Part 5

Part 24:

 

 "Kling-dinge-ling, kling-dinge-ling

   sieh' dort den Stern

   er leuchtet im Dunkeln

   und ist doch so fern

 

   Kling-dinge-ling, kling-dinge-ling

   wie ein Komet

   fällt er bald vom Himmel,

   erlischt sein Gebet..."

 

Glockenhell klang Sophies Stimme als sie die Strophen eines bekannten Kinderliedes zu der süßen Melodie sang, die aus der kleinen Spieluhr sprudelte, welche sie behutsam mit beiden Händen umfasst hielt. Ihre Augen waren geschlossen, doch winzige silberne Perlen glänzten deutlich zwischen ihren dunklen dichten Wimpern. Schnell wischte sie sie hinfort, als sie drohten, ihr über die Wange zu rinnen und es blieb einzig ein dünner feuchter Film auf ihrer blassen Haut zurück.

"Sie sind also auf der Flucht. Dass es soweit kommen musste..." Ein schweres Seufzen entwich ihren Lippen, gefolgt von einem kurzen, dennoch deutlichen Zucken in ihren Mundwinkeln.

Zum wiederholten Male strich das Mädchen mit der linken Hand über das kleine Döschen, hob es andächtig an ihr Ohr, wiegte sich im Klang der klaren Töne, bis die Melodie irgendwann abrupt verstummte.

Dann klappte sie den Deckel zu, starrte auf ihre Hände, hob die Augen ab und zu kurz, um Heinrich ins Gesicht zu sehen.

"Ich hätte... dir nicht geglaubt, wenn du mir nicht dieses Geschenk meines Bruders überreicht hättest.

 

...

 

Ehrlich gesagt... schmerzt es mich, diese Spieluhr nun in Händen zu halten, sie ruft so viele Erinnerungen in mir wach, so viele schöne Stunden, die ich zusammen mit Kim verbracht habe, als wir noch jung waren.

Er... verdient es nicht."

 

/Sein schweres Schicksal verdient er nicht und doch... ist es nicht seine eigene Schuld? Ist es nicht ihrer beider Schuld...? Sie hätten sich eben.../

"Sie hätten sich einfach nicht ineinander verlieben dürfen. Dann wäre alles viel leichter gewesen. Für meinen Bruder, für den Grafen, für alle."

Behutsam legte ihr Heinrich eine Hand auf die Schulter. "Das sind nicht deine Worte, Sophie. So darfst du nicht denken."

"Bezweifle nicht meine Worte, Heinrich!" erwiderte das Mädchen hart und trat dabei einen Schritt zum Fenster hin, so dass sie sich der Berührung entziehen konnte.

"Ich bin nicht mehr das unschuldige, nichts ahnende Ding von damals. Ich bin erwachsen und weiß, dass sie es hätten leichter haben können, wenn sie sich der gegenseitigen Zuneigung hätten entziehen können. Und im tiefsten Inneren fühle ich mich an dem ganzen Vorfall mit schuldig, denn wir kamen damals meinetwegen nach Hornbach und so nahm das Schicksal seinen Lauf."

"Wenn du von Schicksal redest, wie kannst du dann annehmen, dass ihr  Leben jemals hätte anders aussehen können...?"

Sophie suchte Heinrichs Blicke, musterte ihn mit Aufmerksamkeit, doch beinahe mit Hochmut.

"Ich will nicht mit dir über Dinge streiten, von denen wir beide nichts verstehen. Ich weiß nicht, wie du das Schicksal definierst, aber wären wir damals nicht in dieses Schloss gekommen, wäre Kim nicht mit uns gefahren, dann..."

"Er hätte sich nicht in dich verlieben können, Sophie. Es mag hart klingen, aber dein Bruder war nicht der Dorn, der eine etwaige Liebe Eduards zu dir im Keim erstickte. Mein Bruder macht sich nichts aus Frauen, er kann Freundschaft für sie empfinden, aber keine..."

"Ich will es nicht hören!" schnitt sie ihm das Wort ab und senkte den Kopf.

 

/Liebe, was ist schon Liebe. Ich hätte ihn geliebt... es hätte mir gereicht, wenn er nur an meiner Seite gewesen wäre...

Diese Worte mögen egoistisch klingen, aber was soll ich tun... Der Wunsch, die Vergangenheit verändern zu können, lässt die Wirklichkeit verblassen und droht mir den Verstand zu rauben. Verzeiht mir, aber ich... kann mich nicht länger hinter dem Mantel des Verständnisses für euch beide verbergen. Ich habe nicht mehr die Kraft, euer Beisammensein zu verteidigen.../

 

Ihre Blicke wanderten zu dem glänzenden schwarzen Flügel, der in der Ecke des Zimmers stand, unberührt, verlassen und wie im Traum sah sie sich selbst daran sitzen, mit emsigen Fingern auf den Tasten herumspielen und dabei folgte ihr Körper den Tönen. Alle hatten sie damals - wie viele Jahre war es nun her? - um sie herum gesessen, hatten ihr zugehört, IHREM Lied und obwohl sie sich ein klein wenig beobachtet fühlte, genoss sie dennoch die Aufmerksamkeit, die man ihr zuteil werden ließ. Verstohlen hatte sie hin und wieder zu dem großen schönen Mann gesehen, dessen geheimnisvolle Blicke ihr Herz jedes Mal hatten höher schlagen lassen und wie hatte sie sich gefreut, wenn er ihr zulächelte.

Bitter biss sie sich leicht auf die Zunge, vertrieb die Gedanken damit.

 

/Ich kann nicht länger hier bleiben.../

 

Als sie sich umdrehte, stand Heinrich nicht mehr hinter ihr, sondern saß in einiger Entfernung an dem runden Sofatisch und nippte abwesend an einer Tasse Tee, deren Inhalt mit Sicherheit schon kalt war. Dennoch pustete er jedes Mal, kurz bevor er den Rand an die Lippen legte. Vielleicht tat er es aus Gewohnheit, vielleicht auch nur, um eine kleine Beschäftigung vorzutäuschen und Sophie nicht seine Aufmerksamkeit zukommen lassen zu müssen.

Er hatte ja nicht geahnt, dass das Mädchen so über Kim und seinen Bruder dachte, hatte nicht die Eifersucht in ihr aufkeimen sehen, im Laufe der Jahre, war zu blind gewesen. Oder aber...

Das Klacken ihrer Absätze ließ ihn aufsehen. Still verfolgte er jede ihrer Bewegungen, wie sie sich umsah, wie sie ihre Fellmütze vom Stuhl nahm.

"Verzeih' mir, Heinrich! Meine Worte waren hart..." Mit einem Lächeln blinzelte sie ihm vorsichtig, dennoch stolz ins Gesicht.

"Aber ich... kann..."

 

"Bist du glücklich, Sophie?"

Bei dieser Frage zuckte sie zusammen, erwiderte Heinrichs dunkle Blicke mit einem langen Starren. Leicht öffneten sich ihr Lippen, doch Worte drangen nicht nach außen.

Weshalb antwortete sie nicht einfach? Wieso sagte sie nicht einfach, dass sie überaus glücklich war. Ihr Ehemann liebte sie, er liebte sie doch und sie erwarteten ein gemeinsames Kind. War das nicht Grund genug, glücklich zu sein?

 

/Weshalb zögerst du, liebe Freundin? Ist es dir nicht möglich, eine ehrliche Antwort zu geben? Ringst du in deinem Inneren mit der Wahrheit, weil du sie selbst nicht sehen möchtest? Was ist es, das dich bedrückt?/

 

"Natürlich bin ich glücklich!" brachte sie schließlich hervor, wich dabei jedoch den Blicken ihres Gegenübers aus.

"Ich gehe nun. Das Weihnachtsfest meiner Eltern ist sicher schon in vollem Gange. Ich wünsche dir einen schönen Abend. Auf Wiedersehen!" kalt drangen ihre Worte an sein Ohr, hallten lange nach und vermischten sich mit ihren schnellen Schritten, als sie in Richtung Tür lief.

 

"Der Stern fiel vom Himmel und sein Gebet verlosch... wie ging die Geschichte aus?"

 

Sie hielt inne, drehte sich dem jungen Mann zu, der sie freundlich anlächelte. Doch sie übersah auch nicht den herausfordernden, gleichzeitig mitleidigen Ausdruck in seiner Miene.

 

/Kling-dinge-ling, kling- dinge-lang

Der Mond sieht's und weint

und greift nach dem Sternlein,

so glücklich vereint.

 

Kling-dinge-ling, kling-dinge-lang

selten gescheh'n,

dass Mond und ein Sternlein

gemeinsam vergeh'n./

 

"Der Stern fiel zur Erde und erlosch für immer!"

 

Die Tür fiel hinter ihr zu, sie stand in der Vorhalle, umgeben von Dunkelheit und wartete, bis man ihr den Mantel brachte, fing dann an zu rennen, hinaus in die eisige Kälte, die ihre Tränen erstarren ließ.

 

"Es ist so dreist von dir, zu fragen, ob ich glücklich bin oder nicht. Was geht es dich an? Ich hätte einfach gehen sollen, wieso beachtete ich deine Frage überhaupt?! Sie ist schließlich so belanglos (Ist sie das?)./

 

Ihre Schritte wurden langsamer, sie keuchte leise und wischte sich die kleinen Schneeflocken aus dem Gesicht, die ihr beständig entgegen flogen.

"Maximilian ist gut zu mir, selbst Mama bemerkt es immer wieder. Du kannst froh sein, dass du ihn gefunden hast, sagt sie oft und sie meint es ehrlich, nicht wahr? Wenn sie es sagt, dann muss es doch stimmen, dann... ist es doch völlig egal, was ich darüber denke... Ich weiß, dass ich glücklich bin, weiß, dass ich glücklich... sein muss, weil so alles viel einfacher ist.../

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„Lange können wir nicht hier bleiben. Wenn sie die anderen Schlösser durchsucht haben, werden sie vermutlich auch hierher kommen. Wir müssen morgen sehr früh aufbrechen..."

Eduard kniete vor dem kleinen Kamin in einem gemütlichen Zimmer und stocherte mit einem langen Holzscheit in der Zuckenden dumpfen Flamme des frischen Feuers herum. Kim stand ganz dicht neben ihm, streckte seine Hände der Wärme entgegen und rieb sie dabei aneinander, spürte, wie neues Leben in seine kalten Glieder strömte. Dabei ließ er seine Augen nicht ab von dem großen Mann an seiner Seite, durchbohrte ihn stattdessen beinahe mit seinen festen Blicken und hoffte doch innerlich, dass der Graf nicht merken würde, wie er ihn ansah, wie er das goldene Lichtspiel auf Eduards ernsten Gesichtszügen beobachtete. Ihre Mäntel hatten sie über zwei Stühle gehangen, die in der Nähe des Kamins standen. Kleine wässrige Pfützen bildeten sich unter ihnen am Boden, als die Wärme des Feuers die letzten Schneeflocken, die noch an den Kleidungsstücken hafteten, aufzehrte und sie schmelzen ließ.

Unerwartet wanderten von Klaus tiefe Pupillen plötzlich zu Kim, erwiderten dessen Blicke und der Junge zuckte beinahe erschrocken zusammen, auch wenn der Graf ihm freundlich zulächelte.

"Lass uns heute Nacht am Kamin schlafen. Die anderen Zimmer werden in der kurzen Zeit sicher nicht warm . Ich werde ein paar Decken holen.

Möchtest du dich nicht ein wenig solange hier umsehen? Die ganze Zeit schon stehst du neben mir und beobachtest mich."

 

/Er hat es gemerkt? Er sah mein Starren... und erduldete es.../

 

"Ich..." begann Kim irgendwann zu stottern, nestelte dabei nervös an seinem weiten Hemdärmel herum.

"Ich werde uns... einen heißen Tee machen. Nur muss ich erst einmal..." und mit schnellen Schritten eilte er nuschelnd davon, seine Bewegungen muteten lustig an und wirkten beinahe unbeholfen, so unkontrolliert und unsicher bewegte er sich. Er verschwand hinter einer der drei Türen, die aus dem Zimmer führten, alle in verschiedene Richtungen, doch es dauerte nicht lange und er steckte seinen Kopf wieder herein, durch einen kleinen Spalt, lächelte den Grafen offen an, wobei er leicht errötete.

"Uhm... Wo finde ich die Küche, von Kalau?"

Eduard jedoch wendete sich ihm nicht zu, regte sich beinahe nicht, antwortet stumpf mit einem kaum hörbaren:

"Du bist schon richtig. Nur den Gang entlang, die kleine Treppe nach unten und dann links..."

Doch noch bevor er den Satz beendet hatte, stand plötzlich Kim hinter ihm, der sich zu ihm hinunter kniete und von hinten beide Arme um seine breite Brust schlang. Dabei schloss er seine Augen, legte den Kopf in den warmen Nacken des großen Mannes.

 

"Euer Atem geht schwer. Ihr solltet Euch hinsetzen und ausruhen."

 

Für eine Weile saßen beide nur so da, rührten sich nicht, jeder genoss die Wärme des anderen, bis sich Eduard schließlich zu Kim umwendete und ihm zärtlich eine Hand an die Wange legte.

"Es geht mir ..."

"...gut, Kim!" beendete des Jüngere den Satz und schmunzelte dabei bitter.

"Das sagt Ihr jedes Mal, dabei weiß ich, dass Euch die Brust schmerzt, denn ich bin nicht blind. Eure Augen glänzen fiebrig und ein leichtes Zittern begleitet jede Eurer Bewegungen. Sagt mir nicht, dass Ihr Euch schon so daran gewöhnt habt, dass Ihr es gar nicht mehr spürt..."

 

"..."

 

/Ihr senkt bestürzt Euere Augen. Verletzten Euch meine sorgenvollen Worte? Verletzen sie den Stolz, den Ihr stets nach außen wahrt? Ihr wisst, dass es Euch nicht gut geht, dennoch wollt Ihr es nicht wahrhaben, wolltet nicht, dass ich es bemerke, obwohl es für mich offensichtlich ist. Vergesst für einen Augenblick Eure Kühle, vergesst die Unantastbarkeit. Sie bringt uns beiden nichts. Nicht in diesem Moment... Manchmal, Eduard... scheint ihr mir so hilflos zu sein, denn das Chaos, das man Gefühl nennt, legt Unsicherheit in Eure wunderschönen Augen./

 

Von Kalau antwortete mit einem tiefen Schweigen, liebkoste Kims Wange, bevor er langsam aufstand und sich auf den Stuhl neben den Kamin setzte. Dessen Knistern war das einzige Geräusch, das die Stille durchbrach, bevor Kims Schritte erklangen, die sich bald darauf weiter entfernten und schließlich hinter der Tür verebbten.

 

Es dauerte eine Weile, bis der Junge wieder erschien und als er den Saal erneut betrat, strömte ihm eine wohlige Wärme entgegen. Das Runzeln auf seiner Stirn wurde überdeckt von Erleichterung, als er bemerkte, dass der Graf  noch immer auf dem Stuhl saß, die Augen geschlossen, den Körper zurück gelehnt.

Kim näherte sich ihm, stellte das kleine runde Tablett, das er auf seinen Händen trug, auf einem nahe stehenden Tisch ab.

"Es hat zwar ziemlich lange gedauert bis ich alles gefunden habe, aber irgendwie habe ich es doch geschafft, uns einen Tee zuzubereiten. Hier!" und er reichte dem Grafen eine kleine Tasse, deren geschwungene Ränder mit Gold überzogen waren, das im Schein der gelben Flamme hell glänzte.

Von Kalau öffnete müde die Augen, nahm den Tee entgegen, bedankte sich mit einem tiefen Blick.

Dann stand er auf, lief zu einem der schmalen, aber hohen Fenster des Zimmers und starrte auf sein schwaches Spiegelbild, vielmehr durch es hindurch in die verschwommen blaue Dämmerung.

"Die Zeit verrinnt so schnell..." flüsterte Kim, der sich dicht neben ihn gestellt hatte und ebenso aus dem Fenster blickte.

 

/Einst schien mir der Winter die schönste Jahreszeit überhaupt. Ich erinnere mich noch, wie ich das erste Mal nach Hornbach kam, als ich aus der Kutsche stieg funkelte die Landschaft um uns herum, als wäre sie aus tausend Kristallen gemacht. Mit Verdruss stand ich vor dem majestätischen Gebäude, innerlich verdrehte ich vielleicht sogar die Augen, denn ich wollte zu diesem Zeitpunkt gar nicht dort sein. Aber mein Vater hatte mir keine andere Wahl gelassen. Ist das nicht Ironie des Schicksals? Er zwang mich, sie zu begleiten, dann versuchte er,mich von Euch zu reißen. Bei dem Gedanken legt sich ein Schmunzeln auf meine Lippen, denn mit Sicherheit hatte er nicht daran gedacht, dass ich... und Ihr... das wir beide jemals...

Alles war anders geplant. Ihr wart für Sophie bestimmt und... Wieso habt Ihr nicht sie gewählt? Ihr hättet jetzt so glücklich sein können. Stattdessen stürzt Ihr Euch für mich in unser Verderben, und wisst doch gar nicht, ob Ihr dort... ob WIR dort jemals wieder herausfinden...

Ja, einst schien mir der Winter wunderschön, doch mit dem heutigen Tag verblasst die lebhafte Erinnerung immer mehr, verschwimmt im Grau der Wirklichkeit, verschwimmt im Dunkel der teuflischen Nachricht, die uns Heinrich heute überbrachte. Und so finster das Gesetz ist, so schwarz werden unsere Nächte sein, wenn wir... Verbotenes tun und unsere Leidenschaft die göttliche Ruhe blutrot durchtränkt.../

 

Plötzlich spürte er eine zarte Berührung an seinem Kinn, heiße Lippen auf seinem Mund und er schloss die Augen, genoss das Gefühl, von Eduards Zunge geöffnet zu werden, ihn in sich aufzunehmen.

"Von... Kalau..." sprach er tonlos, als sie sich voneinander lösten und auf ihren Lippen die Feuchtigkeit des anderen zurück blieb.

"Lass' uns die Decken auf dem Boden ausbreiten..."

Noch bevor Kim zustimmen konnte, entfernte sich der Graf auch schon von ihm, kam nach wenigen Augenblicken zurück, einige dicke Zudecken mitbringend. Direkt vor dem Kamin falteten sie sie auf, legten sie zurecht. Kim zupfte gerade noch den letzten Zipfel gerade, als starke Arme ihn schon von hinten umfassten, ihn zwangen, sich Eduard zuzuwenden, der ihm leidenschaftlich in die Augen blickte, sich dann erneut auf Kims Lippen stürzte, sie beinahe verschlang und dann... doch wieder freigab, als der Junge ein leichtes Stöhnen ausstieß.

"Kim..." keuchte Eduard, wobei sein heißer Atem den Nacken des Jüngeren liebkoste.

Behutsam nahm er den Jüngeren in die Arme, legte ihn auf dem weichen Untergrund nieder, beugte sich über ihn und Kim glaubte, ihm schwanden die Sinne, als er ihm vorsichtig Knopf für Knopf das Hemd öffnete und Eduards Atem seine bloße Brust streifte.

 

Kims Hand glitt tiefer, vorsichtig schob er die Finger unter den Bund der Hose, doch plötzlich wich der Graf zurück.

"Nein, Kim!" flüsterte er, beinahe so leise, dass seine tiefe Stimme in dem hohen Raum unterging, lächelte dem Jungen dann aber lieb zu, als er dessen verwirrten Gesichtsausdruck bemerkte.

"Heute nicht..."

Kim wollte etwas erwidern, doch noch bevor er es herausbrachte, versiegelte ein weiterer leidenschaftlicher Kuss seine bebenden Lippen.

 

Erst jetzt, da seine Hand auf der Brust des Grafen ruhte, bemerkte er, wie flach und unregelmäßig seine Atemzüge waren.

 

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