Part 5

Part 15:

 

Das Zwitschern eines kleinen Vogels weckte Kim sanft am nächsten Morgen. Benommen schlug er seine Augen auf und wischte sich die Haare aus der Stirn, bevor er sich mit einem Ruck aufsetzte und seinen Blick im Zimmer umherschweifen ließ.

Er befand sich in seinem Bett und als er an sich hinabblickte, bemerkte er, dass sowohl sein Hemd als auch seine Hose aufgeknöpft waren. Verdammt, er konnte sich an nichts mehr erinnern, was vergangene Nacht vorgefallen war und er wusste auch nicht, aus welchem Grund Eduard mit ihm im Bett lag und an seiner Seite ruhig weiterschlief.

Der Graf trug noch seine Weste, nur die Schuhe hatte er ausgezogen. Er lag auf dem Bauch und sein Gesicht verschwand halb in dem weichen Kopfkissen, welches er mit beiden Händen fest umklammert hielt. Kim schmunzelte bei dem Anblick, auch wenn ihm bei dem Gedanken, vielleicht die Nacht mit Eduard verbracht zu haben, ohne es zu wissen, ganz mulmig zumute war.

„Kim....“ erklang plötzlich die Stimme des Grafen und der Junge riss erschrocken die Augen auf. Sein Herz begann wild zu schlagen und er fing an, zu stottern, wofür er sich innerlich selbst verfluchte.

„Uh... ich... ich weiß ja, dass Ihr es nicht mögt, wenn... also wenn ich Euch... beim Schlafen beobachte, aber...“

„Kim, nimm’ deinen Fuß aus meinem Gesicht!“ nuschelte Eduard in sein Kissen und Kim schlich eine ungewollte Röte über die Wangen, als er sich schmollend zur anderen Seite drehte /Er träumt ja nur!/, insgeheim aber einen leisen Seufzer der Erleichterung ausstieß. Eigentlich wollte er es gar nicht, aber wie von selbst wanderten bald seine Augen wieder zu dem großen Mann und beobachteten ihn eindringlich.

„Wie ein kleines Kind liegt er da. Beim Schlafen sieht er immer so niedlich aus!“

Für einen Augenblick überlegte er unschlüssig, ob er sich noch ein Weilchen hinlegen und die Ruhe genießen oder lieber aufstehen sollte, wobei er sich für die erste Variante entschied und sich mit einem kleinen Seufzen wieder zurück auf sein Kissen fallen ließ. Jedoch nicht, ohne vorher seinen Hosenknopf geschlossen zu haben.

 

/Mein Leben hat sich gestern drastisch geändert. Nicht nur zum Guten. Mir wird noch immer übel, wenn ich an die Sache mit Heinrich denke. Noch vor wenigen Tagen ging er auf diesem Schloss ein und aus und ich freute mich, wenn er mich besuchte und mir die Zeit etwas versüßte, indem er mich mit seiner fröhlichen Art zum Lachen brachte. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn er jetzt vor mir stände. Wäre ich traurig und könnte mich nicht mehr rühren oder würde sogar Hass in mir auflodern? Nein... hassen kann ich ihn nicht. Wir gaben ihm keine Chance, sein Verhalten zu erklären, ließen ihn einfach stehen, ohne, dass er sich rechtfertigen konnte. Wir hätten.../

 

Eine sanfte Berührung an seiner Wange, die sich hinab zu seinem Hals fortbewegte, löste ihn aus seinen Gedanken und er wendete seinen Kopf zur Seite, um wenig später in das tiefe Grün der Augen des Grafen zu blicken. Eduard war inzwischen wach /vielleicht war er es schon die ganze Zeit... / und hatte sich näher zu Kim gelegt, was der Junge allerdings nicht bemerkt hatte, als er über die vergangenen Geschehnisse grübelte.

Kim wurde ganz warm ums Herz als er das süße Lächeln auf von Kalaus Lippen bemerkte und mit einem freudigen Gesichtsausdruck erwiderte er es.

„Woran denkst du gerade?“

„Mhm... an nichts besonderes.“ /Ich möchte ihn nicht an gestern erinnern.../

Stumm wechselten sie einsame Blicke und Kim starrte dann an die hohe Zimmerdecke.

„Was meint Ihr... wollen wir nicht aufstehen? Es ist mit Sicherheit schon Mittag!“

Doch Eduard legte seinen Arm über Kims Brust und seinen Kopf ganz nahe an den des Jungen, der deshalb rot wurde und sich am liebsten weggedreht hätte.

„Letzte Nacht war lang. Lass’ uns noch eine Weile liegen bleiben!“ Von Kalau grinste ihn mit breitem Lachen an, richtete sich dann auf und zog sich seine Weste aus, dann legte er sich wieder hin.

/Letzte Nacht war lang???/

„Was... war denn so lang... Habt Ihr...?“

„Soll das heißen, du hast alles vergessen, Kim? Das sieht dir aber nicht sehr ähnlich. Vor allem, da du mir noch versichert hast, dass es sehr schön war und du nicht genug haben konntest...“

„Es war... schön?“ Kim wurde feuerrot als er sich die weiße Zudecke halb über das Gesicht zog und fast hinter ihr verschwand. Mit verführerischer Langsamkeit strich Eduard ihm über die Brust.

„Du kannst froh sein, dass deine Bediensteten schon alle im Bett lagen, sonst hätten sie dein Stöhnen vielleicht noch gehört!“

Die Hand des Grafen fuhr in kleinen Kreisen tiefer hinab und glitt vorsichtig über Kims Oberschenkel, wanderte weiter nach innen.

Abrupt drehte sich Kim zur anderen Seite. Er wollte nicht, dass Eduard seine erregte Männlichkeit spürte, wollte sich dem großen Mann an seiner Seite nicht einfach so preisgeben.

„Ihr macht Euch nur über mich lustig. Von wegen... ich habe gestöhnt! Wir können nicht... zusammen... Ich kann mich wirklich an nichts erinnern und außerdem... ist das Bett ... nicht...“ erwiderte Kim mit trotziger Stimme.

Doch von Kalau ließ sich durch seine Worte nicht abhalten, sich über ihn zu beugen, so dass Kim ihm nun ganz ausgeliefert war und sich kaum noch bewegen konnte.

Er packte ihn an den Handgelenken und drückte sie sanft nach hinten, hielt sie dort fest. Seine Lippen legte er leidenschaftlich auf die Kims und der Jüngere ließ die Zunge willenlos in sich eindringen, spürte die Hitze, die sich durch die Berührung in seinem Körper ausbreitete und sich zwischen seinen Beinen sammelte.

„Natürlich mache ich mich nur über dich lustig!“ Der Graf verkniff sich ein Kichern und Kim puffte ihn auf diese Bemerkung hin leicht an die Brust, sah ihn dann aber lächelnd an.

„Ihr seid so... anders als sonst...“

Er atmete plötzlich keuchend aus, als die Hand des Grafen in seine Hose glitt und ihn dort streichelte. Er wusste nicht, ob Eduard ihm zugehört hatte, wo er doch damit beschäftigt war, ihm die Kleidung auszuziehen, aber er wollte in diesem Moment auch nichts mehr weiter sagen, sondern schloss stattdessen halb die Augen um wie in Trance auf den Mann über sich zu blicken, der sich in geschmeidigen Bewegungen immer weiter nach unten vorwagte. Er griff Kim zwischen die Beine und trieb den Jungen mit rhythmischer Langsamkeit der Erlösung immer näher, so dass er sich unter lautem Stöhnen unter ihm wand. Mit einem Mal jedoch hielt er in der Bewegung inne und Kim krümmte sich vor Enttäuschung. Kleine Schweißperlen standen ihm auf der Stirn als er gequält in Eduards blasses Gesicht blickte.

„Uh, Kim...“ stammelte von Kalau plötzlich und bemerkte dabei den Vorwurf in den Augen des Jüngeren.

„... tut... mir leid!“ Fast gläsern klang seine Stimme und er setzte sich auf.

/Es tut ihm leid?/

Kim konnte sehen, wie der Graf versuchte, seine Hand still zu halten, aber dass sie zitterte, konnte er dennoch nicht verbergen. Ein paar Mal schien es so, als würde er sie an seine Brust legen wollen, doch dann ließ er jedes Mal von dieser Bewegung ab, als wollte er sie verstecken, als wollte er verhindern, dass Kim es bemerkte. Der Junge jedoch setzte sich neben ihn und legte ihm die warme Hand auf die Schulter. Erst jetzt bemerkte er, dass Eduard laut keuchte.

„Was ist denn los? Sagt  doch etwas!“

„Es ist... ung... ist... gleich wieder vorbei...“ Von Kalau warf Kim einen sanften Blick zu, hatte seinen Kopf jedoch noch immer gesenkt. Fast kauernd saß er auf dem Bett und seine dunklen Haare bedeckten halb seine Augen, die er zusammengekniffen hatte.

Panik erfasste Kim, als Eduard plötzlich seine Hand an die Brust legte und sie in sein halb geöffnetes Hemd verkrampfte. Hatte er Schmerzen?

/ Er versuchte immer, vor mir alles geheim zu halten, vielleicht bekommt er keine Luft mehr und ich sitze hier und kann nichts für ihn tun!/

Von der Angst überwältigt, die sich in seinem Inneren ausbreitete, füllten sich seine Augen mit verzweifelten Tränen. Er sprang auf und wollte Hilfe holen. Einen Arzt... verdammt... irgendwo musste doch ein Arzt in der Gegend sein. Er wusste, dieser Gedanke war töricht, doch er wollte daran festhalten, nicht noch einmal hilflos mit ansehen müssen, wie sich Eduard unter Schmerzen wand.

Bevor er jedoch losrennen konnte, packte von Kalau ihn am Handgelenk und sah ihm tief in die Augen.

„Warum zitterst du so, Kim? Ich verspreche dir... es wird gleich vorbei sein. Mir ist... kalt. Setzt du dich neben mich? Wir können uns in eine Decke hüllen...“ Eduard lächelte leicht, doch nur unter großer Anstrengung, was seine Augen verrieten.

„Ich hole einen Arzt!“ Kim sprang auf das Bett und legte dem Grafen eine dunkle Wolldecke über die Schultern.

„Kim... hast du vergessen, wie weit es von hier aus zum nächsten Doktor ist? Ich mag diese Menschen nicht! Das weißt du!“ Und mit diesen Worten zog er den Jungen neben sich auf das weiche Bett und hüllte ihn mit sich in die Zudecke. Müde griff er nach Kims Hand und legte sie sich an die Brust, dann wurde seine Miene auf einmal todernst.

„Weißt du... als ich... in den drei Jahren... Das wünschte ich mir immer. Dich an meiner Seite zu haben... und du würdest mir die Hand auf den Körper legen... Es ist so beruhigend...“

„... Von Kalau...“ Kims Lippen formten seinen Namen wie von alleine, in einem belegten Flüsterton.

„Es geht mir schon wieder etwas besser...“ beteuerte der Graf und richtete seinen gebeugten Oberkörper etwas auf, um tief durchatmen zu können. Er wendete seinen Kopf zu Kim, der ihn mit großen Augen anstarrte und den Mund leicht geöffnet hatte. Seine Wangen waren gerötet.

„Manchmal... bekomme ich schlecht Luft...“

„Seid Ihr noch immer krank?“

„Nein... drei Jahre müssten vollkommen reichen, denkst du nicht auch? Nur... von Zeit zu Zeit... habe ich Probleme. Ich... war damals verzweifelt und wollte nicht mehr leben, Kim...“

„Es war alles meine Schuld.“

„Deshalb konnte sich mein Körper nie so erholen, wie er es eigentlich sollte...“

„... Meine...“

„Die Ärzte meinen, dass ein Teil meiner Lunge wohl nie mehr ganz...“

„Ich hätte Heinrich nicht vertrauen dürfen...“

„Wenn ich mich anstrenge, dann kann es manchmal vorkommen, dass mir die Luft knapp wird... Es sind keine schlimmen Schmerzen...“

„Deswegen habt Ihr Euch auch so gekrümmt und Eure Hand in das Hemd verkrampft, ja?“ Kim starrte vor sich hin, rührte sich keinen Zentimeter von der Stelle, bis von Kalau ihm leise über die vollen Lippen strich.

 

„Alexandra... sie...“

Bei diesem Namen zuckte der Junge plötzlich zusammen und richtete fragende Blicke auf sein Gegenüber, dessen Augen auch in der Tiefe des Raumes umherzuirren schienen.

„Sie war... meine ... nun ja, eine Art persönliche Pflegerin! Ich mochte sie von Anfang an nicht sonderlich, da sie mich stets wie ein kleines Kind behandelte und ständig auf mich einredete. Aber ich glaube, dass mir die Einsamkeit im Laufe der Zeit beigebracht hat, auch ihre Anwesenheit zu schätzen. Manchmal schaffte sie es sogar, ein Lächeln bei mir hervorzurufen. Selten, und dennoch... war ich ihr dafür so dankbar. Als ich hierher zurück reiste, schickte sie der Arzt mit mir. Als ständige Begleiterin...“

„Eduard?“

„...?“

„Weshalb von Sinnt?“

„...

...

...

Warum ich meinen Namen änderte?“

Kim nickte kurz, bekam jedoch nicht gleich eine Antwort.

„Du kannst es dir nicht denken, oder?“

„Ich hätte sonst nicht gefragt!“

„Sicher...  Nun... ich... konnte es nicht ertragen, wenn mich jemand bei meinem richtigen Namen nannte. Ich wollte nicht mehr an dich erinnert werden, wollte nicht mehr daran denken, wie er in deinem Mund geklungen hatte, also entschied ich mich für von Sinnt. Zudem hoffte ich auch, dir so bei meiner Rückkehr besser aus dem Weg gehen zu können, was sich letztendlich allerdings als sinnloses Unterfangen offenbarte. Und darüber bin ich... glücklich!“

Gebannt lauschte Kim den Worten des Grafen. Hin und wieder fragte er sich, ob es wirklich Eduard war, der da neben ihm saß. Dieser Mann sprach über seine Gefühle, lächelte oft... so, wie es bei dem Grafen früher nie der Fall gewesen war. Hatten ihn die Jahre so verändert? Trieb ihn die Einsamkeit zu diesem Wandel?

Erst als von Kalau nach Kims Hand griff, schreckte er aus seinen Gedanken hoch.

„Weshalb schweigst du jetzt?“

„Ich... es kommt mir alles so unwirklich vor. Ihr... hier neben mir, wie ihr mich so sanft berührt, dass ich meine, jeden Moment in Eurer Wärme zu verglühen...“

Schweigen kehrte ein. Doch nicht lange, da sich Kim die nächste Frage aufdrängte.

„Was soll nun mit Alexandra geschehen? Ihr könnt sie nicht einfach...“

„Nein... kann ich nicht. Morgen werde ich zu ihr gehen, ihr meinen Standpunkt noch einmal verdeutlichen und sie... zurück schicken, wenn... sie es will...“

Nachdenklich stützte Kim sein Kinn auf seine zusammengefalteten Hände.

„Ich werde... morgen nicht hier sein... Nicht bis zum Abend.“ Noch bevor von Kalau ihn unterbrechen konnte, sprach er schnell weiter.

„Ich bin noch immer ein Diener des Herzogs... Wenn Ihr unterwegs seid, werdet Ihr mich sowieso nicht vermissen...“

/Die Worte sprudeln einfach aus meinem Mund. Ich überlege nicht, sage sie einfach und... manchmal verwirren sie mich selbst.../

Von Kalau erhob sich augenblicklich, ließ Kim jedoch die Decke zurück und legte sie zuvor sorgfältig über dessen Schultern. Dann ging er mit langsamen Schritten im Zimmer auf und ab, wobei er seine Arme vor der Brust verschränkte und einen nachdenklichen Blick in den Augen hatte.

„Ich möchte nicht...“ begann er schließlich zu sprechen. „Ich möchte nicht, dass du noch länger bei diesem Mann arbeitest. Du musst es auch nicht tun. Ich bin zurück, es besteht keine Notwendigkeit für dich, Geld zu verdienen...“

„Aber ich...“ protestierte Kim, konnte dann aber nicht aussprechen, als Eduard ihm seinen Zeige- und Mittelfinger über die roten Lippen legte. Ihre Blicke trafen sich und lösten sich für einige Zeit nicht voneinander.

„Ich bin zurück, Kim. Wenn du nicht bei mir bist, weiß ich nicht, was...“

Nun stand auch der Junge auf, stellte sich hinter Eduard und schlang ihm liebevoll die Arme um den Körper.

„Ihr denkt immer nur an Euch... Natürlich möchte auch ich so oft es geht, mit Euch zusammen sein, aber... ich kann die Stelle beim Herzog nicht einfach aufgeben. Weil er... nun... weil er nun einmal der Herzog ist. Ich bin ihm verpflichtet. Ich wünschte, es wäre nicht so, aber ich bin es... und Ihr auch...“

Hierauf konnte von Kalau nichts mehr erwidern. Er wusste, dass der Junge recht hatte. Er selbst war nur ein kleiner, unbedeutender Graf... Sein Einfluss würde bei weitem nicht ausreichen, um Kim aus den Fängen des Herzogs frei zu bekommen. Wieder verfluchte er den Adel, die zahlreichen hohlen Sitten und Bräuche, die allen nur noch mehr Lasten aufbürdeten und letztendlich nur die nährten, die bereits Macht im Überfluss hatten.

Als Kim bemerkte, wie stumm der Graf war, legte er seinen Kopf an den Rücken des großen Mannes.

„Ihr werdet sehen... Die Stunden werden nur so dahin fliegen... Dann sind wir wieder zusammen. Spätestens in der Nacht. Und die Nacht ist lang. Wisst Ihr noch? Früher haben wir uns manchmal... die ganze Nacht hindurch, bis das erste Morgenlicht die Dunkelheit verdrängte... da haben wir uns... geliebt...“

Von Kalau wendete seinen Körper zu Kim und strich ihm mit der linken Hand durch das braune Haar, mit seinem Daumen liebkoste er dabei seine Wange zärtlich, bis er seinen Mund dem des Jungen näherte. Leidenschaftlich legten sie ihre halb geöffneten Lippen aufeinander, begannen, sich gegenseitig zu verschlingen. Ihre feuchten Zungen spielten miteinander, manchmal lösten sie sich voneinander, um sich dann wieder zu vereinen.

Eduard führte den Jüngeren zurück zum Bett, legte seine Hand an Kims Hinterkopf um den Jungen vorsichtig zurückbeugen zu können.

Kims Lippen schimmerten feucht, als der Graf den Kuss löste und seine Aufmerksamkeit Kims Brust zuwendete, die sich unter heftigen Atemstößen rhythmisch auf- und ab bewegte, mit jedem Zentimeter schneller, den Eduard weiter hinabglitt.

Die warmen Sonnenstrahlen fielen durch das große Fenster neben dem Bett, durch die schweren Samtvorhänge, die zurückgezogen waren und deren Oberfläche rau schimmerte.

Von Kalau zog mit seinem Zeigefinger die Spur des Lichtstrahls nach, der über Kims Oberkörper lief und ihn in Bronze hüllte.

Federleicht glitt er zärtlich über die weiche Haut des Jungen, bis er zu dem kleinen roten harten Punkt gelangte, um den er seine Finger schloss, so dass Kim aufstöhnte und seinen Kopf nach hinten beugte. Bald löste er die Finger durch seinen Mund ab und Kim konnte einen leichten Schauer spüren, als Eduard mit der Zunge über den Nippel glitt.

„Uh...“ stieß er keuchend hervor. „ Bitte... ich... kann nicht...“

/So sensibel .../

„Shhh... Wir haben doch gerade erst begonnen...“

Der Jüngere kniff gequält die Augen zusammen und krampfte seine Hände in das weiße Bettlaken.

/Wenn die Stille fällt...

und ich drohe, in Kälte zu erstarren...

Weiß keiner, was ich fühle.

Nur Ihr.

Werdet Ihr jetzt für immer bei mir sein?

Still und leise, in endloser Wärme an meiner Seite...

Ich wünsche es mir.../

Von Kalau legte die linke Hand auf Kims Bauch, wobei sein Mittelfinger mit der kleinen Vertiefung in der Mitte spielte, sie umkreiste und hin und wieder leicht Druck darauf ausübte.

Kim konnte den Körper des Grafen fühlen, wie er über sein Glied streifte und so die Lust in ihm immer mehr steigerte. Als Eduard ihn schließlich in die Hand nahm, entwich ihm ein heftiger Atemstoß, gefolgt von einer ruckartigen Bewegung seiner Hüfte.

Einige Augenblicke lang bewegte der Graf seine Hand nicht, steigerte so das Zittern, welches ununterbrochen durch den Jüngeren fuhr. Dann, allmählich und sehr langsam, strich er sanft nach oben, anschließend nach unten, sein Tempo mit jedem Mal etwas steigernd und Kim keuchte laut durch seine geöffneten Lippen, aus denen heißer Atem strömte.

Er versuchte die Hitze zwischen seinen Beinen zu verdrängen, wusste, dass der Graf ihn nicht so schnell erlösen würde.

Seine Hände legte er an Eduards Oberkörper und streifte ihm das Hemd von den Schultern, welches er zuvor aufgeknöpft hatte. Es war ihm schwer gefallen, mit diesem wahnsinnigen, pochenden Rhythmus an seiner Männlichkeit, den der Graf ausübte.

Als sich die Hand von Kim löste, warf er erneut den Kopf zurück und hob seine Hüfte an, suchte nach der Berührung von Kalaus. Dieser hatte seine Hose ausgezogen und begab sich anschließend wieder zurück neben den Jüngeren, der erwartungsvoll seine Augen nicht von dem schönen Gesicht des großen Mannes nehmen konnte.

Eduard legte seine Finger an Kims Mund, die der Junge in sich aufnahm und befeuchtete, bis sie schließlich seinen Lippen wieder entglitten.

 

Von Kalau nahm Kim auf, in schnellen Auf- Und Abbewegungen brachte er ihn der Erlösung immer näher, führte jedoch gleichzeitig zwei Finger in Kim ein, so dass er sich unter Stöhnen an den ziehenden Schmerz gewöhnen musste, der jedoch bald von der Leidenschaft und Hitze zwischen seinen Beinen überdeckt wurde.

Immer schneller hob und senkte der Graf seinen Kopf, ebenso entwichen dem Jungen die Atemzüge immer heftiger, bis er unter einem leisen Aufschrei schließlich kam, wobei er mit seinen schlanken Fingern durch die dunklen Haare des Grafen strich.

„Uh... uh... wie lange... hab’ ich mich danach... g...“ Das letzte Wort verschluckte er.

Eduard legte Kims Beine über seine Schultern, lächelte ihm noch einmal lieb ins Gesicht, wobei seine dunkelgrünen Augen fiebrig glänzten.

„Entspann’ dich...“ hörte Kim ihn noch sprechen, dann fühlte er auch schon, wie er fest, doch zärtlich in ihn eindrang, so einen Moment verharrte, damit sich der Junge unter ihm daran gewöhnen konnte, und dann jedoch langsam begann, sich gleichmäßig zu bewegen.

Als sich Eduard über Kims Körper stützte, fuhr ihm der Junge mit seinen Händen sanft über die glatte Brust, vermied es absichtlich, die Narbe zu berühren, um alte Wunden nicht wieder aufzureißen. Er wusste, dass Eduard sehr unter ihr litt, auch wenn er es immer als Nichtigkeit abspielte und so tat, als kümmere es ihn nicht.

Plötzlich durchfuhr ein tiefes Stöhnen den Raum, hallte an den Wänden wider und Kim konnte spüren, wie sich in seinem Inneren eine flüssige Wärme ausbreitete.

Von Kalaus Bewegungen verebbten allmählich, schließlich ganz, nur hin und wieder, fast nicht merkbar, bewegte er seine Hüfte, dann beugte er sich über Kim und verharrte noch einen Moment in dieser Position, legte dann leicht seinen Kopf in den Nacken des Jüngeren, keuchte laut. Ihm standen kleine Schweißperlen auf der Stirn, als er Kim einen leidenschaftlichen Kuss auf den Mund drückte. Noch einmal fanden sich ihre Zungen und als sie sich voneinander lösten, schimmerten beider Lippen feucht. Den Jungen durchfuhr ein leichtes Zittern, als er bemerkte, wie sich der Graf über ihm bewegte und wie er nun ganz langsam aus ihm glitt, sich dann erschöpft an seine Seite legte. Er spürte die klebrige Feuchtigkeit zwischen seinen Beinen, wusste, dass sie das Bettlaken durchdrang. Eduard hüllte ihn liebevoll in seine Arme. So blieben sie liegen, in endloser Stille...

bis schließlich nach einiger Zeit ein zaghaftes Klopfen an der Tür zu hören war. Ruckartig erhob sich Kim, seine Wangen überzogen von einem roten Schimmer. Mit klopfendem Herzen griff er nach seinem Morgenmantel.

 

/Jemand platzt in unsere Sünde.../

 

„Herein!“ rief er mit fester Stimme, fragte sich dann aber gleich, ob es vielleicht falsch war, denn schließlich war von Kalau zurückgekehrt und hatte nun wieder das Sagen, da ihm das Schloss mitsamt den Bediensteten gehörte.

Doch als er dem Grafen einen entschuldigenden Blick zuwarf, lächelte ihn dieser an, was Kim ungemein erleichterte.

Die Tür öffnete sich. Ganz vorsichtig, als bliese nur der Wind gegen das massive Holz. Doch bald erschien Annas Kopf, der mit einem weißen Häubchen geschmückt war, dessen Rüschen das Mädchen fast verspielt erscheinen ließen.

Die Magd schlug ihre Augen nieder und wurde rot, als sie Kim vor sich stehen sah, der Morgenmantel seine Nacktheit kaum verbergend, da er von oben bis zum Gürtel weit offen stand.

Eduard war ebenfalls aufgestanden, hatte sich nur schnell seine Hose übergezogen, das Hemd hing ihm wallend, aber offen am Körper. Annas Herz schlug heftig als ihre Blicke auf das weiße Bettlaken fielen, dessen Oberfläche stellenweise feucht schimmerte.

„Uhm... ich... es ist bereits... also was ich sagen will, ist...“

 

/Haben sie miteinander geschlafen?/

 

Das Mädchen verfiel in ein Starren, bemerkte es jedoch sofort und räusperte sich kurz.

„Also... eigentlich bin ich nur gekommen, weil...“

/Wie gerne wäre ich an Kims Stelle... Der Graf ist sicher sehr zärtlich gegen ihn. Ob der Fleck im Bett... von seinem... Samen...?/

Anna kniff kurz ihre großen Augen zusammen, um sich auf ihre eigenen Worte konzentrieren zu können.

„Wünscht Ihr nun... zu Mittag zu speisen?“ sprudelte es schließlich aus ihrem kleinen Mund und sie ballte die Hände zu Fäusten, um den Blicken der beiden Männer vor ihr standhalten zu können...

Kim nickte kaum merklich und das Mädchen drehte sich augenblicklich um, um wenige Sekunden später durch die Tür zu verschwinden. Ihre tapsigen Schritte drangen dumpf an seine Ohren.

 

„Sie hat gesehen, dass wir...“ flüsterte er tonlos und streifte dabei mit seinen hellen Augen das Bettlaken. Eduard jedoch stellte sich dem Jungen gegenüber und küsste ihn zart auf die Stirn.

„Anna weiß, dass wir uns lieben... Dass wir miteinander schlafen, war ihr sicher vorher schon bewusst...“

„Aber wenn sie...“

Von Kalau legte seinen Zeigefinger auf Kims Lippen und unterbrach ihn mitten im Satz.

„Selbst Dienstmädchen sind nicht so unschuldig, wie du vielleicht glaubst. Sie wird es niemandem sagen... Komm’ jetzt. Wir sollten uns schnell umziehen, sicher warten sie unten schon auf uns!“

Kimm stimmte abwesend zu und Eduard verschwand im Nebenzimmer, welches den Durchgang zu seinem Schlafgemach darstellte. Die Schränke standen an genau der selben Stelle wie vor drei Jahren. Auch seine Kleidung hatte man aufbewahrt, trotz der Lüge, die ihn für tot erklärt hatte.

 

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