Why does he love him

Why does he love him?

 

Why does he love him? - Kapitel I 

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Hayao ließ erschöpft die Zimmertür hinter sich ins Schloss fallen. Bis vor 
wenigen Minuten hatte er sich noch auf der Tartanbahn aufgehalten und am 
täglichen Training für die Sprintwettkämpfe, die jeden Sommer stattfanden, 
teilgenommen. Jetzt streifte sein Blick das liederlich gemachte Bett, das 
im rechten Winkel zu seinem eigenen stand, und blieb an den frischen 
Blutflecken auf dem Laken hängen. Er schüttelte stumm den Kopf, zog das 
Laken mit einem Ruck herunter und knüllte es zusammen. Dann legte er die 
braune Tagesdecke aufs Bett und ließ das beschmutzte Laken vorerst darunter 
verschwinden. 'Nicht einmal an meinem Geburtstag kann er es lassen', dachte 
Hayao enttäuscht.

"Oh, vielen Dank fürs Aufräumen, Kleiner!" Yoshiyuki, sein Zimmernachbar, 
stand auf einmal hinter ihm. Er schien gerade geduscht zu haben, denn er 
hatte sich lediglich ein Handtuch um die Hüften geschlungen.

"Und? Wie viel hast du diesmal verdient?" Hayao stellte diese Frage schon 
beinahe mechanisch, denn eigentlich interessierte es ihn nicht.

"Knapp zweitausendfünfhundert Yen", antwortete Yoshiyuki und öffnete mit 
geübtem Tritt seinen Kleiderschrank. "Cool! Dann sind's diese Woche 
insgesamt schon über zehntausend. Wenn du willst, lad' ich dich auf 'nen 
Eis ein, Kleiner." Er grinste Hayao an, während er sich frische Boxershorts 
anzog. "Als Belohnung für dein Schweigen."

"Nein. Aber trotzdem danke", antwortete Hayao und riss seinen Blick 
gewaltsam von Yoshiyukis nackten Körper los. "Ich... ich muss noch mal kurz 
weg. Bis gleich!" Er verließ hastig das Zimmer, stolperte beinahe über 
seine eigenen Füße und ließ die Tür polternd zufallen. Dann rannte er auf 
dem schnellsten Weg zur Toilette, beugte sich übers Waschbecken und übergab 
sich.

Nach einigen Minuten hatte sich Hayaos Magen wieder beruhigt, sodass er den 
Wasserhahn aufdrehte, das Waschbecken notdürftig säuberte und einen Schluck 
trank. Als er den Kopf hob, begegnete sein Blick dem seines Spiegelbildes. 
Erschrocken stellte er fest, wie blass er war. Beinahe noch blasser als 
Yoshiyuki, der wegen seiner außergewöhnlich hellen Haut von vielen nur Yuki 
(=Schnee) genannt und von manchen sogar mit diesem Kanji geschrieben wurde. 
Hayao nahm eine Handvoll Wasser und klatschte sie sich ins Gesicht. Der 
blond gefärbte Pony seiner ansonsten braunen Haare klebte an seiner Stirn 
und er fuhr sich mit der Hand über den Kopf, um wieder ein einigermaßen 
vernünftiges Aussehen zu bekommen. Aber dann hielt er inne. Für wen tat er 
das eigentlich? Entmutigt ließ Hayao sich auf den nicht gerade sauberen 
Fußboden sinken und lehnte sich mit dem Rücken gegen die kalte Wand.

Der einzige Mensch, für den sein Herz schlug, war niemand Geringeres als 
sein Zimmernachbar Yuki. Und dieser wusste auch davon, aber er hatte noch 
nie in irgendeiner Weise darauf reagiert. Für ihn schien Hayao nichts 
weiter als ein normaler Freund zu sein. 'Aber vielleicht will er ja auch 
nichts von mir, weil ich nicht dafür bezahle', dachte Hayao bitter.

Yuki hatte nämlich seit fast zwei Jahren einen "Nebenjob": Er hatte sich zu 
einem Strichjungen entwickelt und tat es mit jedem aus dem Waisenhaus, 
solange dieser nur gut dafür zahlte. Obwohl Yuki Hayao gestern erzählt 
hatte, dass er das schon seit seinem fünfzehnten Geburtstag tat, hatte 
Hayao ihn erst vor etwa einem Monat in flagranti mit einem Jungen aus dem 
Heim erwischt. Es war der wahrscheinlich größte Schock gewesen, den Hayao 
jemals erlitten hatte - und er hatte ihn noch immer nicht überwunden!

Aber er deckte Yuki weiterhin. Auch wenn es ihm noch so sehr weh tat, 
wollte er den Jungen, den er liebte, nicht ans Messer liefern. Denn wenn 
die Leiterin des Waisenhauses DAS herausbekäme, würde wer weiß was mit Yuki 
passieren. Er war zwar noch nicht volljährig, aber mit Sicherheit hätte das 
Ganze ein schreckliches Nachspiel. Nein, Hayao wollte nicht, das Yuki in 
solch eine Klemme geraten würde! Lieber sah er sich das Schauspiel mit an.

Er meldete ja auch nicht, dass Yuki in seinem Zimmer rauchte, obwohl das 
streng verboten war. Aber er hatte einen Verdacht, warum sein Zimmernachbar 
das tat: Zwar kannte er sich auf dem Gebiet Drogen nicht sonderlich aus, 
aber er hatte schon öfters das Gefühl gehabt, dass Yukis Zigaretten - die 
zudem alle selbst gedreht waren - eigenartig rochen, nicht so wie die der 
anderen Raucher auf dem Hof. Yuki tat irgendwelches Zeug in den Tabak! 
Zumindest in dieser Sache war Hayao sich hundertprozentig sicher, auch wenn 
er nicht genau wusste, WAS es für ein Zeug war. Aber wenn Yuki in die Stadt 
ging, wollte er immer allein "noch mal wohin". Wer wusste schon, ob er sich 
nicht irgendwo so etwas wie Marihuana besorgte?

In solchen Momenten wie diesen dachte er unweigerlich an seinen großen 
Bruder Masao. Dieser war der Einzige, der von seiner ungewöhnlich starken 
Zuneigung zu Yuki gewusst hatte. Auch wenn er ihm, Hayao, jedesmal davon 
abgeraten hatte, sich auch nur näher auf "diesen Typen" einzulassen, so 
hatte er ihm doch wenigstens zugehört und ihn getröstet. 

Als Masao achtzehn wurde und versprach, seinen Bruder sofort aus dem Heim 
zu holen, sobald er eine eigene Existenz aufgebaut hatte, fiel Hayao der 
Gedanke an einen Abschied von Yuki nicht gerade leicht. Aber soweit war es 
gar nicht mehr gekommen: Kurz nach Hayaos vierzehntem Geburtstag erhielt er 
die schreckliche Nachricht, dass sein Bruder bei einem Autounfall schwer 
verletzt worden war. Und noch bevor er ihn im Krankenhaus besuchen konnte, 
erlag Masao seinen inneren Verletzungen. Genau wie seine Eltern...

Yuki war es gewesen, der Hayao in dieser Zeit getröstet hatte. Er hatte 
sich um ihn gekümmert und zum ersten Mal war eine weiche, eine völlig 
unbekannte Seite des sonst so harten Kampfsportlers Yoshiyuki ans Licht 
gekommen. Aber nach einem halben Jahr wurde aus Yuki wieder der alte 
Yoshiyuki, der nur sein eigenes Wohlergehen im Kopf hatte. Trotzdem fühlte 
sich Hayao Tag für Tag mehr zu seinem Freund hingezogen und gestand diesem 
das auch. Yuki zeigte allerdings keinerlei Reaktion außer einem winzigen, 
beinahe belustigt wirkenden Lächeln.

"Sag mal, was machst du'n hier so lange?" Hayao schreckte aus seinen 
Erinnerungen auf und blickte in Yukis wasserblaue Augen, die ihn 
anstarrten. "Komm hoch, es ist schon nach zehn Uhr." Er hielt Hayao die 
Hand hin, aber dieser zuckte nur mit den Schultern und stand ohne Hilfe 
auf. Er wusste, wenn er jetzt Yukis Hand ergriffen hätte, dann hätte er 
seine Tränen nicht mehr zurückhalten können. 


Als Hayao in seinem Bett lag und wie jede Nacht die Wand anstarrte, vernahm 
er von Yuki leise Geräusche. Er hielt erschrocken die Luft an, als er 
realisierte, WAS sein Freund tat: Yuki verschaffte sich gerade die 
Befriedigung, die er anderen tagsüber schenkte... oder besser, verkaufte! 

Hayao musste sich anstrengen, um kein verräterisches Geräusch von sich zu 
geben. Aber es fiel ihm von Minute zu Minute schwerer, sein Keuchen zu 
unterdrücken. Unbewusst hatte er schon angefangen, sich bei Yukis 
animierenden Geräuschen selbst zu streicheln. Ein leiser Seufzer entfuhr 
seinen Lippen und er presste sie erschrocken zusammen. Unfähig, sich zu 
bewegen, hörte er, dass Yuki innegehalten hatte. Er fühlte die bohrenden 
Blicke seines Zimmernachbarn im Rücken und bemerkte, dass dieser plötzlich 
aufstand und sich seinem Bett näherte. Hayao hielt die Luft an.

"Du bist noch wach, Kleiner?" Yuki setzte sich auf Hayaos Bett und zog ihm 
ohne Vorwarnung die Decke weg. "Oh, oh, oh", tadelte er, als er Hayaos 
Erektion entdeckte, die dieser erfolglos zu verbergen versuchte. Doch 
anstatt ihn jetzt auszulachen, schob Yuki Hayaos Hand beiseite und legte 
seine eigene um dessen heißes Glied.

"Was...?"

"Mein Geburtstagsgeschenk, Kleiner." Yuki bewegte seine Hand langsam auf 
und ab. "Komm schon, dreh dich um, dann geht's besser!" Ohne zu wissen, wie 
ihm geschah, befolgte Hayao Yukis Anweisung und drehte sich auf den Rücken. 
Und plötzlich spürte er, wie sich Yukis warme Lippen um seine Eichel 
schlossen. Ein lauter Seufzer entfuhr ihm. "Gefällt es dir?", fragte Yuki 
und setzte die für diese Frage unterbrochene Liebkosung sofort wieder fort. 

Hayao nickte. Auf seiner Stirn standen Schweißperlen und seine Lippen 
zitterten leicht. Er konnte es nicht glauben, dass das hier wirklich 
geschah! Yuki - SEIN Yuki - hatte gerade sein Glied im Mund! Das konnte nur 
ein Traum sein. Aber es fühlte sich unheimlich real an...


Als Hayao am nächsten Morgen aufwachte, hatte er die Bilder der vergangenen 
Nacht sofort wieder vor Augen. Er schielte zu Yuki hinüber, der schon 
aufgestanden war und sich gerade anzog. "Morgen", grüßte dieser knapp und 
nickte Hayao zu, während er seine Gürtelschnalle schloss. Seine Begrüßung 
war nicht anders als sonst und auch sein Blick war finster wie eh und je; 
als hätte es die vergangene Nacht überhaupt nicht gegeben. "Zwischen 
siebzehn und zwanzig Uhr brauche ich heute das Zimmer, Kleiner." Kein 
"Geht das in Ordnung?" oder "Ist das okay für dich?". Nein, es war für Yuki 
anscheinend schon selbstverständlich geworden, dass sich Hayao in dieser 
Zeit nicht blicken ließ. "Bis dann!" Die Tür wurde leise geschlossen.

Hayao beschloss, noch eine Weile liegenzubleiben. Sie hatten zwei Wochen 
Ferien und außer Sport hatte er keinen Unterricht. Er besaß alle Zeit der 
Welt, denn im Gegensatz zum Jiu Jitsu-Training, das Yuki jeden Morgen 
betrieb, übten die Sprinter erst nachmittags, wenn die Fußballer den 
Sportplatz freigaben. Trotzdem hielt er es schon nach zehn Minuten nicht 
mehr im Bett aus und stand auf. Er war ein geborener Frühaufsteher und 
wollte vor dem Frühstück lieber noch etwas Joggen, als untätig 
herumzuliegen. Er wusch sich flüchtig, schlüpfte in seinen Trainingsanzug 
und schnürte seine Turnschuhe zu. Als er schon auf dem Weg zur Tür war, 
besann er sich darauf, wie kalt es doch am frühen Morgen war. Seufzend 
machte er kehrt, um seine frisch gewaschene Sportjacke aus dem Schrank zu 
holen.

Als er sie vom Bügel nahm, fiel ihm auf, dass Yuki seinen Schrank wie so 
oft nicht verschlossen hatte. Der schwarze Ärmel seines Lieblingspullovers 
hing halb draußen und auch ein Strumpf lag davor auf dem Boden. Sein Freund 
schien sich überhaupt nicht darum zu scheren, ob ihr Zimmer aufgeräumt und 
gemütlich aussah oder nicht. Wenigstens hatte Hayao ihm angewöhnen können, 
morgens sein Bett zu machen - wenn's auch immer sehr oberflächlich war. 
Seufzend hob er den Strumpf auf, schob den Pullover ins Fach und wollte 
gerade Yukis Schrank schließen, als sein Blick auf eine kleine Tüte fiel, 
die hinten in der Ecke lag. Er zögerte einen Moment und griff dann danach.

Der Inhalt des kleinen Tütchens war ein Gemisch aus zerhackten 
Pflanzenblättern und -blüten. Und Hayao war sich ganz sicher, dass sie 
nicht aus dem Biotop des Waisenhauses stammten! Warum besorgte sich Yuki 
nur immer wieder dieses Zeug? Wusste er nicht, dass solche Rauschgifte 
süchtig machen konnten? Hayao hatte zwar keine Ahnung, womit genau er es 
hier zu tun hatte, aber er vermutete, das war das Zeug, das man in den 
Krimis immer als Marihuana bezeichnete. Und das war bestimmt gefährlich! Ob 
es illegal war, konnte Hayao nicht sagen, aber im Heim waren sowieso Drogen 
jeglicher Art untersagt. Hayao hoffte, dass Yuki sich darüber im Klaren 
war, was er tat! Er hatte schon mehrmals versucht, ihn zur Vernunft zu 
bringen, aber auf dem Ohr war sein Freund definitiv taub. Und Hayao wusste 
nicht, was er noch tun sollte, außer etwas auf Yuki zu achten. Helfen 
konnte er ihm nicht, denn er wollte auf keinen Fall zur Heimleiterin gehen! 
Hayao packte das Tütchen zurück und schob den Pullover darüber. Dann 
verließ er leise das Haus, da die meisten Jungen noch schliefen...

Der kühle Morgenwind wehte ihm um die Nase, als er gleichmäßig einen Fuß 
vor den anderen setzte. Er hatte sich mittlerweile schon warmgelaufen und 
einen guten Tritt gefunden - nicht zu schnell und nicht zu langsam. Er ließ 
seinen Blick über den Sportplatz des Waisenhauses gleiten. Es war schön 
hier, da konnte er nicht meckern. Die völlig neue Tartanbahn wurde von 
einem grünen Rasen umrahmt, auf dessen Außenseite sich die Zuschauertribüne 
befand. Im Mittelfeld wurde meistens Fuß- oder Baseball gespielt und beim 
jährlichen Sommerfest wurde es als Aufstellfläche für Stände genutzt.

Als Hayao zum siebenten Mal eine Runde beendete, erblickte er Yuki, der mit 
einem Jungen aus ihrem Wohntrakt am Fußballtor stand und sich mit ihm 
unterhielt. Hayao entdeckte beim Näherkommen, dass es Mitsuru, der Captain 
der Fußballmannschaft, war. War dieser etwa auch einer von denen, die sich 
Sex mit Yuki erkauften? Hayao wollte es einfach nicht glauben, aber im 
gleichen Moment sah er mit eigenen Augen, wie Mitsuru Yuki ein paar 
Geldscheine zusteckte. Also war es wirklich so!

Hayao blieb wie angewurzelt stehen. Seine Lungen brannten und sein Atem 
ging unregelmäßig. Er hatte bei den letzten paar Metern nicht mehr auf das 
regelmäßige Ein- und Ausatmen geachtet. Aber was machte das schon? Viel 
schlimmer war es, dass er jetzt zum ersten Mal einen von Yukis "Freiern" 
kannte! Bisher hatte er nie Wert darauf gelegt, zu erfahren, mit wem es 
Yuki trieb. Und von selbst kam sein Zimmernachbar auch nicht auf dieses 
Thema zu sprechen. Wie sollte er, Hayao, jetzt noch einmal ein vernünftiges 
Wort mit Mitsuru reden können? Oder ihm in die Augen sehen, ohne vor 
Verlegenheit rot zu werden? Das war doch unmöglich!


Kurz vor siebzehn Uhr verließ Hayao mit geschulterter Sporttasche sein 
Zimmer. Im Treppenhaus begegnete er Mitsuru, aber er hielt seinen Blick 
stur geradeaus und würdigte den allseits beliebten Fußballer nicht eines 
Blickes. 'Immerhin ist er pünktlich', dachte Hayao verächtlich. 
Gleichzeitig spürte er, wie sich eine dumpfe Leere in ihm ausbreitete. Er 
beeilte sich, um schnell zum Training zu kommen. Erst, wenn er mit voller 
Geschwindigkeit lief, würden seine Gedanken vielleicht wieder etwas klarer 
werden...

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Bin immer für Feedback offen, egal ob gut (haha!) oder schlecht...
Übrigens entsprachen zu der Zeit, als ich diese Geschichte geschrieben habe 
(13. Juli) 1000 Yen laut Wechselkurs etwa 20 DM. Danke dir, Bernd-san!

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