeutete das Wort Schrecken, kein schlechter Name für einen Bösewicht, aber da war noch etwas an diesem Namen. Ich erinnerte mich, wie Zen gegen diesen Dämon kämpfte und meinte, TIMORUS hätte ihn geschickt. Schon WOLLTE ich es lesen und erfahren, wer denn hinter Zen her war. Ich fuhr mit dem Finger über die Zeilen. Ein kalter Schauer lief mir den Rücken herunter. Im Text hieß es, das Böse selbst schickt Dämonen auf die Welt, in der Hoffnung alles Gute zu vernichten. Na ja, das war mir nicht gerade neu, dann blickte ich weiter nach unten und sah dort eine Pyramide. Sie erinnerte mich an die Gesellschaftsordnung der Monarchie, eine Art Verfassung.

 

Ich schaute mir diese genauer an und die Kommentare dazu. Ganz unten waren einfache Sündiger, darüber Menschen, die ihre Seelen verkauft hatten, noch höher die Unterdämonen, blöde Wichser mit Kraft, aber ohne Verstand. Danach kamen die Vampire, nicht viel klüger als die Unterdämonen. Als nächstes folgten die Schwarzmagier, dann die Dämonen, diesmal mit Kraft und auch einer Ahnung, wie sie diese strategisch einsetzten konnten. Als Drittstärkste und –angesehenste Gruppe galten die gefallenen Engel und dann kamen auch schon die Boten des Bösen, die Timorus und ganz oben stand selbstverständlich das Böse hochpersönlich. In der Pyramide waren weitere Gruppierungen erwähnt, aber mehr konnte ich auch nicht übersetzen. 

 

Auf der Seite wurde über das Böse und über Timorus geschrieben. Es folgten dann die gefallenen Engel und so weiter, also fing ich an zu lesen. In dem Buch stand, dass das Böse noch von niemanden gesehen wurde, man weiß nicht wer oder was es ist, ob es nun einfach in unserer Umwelt schwebt oder sich in Personen oder Gegenstände verwandeln kann, dass weiß keiner. Das Böse ist nicht überall, aber dafür seine Diener der niedrigeren Klassen ab den Hochdämonen. Das heißt, dass Timorus und die gefallenen Engel eher selten zu sehen sind. //Also, ich wäre gern einem hübschen gefallenen Engeln begegnet,// schmunzelte ich.

 

 Timorus waren Boten des Bösen, sie beobachten die Diener des Bösen und Leute, die die Fähigkeit haben, diese abzuschlachten. Auf diese hetzen sie weitere Wesen aus der Unterwelt. Doch sehr selten zeigen sich diese den Jägern bzw. Jägerinnen, es sei denn, diese haben die Möglichkeit heilig zu werden, da sie noch nie was Böses taten, was wieder sehr selten vorkam oder sie haben das Gute in sich, von dem man auch nicht weiß, wer oder was es ist, das diesen Menschen eine heilige Kraft gab. Oder aber diese Menschen sind im Besitz eines heiligen Gegenstandes.

 

Plötzlich verstand ich. //Das Schwert von Zen.// Das ist bestimmt ein heiliger Gegenstand, so wie es damals geleuchtet hatte, deswegen sind die Timorus oder einer von ihnen hinter ihm her, er steht ihnen im Weg. So wie ich Zen kenne, wird er sein Hab und Gut nicht einfach aufgeben, deswegen die starken Dämonen. Und sie sind bereit ihn zu töten, wenn er sich wehrt!!! Bevor sie ihn nicht getötet haben, werden sie nicht aufgeben. Sie sind so viele und Zen ist ganz alleine!!// Ich legte meine Hände vor Schreck auf meinen Mund. //Und ich ...ich bin eines von diesen bösen Viechern, aber ich...ich könnte Zen nie weh tun. Ich will ihm so sehr helfen und im Kampf an seiner Seite sein, aber wer bin ich schon? ...wenn ich vielleicht meine dämonisches Ich beherrschen könnte, würde ich ihm dann ein Verbündeter und kein Feind sein? Wenn ich doch nur die schwarzen Flügel beherrschen könnte...“  

 

Schnell und bestimmt blätterte ich weiter durch das Buch. //Hoffentlich steht da was über diese schwarzen Flügel ...hoffentlich...// Ich stoppte bei einer Seite, auf der das Bild eines Dämons war, dessen Flügeln völlig den meinen entsprachen. Das Gefühl der Vorfreude stieg in mir hoch, doch auch Unsicherheit. Der Dämon hatte kein bisschen Menschliches, außer vielleicht dem Körperbau. Seine Haut war mit Schuppen bedeckt und die Augen schienen tot. Auch wenn es nur ein Bild war, nahm ich diese Kleinigkeit auf. //Aber so kann ich doch nicht nach der Verwandlung aussehen?!!//

 

Dann erinnerte ich mich an Luises Beschreibung im Brief. //Das wird es wohl sein.// Ich fing an zu lesen, in der Hoffnung nicht zu viel Schlechtes über ´mich´ zu erfahren. Doch das, was da stand war keineswegs das, was ich erwartet oder befürchtet hatte.

 

Der Dämon hieß übersetzt Drachenkind. Sie wurden aber auch Drachenreiter genannt, hieß es. Der Name schien edel zu sein. Diese Art von Dämonen war einst stärker als das Böse selbst. Die Dämonen lebten in sehr großen Gruppen, aber auch alleine waren sie fast unbesiegbar, doch sie waren ein selbständiges Volk, dass unabhängig von größeren Gemeinschaften lebte. Die Wesen der Himmelswelt wollten diese Dämonen jedoch ausrotten, da sie sehr viel Leid und Schmerz brachten. Auch die Herrscher der Unterwelt mochten sie nicht oder hatten einfach Angst vor ihnen. So gab es einen Krieg, in dem die Kämpfer des Himmels und der Unterwelt das einzige Mal gemeinsam kämpften, um das Vol der Drachenreiter zu vernichten. Viele Engeln, Dämonen, Magier und Hexen fielen, aber auch auf der Gegenseite starben viele Drachenreiter. Dieser Krieg war außerdem auch einer der Gründe, wieso die Drachen später ausstarben. Das Volk der Drachenreiter wurde letztendlich doch ausgerottet , doch es hieß, es gäbe einen Überlebenden. Es war nicht bei dem Kampf dabei gewesen. Man hielt ihn für einen Feigling, doch er hatte andere Gründe, von denen niemand wüsste, welche es waren.

 

Völlig verkrampft, übersetzte ich den Text. //Ein Überlebender? Ich? Nein, damit ist bestimmt mein Vater gemeint!!!// Mir kamen Tränen, als ich mich daran erinnerte, dass ´mein´ Volk von allen gehasst wurde, dass ich zur der Art  der Dämonen gehöre, die man auch als Art der grausamsten Killer bezeichnen könnte. „Welche Gründe mag wohl mein Vater oder vielleicht sein Vorfahre, dieser Überblende, wohl gehabt haben,“ fragte ich mich selbst, dann legte ich mich zurück auf das Bett, ließ das Buch beiseite liegen, machte die Augen zu und versuchte meine Gedanken vernünftig zu sortieren, da ich völlig durcheinander war. „Das war wohl zu viel für mich,“ flüsterte ich vor mich hin, dann legte mich auf die Seite und sah zur der CD, die auf der Musikanlage lag. //Ja, vielleicht hilft die Musik mir, mich von diesen Gedanken zu erholen....andererseits das Lied, das ich davor gehört habe, hat mich nicht gerade auf gute Gedanken gebracht...aber danach// Ich wusste selbst kaum, woran ich da dachte. Die neuen Erkenntnisse haben mich nicht gerade glücklich gemacht. Ich versuchte aufzustehen, fiel aber zurück auf das Bett, da meine Beine mich nicht tragen wollten. Ich war wie im Rausch, konnte weder klar denken, noch mich bewegen.

 

Ich weiß nicht, wie lange ich einfach so da saß. Schließlich richtete ich mich doch auf, holte die CD und legte sie in den Player. Ich schaute auf die Hülle und überflog schnell die auf Englisch aufgeschriebenen Titel. Lied 21 „Vanishing Love“ hörte sich gut an. Ich ließ die Anlage das Lied auf der CD finden und wartete dann gespannt auf das, was jetzt auf mich zukommen würde. Es erklangen schwere Töne einer E-Gitarre, begleitet von Schlaginstrumenten. Eine männliche Stimme fing das energische Japanische Lied an, die anderen Mitglieder der Band sangen das eine oder andere dazu.  //Nicht schlecht//

 

Der Musik lauschend ging ich zum Fenster und machte es ganz auf. Die frische Luft tat gut und klärte meinen Kopf. Ich atmete immer wieder tief ein und beruhigte mein Bewusstsein, sagte mir immer wieder, es wäre alles gut und dass eigentlich doch gar nichts passiert war. „Ich bin stark...“ flüsterte ich in die Nacht //Das hat ER damals gesagt, also werd ich mich von irgendwelchem Wissen doch nicht fürchten,// schmunzelte ich. Egal, was ich da gerade gelesen hatte, bis jetzt hatte ich mich nur einmal verwandelt, um meiner Schwester zu helfen und es waren keine Menschen, die ich getötet hatte. Die schwarzen Flügel kommen nur, um mir zu helfen und nicht um mich zu einem Killer zu machen. //Ja, das, was im Buch steht, gilt nicht für mich,// ermutigte ich mich selbst und unterdrückte währenddessen all die negativen Gedanken, die an die Oberfläche kommen wollten. Die Musik half mir dabei, der schnelle Takt durchströmte meinen Körper, die Hand, die ich auf die Fensterbank gelegt hatte, bewegte sich mit. Ein Lächeln erschien auf meinem Gesicht, ich hatte die schlechten Gedanken völlig unterdrückt und konzentrierte mich nur auf die faszinierende Musik.

 

Genau so chaotisch, wie das Lied anfing, endete es auch und dann hörte ich von unten die genervte Stimme eines Jungen: „Hey, mach diesen Scheiß da oben aus,“ schrie er. „Manche schlafen schon, du Penner,“ erklang eine andere, mehr von der Seite. Ich musste grinsen und brüllte zurück: „Ach, wen interessiert’s!!!“ Flüche folgten, doch ich hatte mein Fenster bereits zu. Inzwischen erklang auch schon eine andere Melodie, aber ich war so freundlich und schaltete die Anlage aus, denn die Uhr zeigte bereits halb drei. //Boah, es hat aber lange gedauert, bis ich diesen Text übersetzt habe.// Ich zuckte mit den Schultern. „Ach was soll’s,“ sagte ich zu mir selbst.

 

Dank der Musik war ich ziemlich gut drauf und dachte mir, solange ich nicht in Gefahr komme, werden die schwarzen Flügel auch niemanden verletzen. Immerhin hab ich auch einen Beschützer, der mich bei Gefahr retten würde. Mein Lächeln spiegelte sich auf der Rückseite der CD, die ich auf meinem Zeigefinger hochhielt. „Ja, ER wird mich immer beschützen, das ist sicher, so wie der sich um mich kümmert,“ sagte ich halblaut. Im nächsten Moment dachte ich, es wäre egoistisch so zu denken, aber auch dieser Gedanke war völlig vergessen, als ich die CD in den Discman gelegt hatte und weitere Lieder von „X - Japan“ auf mich wirken ließ.

 

Ich wand mich zur dem Bett um, auf dem ich den Discman mal gefunden hatte und Zen seine verlorene CD wiederfand und fing an aufzuräumen. 

Rafael

 

 

 Etshi ist so was wie hentai, nur nicht so heftig.

-kun ist euch bestimmt so bekannt

 

Ich kann inzwischen nicht ohne passenden Musik weiterschreiben. Beim Schreiben zieh ich mir alle möglichen Japanischen Lieder und Soundtracks rein, aber meine Lieblingsgruppe ist immer noch X - Japan. O.K. die Lieder von „Glay“ und ein paar anderen Gruppen find ich so auch schön, aber „X - Japan“ ist immer noch das beste, die haben für jede Lage ein passendes Lied bzw. eine Melodie. Deswegen auch dieses Kapitel. Sollte jetzt keine Werbung sein, aber ich weiß wirklich nicht, wie weit ich gekommen wäre, wenn ich die Lieder nicht hätte.

 

Na ja, ich red wieder mal zu viel, danke, dass ihr es gelesen habt. Oh, da fällt mir ein, ich hab die rapeszene schon wieder verschoben *sich vor den Lesern duck* Gomen nasai!!!! *kreisch*

 

Wie auch immer, mailt mir eure Meinung und was auch immer euch sonst noch auf dem Herzen liegt ^.^

 

Lonasan@hotmail.com

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